Vorlage an den Landrat


5. Projektbeschrieb, Teilprojekte

Das Projekt stimmt mit dem Quartier- und Gestaltungsplan Bahnhofgebiet der Gemeinden Dornach (SO) und Arlesheim (BL) überein.


Das Bauvorhaben umfasst zwei Teilprojekte, welche etappenweise realisiert werden können. Zentrales Element und Grundvoraussetzung ist dabei die im Rahmen des Quartierplans zu realisierende Verkehrsdrehscheibe Bahnhofplatz als Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs mit der neuen Tramhaltestelle und dem Busterminal sowie der zentralen Personenunterführung zur Verkürzung der Umsteigewege. Diese Anlagen werden durch den Doppelspurausbau der BLT-Linie 10 bis oberhalb der Haltestelle Stollenrain ergänzt um die Einführung des 71/2-Minuten-Takts zu ermöglichen.




5.1 Verkehrsdrehscheibe Bahnhofplatz mit Personenunterführung


Die in den siebziger Jahren fast behelfsmässig erstellte Tramschlaufe mit einer nicht überdachten Haltestelle in der Wendeanlage, wird in den Bereich des abzubrechenden Güterschuppens der SBB verlegt. Die Einstiegskante der neuen Tramhaltestelle wird in der Geraden parallel zum SBB-Perron angelegt und mit einem gemeinsamen Perrondach ausgestattet. Mit der neuen Gleislage östlich der Bahnhofstrasse entfallen auch vier Niveauübergänge, was eine vollständige Entflechtung Schiene/Strasse bedeutet. Der überdachte Busterminal mit sechs Einstiegskanten (davon fünf für Gelenkbusse), wird als kompakte Anlage erstellt, welche ein sauberes Anfahren der Busse an die Haltekanten und ein behindertengerechtes Umsteigen erlaubt. Eine klare Zuordnung der Bushaltestellen für jede Buslinie schafft die Voraussetzung für eine gute Personenlenkung. Zudem sollen ausreichend P+R-Plätze und Veloabstellplätze angeboten werden.


Grundsätzlich erfüllt zwar die bestehende Unterführung die heute von den SBB angewendeten Minimalanforderungen bezüglich Breiten und Rampenneigungen (Behindertengerechtigkeit). Die periphere Lage am äussersten südlichen Ende der Perronanlagen führt zu Umsteigewegen von 300 Metern, was für eine Verkehrsdrehscheibe sehr unattraktiv ist. Als Lösung ist deshalb das Projekt einer zentralen Unterführung mit Treppen und Rampen für Behinderte oder Leute mit Gepäck oder Kinderwagen unmittelbar beim Busterminal ausgearbeitet worden. Zur Verbesserung der engen Platzverhältnisse, hervorgerufen durch die neue Personenunterführung, sieht das Projekt eine Reduktion des Gleisachsabstandes von bisher 4.50 m auf den Minimalabstand von 3.80 m vor. Im Weiteren ist das Aussenperron durch die SBB bereits auf die minimal erforderlichen Mindestmasse reduziert worden. Obwohl die Immissionsgrenzwerte auf der Austrasse eingehalten werden und somit kein Anspruch auf eine Lärmschutzwand besteht, sieht der Quartierplan eine auf einer Länge von ca. 260 m vor. Diese wird jedoch vollumfänglich durch die Gemeinden finanziert. Es ist nicht zu vermeiden, dass bei einer Realisierung der Lärmschutzwand die Austrasse auf gewissen Abschnitten um 20-30 cm eingeengt werden muss.


Mit dem Ausbau der Verkehrsdrehscheibe Dornach-Arlesheim ist als Ergänzung zu den Perrondächern für Bahn- und Trambenützer auch eine Überdachung des Busterminals vorgesehen. Diese Überdachung ermöglicht ein wettergeschütztes Umsteigen zwischen Bahn, Tram und Bus. Falls auf die Überdachung des Busterminals verzichtet wird, ergeben sich Minderkosten von insgesamt CHF 1.0 Mio. Da sich der Kanton Solothurn hälftig an den Kosten des Busdachs beteiligt, ergeben sich für den Kanton Basel Landschaft lediglich Minderkosten von CHF 0.5 Mio.


Mit Landratsbeschluss vom 03. Februar 2005 wurde der Ausbau der Regio-S-Bahn bewilligt. Darin ist auch eine Perronerhöhung im Betrag von rund CHF 2 Mio. enthalten, davon zahlt der Kanton Basel-Landschaft CHF 981'000.-. Um Synergien zu nutzen, werden diese Anpassungsarbeiten gleichzeitig mit dem aktuellen Umbau ausgeführt; diese Kosten sind jedoch nicht Bestandteil dieser Vorlage.




5.2 Doppelspurausbau Stollenrain


Die BLT beabsichtigt auf der Linie 10 eine Taktverdichtung von 10 Minuten auf die im Basler Tramnetz üblichen 71/2 Minuten. Einerseits wird dies in Spitzenzeiten aus Kapazitätsgründen notwendig um die steigenden Fahrgastzahlen bewältigen zu können, andererseits können damit auch einheitliche Anschlüsse auf die übrigen im 71/2-Minuten-Takt verkehrenden Linien, aber auch auf die im 15-Minuten-Takt verkehrenden Buslinien angeboten werden. Der heutige lange einspurige Abschnitt von der Haltsstelle Arlesheim Dorf bis zum Bahnhof Dornach-Arlesheim muss deshalb massiv verkürzt werden. Dies erfolgt mit einem Doppelspurausbau von oberhalb der Haltestelle Stollenrain bis zum Bahnhof, wobei auch die Haltestelle Stollenrain doppelspurig ausgebildet werden muss, damit die Haltezeit den kreuzenden Kurs nicht zusätzlich aufhält. Während die Brücke über die SBB bereits beim früheren Ausbau für die Doppelspur vorbereitet wurde, sind im Bereich der Haltestelle Stollenrain Kunstbauten gegen das aufsteigende Gelände der benachbarten Liegenschaften notwendig.



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