Vorlage an den Landrat


8. Standortmarketing

Die Fussball-Europameisterschaft gilt als der drittgrösste Sportanlass der Welt. Sie bedeutet für die Schweiz und die Host Cities nicht nur die Gewährleistung einer reibungslosen und sicheren Durchführung der Grossveranstaltung zusammen mit Österreich, sondern auch eine hervorragende Plattform und grosse Chance für das Standortmarketing und die Landeswerbung. Um für die Schweiz einen grösstmöglichen "Return on investment" aus dem Anlass zu erzielen, will der Bund gemeinsam mit Kantonen und Austragungsorten die Chance EURO 2008 massgeblich dazu nutzen, die Schweiz international als modernes, leistungsfähiges, innovatives und offenes Land mit hoher Authentizität zu präsentieren. Zudem hat sich der Bund wie auch die Host Cities zum Ziel gesetzt, ein Fussballfest durchzuführen, mit dem sich unsere Bevölkerung identifizieren und an dem sie aktiv partizipieren kann.


Der Region Basel bietet die weltweite Medienpräsenz, unter anderem mit schätzungsweise acht Milliarden TV-Einschaltungen während des Turniers, eine einmalige Plattform, um international auf sich aufmerksam zu machen. Zudem ist Basel mit dem Eröffnungsspiel, sämtlichen Gruppenspielen der Schweizer Nationalmannschaft sowie zwei Viertel- und einem Halbfinale der Hauptaustragungsort in der Schweiz und es werden sich mehrere Hunderttausend auswärtige Besucherinnen und Besucher in der Region aufhalten und ihre Eindrücke mit nach Hause nehmen. Die Region Basel muss sich mit ihrer Bevölkerung als gute Organisatorin und würdige Gastgeberin dieses einmaligen Grossereignisses präsentieren. Die Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland hat eindrücklich gezeigt, welche positiven Imageeffekte von einer begeisterten und gastfreundlichen Bevölkerung ausgehen.




8.1 Organisation und Zuständigkeit


Positive Wirkungen für Image, Standort, Tourismus etc. treten nur dann ein, wenn die Kommunikationsmassnahmen im Bereich der Standort- und Landeswerbung gezielt verstärkt werden. Die EURO 2008 wird deshalb seitens Bund für die Werbung für die Schweiz genutzt. Im Sinne einer koordinierten Landeswerbung soll die Schweiz als modernes, leistungsfähiges, innovatives und offenes Land mit einer einzigartigen Natur sowie günstigen Rahmenbedingungen für Institutionen und Unternehmen dargestellt werden. Ziel des Bundes ist es, den Brückenschlag zwischen der modernen und der ursprünglichen Schweiz zu kommunizieren. Die Schweiz soll damit nicht nur als Austragungsland der UEFA EURO 2008 in Erinnerung bleiben, sondern sich vielmehr als einzigartiger Wirtschafts-, Forschungs-, Tourismus- und Lebensstandort positionieren können. Im Rahmen des Teilprojektes "Standortmarketing und Landeswerbung" des Bundes soll zusätzlich zum reinen Destinationsmarketing eine umfassende Kommunikationskampagne für die Schweiz entwickelt werden, die sich in erster Linie ans Ausland oder an die ausländischen Besucherinnen und Besucher in der Schweiz vor, während und nach den Spielen richtet. Für die Realisierung hat der Bund ein Mandat an Schweiz Tourismus erteilt. Damit können u.a. dessen Know-how, die bereits vorhandene enge Zusammenarbeit mit den Kantonen und Austragungsorten sowie die etablierten Strukturen und Kanäle genutzt werden, ohne dass Parallelstrukturen geschaffen werden müssen. Die Massnahmen sind auf die Kommunikation der Schweiz als Ganzes ausgerichtet, werden aber in einer Arbeitsgruppe mit den Standortmarketing- und Tourismusverantwortlichen der Host Cities koordiniert.


Im Bereich der Rahmenveranstaltungen setzt der Bund im Rahmen des Teilprojekts „Projekte und Massnahmen Schweiz" die Schwerpunkte auf die Begeisterung und Vorfreude in der breiten Bevölkerung, die Bewegungs- und Sportförderung (Jugend- und Breiten- und Spitzensport) sowie eine optimale Fanbetreuung während der EURO 2008 und plant dazu verschiedene Projekte.


