Vorlage an den Landrat


1. Die Messe Schweiz

1.1 Unternehmensgruppe und Beteiligung der öffentlich-rechtlichen Körperschaften


Die Unternehmensgruppe Messe Schweiz ist 2001 durch den Zusammenschluss der früheren Messegesellschaften in Basel (Genossenschaft Schweizer Mustermesse in Basel, bzw. Schweizer Mustermesse AG / Messe Basel) und Zürich (Genossenschaft Zürcher Spezial-Ausstellungen, bzw. AG für Internationale Fachmessen und Spezial-Ausstellungen / Messe Zürich) gegründet worden. Heute gehören unter dem Dach der MCH Messe Schweiz (Holding) AG neben den beiden Standortgesellschaften MCH Messe Schweiz (Basel) AG und MCH Messe Schweiz (Zürich) AG ebenfalls die Winkler Veranstaltungstechnik AG in Wohlen (seit 1. Juli 2005) und die Expomobilia AG in Effretikon (seit 1. Januar 2007) zu 100 % zur Unternehmensgruppe Messe Schweiz.


Die MCH Messe Schweiz (Holding) AG mit Sitz in Basel ist eine Aktiengesellschaft mit Beteiligung von Körperschaften des öffentlichen Rechts gemäss Art. 762 OR. Sie ist am Nebensegment der SWX Swiss Exchange kotiert. Die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Zürich sowie die Stadt Zürich halten zusammen 49 % des Aktienkapitals von CHF 48 Mio. und können gemäss Statuten sechs Mitglieder des Verwaltungsrates bestimmen. Sie dürfen als einzige Aktionäre Stimmenanteile von über 5 % auf sich vereinen.




1.2 Geschäftstätigkeit


Die Geschäftstätigkeit der Messe Schweiz gliedert sich in drei Geschäftsfelder:


Eigenmessen
Kerngeschäft der Messe Schweiz ist die Veranstaltung von internationalen und nationalen Fach- und Publikumsmessen. Das Portfolio der Messe Schweiz zählt aktuell 24 Eigenmessen, die von ihr konzipiert, organisiert und durchgeführt werden. Die meisten - deren 17 - und grössten von ihnen finden am Standort Basel statt. Mit der Weltmesse für Uhren und Schmuck BASELWORLD und den internationalen Kunstmessen Art Basel und Art Basel Miami Beach ist die Messe Schweiz die Veranstalterin der weltweit wichtigsten Veranstaltungen in diesen Branchen. Zahlreiche weitere Messen der Messe Schweiz wie z.B. Swissbau, Igeho, Swisstech und andere haben eine starke internationale Ausstrahlung und zählen zum Teil zu den bedeutendsten Veranstaltungen in der europäischen Messelandschaft. Auf nationaler Ebene sind die meisten Veranstaltungen der Messe Schweiz führend.


Infrastruktur
Die Messe Schweiz besitzt in Basel und Zürich zwei eigene Messegelände mit einer Bruttoausstellungsfläche von insgesamt 190'000 m 2 , wobei das Messezentrum Basel mit 161'000 m 2 das grösste Messegelände in der Schweiz ist. In Basel betreibt die Messe Schweiz zudem ein eigenes Kongresszentrum (Congress Center Basel). Ihr gehört überdies das Musical Theater Basel und das Theater 11 in Zürich. In Basel dient die Messeinfrastruktur in erster Linie der Durchführung der Eigenmessen, darüber hinaus wird sie aber auch an externe Veranstalter für die Durchführung von Gastmessen und Events aller Art vermietet.


Veranstaltungsservices
Mit den Firmen Winkler Veranstaltungstechnik AG und Expomobilia AG weitete die Messe Schweiz ihre Geschäftstätigkeit mit einem weiteren, ihrem Kerngeschäft nahe stehenden Geschäftsfeld aus. Die beiden Tochterunternehmen im Bereich der Veranstaltungs-Services sind international tätig. Mit ihnen kann die Messe Schweiz den ausstellenden Firmen die für die Messebeteiligung relevanten Dienstleistungen anbieten, sowohl bei Eigen- wie auch bei Gastmessen, an den eigenen und an fremden Standorten. Darüber hinaus ist sie mit den beiden Service-Unternehmen heute auch im übrigen „Event-Markt" (Kundenanlässe, Kultur- und Sportanlässe etc.) aktiv.


