Vorlage an den Landrat


2. Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Messe- und Kongressaktivitäten in der Region Basel

Die Messe Schweiz zählt zu den wichtigsten Leistungserbringern im Bereich der Standortförderung. Tatsächlich lösen die Messen und die weiteren Veranstaltungen der Messe Schweiz verschiedene volkswirtschaftliche Effekte aus, welche primär den Standorten zu Gute kommen. Es sei betont, dass diese Effekte nicht einmalig, sondern jährlich wiederkehrend anfallen (mit Ausnahme der Effekte, welche direkt mit den Investitionen ins Projekt „Messezentrum 2012" verbunden sind).




2.1 Umwegrentabilität


Unter Umwegrentabilität versteht man die Umsätze, die Wertschöpfung und die Steuereinnahmen, welche auf Grund der Ausgaben der ausstellenden Firmen und der Besucher/innen in diversen Branchen sowie beim Staat geschaffen werden bzw. anfallen.


Im Winter 2005/2006 hat die Messe Schweiz die Firma BAK Basel Economics damit beauftragt, die jährliche Umwegrentabilität der Aktivitäten der Messe Schweiz zahlenmässig möglichst genau zu eruieren. Als Basis dienten die durchschnittlichen Aussteller- und Besucherzahlen sowie die Geschäftsergebnisse der Jahre 2002 bis 2005.


Die so genannten Initialeffekte - die direkten Ausgaben der Aussteller und Besucher/innen - wurden anhand der Ergebnisse verschiedener bestehender Studien und Umfragen berechnet.


Die Berechnung der Ausgaben der Aussteller stützt sich auf die Studien des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) München zu den wirtschaftlichen Wirkungen der Messen Frankfurt, München, Köln und Leipzig in den Jahren 2001 bis 2004 sowie auf eine diesbezügliche Studie des


europäischen Messeverbandes EMECA aus dem Jahr 1999. Diese Studien zeigen auf, dass durchschnittlich 20% der Ausgaben der Aussteller für die Standmiete anfallen. Auf Grund der entsprechenden Einnahmen der Messe Schweiz wurden die Gesamtausgaben der Aussteller hochgerechnet, wobei bei den Gastmessen der gleiche Faktor genommen wurde wie bei den vergleichbaren Eigenmessen.


Die Berechnung der Ausgaben der Besucher/innen stützt sich auf die Ergebnisse von Besucherumfragen der Messe Schweiz, welche Auskunft über die Herkunft und Aufenthaltsdauer der Besucher/innen geben sowie auf verschiedene weitere Studien, unter anderem auf die Umwegrentabilitätsanalyse der Universität Basel zur Ausstellung „Tutanchamun - Das goldene Jenseits" im Jahr 2005 und eine Diplomarbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz zu den durch die Messe Schweiz generierten Übernachtungen in Basel. Auf Grund dieser Angaben zur Herkunft, zur Aufenthaltsdauer und zum Ausgabeverhalten konnten die Gesamtausgaben der Besucher/innen hochgerechnet werden.


Die Ausgaben der weiteren Veranstaltungen (Kongresse, Ausstellungen, Musicals etc.) wurden ebenfalls auf Grund dieser vorliegenden Studien und auf der Basis der Erkenntnisse der Aussteller- und Besucherausgaben berechnet.


Diesen Berechnungen zufolge lösen die Eigen- und Gastmessen sowie die weiteren Veranstaltungen der Messe Schweiz jährlich direkte Ausgaben von CHF 1'958 Mio. aus. Davon entfallen CHF 802 Mio. auf die Region Nordwestschweiz, nämlich CHF 617 Mio. auf den Kanton Basel-Stadt und CHF 185 Mio. auf den Kanton Basel-Landschaft. Der Anteil der Region Zürich ist deshalb relativ gross, weil die Messe Schweiz in Zürich ebenfalls ein Messegelände betreibt und auch diese Aktivitäten in die gesamten Berechnungen einbezogen worden sind.



Diese jährlichen direkten Ausgaben fliessen als direkte Einnahmen in verschiedene Branchen: ins Gastgewerbe, in Dienstleistungsunternehmen (u.a. die Messeveranstalter selber, Werbeagenturen etc.), ins Baugewerbe und in den Bereich Verkehr.



