Vorlage an den Landrat


1. Zusammenfassung

Ziel dieser Landratsvorlage ist das Lösen des Nutzungskonfliktes zwischen der bestehenden Industriezone und dem Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung in der "Zurlindengrube" in der Rheinebene in der Gemeinde Pratteln. Auftrag dazu hat der Landrat mit der Genehmigung des Regionalplans Siedlung am 25. Januar 2001 erteilt. Der erarbeitete Lösungsansatz ist die Umsiedlung des Amphibienlaichgebietes.


Eine Umsiedlung der Amphibien in ein anderes geeignetes Gebiet bedeutet im Ergebnis, dass der Kanton Basel-Landschaft im Gebiet Pratteln Nord wieder über sein Industrieland an hervorragender Lage verfügen kann, die Werthaltigkeit als Bauland wieder herbeigeführt wird und das Land in der Planung Salina-Raurica als Wirtschaftsstandort berücksichtigt werden kann. Die Umsiedlung der Amphibien ist aus Sicht der Fachexperten eine mögliche Lösung und für den Kanton Basel-Landschaft finanziell sehr lukrativ.


Diese Landratsvorlage wurde bereits als Vorlage 2005 / 325 am 6. Februar 2006 in der Umweltschutz- und Energiekommission (UEK) des Landrats behandelt. Gemäss ihres Berichts vom 13. Februar 2006 hält die UEK fest: "Die UEK kann die Anstrengungen der Regierung, den Lebensraum der Amphibien aus der "Zurlindengrube" zu verlegen, um wertvolles Industrieland zu gewinnen, grundsätzlich unterstützen. Sie anerkennt, dass diese Verlegung eine wichtige Voraussetzung für die Realisierung des Grossprojektes Salina-Raurica ist. … Die vorgeschlagene Lösung, die Amphibien ins Gebiet "Löli" zu verlegen, ist teuer, da die baulichen Massnahmen im Grundwasserschutzgebiet aufwändig sind. Die Kommission bemängelt, dass sich in der Vorlage keine Vorschläge für alternative, günstigere Standorte finden." Die Vorlage wurde an die Regierung zurückgewiesen mit dem Auftrag, eine neue Vorlage mit ergänzenden Informationen auszuarbeiten.


Diese ergänzte Vorlage berücksichtigt nun die Anträge der UEK gemäss Bericht vom 13. Februar 2006. Fünf Standortalternativen wurden untersucht. Für die beiden zunächst favorisierten Standorte "Wirtslöli / Im Oos" und "Lachmatt" wurden Machbarkeitsstudien erstellt. Der Vergleich der beiden geeigneten Standorte ergab, dass aus Sicht des Naturschutzes die "Lachmatt" vorzuziehen ist. Die Verlegung der "Zurlindengrube" ist aus praktischen Gründen weder in das Gebiet "Wirtslöli / Im Oos" (Trinkwassergewinnung und mögliche Kontamination) noch in das Gebiet "Lachmatt" (andere Interessen der Gemeinde) möglich. Daher wird eine etappierte Lösung für das Gebiet "Klingenthal" mit einer Vernetzung in die "Lachmatt" entwickelt. Aus ökologischer Sicht ist diese "Klingenthal-Variante" optimal, weil es sich um eine bestehende Kiesgrube handelt, die den Aufbau einer Kreuzkröten-Metapopulation ermöglicht (= Kernpopulation mit miteinander vernetzten Teilpopulationen), was die langfristige Überlebenswahrscheinlichkeit dieser Art stark erhöht.


Die Vorlage empfiehlt dem Landrat eine Verlegung des Amphibienlaichgebiets von der "Zurlindengrube" in das Gebiet "Klingenthal". Die Baumassnahmen für die Umsiedlung betragen brutto 2'571'640 CHF; für einmalige Abgeltungen müssen 120'000 CHF veranschlagt werden und für die Pflegemassnahmen muss das bestehende Konto um 135'000 CHF aufgestockt werden. Aufgrund der laufenden Entwicklung am Standort "Klingenthal" bestehen zeitliche und technische Risiken. Unter Umständen muss eine Aufstockung des Kredits für die Umsiedlung des Amphibienlaichgebiets "Zurlinden" beantragt werden



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