Vorlage 1998-210: Sanierung und Ausbau Kaserne Liestal; Vorprojektvorlage



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5.2 Abbruch


Die Gebäude Nr. 3 "Magazin und Materiallager", Nr. 4 "ehemaligen Stallungen" und Nr. 5 "Verpflegungstrakt" werden abgebrochen, weil deren Zustand baulich und funktional vollständig ungenügend ist. Ebenfalls die alte "Militärhalle" soll abgebrochen werden.


5.3 Bauliche Anpassungen und Instandsetzungen


Im Hauptgebäude sind verschiedene kleinere Umbauten in den Obergeschossen zur räumlichen Anpassung an das neue Nutzungskonzept notwendig. Zudem soll das Hauptgebäude und der Annexbau vorallem aussen instandgesetzt werden (Oberflächen). Im Untergeschoss werden Anpassungen in Zusammenhang mit den Haustechnikanlagen notwendig.


5.4 Umbau


Im Hauptgebäude werden zukünftig im Erdgeschoss anstelle der Zimmer für Sdt und Uof erweiterte Büronutzungen von Trp, Schulkdo und Rekrutierung untergebracht bzw. konzentriert. Diese Räume werden ohne Veränderung der bestehenden Tragstruktur eingefügt. Neu wird auch der Eingang von der Kasernenstrasse zentral ins Gebäude "wiederhergestellt".


Im Kantinengebäude wird neu das Freizeitzentrum mit Gaststube im Erdgeschoss, der Aufenthaltsbereich für Instruktoren und Offiziere, die Essräume der Offiziere sowie der Lese- und Spielbereich der Truppe im Obergeschoss untergebracht. Im Keller werden die neuen Küchen- und Lageranlagen eingerichtet. Vom Kantinenweg wird ein neuer Eingang direkt ins Restaurant führen, und das Dachgeschoss kann weiterhin als Wirtewohnung oder als Nutzungsreserve dienen.


5.5 Neubau


Neues Dienstgebäude


Ein dreigeschossiger Neubau vermittelt im Osten des Areals zwischen Versammlungsplatz und zukünftiger Wohnüberbauung Quellenhof. Im massiven Unter- und Sockelgeschoss befinden sich Wachtlokal, Retablierungsstände sowie verschiedene Magazine. Die darüberliegenden drei Geschosse sind in Holz bzw. Holz/Beton-Verbund gebaut und beinhalten im Erdgeschoss Küchen und Speisesäle der Truppe. Zeitgemässe Schulungsräume und der Filmsaal sind im 1. Obergeschoss untergebracht. Zimmer für Instruktoren, Schulstab und Besucher finden im 2. Obergeschoss ihren Platz.


Neues Magazingebäude


Unter Ausnützung der Topographie werden die notwendigen Magazine unter dem Versammlungs- und Spielplatz angeordnet, welche ebenerdig vom Parkplatzniveau erschlossen werden können. Ebenfalls die Betriebs- und Ausbildungsräume für den Bereich Motorwagendienst (MWD) sind hier untergebracht.


5.6 Bauablauf


Während der ganzen Bauzeit werden zum Teil erhebliche Einschränkungen im militärischen Nutzungsbereich unumgänglich sein. Besonders in den Bereichen Küche und Verpflegung sowie auch bei den Materialmagazinen, welche allesamt neu erstellt werden müssen, geht es darum in einer Feinabstimmung mit dem Bauverlauf die Truppenbedürfnisse zu berücksichtigen. Konzeptionell ist vorgesehen, die Materialmagazine vorübergehend in Containern oder ähnlichen Behältern unterzubringen. Ebenso muss eine Lösung gefunden werden für die Bereiche Küche und Esssäle.


Alle diese Massnahmen sowie auch die Bauplatzinstallationen auf dem Kasernenareal bringen neben den erwähnten Einschränkungen auch eine räumliche Einengung mit sich. Während einer bestimmten Bauphase, zirka ab Mitte 2001 bis Mitte 2002 kann wegen den Umbauarbeiten zudem keine Truppenbelegung in der Kaserne erfolgen. Für diese Zeit muss die Belegung durch Rekrutenschulen ausgesiedelt werden in benachbarte Gemeinden mit geeigneten Truppenunterkunftsmöglichkeiten, wie sie zum Beispiel in Frenkendorf vorhanden sind. Die entsprechenden Aussiedlungsbedürfnisse sind bei den zuständigen Bundesstellen, der BELKO (Belegungskoordinationsstelle) und bei der Ausbildungsregion 2 bereits angemeldet worden. Diese Koordination muss deshalb sehr früh erfolgen, weil die Truppenbelegungen ausserhalb der bundeseigenen und kantonalen Waffenplätze, die Belegung mit WK-Truppen im Dienstleistungsrhytmus von 2 Jahren, eine entsprechend rechtzeitige Planung erfordern. Die BELKO prüft in diesem Zusammenhang schon heute, ob die Kaserne trotz der Bauauflagen allenfalls teilweise mit kleineren Kursen belegt werden kann. Solche Fragen müssen zu einem späteren Zeitpunkt in Abstimmung mit einem detaillierten Bauprogramm entschieden werden.