Jährliche Kennzahlen (Durchschnittswerte der Jahre 2003 - 2006)

Allein die Messetätigkeit bringt jedes Jahr rund 8'000 ausstellende Firmen und über 900'000 Besucherinnen und Besucher auf das Basler Messegelände. Rechnet man Standbau- und Standpersonal dazu, sind dies weit über eine Million Personen. Hierbei sind die Eigenmessen die wichtigste Veranstaltungskategorie. An der grössten von ihnen, der Weltmesse für Uhren und Schmuck BASELWORLD, beteiligen sich jedes Jahr über 2'100 ausstellende Firmen aus über 40 Ländern, welche die gesamte Ausstellungsfläche in Basel belegen. Sie wird von rund 100'000 Besucherinnen und Besuchern und rund 2'500 Medienschaffenden aus rund 100 Ländern besucht.


1) mit 1/2 Jahr Winkler Veranstaltungstechnik AG
2) mit ganzem Jahr Winkler Veranstaltungstechnik AG


Die Messe Schweiz erwirtschaftete in den Jahren 2003 bis 2006 durchschnittlich einen Ertrag von gegen CHF 200 Mio., einen Cash-flow von knapp CHF 40 Mio. und einen Gewinn von fast CHF 7 Mio. Rund 80 % des Ertrages wurde mit dem Kerngeschäft - den Eigenmessen - erwirtschaftet. Zur Zeit (Sommer 2007) arbeiten in der gesamten Unternehmensgruppe 480 fest angestellte Mitarbeiter/innen, rund 250 von ihnen mit Arbeitsort in Basel. Darüber hinaus beschäftigt die Messe eine grosse Anzahl an befristeten Angestellten und Aushilfen, die vor allem bei den grossen Veranstaltungen zum Einsatz kommen.




1.3 Marktposition und Wettbewerbsumfeld


Die Messe Schweiz ist das mit Abstand bedeutendste Messe- und Kongressunternehmen in der Schweiz und eines der führenden in Europa. Der Standort Basel spielt dabei eine zentrale Rolle: Nicht nur in der Bedeutung als Hauptsitz der Unternehmensgruppe und in Bezug auf die Grösse des Messegeländes, sondern vor allem auch in Bezug auf die nationale und internationale Bedeutung der hier stattfindenden Veranstaltungen ist Basel der wichtigste Messestandort in der Schweiz, mit einer grossen internationalen Ausstrahlung.


Im eigentlichen Messegeschäft (ohne Veranstaltungsservices) kann der Marktanteil (Ertrag) der Messe Schweiz innerhalb der Schweizer Messelandschaft auf rund 60 Prozent geschätzt werden. In Bezug auf die Grösse ihrer Infrastruktur sowie ihres Ertrages zählt die Messe Schweiz zu den Top 15 der Messeplätze bzw. Messeunternehmen weltweit. Gemessen an der Profitabilität der Messegesellschaften belegt die Messe Schweiz international einen Spitzenrang.


Entsprechend ihrer Geschäftsfelder steht die Messe Schweiz in einem äusserst komplexen Wettbewerbsgefüge, wobei im Zusammenhang mit dem Projekt „Messezentrum Basel 2012" insbesondere die Aspekte des internationalen Infrastruktur- und Standortwettbewerbs relevant sind.


Das Angebot einer geeigneten primären und sekundären (Messehallen sowie Hotellerie, Gastronomie, Verkehrsangebot etc.) Messe- und Standort-Infrastruktur ist eine zentrale Voraussetzung für die Durchführung von Messen - aus der Sicht der Kunden allerdings auch eine Selbstverständlichkeit. Im für die Messe Schweiz diesbezüglich primär relevanten zentraleuropäischen Umfeld ist der Messe-Infrastruktur-Wettbewerb durch unterschiedliche Eigentumsstrukturen und zum Teil massive staatliche Beihilfen stark verzerrt, wobei das in der Regel staatlich mitfinanzierte „Infrastruktur-Wettrüsten" zu Überkapazitäten und entsprechenden Preiskämpfen führt. Hinzu kommt, dass Basel in Bezug auf die erforderliche Standort-Infrastruktur - insbesondere die Zahl der Hotelbetten und die zur Verfügung stehenden Parkräume - mit anderen grossen Messestandorten kaum mithalten kann.


Die Messe Schweiz kämpft deshalb im Infrastruktur- und Standortwettbewerb mit ungleich kürzeren Spiessen als ihre Mitbewerber. Zum einen sind auf Grund des überdurchschnittlich hohen Selbstfinanzierungsgrades der Messe Schweiz die Kosten für die Durchführung einer Eigenmesse in der eigenen Infrastruktur in Basel um einiges höher als wenn sie sich bei einem anderen Infrastrukturanbieter einmieten würde. Zum anderen müssen quantitative Nachteile in der externen Infrastruktur, die insbesondere bei den grossen internationalen Messen bestehen, durch andere Werte wettgemacht werden, nämlich insbesondere durch den hohen Stellenwert der Veranstaltungen sowie durch das Konzept der „Messe in der Stadt".