Der Fachbereich Standortmarketing der Host City Basel umfasst die Dachkommunikation im Sinne der Imagewerbung und des gesamten Erscheinungsbildes, die Koordination der verschiedenen Akteure im Bereich Standortmarketing (Einbindung von Branchen und Unternehmen), die Medienbetreuung, die Eventplanung und Organisation sowie den gesamten Bereich Tourismus mit den Teilbereichen Informationsmanagement, Destinationswerbung und Gästemanagement (Hosting). Für die Konzeption und Umsetzung zeichnen das Stadtmarketing Basel, die Wirtschaftskammer Baselland sowie die Tourismusorganisationen beider Kantone verantwortlich. Die beiden Regierungen haben für den Fachbereich Standortmarketing eine Co-Leitung eingesetzt, welche durch das Stadtmarketing Basel und Wirtschaftskammer BL wahrgenommen wird. Anders als in den übrigen Fachbereichen sind die Regierungen der Ansicht, dass im Bereich der Rahmenprogramme eine Realteilung der Mittel und Zuständigkeiten sinnvoll ist, um der unterschiedlichen Ausgangslage beider Kantone Rechnung tragen zu können. Durch die Realteilung wird bewirkt, dass die Ausgestaltung der Fan-Feste und der Public Viewing Plattformen den jeweiligen spezifischen Bedürnissen angepasst werden können. Für die Realisierung und das Management der Rahmenveranstaltungen im Kanton Basel-Landschaft ist der eigens dafür gegründete Verein "Baselland Promotion Euro 2008" zuständig. Gleichzeitig ist aber sichergestellt, dass sämtliche Veranstaltungen unter einem gemeinsamen Kampagnendach zusammengefasst und abgestimmt sind, was insbesondere in der Kommunikation erhebliche Kosten spart. Die Planung und Realisierung aller Kommunikations-, Sensibilisierung- und Werbemassnahmen wird von der Co-Leitung gemeinsam bestritten.


Die beiden Tourismusorganisationen Baselland Tourismus und Basel Tourismus sind mit der Umsetzung des Bereichs Tourismus betraut. Die Federführung liegt bei Basel Tourismus. Gemäss bestehendem Leistungsauftrag der beiden Regierungen an die jeweiligen professionellen Tourismusorganisationen gilt es, eine nachhaltige und wertschöpfungsstarke Tourismusförderung zu betreiben. Sowohl die Steigerung des Bekanntheitsgrades als auch die Pflege eines qualitativ hoch stehenden Tourismus sind hierbei zentrale Faktoren. Die beiden Organisationen sind überzeugt, dass die EURO 2008 eine ideale regionale und nationale Plattform und eine grosse Chance zur Erreichung gemeinsamer Tourismusziele ist. Sie sind entsprechend bereit, diese grosse Herausforderung professionell anzugehen und zu realisieren. Durch die optimale Integration bestehender Organisations- und Dienstleistungsstrukturen kann durch eine frühzeitige Planung ein optimaler Mitteleinsatz angestrebt werden. Die für die EURO 2008 erforderlichen Zusatzleistungen werden in einem Zusatz zum bestehenden Leistungsauftrag definiert und verbindlich zwischen dem Lenkungsausschuss und Basel Tourismus vereinbart.




8.2 Strategie


Das Konzept für das Standortmarketing der Host City Basel fusst auf folgender Vision:


Die Region Basel präsentiert sich im Rahmen des drittgrössten Sportevents weltweit professionell, offen, kultiviert und erfolgreich und präsentiert einem internationalen Publikum aus aller Welt ein grosses Fussballfest, das den Standort Basel über das Turnier hinaus bekannter macht und eine hohe Wertschöpfung generiert. Die Region Basel wird dabei bei einem internationalen Branchen übergreifenden Publikum als dynamischer Wirtschaftsstandort, als weltoffene, europäische Kulturmetropole, als attraktive Reisedestination und als Lebens-, Ausbildungs- und Wohnort mit hoher Lebensqualität wahrgenommen. Akteure in verschiedenen Branchen entwickeln im Hinblick auf die EURO 2008 Aktivitäten, mit dem Ziel, eine möglichst grosse Wirkung nach Aussen zu erreichen und einen möglichst grossen volkswirtschaftlichen Nutzen zu generieren.


