Sektor Ausbildung und Verwaltung
| Landrat / Parlament || Vorlage 1998-210 vom 20. Oktober 1998 |
| Sanierung und Ausbau Kaserne Liestal Vorprojektvorlage |
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3.5 Planungsschritte
Standort der Kaserne
In den Jahren 1968 und 1973 hat der Bund im Oristal Land erwerben können. Zum einen erfolgte dieser Kauf mit dem Zweck, einen Ersatz zu beschaffen für das Areal, das durch den Bau der J2 im "Altmarkt" in Liestal der militärischen Nutzung verloren ging. In der Zwischenzeit sind auf diesem Areal im Gemeindegebiet Nuglar/St. Pantaleon (in der "Weid") Ausbildungsanlagen erstellt werden.
Der Zukauf des Areals erfolgte aber auch, um Landreserven für eine allfällige Verlegung der Kaserne ins Oristal zu sichern. In den folgenden Jahren sind dann tatsächlich verschiedene Verhandlungen zwischen Bund, Kanton und Stadt Liestal geführt, sowie gewisse Vorstudien gemacht worden. Ein konkretes Projekt ist jedoch nicht gereift und es sind auch nie Entscheide über eine Verlegung der Kaserne getroffen worden. Nicht zuletzt waren dabei finanzielle Überlegungen mit im Spiel; ein Kasernen-Neubau im Oristal hätte mehr als 60 Millionen Franken gekostet.
In der Folge gewann dann wieder die Idee, die Kaserne an ihrem jetzigen Standort zu belassen, an Aktualität. Bereits im Jahresprogramm der Regierung für das Jahr 1980 (vom 5. November 1979) wurde festgehalten, dass in absehbarer Zeit eine Kasernenverlegung nicht in Frage komme. Die gegebenen Randbedingungen, die vorhandene Infrastruktur, die langjährige Waffenplatztradition, die günstige Lage der Kaserne zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, die Interessen von Gewerbe und Handel der Stadt Liestal und nicht zuletzt die Schwierigkeiten, die beim Projekt "Oristal" noch zu bewältigen gewesen wären, haben dann zur Absicht geführt, die Kaserne an ihrem jetzigen Standort zu belassen und zu sanieren. Bund, Kanton und Stadt Liestal haben diese Absicht in einer gemeinsamen Grundsatzerklärung vom 29. März 1988 bestätigt.
Bisherige Planungsschritte
Mit Regierungsratsbeschluss Nr. 1546 vom 16. Juni 87 wurde die damalige Bau- und Landwirtschaftsdirektion ermächtigt einen Studienauftrag an 5 Architekturbüros zu erteilen zur Ausarbeitung von Lösungsmöglichkeiten für die städtebaulich und funktional anspruchsvolle Bauaufgabe für eine Kasernenerneuerung.
Auf Antrag des eingesetzten Beurteilungsgremiums beauftragte der Regierungsrat am 3. Mai 1988 die Architekten W.+ K. Steib mit der Ausarbeitung eines Vorprojektes für einen umfassenden Ausbau der Kaserne Liestal. Am 29. Januar 1990 bewilligte der Landrat einen Projektierungskredit von Fr. 1 200 000.--, dem auch der Souverän des Kantons Basel-Landschaft in einer Volksabstimmung zustimmte.
Dieser Kredit hat inzwischen seine Rechtsgültigkeit verloren, weil im Zuge von Armeereform und neuer Waffenplatzbelegung heute ganz andere Bedürfnisse vorliegen.
Im weiteren ist zwischenzeitlich das Errichten einer Mehrzweck- und Sporthalle für die Bedürfnisse der Armee zu einer kantonalen Angelegenheit geworden.
Ein Projekt für eine Stadthalle Liestal (Mehrzweckhalle für Tagungen, Kultur und Sport) - Projektträger war damals die Stadt Liestal unter Mitbeteiligung von Armee, Kanton und Kaufmännischem Verein - scheiterte im März 1997 an der Urne.
Innerhalb dieses Stadthallenprojektes wäre der Armee und ebenfalls der Berufsschule des Kaufmännischen Vereins der benötigte Sportraum zur Verfügung gestellt worden.
Auf Grund des Entscheides des Eidg. Militärdepartementes vom Mai 1997 im neuen Ausbildungskonzept der Armee in Liestal Territorial-Infanteristen auszubilden, wurden in Zusammenarbeit mit Generalstab (GST) und Bundesamt für Betriebe des Heeres (BABHE) der Bedürfnisnachweis, das Raumprogramm und die Planungsgrundlagen für die Sanierung und den Ausbau der Kaserne Liestal im 3./4. Quartal 1997 erarbeitet.