Trotz dieser eingeschränkten Wettbewerbsfähigkeit in Bezug auf die primäre und sekundäre Infrastruktur zeichnet sich die Messe Schweiz insgesamt durch eine sehr erfolgreiche Behauptung im Markt aus. Zum einen ist dies auf ihre Kompetenz und Leistungsstärke in ihrem Kerngeschäft - der Veranstaltertätigkeit - zurückzuführen. Zum anderen ist es das Ergebnis verschiedener strategischer Massnahmen, die in den letzten Jahren umgesetzt oder eingeleitet worden sind, unter anderem der Bündelung der Kräfte im geographischen Heimmarkt durch den Zusammenschluss der Messe Basel und der Messe Zürich in der Messe Schweiz, der Einführung einer marktorientierten Organisationsstruktur sowie der gezielten Weiterentwicklung und Erweiterung der Geschäftstätigkeit.




1.4 Unternehmensziele und -strategie


Ziel der Messe Schweiz ist die langfristige, nachhaltige Sicherung des Unternehmenserfolgs. Sie will - ohne quantitative Erweiterung ihrer Infrastruktur-Kapazitäten - ihre Anteile im europäischen und weltweiten Messe- und Eventmarkt mittel- und langfristig steigern und eines der führenden internationalen „Live-Marketing-Unternehmen" werden.


Zur Erreichung dieses Zieles will die Messe Schweiz das Potenzial im Messemarkt gezielt ausschöpfen und ihr Eigenmessen-Portfolio weiter ausbauen. Zudem will sie ihre Geschäftstätigkeit im Bereich der Veranstaltungs-Services ausweiten. Neben der Stärkung des Unternehmens durch die Erschliessung zusätzlicher Märkte und Ertragsquellen dient der neue Geschäftszweig auch der Stärkung des Eigenmessen-Portfolios, wovon auch die beiden Messe-Standorte Basel und Zürich profitieren.


Im Kerngeschäft der Eigenmessen stehen die Sicherung der Leaderposition der Weltmessen BASELWORLD und Art Basel sowie die Weiterentwicklung des Portfolios im Mittelpunkt. Neben der laufenden Anpassung der Messekonzepte und der Entwicklung neuer Projekte werden für den weiteren Ausbau des Messeportfolios auch neue Wege beschritten, zum Beispiel durch strategische und operative Partnerschaften auf Produktebene. Ein Beispiel dafür ist die Beteiligung an den bisher unabhängigen Gastmessen von Reed Messen (Schweiz), womit die Messe deren Durchführung an den eigenen Standorten sichert. Grundsätzlich will die Messe Schweiz ihre Eigenmessen vor allem an ihren eigenen Messestandorten in Basel und Zürich durchführen. Daneben ist sie aber auch an anderen Standorten aktiv, wenn dies der weiteren Stärkung des Portfolios und damit des Unternehmens dient (Beispiele Art Basel Miami Beach und GiardinaKARLSRUHE).


Angesichts der bestehenden Überkapazitäten an Ausstellungsfläche in Europa und der geringen Wertschöpfung im Infrastruktur-Vermietungsgeschäft verzichtet die Messe Schweiz auf eine Erweiterung der Infrastruktur-Kapazitäten „auf Vorrat". Das Infrastruktur-Angebot soll vielmehr auf die quantitativen und qualitativen Anforderungen der Eigenmessen ausgerichtet sein, um deren Durchführung an den eigenen Standorten zu ermöglichen.


Indem möglichst viele Eigenmessen in den eigenen Messezentren durchgeführt werden und diese auf die Anforderungen den Eigenmessen ausgelegt sind, kann die Messe Schweiz ihre weitgehende Unabhängigkeit von Gastveranstaltern bewahren und muss nicht im allgemeinen „Infrastruktur-Wettrüsten" mitziehen.