Die Vision macht deutlich, dass sich die Regierungen beider Kantone einer offensiven Strategie folgen, die Chancen der EURO 2008 optimal nutzen wollen und bereit sind, für Imagewerbung, Standortpromotion und Rahmenveranstaltungen Investitionen zu tätigen.


Neben den oben genannten Organisationen sollen auch der Wirtschaftsstandort, namentlich die internationalen Unternehmen der Pharmaindustrie, des Finanzplatzes Basel und weiterer Branchen sowie das regionale Gewerbe, der Detailhandel, der Wissensstandort, die Messe, die Kulturinstitutionen u.a. Branchen bzw. Zielgruppen für spezifische Aktivitäten akquiriert und motiviert werden. Im Sinne des Public Private Partnership sollen sie im Rahmen von noch zu definierenden Sponsoringvereinbarungen an den verschiedenen Kommunikationsmassnahmen partizipieren.


Die strategischen Schwerpunkte liegen weiter bei der Kommunikation (gegen innen und aussen), der Vorbereitung der Bevölkerung im Vorfeld sowie bei der Betreuung der auswärtigen Gäste und Fans. Die einheimische Bevölkerung soll auf das Grossereignis vorbereitet werden und zusammen mit den zahlreichen auswärtigen Besucherinnen und Besuchern ein einmaliges Fussballfest in einer attraktiv gestalteten, friedlichen und stimmungsvollen Atmosphäre erleben.




8.3 Ziele


Zur Umsetzung der obigen Strategie haben sich die Regierungen folgende Ziele gesetzt:




8.4 Massnahmen und Kosten


8.4.1 Kommunikation / PR


Auf der Basis eines visuellen Erscheinungsbildes wurde eine bikantonale Imagekampagne entwickelt, welche im Sinne einer Dachkommunikation einen vielfältigen Output generieren und zu einer markanten Bekanntheitssteigerung und einer positiven Imageveränderung beitragen soll. Die Kampagne soll von möglichst vielen Partnern (verschiedene Branchen, Zielmärkte und Akteure) im Sinne des Public Private Partnership mitgetragen und eingesetzt werden und sowohl gegen innen als auch gegen aussen wirken. Dabei gilt es vielfältige Bedürfnisse zweier Kantone im Dreiländereck zu berücksichtigen, welche verschiedene interne und externe Zielgruppen umfassen. Seit Januar 2006 treten die Kantone erstmals unter einem gemeinsamen Claim - „Basel. Mehr als 90 Minuten." - auf. Zudem wurde als wichtige Plattform im Rahmen der Kampagne unter www.euro08.basel.ch ein Internetauftritt realisiert, der für die Bevölkerung wie auch auswärtige Gäste Informationen rund um die Vorbereitungen und Aktivitäten der EURO 08 Basel bereit stellt.


Der internen Kommunikation im Sinne einer Sensibilisierung und Motivierung der Bevölkerung in der Region kommt eine grosse Bedeutung zu. Die Einwohnerinnen und Einwohner werden den Anlass aufgrund ihrer Grundhaltung gegenüber der EURO 2008 entscheidend prägen.


Der Aufwand für die verschiedenen Kommunikationsmassnahmen und -mittel (Kampagne, Internet, visuelle Gestaltung, Inserate, Druckerzeugnisse, Informationsmittel) beläuft sich auf CHF 1.5 Mio. Diese Summe ist als Nettobudgetbetrag zu verstehen. Für die Realisierung der notwendigen Kommunikationsmassnahmen besteht ein zusätzlicher Bedarf an Drittmitteln, um - gemäss Erfahrungen der WM'06 - die Basis-Kommunikationsmittel wie Info-Guide, Veranstaltungskalender sowie ansprechendes Medien, Bild- und Filmmaterial bereitstellen und in ausgewählten Zielmärkten mit Kampagne-Inseraten für die Region Basel werben zu können.




