Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Verpflichtungskredit für die Verlegung der Amphibien aus der "Zurlindengrube", Gemeinde Pratteln (Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung) ins Gebiet "Klingenthal", Gemeinde Muttenz zwecks Aufwertung des Gebietes "Zurlindengrube" als Industriebauland | |
| vom: | 23. Januar 2007 | |
| Nr.: | 2007-017 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
3. Prüfung der Umsiedlung der Amphibien
Für die Erstellung einer Expertise wurde die Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (KARCH) beauftragt. Der Experte, Herr Dr. Benedikt R. Schmidt, kommt in seinem Bericht vom 14. März 2005, Seiten 7-13 zu folgenden Schlussfolgerungen:
3.1. Die heutige Situation für die Kreuzkröte
"Die Kreuzkröte (Bufo calamita) ist eine im Kanton Basel-Landschaft seltene Art. Sie kommt an drei Stellen im Laufental, an je einer Stelle in Allschwil, in Oberwil und in der Muttenzer und Pratteler Rheinebene vor.
Heute kommt die Kreuzkröte in der Rheinebene noch an wenigen Standorten vor, funktioniert hier noch als Metapopulation, d. h. die Art bildet ein Netz von kleinen und grossen, produktiven Standorten. Von zentraler Bedeutung ist die "Zurlindengrube". Ohne dieses Vermehrungs- und Ausbreitungszentrum werden sich die "Satellitenpopulationen", etwa in der Schweizerhalle, kaum halten können. Manche Satellitenpopulationen sind bereits verloren gegangen, etwa im Gebiet Grüssen in Pratteln (wegen Überbauung IKEA, Möbel Pfister, Conforama, etc.). Hier sei darauf hingewiesen, dass es sich bei allen Laichgewässern der Kreuzkröte nach NHG um schützenswerte Objekte handelt, die zu erhalten oder zu ersetzen sind."
3.1.1. Grundsätzliche Machbarkeit einer Umsiedlung
"Neuansiedlungen und Umsiedlungen sind grundsätzlich möglich. Es ist aber zu beachten, dass eine entsprechend dimensionierte Fläche als neuer Lebensraum so wie deren optimale Gestaltung als Voraussetzung erfüllt sind. Eine Erfolgsgarantie gibt es für keine Umsiedlungsprojekte. Heute schlagen immer noch 50% der Ansiedlungsversuche aus unbekannten Gründen fehl.
Es ist davon auszugehen, dass eine Aufwertung eines Gebietes in einem Raum, in welchem die Kreuzkröte bereits vorkommt, deutlich bessere Erfolgsaussichten für den Aufbau einer Population hat. Folgende Bedingungen sind zu beachten:
| - | Eine lebensfähige Population der Kreuzkröte sollte einen Rufchor von mindestens 40 Männchen bilden können. |
| - | Eine Population dieser Grösse braucht bei einer Dichte von 10-15 Tieren pro ha 10-16 ha Lebensraum. |
| - | Die wichtigste Voraussetzung für eine langfristig erfolgreiche Umsiedlung ist, dass der neue Standort eine ausreichende Grösse hat. Dieser ist ausreichend, wenn er Platz bietet für eine lebensfähige Population. |
| - | Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsiedlung ist ein ausreichendes Angebot an Laichgewässern, Jagdgebieten und Winterquartieren. |
| - | Es muss verhindert werden, dass Tiere auf die Autobahn gelangen." |
3.2. Vorgehensweise bei einer Umsiedlung
Eine Umsiedlung muss erfolgreich abgeschlossen sein, ehe der Lebensraum in der "Zurlindengrube" vernichtet wird. Die Umsiedlung der Kreuzkröte geschieht, indem während fünf Jahren Laich in das betreffende Gebiet gebracht wird, d.h. es muss während fünf Jahren ein Parallelbetrieb gewährleistet sein. Die Umsiedlung anderer Arten erfolgt ebenfalls durch das Umsetzen von Laich (Froschlurche) oder aber Larven (Molche). Es ist ausserdem auf eine maximale genetische Diversität zu achten."
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