1.5 Rolle der öffentlichen Hand


Die primäre Aufgabe der sich in der Messe Schweiz engagierenden öffentlich-rechtlichen Körperschaften ist die Wahrung der öffentlichen Interessen der Messe-Standorte. Das Hauptinteresse der Messe-Standorte liegt in der nachhaltigen Sicherung des volkswirtschaftlichen Nutzens, der mit den Aktivitäten in den Messe- und Kongresszentren verbunden ist. Auf Grund dieses volkswirtschaftlichen Nutzens sind die Standorte in erster Linie an einer möglichst grossen Auslastung der Messe- und Kongress-Infrastrukturen mit möglichst grossen und internationalen Veranstaltungen interessiert. Es ist deshalb auch in ihrem Interesse, dass eine geeignete Infrastruktur zur Verfügung steht, welche die Durchführung solcher Veranstaltung an den Standorten ermöglicht.


Da die grössten Messen in Basel Eigenmessen der Messe Schweiz sind, und da die meisten Eigenveranstaltungen der Messe Schweiz in Basel durchgeführt werden, hat der Standort Basel auch ein grosses Interesse an der Stärkung des Eigenmessen-Portfolios. Dadurch ist der Standort weniger abhängig von Gastveranstaltern. Neben einer wesentlich grösseren Wertschöpfung für das Unternehmen bedeutet dies, dass der Messe-Standort weniger dem (internationalen) „Infrastruktur-Wettbewerb" ausgesetzt ist.


Auch standortunabhängige Geschäftstätigkeiten können durchaus im Interesse der Standorte sein. Ein Beispiel dafür ist die Art Basel Miami Beach, die zur Stärkung der führenden Position der Messe Schweiz im Kunstmessen-Markt und damit zur Sicherung des Stellenwerts der internationalen Leadermesse in Basel dient. Gleichzeitig bietet die Art Basel Miami Beach jedes Jahr auch eine höchst attraktive Plattform, auf der Stadt und Region Basel gegenüber wichtigen Zielgruppen (Unternehmen, Touristen/Touristinnen) vermarktet werden können. Ein anderes Beispiel ist die Diversifikation in die Bereiche der Veranstaltungsservices, die ebenfalls zur Stärkung der Eigenmessen und damit auch der Standorte beiträgt.


Die Unternehmensstrategie der Messe Schweiz deckt sich weitgehend mit den Interessen des Standortes Basel. Dies gilt insbesondere für die weitere Stärkung des Eigenmesseportfolios, die prioritäre Durchführung der Eigenmessen an den eigenen Standorten (primär Basel) und die Ausrichtung des Infrastrukturangebots auf diese Messen.


Unternehmensstrategie und das Projekt „Messezentrum Basel 2012" sind ein klares Bekenntnis der Messe Schweiz zum Standort Basel. Es wäre allerdings verfehlt, ihr allein die Wahrung der Standort-Interessen aufzuerlegen, ohne dass auch die öffentliche Hand eine engagierte Rolle übernehmen würde.


Dies hat die öffentliche Hand in der langen Geschichte des Messewesen in Basel auch immer getan. Das untrennbare Beziehungsgeflecht zwischen der Öffentlichkeit und der Messe und das verlässliche Einlösen der wechselseitigen Verpflichtungen war und ist einer der Erfolgsfaktoren in der Erreichung des gemeinsamen Ziels, Basel als international bedeutenden Messe- und Kongressstandort zu etablieren und weiter zu stärken.


Neben der grundsätzlichen Unterstützung, welche die Öffentlichkeit „ihrer" Messe entgegenbringt, manifestiert sich das Engagement der Öffentlichen Hand insbesondere auf zwei Ebenen: erstens in der Beteiligung der öffentlich-rechtlichen Körperschaften als Hauptaktionäre am Unternehmen, wofür diesen im Gegenzug die exklusiven Rechte einer Kapitalbeteiligung mit Stimmrecht über 5 % sowie einer entsprechenden Vertretung im Verwaltungsrat zugestanden werden (vgl. Kap. 3.1); zweitens durch Investitionsbeihilfen bei grossen baulichen Investitionen, die von der Messe allein nicht getragen werden können, jedoch zur Erhaltung des Messe- und Kongressbetriebs und damit zur Sicherung des volkswirtschaftlichen Nutzens notwendig sind.


Die Infrastrukturaufwendungen der Messe Schweiz selber sind weit grösser als die entsprechende Unterstützung der Öffentlichen Hand - und auch viel grösser als die vergleichbaren Aufwendungen der meisten Konkurrenzunternehmen. Tatsächlich zeichnet sich die Messe Schweiz im Vergleich zum Grossteil ihrer Mitbewerber nicht nur durch ihre positiven Ergebnisse aus, sondern auch durch einen hohen Selbstfinanzierungsgrad bei den Investitionen und Infrastrukturkosten, bzw. durch geringe staatliche finanzielle Unterstützung.