5.7 Denkmalpflegerische Aspekte


Die Denkmal- und Heimatschutzkommission hat in ihrer Sitzung vom 18. November 1997 das Hauptgebäude der Kasernenanlage und das Kantinengebäude als erhaltenswerte Substanz eingestuft und die restlichen Bauten zum Abbruch freigegeben.


Im Rahmen der Vorprüfung der eingereichten Wettbewerbsarbeiten hat die Denkmalpflege festgestellt, dass der zur Weiterbearbeitung vorgeschlagene Entwurf bei den beiden erhaltenswerten Bauten eine gleichbleibende oder eine der Struktur angepasste Nutzung vorsieht.


Die wesentlichen denkmalpflegerischen Überlegungen sind:


Hauptgebäude Der zentrale Haupteingang zur Kasernenstrasse wird wieder eingerichtet. Im Erdgeschoss wird unter Beibehaltung der vorhandenen Tragstruktur die neue Nutzung eingefügt. Der seitliche Durchgang zum Kasernenhof wird wieder geschlossen.


Kantine Das Gebäude wird von Anbauten befreit und innen unter Respektierung der räumlichen, historischen Gegebenheiten neu genutzt.


Neubauten Sie sprechen in der Materialisierung und Ausformulierung der Bauelemente die Sprache der abzureissenden Magazine und Hallen und stellen Bezüge zu den bestehenden Bauten her, die städtebauliche Situation wird wesentlich verbessert, die Gesamtanlage wird zu einem integralen Teil der städtischen Kernzone.


5.8 Baubiologie und Energie


Baubiologie


Bei der Wahl der Baumaterialien werden die ökologischen und baubiologischen Aspekte gemäss Weisung des Hochbauamtes für den Einsatz von umweltschonenden Baumaterialien berücksichtigt. Holz als Hauptbaustoff bietet zusammen mit einer einfachen und sparsamen Umsetzung eine ideale Grundlage.


Energie


Die Dienstgebäude beziehen ihre benötigte Energie ab der vorhandenen Infrastruktur im Hauptgebäude: Elektroenergie ab Trafostation, Wärmeenergie ab Heizzentrale. Die Heizzentrale wurde vor rund 8 Jahren komplett saniert und stellt mit einem Blockheizkraftwerk, zwei Gas-/Oelheizkesseln sowie einer Solaranlage eine moderne Energiezentrale dar.


Die erforderlichen Haustechnikanlagen werden nach modernen energiesparenden Gesichtspunkten konzipiert (Wärmerückgewinnung, bedarfsabhängige Steuerungen).


Wärmedämmung


Mit der vorgesehenen Wärmedämmung werden die gemäss Verordnung zulässigen Wärmeverluste um ca. 20 % unterschritten. Damit wird dem heutigen Trend nach verstärkter Wärmedämmung Rechnung getragen.


Regenwasser


Im Rahmen der Projektierung soll die Nutzung von Regenwasser für die Toilettenspülung geprüft werden.


5.9 Brandschutz


Im Haupt- und Freizeitgebäude sind im Zuge der Umbau- und Instandsetzungsmassnahmen Anpassungen und Ergänzungen im Brandschutzkonzept notwendig (Treppenhausabschlüsse, Feuerlöschposten u.a.). Die Neubauten werden gemäss den Anforderungen der Vereinigung kantonaler Feuerversicherungen geplant. Insbesondere ist im neuen Dienstgebäude eine Sprinkleranlage für den Schutz der Holzkonstruktion vorgesehen.


5.10 Pläne


- Situation
- Grundriss Untergeschoss
- Grundriss Erdgeschoss
- Grundriss Obergeschoss
- Fassaden und Schnitte


Fortsetzung


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