8.4.2 Rahmenprogramme und Projekte


Bei den Rahmenprogrammen und Projekten muss zwischen der Phase im Vorfeld der EURO 2008 und dem Zeitraum während des Turniers unterschieden werden. Im Vorfeld sollen ab dem Frühjahr 2007 regelmässig Veranstaltungen im kulturellen, sozialen und sportlichen Bereich stattfinden, welche auf die EURO 2008 in Basel hinweisen und die Vorfreude und die Begeisterung für den Anlass wecken. Darüber hinaus gilt es auch, den sportlichen Sog der EURO 2008 für eine gezielte Bewegungs- und Sportförderung zu nutzen. Dabei ist es wichtig, die Massnahmen und Projekte mit dem Bund und dem SFV, welche ebenfalls verschiedene Aktivitäten vorsehen, zu koordinieren. So plant beispielsweise der SFV im Rahmen seiner EURO 2008-Kampagne „Play Football, Switzerland!" Street Ball Turniere, ein Kids Festival, Aktionen in den Schulen, eine Roadshow oder etwa ein Projekt zur Förderung von Fussballtrainern. Und auch der Bund plant verschiedene Count-Down Anlässe, Charityprogramme sowie ein Eventprogramm, welches im Vorfeld zur EURO 2008 in der ganzen Schweiz stattfindet und während der Endrunde in den vier Host Cities endet.


Während der EURO 2008 werden in einer Art „Festival" verschiedene öffentliche Plätze in der Stadt Basel und in ausgewählten Baselbieter Gemeinden bespielt. Obwohl die Mittel und die Zuständigkeiten kantonal aufgeteilt sind, folgen die Event- und Rahmenprogramme einem Gesamtkonzept. Sie sollen zu einer friedlichen, kultivierten und stilvollen Atmosphäre beitragen. Während Basel als Zentrum und Standort der offiziellen UEFA-Fanzone(n) mehrheitlich auf die auswärtigen Besucherinnen und Besucher ausgerichtet ist, richten sich die Veranstaltungen in den Baselbieter Gemeinden hauptsächlich an die Bevölkerung der Region, sofern sie nicht mit Fanunterkünften kombiniert sind und dadurch auch auswärtige Fans beherbergen. Die Schauplätze werden für ein grosses Publikum konzipiert und umfassen in erster Linie Grossbildschirme für Public Viewing, kulturelle Programme, Konzerte sowie internationale und lokale kulinarische Angebote. Eine wichtige Rolle kommt den regionalen Kulturinstitutionen sowie der Gastronomie zu, welche feste Bestandteile des Gesamtangebotes bilden.


In der Stadt Basel ist ein Fan-Boulevard geplant, der sich vom Bahnhof SBB quer durch die Innenstadt zum Badischen Bahnhof erstreckt. Der Boulevard dient in erster Linie der Besucherführungsoll künstlerisch auf einem hohen Niveau ausgestaltet sein und auch für Nicht-Fussballbegeisterte vielfältige Orte zum Verweilen bieten. Die auswärtigen Gäste werden an den Bahnhöfen willkommen geheissen und auf dem Boulevard durch die Stadt und zu den attraktiven Schauplätzen und den Sehenswürdigkeiten geführt. Auf diese Weise profitieren auch der Detailhandel und die Gastronomie jenseits und zwischen den abgegrenzten Fanzonen von den Besucherinnen und Besuchern der EURO 2008.


Daneben wird es verschiedene Orte geben, an denen die Spiele öffentlich auf Grossleinwänden mitverfolgt werden können (Public Viewing). Die Erkenntnisse aus dem Testlauf auf dem Marktplatz während der WM 06 und die Erfahrungen der Austragungsstädte in Deutschland zeigen, dass in diesem Bereich eine grosszügige Planung erforderlich ist. Je nach Spielpaarung und Gastmannschaften ist mit 30'000 bis 50'000 Personen ohne Eintrittskarten zu rechnen, welche sich in der Stadt aufhalten werden und die Spiele auf Grossbildschirmen mitverfolgen möchten. In Basel besteht aber kein einzelner Platz mit solch grossen Kapazitäten. Die geplante Lösung sieht deshalb mehrere Plätze für „Public Viewing" vor.


