Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Finanzierungsbeiträge des Kantons Basel-Landschaft zu Gunsten des Projekts «Messezentrum Basel 2012» | |
| vom: | 18. September 2007 | |
| Nr.: | 2007-222 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
3. Das Projekt «Messezentrum Basel 2012»
3.1 Gründe
Hauptauslöser für das vorliegende Projekt „Messezentrum Basel 2012" ist die Tatsache, dass die heutige Halle 6 auf dem Erlenmatt-Areal für die Durchführung der Weltmesse für Uhren und Schmuck BASELWORLD nur vorübergehend zur Verfügung steht. Die Nutzung dieser Halle wurde auf sechs Jahre festgelegt, wobei in der Zwischenzeit der Mietvertrag in Absprache mit der Vivico AG und dem Kanton Basel-Stadt um zwei Jahre - bis und mit zur BASELWORLD 2011 - verlängert werden konnte.
Die Bestandesaufnahme der bestehenden Infrastruktur ergab für die Messe Schweiz folgenden Handlungsbedarf:
| - | Ersatzfläche von rund 26'000 m 2 Bruttoausstellungsfläche für die nach der BASELWORLD 2011 nicht mehr zur Verfügung stehende Halle 6 auf dem Erlenmatt-Areal; |
| - | Erneuerung der Halle 3 und des „Kopfbaus" der Halle 1 aufgrund technischer und betrieblicher Mängel (geringe Belastbarkeit, enger Stützenraster, Anforderungen an die Sicherheit); |
Steigerung der Kompaktheit des Messegeländes und der Flexibilität in seiner Bewirtschaftung durch vermehrt zusammenhängende Hallenflächen.
3.2 Anforderungen und Hauptmerkmale
Gestützt auf diesen Handlungsbedarf hat die Messe Schweiz die wichtigsten Anforderungen an die erneuerte Messeinfrastruktur zusammengestellt. Die heute am Messestandort Basel verfügbaren Bruttoausstellungsfläche von insgesamt 161'000 m
2
(inkl. Halle 6) kann um 11'000 m
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(oder 7%) auf 150'000 m
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reduziert werden, vorausgesetzt, es steht mehr Hallenfläche mit 8 oder 10 Metern Hallenhöhe zur Verfügung. Zudem soll Messegelände kompakter werden und vermehrt zusammenhängende Ausstellungsflächen bieten. Neben den Anforderungen der Messe sind auch weitere Anliegen der Öffentlichkeit in den Anforderungskatalog aufgenommen werden, so unter anderem die Belebung des Messeplatze, die Verbesserung der Situation für die Herbstmesse und die Erhaltung der Grünräume. Schliesslich sind auch Machbarkeitskriterien aufgestellt worden, insbesondere in Bezug auf die Finanzierung und den Terminplan. Das vorliegende Projekt erfüllt diese Anforderungen in hohem Masse und ist technisch, terminlich und finanziell realisierbar.
3.3 Wichtigste planerische Elemente
Die Halle 1 wird an Stelle des bestehenden „Kopfbaus" zum Messeplatz hin erweitert, das Gebäude 3 neben dem Parkhaus wird erneuert, und die beiden neuen dreigeschossigen Hallenkomplexe werden mit einer zweigeschossigen Überbauung des Messeplatzes miteinander verbunden. Diese Überdeckung des südlichen Teils des Messeplatzes wird durch eine Öffnung von oben belichtet. Im Erdgeschoss der neuen Halle 3 wird eine multifunktionale Event-Halle eingerichtet, welche für Messenutzungen sowie als Ersatz für den Grossen Festsaal dient. Die Anlieferung des gesamten neuen Hallenkomplexes erfolgt weitgehend unterirdisch, wofür die Untergeschosse der bestehenden Halle 1 und der neuen Halle 3 mit einem Tunnel unter dem Messeplatz miteinander verbunden werden. Die neue, multifunktionale Event-Halle im Erdgeschoss der Halle 3 wird den bisherigen Festsaal-Kunden nicht nur viel mehr Komfort bieten; sie ist auch logistisch viel einfacher zu betreiben als der heutige Festsaal.
3.4 Architektonische Umsetzung
Um das grosse Neubau-Volumen zu gliedern, lösen sich die beiden Obergeschosse klar vom Erdgeschoss ab. Auf Strassenniveau, wo sich die Haupteingänge zu den neuen Messehallen und der Event-Halle sowie die Drittnutzungen befinden, wird die Fassade mehrheitlich gläsern, transparent und durchlässig ausgebildet. Der geschwungene Fassadenverlauf reagiert auf die während den Veranstaltungen zu erwartenden Personenansammlungen vor der Tramhaltestelle und markiert gleichzeitig die Eingänge zu den Messehallen. Rückspringende Fassadeneinbuchtungen ermöglichen eine Aussenraumnutzung in geschützten Zonen für Drittnutzungen wie Läden, Restaurants usw. Durch das Verdrehen der Obergeschosse zueinander wird eine horizontale Gliederung des Baukörpers erreicht. Zusätzlich erfahren die einzelnen Fassadenflächen eine Verdrehung in sich, mit der vor allem auf den Lichteinfallswinkel zur angrenzenden Nachbarschaft reagiert wird. Die Obergeschosse sind im Gegensatz zum durchlässigen Erdgeschoss geschlossen und reflektierend ausgebildet. In einzelnen Bereichen, bei denen sich vor allem Aufenthaltszonen, wie City Lounge oder Restaurants befinden, werden die Fassaden durchlässiger sein. Somit entstehen interessante Sichtbezüge zwischen Innen und Aussen. Nebst dem vertikalen Element des Messeturms bildet der neue Messekomplex ein horizontales städtebauliches Pendant. Dieses hebt sich gegenüber der Kleinbasler Stadtsilhouette ab, und markiert den Standort der Messe Schweiz, wobei die Gebäudehöhe der neuen Messehallen erst in unmittelbarer Nähe spür- und erlebbar wird.