Um verschiedene Lösungsmöglichkeiten für diese anspruchsvolle Aufgabe prüfen zu können, um eine Evaluation in konzeptioneller, gestalterischer, technischer und wirtschaftlicher Hinsicht vornehmen zu können, hat sich der Regierungsrat mit Entscheid Nr. 2975 vom 16. Dezember 1997 zur Durchführung eines Projektwettbewerbes "Dreifachsporthalle, Sanierung und Ausbau Kaserne Liestal" mit 12 eingeladenen Planungsteams entschlossen.
Auf Vorschlag des durch die Auftraggeberin eingesetzten Preisgerichtes, dessen Aufgabe eine objektive Beurteilung der anonym eingereichten Projektvorschläge war, beauftragte der Regierungsrat mit Entscheid Nr. 1238 vom 16. Juni 1998 die Vischer AG, Architekten + Planer, Basel und mit Entscheid Nr. 1577 vom 4. August 1998 die beigezogenen Fachplaner mit der Weiterbearbeitung der Bauaufgabe.
4.1 Ausgangssituation
Von den bestehenden Bauten der Kaserne Liestal werden zwei Gebäude in deren Bestand erhalten:
Hauptgebäude Nr. 1 mit südlichem Anbau
Dieses Kasernengebäude (Baujahr 1862, Umbau und Aufstockung 1952) wurde in den letzten Jahren haustechnisch und energetisch saniert. In den Obergeschossen sind die Unterkunftsräume der Truppe zweckmässig untergebracht und bleiben in Anordnung und Grösse erhalten.
Das gleiche gilt für den südöstlichen Anbau, in dem das Kommando und die Krankenabteilung untergebracht sind.
Abgebrochen wird nur der westliche ein- bis zweigeschossige Anbau, indem heute das Wachtlokal und einige Magazine vorhanden sind.
Kantinengebäude Nr. 2 (Freizeitzentrum)
Diese Gebäude (Baujahr 1877, umgebaut 1904) wird ebenfalls erhalten. Heute wird der Bau als Freizeitzentrum genutzt, die Büros der Instruktoren und eine Wirtewohnung sind hier untergebracht. Ebenfalls ist diese Einrichtung ein öffentlich zugängliches Restaurant. Die heutige Nutzung weist neben baulichen auch funktionale Mängel auf. Das Gebäude soll umgebaut und in seiner inneren Organisation angepasst werden.
Übrige Gebäude der Kaserne
Diese Nebengebäude werden abgebrochen, weil deren Zustand baulich und funktional vollständig ungenügend ist. Es sind dies das Magazingebäude, Nr. 3, die ehemaligen Stallungen, Nr. 4, die Militärhalle und der Verpflegungstrakt, Nr. 5.
4.2 Das Sanierungs- und Ausbaukonzept
Das
neue Dienstgebäude
mit Magazinen, Schulungs-, Speise- und Unterkunftsräumen für Schulstab und Instruktoren und
die Dreifachsporthalle
(separate Bauvorlage) werden rechtwinklig zum bestehenden Kasernenbau angeordnet und bilden den Abschluss des Areals nach Osten und ebenfalls den Immissions- und Sichtschutz zur projektierten Wohnüberbauung Quellenhof, bzw. zum Friedhof.
Im Erdgeschoss des
bestehenden Hauptgebäudes
(Nr. 1) werden die Büros und Hilfsräume des Kommandos und für die Rekrutierung, sowie die Zimmer für das Dienstpersonal eingebaut.
Das bestehende Kantinengebäude (Nr. 2) wird im Sinne der Denkmalpflege von seinen Nebenbauten befreit und zu einem funktionierenden Freizeitzentrum für Truppe und Kader umgebaut und bleibt gleichzeitig ein für Dritte zugängliches Restaurant und damit das Bindeglied zwischen Öffentlichkeit und Rekrutenschule.
Als Verbindung zwischen dem bestehenden Hauptbau, dem umgebauten Kantinengebäude mit Freizeitzentrum und dem neuen Dienstgebäude dient der Versammlungsplatz, welcher als Terrasse angelegt wird. Unter geschickter Nutzung der Topografie sind unter dem Platz die Magazine für Instruktions- und Zeughausmaterial angeordnet. Diese sind ebenerdig gut erschlossen. Auf diesem Niveau befindet sich auch der grösste Teil des Fahrzeugparkes.
