Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Einführung von Informationstechnologien (ICT) an der Primarschule als Unterrichtshilfe (2008 bis 2013) | |
| vom: | 22. Januar 2008 | |
| Nr.: | 2008-019 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
4. Massnahmen
4.1 Änderung Stufenlehrplan Primarschule
Auf Schuljahr 2009/10 sollen mit einer Änderung des Stufenlehrplans Primarschule ICT als Unterrichtshilfe generell eingeführt werden. Die Einführung erfolgt aufsteigend mit den dritten Klassen (vgl. beiliegenden Beschluss des Bildungsrates zur Änderung des Stufenlehrplans Primarschule vom 5. Dezember 2007 unter Vorbehalt der Kreditgenehmigung des Landrates).
Für die Lehrpersonen werden zur Unterstützung der sinnvollen Nutzung von ICT im Unterricht auf der Grundlage der Arbeiten von Bund und Kantonen Handreichungen zur Verfügung gestellt und fortwährend aktualisiert [ Auf dem schweizerischen Bildungsserver sind Handreichungen publiziert zur Didaktik, zu rechtlichen Aspekten des Internets in der Schule, zur Ergonomie, zur Infrastruktur, zu ICT und Ethik sowie - in Vorbereitung - zu ICT und Medieneinsatz in heterogenen Schulklassen: www.educaguides.ch ]. Teil der Handreichungen sind - vorerst als Orientierungshilfe - ICT- Bildungsstandards, wie sie im Rahmen des Projektes von Bund und Kantonen „Test Your ICT-Knowledge" [ www.educa.ch/dyn/137683.asp mit Zugang zum Test. ] geschaffen worden sind.
Durch sinnvolle Nutzung von ICT im Unterricht und als Teil der Medienerziehung erwerben die Schülerinnen und Schüler Schritt um Schritt Fähigkeiten. Auf einen in der Stundentafel ausgewiesenen ICT-Grundkurs und einen Kurs für Tastaturschreiben wird an der Primarschule vorderhand verzichtet. Im Kanton Schwyz findet von August 2007 bis August 2008 unter der Projektleitung der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz in 10 Primarschulklassen ein Pilotversuch zum frühzeitigen Erlernen des Tastaturschreibens ab der 4. Klasse statt. Die Lernenden sollen in freien Lernphasen mit Hilfe geeigneter Lernsoftware individuell das Tastaturschreiben erlernen.
Anhand der Erfahrungen und in interkantonaler Absprache wird deshalb geprüft, ob und wie ein speziell auch in der Stundentafel ausgewiesener Kurs z.B. im 3. oder 4. Schuljahr als Teil des gesamten Schreiblernprozesses eingeführt werden soll. Dies bedeutet auch, dass der heutige ICT-Grundkurs im 6. Schuljahr (1. Klasse der Sekundarschule) und das ergänzende Angebot in Tastaturschreiben bis zu einer allfälligen Neuregelung weiter geführt wird.
In der Schuleingangsstufe - Kindergarten und 1./2. Klasse Primarschule - sind ICT fakultative Unterrichtshilfsmittel. Ihre qualifizierte Nutzung wird durch kantonale Fortbildungsangebote unterstützt.
| Massnahmen/Mehrkosten Kanton | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | Total |
| Handreichungen Stufenlehrplan | 20'000 | 20'000 | 20'000 | 20'000 | 20'000 | 20'000 | 120'000 |
4.2 Medienkonzept als Teil des Schulprogramms
Die Einführung von ICT erfolgt an den einzelnen Schulen mit einem Medienkonzept, das im Rahmen des Schulprogramms vom Schulrat genehmigt wird. Im Medienkonzept werden die ICT-Ausstattung, die pädagogische Nutzung in Verbindung mit den anderen Medien und der technische Support im Hinblick auf einen guten Nutzen und einen „didaktischen Mehrwert" für das Lernen dargelegt. Die Schulen werden bei der Entwicklung durch den kantonalen Support beraten. Es gibt Muster des Medienkonzeptes, welche die einzelne Primarschule adaptieren kann.