In Genf und Bern zum Beispiel tragen die Betriebsgesellschaften nur etwa 50 bis 60 % der Infrastrukturkosten, da diese Gesellschaften von Vergünstigungen der Mietansätze der Infrastruktur-Besitzergesellschaften profitieren. In Deutschland sind die gänzlich neuen Messegelände in München (1998 eröffnet, 180'000 m 2 Bruttoausstellungsfläche, Gesamtinvestitionen von CHF 3'000 Mio.) und Stuttgart (Fertigstellung 2007, 100'000 m 2 Bruttoausstellungsfläche, Gesamtinvestitionen von CHF 1'500 Mio.) de fakto praktisch zu 100% durch die öffentliche Hand finanziert worden.


Das Engagement der öffentlich-rechtlichen Körperschaften steht in keinem Widerspruch dazu, dass die Mehrheit der heutigen MCH Messe Schweiz (Holding) AG bei privaten Aktionären/innen liegt und dass die Gesellschaft börsenkotiert ist. Auch haben die Umwandlung der einstigen Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft gemäss Art. 762 OR im Jahr 2000 sowie der Börsengang der Messe Schweiz im Sommer 2001 an der besonderen, in den Statuten festgehaltenen Stellung der öffentlich-rechtlichen Körperschaften im Grundsatz nichts geändert.


Das Engagement steht auch nicht im Widerspruch zur erweiterten Geschäftstätigkeit der Unternehmensgruppe im Bereich der Veranstaltertätigkeit an anderen Standorten sowie der standortunabhängigen Veranstaltungs-Services, da diese Aktivitäten - im Unterschied zum reinen Infrastrukturbetrieb - positive Beiträge zur Ertragsstärke des Unternehmens leisten, was auch der weiteren Entwicklung des Kerngeschäfts an den eigenen Standorten zugute kommt.


Obwohl die privatwirtschaftliche - das heisst erfolgs- und gewinnorientierte - Ausrichtung und die Börsenkotierung der Messe Schweiz in Bezug auf die Rolle und die Stellung der Öffentlichen Hand innerhalb des Unternehmens keinen Einfluss haben, sind sie auf Grund der grossen Vorteile, die sie dem Unternehmen sowie der Öffentlichen Hand bringen, durchaus bedeutsam.


Die Ausrichtung und Führung der Messe Schweiz nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen ist eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Behauptung im (internationalen) Messewettbewerb. Und die Börsenkotierung vereinfacht nicht nur die Eigenkapitalbeschaffung, sondern fördert auch die Qualität in der Führung und Kontrolle des Unternehmens, die Transparenz in seiner Positionierung und Darstellung sowie seine Marktpräsenz und Medienaufmerksamkeit.


Auf Grund des - zumindest zu einem grossen Teil - auf dieser privatwirtschaftlichen Ausrichtung gründenden Unternehmenserfolgs der Messe Schweiz ist die notwendige finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand zur Sicherung der Standort-Interessen im Vergleich zu anderen Standorten relativ gering. Dazu trägt auch die Erweiterung der Unternehmensgruppe durch die profitablen Tochterunternehmen bei.


Im Weiteren partizipieren die öffentlich-rechtlichen Körperschaften als Hauptaktionäre anteilsmässig direkt am Unternehmenserfolg, einerseits durch die Auszahlung einer angemessen Dividende, anderseits aber auch durch die Erhöhung des Kapitalwerts. Durch die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft und den Anstieg des Aktienkurses hat sich der Wert der ursprünglichen Kapitalbeteiligung mittlerweile rund verachtfacht.


Zwar profitieren auch die privaten Aktionäre vom Engagement der Öffentlichen Hand, insbesondere bei Investitionsbeihilfen an die Modernisierung der Infrastruktur. Jedoch leisten auch die privaten Investoren, die grundsätzlich wenig Interesse an den Investitionen in die an sich unrentable Infrastruktur und auch keinen direkten Nutzen von den volkswirtschaftlichen Effekte haben, ihren Beitrag an die standortgebundene Infrastruktur, da die grossen Investitionen der Messe Schweiz über Jahre hinweg das Ergebnis belasten werden. Zudem muss festgehalten werden, dass die besondere Stellung der öffentlich-rechtlichen Körperschaften (exklusives Recht, Stimmenanteile über 5 % zu halten, festgeschriebene Vertretung im Verwaltungsrat, Sperrminorität) den privaten Investoren nicht unbedingt zum Vorteil gereicht.



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