Mit der Wiederherstellung des ehemaligen Haupteinganges von der Kasernenstrasse als Fuss-gängerzugang erhält der Hauptbau wieder seinen Oeffentlichkeitscharakter und eine bessere städtebauliche Einbindung.
Die Gesamtanlage schafft gegen Osten eine klare Zäsur zum Friedhof und zur benachbarten Wohnzone. Die Freiflächen öffnen sich nach Westen zur historischen Stadt, wodurch die Kaserne zum integralen Teil Liestals wird.
4.3 Ausbaureserven
Eine Erweiterungsmöglichkeit der Kaserne wird durch den Bedürfnisnachweis des Bundes nicht gefordert.
5.1 Das Raumprogramm
Sektor Ausbildung und Verwaltung |
Total | Bestehend | Umbau | Neubau |
| Kommando | 410 m 2 | 70 | 340 | |
| Zimmer Instruktoren, Schulstab | 335 m 2 | 335 | ||
| Wacht- und Arrestlokale, Magazin | 200 m 2 | 200 | ||
| Wäschereien, Magazine | 230 m 2 | 230 | ||
| Werkstätten | 53 m 2 | 53 | ||
| Betriebsfahrzeuge | 50 m 2 | 50 | ||
| Personal/Garderoben | 95 m 2 | 95 | ||
| Unterrichtsräume | 1`145 m 2 | 430 | 715 | |
| Magazine | 736 m 2 | 736 | ||
| MWD-Abstellraum/Magazine | 95 m 2 | 95 | ||
| Waschraum Fz/MWD | 75 m 2 | 75 | ||
| Feldpost | 45 m 2 | 45 | ||
| Total | 3`469 m 2 | 878 | 385 | 2`206 |
Sektor Freizeit und Sport
(Teilsektor Freizeit)
| Sektor Ausbildung und Verwaltung | Total | Bestehend | Umbau | Neubau |
| Kantine (Freizeitzentrum) | 250 m 2 | 250 | ||
| Küche und Nebenräume | 159 m 2 | 159 | ||
| Magazine Küche | 200 m 2 | 200 | ||
| Betriebsräume Küche | 86 m 2 | 86 | ||
| Kiosk | 15 m 2 | 15 | ||
| Unterhaltungsräume | 85 m 2 | 85 | ||
| Toiletten | 67 m 2 | 67 | ||
| Aussengeräteraum | 80 m 2 | 80 | ||
| Total | 942 m 2 | 862 | 80 |
Sektor Unterkunft und Verpflegung
| Sektor Ausbildung und Verwaltung | Total | Bestehend | Umbau | Neubau |
| Büros | 269 m 2 | 269 | ||
| Zimmer | 2 981 m 2 | 2 741 | 240 | |
| Retablierung | 494 m 2 | 494 | ||
| Magazine Fw Mat | 180 m 2 | 180 | ||
| Trockenräume | 180 m 2 | 180 | ||
| Sanitäranlagen Trp | 963 m 2 | 963 | ||
| Küche Trp | 186 m 2 | 186 | ||
| Magazine Lebensmittel | 142 m 2 | 142 | ||
| Speiseräume und Kiosk | 520 m 2 | 520 | ||
| Krankenabteilung | 388 m 2 | 388 | ||
| Personenschutzräume | 167 m 2 | 167 | ||
| Total | 6 470 m 2 | 4 272 | 509 | 1 689 |
Haustechnik, übrige Räume
| Sektor Ausbildung und Verwaltung | Total | Bestehend | Umbau | Neubau |
| Haustechnikzentralen | 295 m 2 | 245 | 50 | |
| Eingangshalle Hauptgebäude | 140 m 2 | 140 | ||
| Rekrutierung, Büro Hausmeister | 166 m 2 | 166 | ||
| Wohnung Kantinenwirt/Reserve | 220 m 2 | 220 | ||
| Putzräume | 47 m 2 | 27 | 20 | |
| Total | 868 m 2 | 492 | 306 | 70 |
Aussenanlagen
| Sektor Ausbildung und Verwaltung | Total | Bestehend | Umbau | Neubau |
| Aussenspielfeld | 970 m 2 | 970 | ||
| Zugang Kasernenstrasse | 110 | |||
| Parkdienstplatz | 500 m 2 | 500 | ||
| Parkierung | 1 800 m 2 | 1 800 |