Die direkten Ausgaben erzeugen verschiedene Folgeeffekte: Die Zuliefer- und Dienstleistungsbetriebe benötigen für die Herstellung ihrer Produkte und die Erbringung ihrer Leistungen weitere Vorleistungen, die ihrerseits wiederum Vorleistungen erfordern und so weiter. Zudem geben die Angestellten dieser Zulieferfirmen die mit den entsprechenden Produkten und Leistungen verdienten Löhne aus. Am Ende der Kette steht die Wertschöpfung in den Betrieben, in denen das auf allen Ebenen verdiente Geld ausgegeben wird. Diese Folgeeffekte wurden von BAK Basel Economics an Hand eines ökonomischen Impact Modells errechnet.



Der auf Grund der Initial- sowie der Folgeeffekte durch die Aktivitäten der Messe Schweiz jährlich initiierte Umsatz beträgt CHF 3'931 Mio. Davon entfallen CHF 2'004 Mio. auf die Region Nordwestschweiz, nämlich CHF 1'564 Mio. auf den Kanton Basel-Stadt und CHF 470 Mio. auf den Kanton Basel-Landschaft.


Auf der Basis eines Input-Output-Modell sind im Weiteren die durch die Initial- und Folgeeffekte ausgelösten Wertschöpfungs-, Beschäftigungs- und Steuereffekte berechnet worden.


Die Aktivitäten der Messe Schweiz lösen demnach jedes Jahr eine Wertschöpfung (definiert als Ertrag minus Vorleistung bzw. als die Summe der Löhne und Gewinne) von insgesamt CHF 1'891 Mio. aus. Dies entspricht insgesamt gegen 22'000 Arbeitsplätzen in der Schweiz, davon über 10'000 Arbeitsplätzen in den Kantonen beider Basel.




Diese Effekte bewirken bei Bund und Kantonen jährliche Steuererträge von insgesamt CHF 314 Mio. Der Hauptgrund für die Grösse des Anteils der „übrigen Schweiz" sind die dem Bund zukommenden Mehrwertsteuereinnahmen. Die relativ hohen Steuereinnahmen des Kantons Basel-Landschaft sind auf die starke wirtschaftliche Verflechtung der beiden Basel und den hohen Pendleranteil des Kantons Basel-Landschaft zurückzuführen.





2.2 Standortwerbung


Neben der quantifizierbaren Umwegrentabilität sind mit den Aktivitäten der Messe Schweiz weitere standortfördernde Effekte verbunden, die sich nicht beziffern lassen: So gibt die Messe Schweiz jedes Jahr über CHF 20 Mio. für die Bewerbung ihrer Veranstaltungen aus, womit immer auch ein Stück „Standort-Werbung" verbunden ist. Indem „Basel" Teil des Namens von verschiedenen Messen ist - BASELWORLD, Art Basel, Art Basel Miami Beach, BuchBasel etc. - tragen national und international bekannte Brands zum Bekanntheitsgrad der Region Basel bei. Die grosse Medienpräsenz der Veranstaltungen - allein die BASELWORLD und die Art Basel bringen jedes Jahr über 4'000 Medienschaffende aus der ganzen Welt in die Region Basel - löst tausende von Medienberichten aus, in denen Basel erwähnt wird. Es darf zudem angenommen werden, dass viele Leute, die auf Grund einer Veranstaltung der Messe Schweiz Basel kennen lernen, auch einmal privat hierher kommen und einen Besuch der Region Basel auch weiterempfehlen.




2.3 Einmalige Effekte des Projekts „Messezentrum Basel 2012"


Im Rahmen der Studie zur Umwegrentabilität der Aktivitäten der Messe Schweiz sind auch die Effekte berechnet worden, welche die Investitionen von CHF 350 Mio. zur Realisierung des Projekts „Messezentrum Basel 2012" auslösen. Im Unterschied zur allgemeinen Umwegrentabilität fallen diese Effekte natürlich nicht jährlich, sondern einmalig an.


Diese Berechnung haben ergeben, dass das Projekt Initial- und Folgeeffekte von insgesamt CHF 1'043 Mio. auslösen wird, womit eine Wertschöpfung von CHF 493 Mio. und rund 5'500 Vollzeitstellen über ein Jahr geschaffen werden. Damit verbunden sind Steuererträge von CHF 85 Mio., die bei Bund, Kantonen und Gemeinden anfallen.


Der vollständige Bericht der BAK Basel Economics zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Messe Schweiz ist öffentlich zugänglich unter: www.messe.ch/ca/i/ijj/



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