4.3 Ausstattung, Betrieb und technischer Support von ICT
Ausstattung, Betrieb und technischer Support von ICT sind Aufgabe der Einwohnergemeinden als Schulträgerinnen. Für die Einwohnergemeinden und die Primarschulen hat die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion im Januar 2004 eine Planungshilfe für die Beschaffung und den Betrieb von ICT an der Primarschule publiziert.
Inzwischen wurde diese Planungshilfe für die Schulen im Rahmen des schweizerischen Projektes überarbeitet und ergänzt. Es steht nun auch ein Kostenrechner für die ICT-Infrastruktur mit verschiedenen Ausstattungsmodellen einschliesslich Peripherie und mit Angaben zum Supportaufwand zur Verfügung ( www.educaguides.ch ). Diese interaktiven Seiten ermöglichen den Schulen und Einwohnergemeinden eine Vollkostenabschätzung für die geplante ICT-Infrastruktur einschliesslich Betrieb und Support gemäss den jeweiligen lokalen Verhältnissen. [ www.educaguides.ch/dyn/14294.php ]
Die Gemeinden werden eingeladen, die Primarschulen ab 3. Klasse mit mindestens 2 Computern pro Klasse und Internetzugang auszurüsten, damit die Vorgaben des Lehrplans ab Schuljahr 2009/10, aufsteigend ab der 3. Klasse, erfüllt werden können. Für die Vernetzung können fest installierte Kabel erste Wahl sein, kabellose Netzwerke (WLAN) sind demgegenüber kostengünstiger zu realisieren. Mit entsprechenden Vorsichtsmassnahmen lässt sich die Strahlung auf ein Minimum reduzieren, das einen Bruchteil vom erlaubten Grenzwert gemäss Bundesamt für Gesundheit beträgt. Für den technischen Support ist mit einem Aufwand von mindestens 5 Stunden pro Arbeitsgerät und Jahr zu rechnen.
Die Primarschulen können ins kantonale Schulnetz einbezogen werden. Die Einrichtung der internen und externen Vernetzung ist Sache der Gemeinden. Der Kanton übernimmt den Einbezug der Primarschulen ins kantonale Schulnetz. Gegenwärtig kann das Netz aufgrund eines Sponsoringvertrags mit der Swisscom den Gemeinden unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Bereits heute sind 32 Primarschulen über das kantonale Schulnetz mit dem Internet verbunden, weitere nutzen die Anschlüsse von Sekundarschulen. Zusätzlich übernimmt der Kanton die Grundkosten für den schweizerischen Bildungsserver mit der Arbeitsplattform educanet2 für Schulen, Lehrpersonen, Klassen bzw. Schülerinnen und Schüler. Die Einrichtung schulinterner Server wird dadurch entbehrlich. Die Arbeitsplattform educanet2 wird für alle Schulen und alle Lehrpersonen der Primarschule eingeführt. Alle Lehrpersonen des Kindergartens und der Primarschule können spätestens ab 2011 über E-Mail angeschrieben werden. Die Kosten des Schweizerischen Bildungsservers und educanet2 für die Baselbieter Schulen trägt der Kanton.
Beschaffung von ICT und technischer Support sind Aufgaben der Einwohnergemeinden als Schulträgerinnen. Der Systementscheid liegt bei den Einwohnergemeinden. Sie werden unterstützt durch eine Handreichung mit Empfehlungen zur Ausstattung. Ferner wird durch den Kanton in Absprache mit den Einwohnergemeinden für das jeweils kommende Schuljahr eine Evaluation zur Beschaffung von Hard- und Software für die spezifischen Bedürfnisse der Primarschulen durchgeführt. Dadurch soll der Aufwand für die Beschaffung reduziert und ein Beitrag zur Standardisierung der Ausstattungen geleistet werden. Bei Bedarf können im Rahmen der Möglichkeiten ergänzende technische Supportleistungen (Second-Level-Support) bei der Direktionsinformatik der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion eingekauft werden. Diese werden aus Gründen der Effizienz standardisiert sein. Der Einbezug ins kantonale Schulnetz wird von der Direktionsinformatik organisiert und vom Kanton finanziert.
Software, die vom Bildungsrat zum obligatorischen Lehrmittel erklärt wird, wird vollumfänglich vom Kanton finanziert und auf den gängigen Systemen lauffähig sein. Software, die als Unterrichtshilfe dient, wird von den Einwohnergemeinden als Trägerinnen der Primarschule finanziert.