Die Public Viewing-Plattformen im Kanton Basel-Landschaft sind noch nicht im Detail geplant. Sicher sollen sie aber in ihrer Ausgestaltung einzigartig und auf ihre Weise spektakulär sein, damit sie gegenüber den Angeboten in der Stadt bestehen können. Die Fan-Feste in den Baselbieter Gemeinden haben in erster Linie die regionale Bevölkerung zur Zielgruppe und setzen einen Schwerpunkt für Familien. Je nach Turnierverlauf und Wetterbedingungen kann an Spieltagen aber auch mit einem erheblichen „spill-over"-Effekt von ausländischen Besuchern gerechnet werden.


Nebst dem, dass sich die Region Basel mit ihrer Bevölkerung als gute und fröhliche Gastgeberin präsentieren kann und sich ein Besuch in der Region Basel während der EURO 2008 auch ohne Matchticket lohnen soll, erfüllen die Rahmenprogramme und Fanzonen auch eine wichtige Funktion in Bezug auf die Gewährleistung der Sicherheit. Die Anzahl und das Gewaltpotential der Fussballfans hängt massgeblich davon ab, welche Mannschaften in Basel spielen werden und kann somit von den Behörden nicht beeinflusst werden. Da sich die Fans ohne Eintrittskarten aber ohnehin in der Stadt aufhalten werden, ist es wichtig, sie so zu kanalisieren, dass sie unter Kontrolle gehalten werden können. Eine qualitativ hochstehende Betreuung und Beschäftigung der Fans dient zudem der Gewaltprävention, das breite Angebot reduziert die Gefahr von massiven Menschenansammlungen, und mit klar abgegrenzten „Public Viewing"-Zonen können kontrollierte Bedingungen für eine friedliches Fussballfest geschaffen werden.


Die Umsetzung der Rahmenveranstaltungen in der Stadt Basel und in den Gemeinden soll durch private Akteure erfolgen und möglichst vollständig mit privaten Mitteln finanziert werden. Sobald bekannt ist, inwieweit sich die Euro 2008 SA selbst engagiert und welche Spielräume für andere Partner bleiben, können Angebotspakete für Sponsoren ausgearbeitet werden. Die gesamte Organisation und Logistik der Rahmenveranstaltungen soll anschliessend an einen Generalunternehmer im Sinne eines Generallogistikers vergeben werden, welcher in Zusammenarbeit mit den Sponsoren und den beauftragten Eventagenturen, Vereinen, Gastronomieunternehmen und anderen Akteuren die Anlässe realisiert.


Für die Planung und Realisierung der Rahmenprogramme und Projekte im Vorfeld und während der EURO 2008 sind insgesamt Mittel in der Höhe von CHF 2.0 Mio. im Budget vorgesehen. Es handelt sich dabei um einen Nettobetrag, bei welchem der Beitrag von privaten Drittmitteln bereits berücksichtigt ist. Für die Schauplätze im Baselbiet werden CHF 440'000 eingesetzt, während CHF 1.2 Mio. auf die Aktivitäten in Basel-Stadt fallen. Diese Budgets werden wie erwähnt real auf die Kantone aufgeteilt und von diesen autonom verwaltet. Die übrigen CHF 360'000 sind für gemeinsame Veranstaltungen vorgesehen.


Selbstverständlich besteht das Ziel darin, die Kosten der Rahmenveranstaltungen so weit als möglich über Drittmittel zu finanzieren. Da dies zum heutigen Zeitpunkt jedoch noch nicht garantiert werden kann, soll mit dem Budget von CHF 2 Mio. eine allfällige Finanzierungslücke abgedeckt werden können.




8.4.3 Medienarbeit


Für das Turnier werden rund 2500 Medienleute aus aller Welt akkreditiert, davon alleine 800 schreibende Journalistinnen und Journalisten bei der Eröffnung in Basel. Hinzu kommen mehrere Hundert Journalisten, welche im Vorfeld der Finalrunde über den Anlass und die Vorbereitungen berichten. Der Medienarbeit kommt vor, während und nach der EURO grösste Bedeutung zu, zumal mit den Medienvertreterinnen und Medienvertretern wichtige Multiplikatoren angesprochen werden können. Die positive Medienwirkung war einer der Erfolgsfaktoren der WM 06 in Deutschland und war nicht zuletzt das Resultat einer umfassenden Betreuung und Information der anwesenden Medienleute, beispielsweise in eigens dafür eingerichteten Pressezentren. So ist vorgesehen, in Basel ein Medienzentrum für Journalistinnen und Journalisten (akkreditierte und nicht-akkreditierte) einzurichten und damit während der EURO 2008 eine permanente Anlaufstelle für Medienschaffende anbieten zu können.