3.5 Messeplatz
Der Messeplatz ist bei der Bevölkerung akzeptiert, bietet er doch sowohl genügend Sitzgelegenheiten (Baumtröge vor der Halle 1), eine öffentliche WC-Anlage (beim Parkhaus der Messe Schweiz) als auch Möglichkeiten zur Freizeitbetätigung in Form von Bodenspielen und einem mobilen „Skater"-Park. Mit dem Neubauprojekt werden diese Nutzungen nicht aufgegeben, da im Rahmen eines übergeordneten Freiraum- bzw. Gestaltungskonzepts die Messe Schweiz Lösungen für die Kompensation und Verlagerungen aufzuzeigen hat. Mit dem vorliegenden Projektvorschlag wird der Messeplatz in einen offenen und überdeckten Platz geteilt. Die südwestliche Platzfront fasst ihn räumlich, bleibt aber dennoch durchlässig, was die Aufenthaltsqualität steigert. Der Messeplatz bleibt nebst dem öffentlichen Verkehr weiterhin Fussgängern und Velofahrern vorbehalten und ist zusammen mit der künftig zum Park umgestalteten Rosental-Anlage der zentrale Aussenraum des Messegeländes. Das entscheidende architektonische und städtebauliche Element ist die Überdeckung des südwestlichen Messeplatzes, der von oben belichtet wird; es ist ein überdeckter, hallenartiger öffentlicher Raum. Hier sollen nebst Messenutzungen und der Eventhalle Drittnutzungen wie Restaurants, Läden usw. angelagert werden, die auch ausserhalb der Messetage in Betrieb sein werden und die City-Lounge stärker beleben. Der überdeckte Platz markiert somit nicht nur den Eingang zu den Messehallen, sondern wird zu einem Anziehungspunkt des öffentlichen Lebens in der Verlängerung der Clarastrasse.
3.6 Parkhaus
Das Parkhaus soll neu als eigenständiger Baukörper wahrgenommen werden und mit einer neuen Fassadenhülle auf die künftige Messeplatzsituation sowie die Rosental-Anlage reagieren. Durch die bauliche Trennung der Halle 3 und dem Parkhaus entfallen die 291 Parkplätze auf dem Dach der Halle 3, welche vorwiegend den Ausstellern vorbehalten sind. Sie werden gegebenenfalls mit einer Aufstockung der Parkdecks ersetzt. Damit könnte das Parkplatzangebot unverändert bleiben, die maximale Parkplatzkapazität von heute 1'448 Plätzen darf in keinem Fall überschritten werden.
3.7 Tram und Langsamverkehr
Die Tramhaltestellen im Messebereich bleiben unverändert an ihren heutigen Standorten, ebenso sind keine Gleisänderungen infolge des Planungsvorhabens notwendig. Die Sichtfelder für den Tramverkehr bei der Haltestelle „Messeplatz" in Richtung Riehenring und Clarastrasse bleiben gewährleistet. Für die Fussgänger ergeben sich gegenüber der heutigen Situation keine Änderungen der bisherigen Verbindungen. Dem teilweisen Wegfall der Arkade im Bereich der Halle 3 als Fusswegverbindung zwischen Badischen Bahnhof und der Innenstadt wird insofern Rechnung getragen, als die Velofahrenden neu im Gegenverkehr direkt über den Messeplatz geführt werden. Somit bleibt die Fläche zwischen der neuen Halle (mit Event-Halle) und der Tramhaltestelle ausschliesslich den Fussgängern vorbehalten. Die übrigen Velorouten im Bereich des Messegeländes bleiben unverändert bestehen.
3.8 Herbstmesse
Die Herbstmesse wird auch in Zukunft auf dem Messeplatz stattfinden. Zudem sollen gegenüber heute zusätzliche und attraktivere Messehallen zur Verfügung stehen. Mit der parziellen Überdeckung des Messeplatzes wird der Raum für „Fliegende Bauten" (grosse Bahnbetriebe) zwar eingeschränkt, doch bietet der überdeckte Platz ein neues, attraktives Angebot für kleinere Bahnen und Stände, was im Herbst von Vorteil sein kann.
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