Die Anzahl Produkte, die im Internet kostenlos oder für einen geringen Betrag nutzbar sind, steigt kontinuierlich. Ein wichtiger Knotenpunkt für diese Entwicklung stellt der Schweizerische Bildungsserver „ www.educa.ch " dar.
Die Kosten zu Lasten der Gemeinden für die Erstausstattung aller Primarschulen können auf mindestens ca. 2,6 Mio. Franken veranschlagt werden. Für Betrieb, Support und Abschreibung bzw. Ersatzbeschaffung ist mit mindestens rund 1,8 Mio. Franken jährlich wiederkehrender Kosten zu rechnen (vgl. Anhang: Kostenschätzung ICT-Einführung an den Primarschulen für die Gemeinden). Die nachfolgende Darstellung zeigt die Mehrkosten für Ausstattung und Support auf:
| Massnahmen/Mehrkosten Kanton | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | Total |
| ICT-Ausstattung (durch Einwohnergemeinden) inkl. interne Vernetzung und Internetanschluss sowie 5 Stunden/Arbeitsplatz technischer Support |
ca. mindestens 2,6 Mio. Fr. Erstausstattung und 1,8 Mio. Fr. jährlich wiederkehrend für Einwohnergemeinden |
||||||
| Unterstützung der Schulen/ Gemeinden beim Technischen Support; Unterstützung Handreichung/Evaluation Kanton |
30'000 | 30'000 | 30'000 | 30'000 | 30'000 | 30'000 | 180'000 |
| Einbezug Kindergärten und Primarschulen ins kantonale Swisscom-Schulnetz (SaI-BL1 Netz) | - | - | - | - | - | - | - |
| Beitrag CH-Bildungsserver und Einbezug educanet2 | 25'000 | 25'000 | 25'000 | 25'000 | 25'000 | 25'000 | 150'000 |
| Summe | 55'000 | 55'000 | 55'000 | 55'000 | 55'000 | 55'000 | 330'000 |
4.4 Pädagogisch-didaktischer Support
Für die Bereitstellung und Aktualisierung der Grundlagen für die Fort- und Weiterbildung und die Koordination soll ab 2008 und befristet auf Ende 2013 eine Stelle für die Projektleitung mit einer Arbeitsgruppe geschaffen werden.
Die Projektleitung wird die Schulen bei der Erarbeitung des Medienkonzeptes unterstützen. Sie wird Handreichungen für die Baselbieter Schulen mit Standards für Lernsoftware auf der Basis der interkantonal geleisteten Arbeit adaptieren und Empfehlungen bzw. vorbereiten.
Für die Primarschulen in den 19 Sekundarschulkreisen* sollen Expertinnen und Experten eingesetzt werden, welche die Primarschulen mit der schulinternen Weiterbildung sowie fortlaufend mit Beratung für den Unterricht unterstützen. Die ICT-Nutzung im Unterricht bis zum Abschluss der Sekundarschule soll sichtbar gemacht werden. Während 5 Jahren werden max. 19 ICT-Beauftragte mit einem Pensum von insgesamt 190% eingesetzt.
*
Die 19 Sekundarschulkreise haben eine Spannweite von 14 bis 71 Klassen, so dass die Ressourcen auch an die jeweilige Grösse angepasst werden müssen. Geprüft wird auch, ob jeweils 2 bis 3 kleinere Sekundarschulkreise zu einem grösseren "ICT-Supportkreis" zusammengefasst werden.
An den einzelnen Primarschulen wird auf die Schaffung der speziellen Funktion „ICT-Beauftragte" verzichtet. Der Pädagogisch-didaktische Support wird kantonal und ausgehend vom Perimeter der einzelnen Sekundarschulkreise zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der schulinternen Aufgabenteilung und des Berufsauftrags werden einzelne Lehrpersonen Aufgaben im pädagogischen und - in einem eng limitierten Rahmen - den technischen „First-Level-Support" übernehmen. Der technische Support mit einem geschätzten Aufwand von mindestens 5 Arbeitsstunden pro Gerät ist indes Aufgabe der Einwohnergemeinden und soll durch entsprechend speziell qualifiziertes Personal ausgeführt werden.