Im Vorfeld der EURO 2008 gilt es attraktive Medienreisen zu planen und anzubieten. Dabei stehen verschiedenen Mediengruppen im Vordergrund:

Die Medienschaffenden sollen Zielgruppen gerecht durch die verschiedenen Standortmarketing-Akteure akquiriert und betreut werden. Durch dieses Vorgehen können möglichst viele Medienkontakte und -kanäle erschlossen werden.


Während des Turniers müssen die Medien umfassend mit Informationsmaterial dokumentiert und in einem Medienzentrum betreut werden, mit dem Ziel einer positiven Berichterstattung über die Region Basel.


Für die gesamten Massnahmen im Bereich der Medienarbeit sind Mittel in der Höhe von CHF 320'000 notwendig.




8.4.4 Touristische Destinationswerbung


Die EURO 2008 ist unbestritten der wichtigste Event der Region in den nächsten Jahren und wird eine weltweite Resonanz auslösen. Die beiden Tourismusorganisationen erachten es als ihre Hauptaufgabe, auch im Vorfeld des Anlasses bereits entstehende Synergien und Plattformen für die Region zu nutzen, um die Sogwirkung der EURO 2008 nachhaltig sicherzustellen. Ziel ist es, die Wirkung der EURO nicht auf den Juni 2008 zu beschränken, sondern die Chance wahrzunehmen und den Bekanntheitsgrad der Region rechtzeitig und nachhaltig zu steigern. Hierbei konzentriert sich die Kommunikation auf Imagewerte der Region, welche immer verfügbar sind und nicht im Zusammenhang mit der EURO 2008 stehen. Dazu braucht es nebst der bereits erwähnten Medienarbeit eine Sensibilisierung der Reisebranche und deren Multiplikatoren, Imagewerbung und Marketingplattformen.


Für das Massnahmenpaket, bestehend aus der Platzierung von PR-Artikeln und Publireportagen, Organisation von Medienreisen sowie der Nutzung und Schaffung von Plattformen und Events erfordert zusätzlich zu den im Rahmen des bestehenden Leistungsauftrags verfügbaren Ressourcen und Eigenbeiträgen der Tourismusorganisationen Mittel im Umfang von CHF 250'000.




8.4.5 Informationsmanagement


Während der EURO 2008 kann in der Region Basel mit rund 200'000 Tagesgästen und 110'000 zusätzlichen Logiernächten gerechnet werden. Die unterschiedlichsten Informationsbedürfnisse sämtlicher Zielgruppen müssen effizient abgedeckt und die Besucher unserer Region auf qualitativ hohem Niveau beraten werden können. Um die optimale Nutzung der geplanten Rahmenprogramme und Events zielgerichtet sicherstellen zu können ist eine Besucherlenkung essentiell. Die bestehenden Informationsstellen decken nur einen Teil dieses Informationsbedarfs ab. Auch im Bereich von gedruckten und elektronischen Informationsquellen sind zum momentanen Zeitpunkt noch keine umfangreichen Datenquellen vorhanden. Ein Fokus soll zudem auf den Einsatz von Freiwilligen (Volunteers) gelegt werden. Auch sie zählten zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren der WM 06 in Deutschland. Wie viele Volunteers von der Host City Basel rekrutiert und eingesetzt werden, steht zur Zeit noch nicht fest.


Für den Aufbau eines Volunteerprogramms, die Schaffung von zusätzlichen Informationsstellen, die Produktion von zusätzlichem Informationsmaterial, die Gewährleistung eines 24-Stunden-Informationsservices und die Betreuung der Gäste während ihres Aufenthalts sind Zusatzmittel in der Höhe von CHF 340'000 notwendig. Die Kosten für die Produktion eines umfassenden Fanguides sind im Budget für die allgemeinen Kommunikationsmittel unter 8.4.1 enthalten.




