Vorlage an den Landrat


3. Prüfung der Umsiedlung der Amphibien

Für die Erstellung einer Expertise wurde die Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (KARCH) beauftragt. Der Experte, Herr Dr. Benedikt R. Schmidt, kommt in seinem Bericht vom 14. März 2005, Seiten 7-13 zu folgenden Schlussfolgerungen:




3.1. Die heutige Situation für die Kreuzkröte


"Die Kreuzkröte (Bufo calamita) ist eine im Kanton Basel-Landschaft seltene Art. Sie kommt an drei Stellen im Laufental, an je einer Stelle in Allschwil, in Oberwil und in der Muttenzer und Pratteler Rheinebene vor.


Heute kommt die Kreuzkröte in der Rheinebene noch an wenigen Standorten vor, funktioniert hier noch als Metapopulation, d. h. die Art bildet ein Netz von kleinen und grossen, produktiven Standorten. Von zentraler Bedeutung ist die "Zurlindengrube". Ohne dieses Vermehrungs- und Ausbreitungszentrum werden sich die "Satellitenpopulationen", etwa in der Schweizerhalle, kaum halten können. Manche Satellitenpopulationen sind bereits verloren gegangen, etwa im Gebiet Grüssen in Pratteln (wegen Überbauung IKEA, Möbel Pfister, Conforama, etc.). Hier sei darauf hingewiesen, dass es sich bei allen Laichgewässern der Kreuzkröte nach NHG um schützenswerte Objekte handelt, die zu erhalten oder zu ersetzen sind."


3.1.1. Grundsätzliche Machbarkeit einer Umsiedlung


"Neuansiedlungen und Umsiedlungen sind grundsätzlich möglich. Es ist aber zu beachten, dass eine entsprechend dimensionierte Fläche als neuer Lebensraum so wie deren optimale Gestaltung als Voraussetzung erfüllt sind. Eine Erfolgsgarantie gibt es für keine Umsiedlungsprojekte. Heute schlagen immer noch 50% der Ansiedlungsversuche aus unbekannten Gründen fehl.


Es ist davon auszugehen, dass eine Aufwertung eines Gebietes in einem Raum, in welchem die Kreuzkröte bereits vorkommt, deutlich bessere Erfolgsaussichten für den Aufbau einer Population hat. Folgende Bedingungen sind zu beachten:




3.2. Vorgehensweise bei einer Umsiedlung


Eine Umsiedlung muss erfolgreich abgeschlossen sein, ehe der Lebensraum in der "Zurlindengrube" vernichtet wird. Die Umsiedlung der Kreuzkröte geschieht, indem während fünf Jahren Laich in das betreffende Gebiet gebracht wird, d.h. es muss während fünf Jahren ein Parallelbetrieb gewährleistet sein. Die Umsiedlung anderer Arten erfolgt ebenfalls durch das Umsetzen von Laich (Froschlurche) oder aber Larven (Molche). Es ist ausserdem auf eine maximale genetische Diversität zu achten."



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