| Massnahmen/Mehrkosten Kanton | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | Total |
| Pädagogischer Support | |||||||
| a. Projektleitung 100% 2008-2013 | 63'000 | 150'000 | 150'000 | 150'000 | 150'000 | 150'000 | 813'000 |
| b. Projektgruppe | 31'000 | 75'000 | 75'000 | 75'000 | 75'000 | 75'000 | 406'000 |
| c. ICT-Beauftragte (190 %) | 135'000 | 270'000 | 270'000 | 270'000 | 270'000 | 160'000 | 1'375'000 |
| d. educanet2 Beauftragte/r | 16'000 | 16'000 | 16'000 | 16'000 | 0 | 0 | 64'000 |
| Summe | 245'000 | 511'000 | 511'000 | 511'000 | 495'000 | 385'000 | 2'658'000 |
4.5 Fort- und Weiterbildung
Fortbildung ist die berufsbegleitende Fortsetzung der Ausbildung und befähigt Lehrerinnen und Lehrer, den wechselnden Anforderungen, die an ihre Arbeit gestellt werden, zu genügen. Für besondere Aufgaben - z. B. als ICT-Beauftragte - werden zusätzliche Qualifikationen benötigt, die in der Weiterbildung vermittelt werden. Fort- und Weiterbildung der Lehrpersonen in ICT stellt nicht eine Ausbildung für ein Fach dar, sondern qualifiziert für die fächerübergreifende Nutzung von ICT als Unterrichtshilfsmittel. Die zu erwerbenden Qualifikationen beziehen sich auf den Bildungsauftrag der Primarschule. Der Stufenlehrplan konkretisiert diesen Bildungsauftrag mit fachlichen Zielen zur Förderung der körperlichen, geistigen, schöpferischen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler.
ICT werden in Verbindung mit anderen Medien pädagogisch reflektiert und zielorientiert eingesetzt. Schülerinnen und Schüler sollen dadurch Kompetenzen für eine sinnvolle Nutzung der unterschiedlichen Medien, die sie im Alltag umgeben, erwerben. Dies heisst für die Fortbildung, dass alle an der Primarschule unterrichtenden Primarlehrpersonen über die dafür erforderlichen Fähigkeiten verfügen müssen. Die künftigen Lehrpersonen der Primarschule erwerben ihre Grundqualifikation in der Grundausbildung. Für die Lehrpersonen des Kindergartens ist angesichts der Präsenz der Medien in der Lebenswelt der Kinder und für die „fakultative Nutzung als Hilfsmittel" eine analoge Qualifikation zu empfehlen, auch wenn von einem Lehrplanobligatorium abgesehen wird und ICT auf dieser Stufe nur sehr begrenzt genutzt werden.
Aufgrund der vorgesehenen Einführung von zwei Fremdsprachen an der Primarschule und der damit verbundenen Fort- bzw. Weiterbildung wird auf die stimmige Vernetzung dieser beiden Vorhaben geachtet. Die Nutzung von ICT zur Unterstützung des Sprachen- und Fremdsprachenlernens wird deshalb auch besonders in die Fortbildung einzubeziehen sein.
Richtschnur bilden die Empfehlungen der EDK vom 25. März 2004 für die Grundausbildung und Weiterbildung der Lehrpersonen an der Volksschule und der Sekundarstufe II im Bereich der ICT. [ www.edk.ch/PDF_Downloads/Empfehlungen/Deutsch/Empf_ICT_LB_d.pdf ]
Folgende Kompetenzen müssen sich Primarlehrpersonen gemäss dieser Empfehlung aneignen:
Didaktische und pädagogische Kompetenz
Lehrpersonen müssen die vielfältigen Möglichkeiten, aber auch die existierenden Grenzen, des Lehrens und Lernens mit den ICT kennen und fähig sein, ICT im Unterricht gezielt einzusetzen.
Nutzung von Standardsoftware und Technologien
Einzelne Abläufe technisch zu beherrschen, genügt nicht. Lehrpersonen müssen befähigt werden, neue Entwicklungen in ihre Kompetenzen zu integrieren und ihren Weiterbildungsbedarf zu erkennen.
Nutzung der aktuellen Kommunikations- und Informationswerkzeuge
Lehrpersonen sind fähig, die neuen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit, zur Informations-beschaffung und zum Informationsaustausch mit Kommunikations- und Informationswerkzeugen gezielt zu nutzen.
Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit digitalen Lehr- und Lerninhalten
Lehrpersonen müssen mit den erforderlichen Kenntnissen und Erfahrungen befähigt werden, digitale Lehr- und Lernangebote (Lernsoftware) im Unterricht einzusetzen.
Umgang mit gesellschaftlichen, ethischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekten beim Einsatz von ICT im Unterricht
Die Nutzung von ICT im Unterricht muss von den Lehrpersonen unter Beachtung der Entwicklungen im gesellschaftlichen, ethischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Bereich erfolgen.
Diese Grobziele müssen für den besonderen Bildungsauftrag der Primarschule und den Unterricht in den einzelnen Fächern konkretisiert werden.
Folgendes zusätzliches Angebot für die Fort- und Weiterbildung wird bereitgestellt:
Anwendungsschulung und Grundkurs Lehrpersonen: Die wichtigsten Anwendungen für den Unterricht und für die Arbeit als Lehrperson sollen beherrscht werden. Dazu gehört auch, dass die Arbeitsplattform „educanet2" des Schweizerischen Bildungsservers für alle Primarschulen und alle Lehrpersonen eingeführt wird. Kurse in einem modularen Baukasten für alle übrigen Anwendungen werden angeboten. Die Grundlagen eignen sich die Lehrpersonen selbstständig an. Zum Angebot gehört der Selbsttest „Test Your ICT-Knowledge" sowie eine kriteriengestützte Selbsteinschätzung zu Beginn und zum Abschluss der Fortbildung. Die Nutzung von „Test Your ICT-Knowledge" vermittelt dabei auch konkrete Erfahrungen in der Lerndiagnostik als wichtigen Anwendungsbereich von ICT. Gleichzeitig können sich Lehrpersonen mit standardbezogenem Lehren und Lernen auseinandersetzen, wie es mit den Kompetenzstufen des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen und den Sprachzertifikaten an Bedeutung gewinnt (vgl. www.sprachenportfolio.ch oder für das webbasierte Testsystem für Fremdsprachen: www.dialang.org ). Bildungsstandards anhand von Kompetenzmodellen und -stufen werden bis 2008 durch die EDK für das 2., 6. und 9. Schuljahr vorerst für die Fächer Erstsprache, Fremdsprachen, Mathematik und Naturwissenschaften entwickelt. Die EDK prüft im Rahmen von HarmoS die Entwicklung von Standards für ICT.
Der Aufwand für die Fortbildung wird unterschiedlich sein. Es gibt kein Obligatorium für den Besuch von Kursen. Das kantonale Fort- und Weiterbildungsangebot wird gemäss den unterschiedlichen Bedüfnissen erweitert werden. Die für die Berufsausübung als Lehrperson erforderlichen Fähigkeiten im Sinne der oben zitierten Grobziele in den Empfehlungen der EDK werden ab Schuljahr 2009/10 vorausgesetzt. Als generelle Richtschnur soll gelten, dass die für die Aufnahme eines Studiums an einer Pädagogischen Hochschule erwarteten Kompetenzen im Bereich ICT für die qualifizierte Berufsausübung ebenfalls vorausgesetzt werden. Derzeit gibt es indessen keine allgemein anerkannten ICT-Bildungsstandards. Als Orientierung können die Standards für „Test Your ICT-Knowledge" sowie die Ziele des Rahmenlehrplans für die Maturitätsschulen für Erwachsene im Bereich Informatik [ Derzeit aktuelle Fassung vom 15. November 1996 ] beigezogen werden. Für die unterrichtsbezogenen ICT-Kompetenzen bilden die Empfehlungen der EDK vom 25. März 2004 den Orientierungsrahmen. Auf den verpflichtenden Erwerb von Zertifikaten wie ECDL (European Computer Driving Licence) oder die Schweizerischen Informatik-Zertifikate wird verzichtet.
Schulinterne Fortbildung: Für die Erarbeitung des Medienkonzeptes der einzelnen Schulen sowie für die Integration in den Unterricht wird den Primarschulen - jeweils vor Ort - ein Angebot gemacht. Die Fortbildung ist authentisch. Sie findet im regulären Unterricht mit Schülerinnen und Schülern statt. Es werden Beispiele für die didaktische Nutzung von ICT umgesetzt und ausgewertet. Die durchgeführten Unterrichtssequenzen werden dokumentiert und dem Kollegium zur Verfügung gestellt.