8.4.6 Gästemanagement (Hosting)


Die EURO 2008 wird wie erwähnt enorme Besucherfrequenzen auslösen, die in der Region Basel beherbergt werden müssen. Die beiden Tourismusorganisationen verfügen über die notwendige Infrastruktur im Bereich Hotelreservationsmanagement, um eine Basisdienstleistung sicherzustellen. Die Übernachtungskapazitäten in der Region Basel sind allerdings knapp und bestehende für die Region nachhaltig bedeutsame Anlässe wie die Art Basel dürfen durch die einmalig stattfindende EURO 2008 nicht gefährdet werden. Folglich müssen nebst einem effizienten Zimmermanagement zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden, was durch eine ganze Palette von koordinierten Massnahmen wie etwa der Förderung von privaten Unterkünften (B&B) und der Sicherstellung der Distribution des Angebotes von günstigen Fanunterkünften die von privater Seite finanziert werden (Fancamps, Zeltplätze etc.)


In Bezug auf die Qualität der Dienstleistungen an den Gästen kann wiederum die WM 06 als Massstab genommen werden. Ein wichtiger Erfolgsfaktor waren in Deutschland die über sämtliche Branchen koordinierten Massnahmen zur Kundenorientierung. Der Gast fühlte sich entsprechend dem Motto „die Welt zu Gast bei Freunden" aufgenommen und willkommen geheissen, sei es im Taxi, im öffentlichen Verkehrsmittel, im Hotel oder in anderen Dienstleistungsbetrieben. Um dies auch für de Host City Basel zu erreichen müssen auf der gesamten Dienstleistungskette gezielte Massnahmen zur Steigerung der Servicequalität umgesetzt werden. Es sollen Massnahmen realisiert werden, welche einen möglichst optimalen Besuch in Basel für unsere Gäste sicherstellen. Diese spezifischen Branchenmassnahmen sollen so implementiert werden, dass sie auch über die EURO 2008 hinaus einen nachhaltigen Effekt haben.


Das gesamte Massnahmenpakte im Bereich des Gästemanagements umfasst Aufwendungen in der Höhe von CHF 450'000.




8.5 Finanzierung und Beiträge Dritter


Der Bund stellt für seine Teilprojekte „Standortmarketing und Landeswerbung" und „Projekte und Massnahmen Schweiz" insgesamt CHF 15 Mio. zur Verfügung. Diese Mittel werden jedoch nicht direkt in den Host Cities eingesetzt, sondern hauptsächlich für die Werbung der Schweiz als Ganzes im Ausland und für vorbereitende Massnahmen in der übrigen Schweiz. Von diversen Massnahmen und Sachleistungen wir jedoch auch die Host City Basel profitieren können. Diese lassen sich jedoch heute noch nicht finanziell beziffern.


Für die Finanzierung von sozialen, kulturellen und sportlichen Programmen und gemeinnützigen Projekten vor und während der EURO 2008 haben die Regierungen beider Kantone beschlossen, Mittel aus den Lotteriefonds BS und Lotterie- bzw. Sportfonds BL im Umfang von insgesamt CHF 1.5 Mio. zur Verfügung zu stellen bzw. zu reservieren. Die Anteile BS/BL richten sich nach dem vereinbarten Kostenschlüssel für das gemeinsame Betriebsbudget. Die Lotteriefondsgelder werden dabei strikte Projekt bezogen und entsprechend den gesetzlichen Grundlagen eingesetzt.


Die Umsetzung der Imagekampagne folgt dem Prinzip des Public Private Partnership, wonach der Staat rund ein Viertel der Mittel im Sinne einer Anschubfinanzierung zur Verfügung stellt. Die von den Kantonen BS und BL im Rahmen des Gesamtkonzepts selbst realisierten Rahmenveranstaltungen werden so weit als möglich über Drittmittel finanziert. Daneben wird es aber auch rein private Veranstaltungen geben, zu denen die Kantone und Gemeinden lediglich die Bewilligungen zu erteilen haben.


Ein Teil der Massnahmen wird überdies durch die vorhandenen Institutionen im Rahmen ihrer bestehenden Leistungsaufträge geleistet. Das Stadtmarketing Basel setzt rund CHF 300'000 an Eigenmitteln für PR und Kommunikation ein. Die beiden Tourismusorganisationen BS und BL wenden für die Destinationswerbung, das Gäste- und das Informationsmanagement anlässlich der EURO 2008 Eigenmittel in der Höhe von rund CHF 360'000 auf.




8.6 Übersicht Budget Standortmarketing



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