Die schulinterne Fortbildung beansprucht - zusätzlich zur Durchführung der Unterrichtssequenz mit ICT - 4 mal 3 Stunden und ist obligatorisch für alle Lehrpersonen. Schulleitung und Lehrpersonen werden über ergänzende Fort- und Weiterbildung Vereinbarungen treffen können.
Administrationskurse educanet2: Schulsekretariate und interessierte „Poweruser" sollen für die Administration von educanet2, der Arbeitsplattform für Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler, ausgebildet werden. Sie sind befähigt, die Arbeitsplattform im Kollegium einzuführen.
Expertinnen und Experten ICT-Primarschule: Für die schulinterne Fort- und Weiterbildung bzw. für pädagogische Supportaufgaben bei der Integration von ICT an der Primarschule und die Nutzung als fakultatives Hilfsmittel im Schuleingangsbereich sollen zusätzlich 30 Lehrpersonen qualifiziert werden. Ihre Weiterbildung umfasst 1 Monat und wird als Nachdiplomkurs („2BITS") mit einem schweizerisch anerkannten Zertifikat abgeschlossen. Für diesen Kurs werden die Teilnehmenden während 14 Tagen vom Unterricht besoldet zu Lasten des Kantons freigestellt.
| Massnahmen / Mehrkosten Kanton | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | Total |
| Fort- und Weiterbildung | |||||||
| a. Anwendungsmodule | 180'000 | 180'000 | 180'000 | 180'000 | 0 | 0 | 720'000 |
| b. Klasseninterne Fortbildung durch ICT-Beauftragte | Kosten unter Ziffer 4.4 „Pädagogisch-didaktischer Support" | ||||||
| c. Informationssystem educanet2 durch Beauftragte/n | Kosten unter Ziffer 4.4 „Pädagogisch-didaktischer Support" | ||||||
| d. Kooperation educanet2 schulintern | Kosten unter Ziffer 4.4 „Pädagogisch-didaktischer Support" | ||||||
| e. Kaderkurse mit Zertifikat | 30'000 | 60'000 | 30'000 | 0 | 0 | 0 | 120'000 |
| f. Stellvertretung für Kaderkurse | 32'000 | 64'000 | 32'000 | 0 | 0 | 0 | 128'000 |
| g. Leihgeräte für Kurse | 40'000 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 40'000 |
| Summe | 282'000 | 304'000 | 242'000 | 180'000 | 0 | 0 | 1'008'000 |
4.6 Evaluation und Wirkungskontrolle
Begleitend zur Einführung wird ein einfaches System des Monitorings eingeführt, das jährlich aktualisiert wird. Folgende Punkte werden in Zusammenarbeit mit den Schulleitungen überprüft und erhoben:
| 1. | Es besteht ein vom Schulrat genehmigtes Medienkonzept im Schulprogramm. |
| 2. | Die Lehrpersonen sind entsprechend qualifiziert. |
| 3. | Lehrpersonen am Kindergarten und an der Primarschule haben Zugang zu einem vernetzten Arbeitsplatz. |
| 4. | Es besteht eine vernetzte Ausstattung mit mindestens 2 Arbeitsgeräten pro Klasse (ab. 3. Schuljahr Primarschule). |
| 5. | Für den technischen Support sind mindestens 5 Stunden pro Gerät vorgesehen. |
| 6. | Die Schule ist ans kantonale Schulnetz angeschlossen, die Arbeitsplattform educanet2 des schweizerischen Bildungsservers ist in Betrieb. |
| 7. | Unterricht unter Einbezug von ICT erfolgt nach Lehrplan. |
2013 soll eine kantonale Standortbestimmung unter Einbezug der Einschätzung von Wirkungen vorgenommen werden. Beispielhafte Unterrichtsprojekte sollen portraitiert und im Internet veröffentlicht werden.
| Massnahmen Mehrkosten/ Kanton | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | Total |
| Evaluation und Wirkungskontrolle | 0 | 0 | 0 | 20'000 | 70'000 | 0 | 90'000 |
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