Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Verpflichtungskredit für die Planung, Organisation und Durchführung der UEFA Fussball-Europameisterschaft 2008 in der Region Basel | |
| vom: | 9. Januar 2007 | |
| Nr.: | 2007-001 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
9. Nachhaltigkeit und Abfallmanagement
9.1 Organisation und Zuständigkeiten
Das Management der Umweltaspekte und der Abfallbewirtschaftung ist integriert in den übergeordneten Fachbereich ÖV/Umwelt unter der Leitung der BUD BL. Eine Arbeitsgruppe, in der die beiden kantonalen Ämter für Umwelt und Energie sowie die Stadtreinigung Basel-Stadt vertreten sind, ist daran, für die EURO 2008 ein Hygienekonzept, sowie ein Konzept für die Abfallbewirtschaftung und -vermeidung zu erarbeiten. Im Bereich der Nachhaltigkeit haben die Regierungen bereits 2005 eine „Vision Nachhaltige EURO 08" erarbeiten lassen und diese auch auf Ebene des Bundes eingebracht. Das Vorgehen des Bundes und der Fussballverbände in Bezug auf die ökologische Nachhaltigkeit ist noch nicht festgelegt, weshalb die Regierungen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft beschlossen haben, unabhängig von einer nationalen oder allenfalls internationalen Umsetzung eines Umweltkonzeptes, die regional sinnvollen Massnahmen zu ergreifen.
9.2 Strategie
Die globale Medienreichweite der EURO 08 soll genutzt werden für die Verbreitung globalisierungsfähiger Grossanlasskultur. Die Host City Basel möchte den Anlass nutzen, die eigenen Innovationskräfte punkto Nachhaltigkeit anzuregen. Der breitenwirksame Grossanlass soll deshalb auch als "Werbeplattform" für innovative Konzepte, Produkte, Technologien oder Planungs- und Steuerungsinstrumente zugunsten der nachhaltigen Entwicklung genutzt werden.
Die Sauberkeit ist ausserdem bei einem internationalen Grossanlass vom Format der EURO 2008 ein ausgesprochen wichtiger Faktor. Er beeinflusst nicht nur das subjektive Sicherheitsempfinden, sondern trägt - beispielsweise durch die Verhinderung von Scherbenteppichen - auch objektiv zur sicheren Abwicklung einer Veranstaltung bei. Zudem vermag ein sauberes Umfeld das Erscheinungsbild des Veranstaltungsortes massgeblich zu prägen. Während der Spiele werden Bilder aus den beiden Basler Kantonen über sämtliche europäischen TV-Kanäle verbreitet. Vor diesem Hintergrund passen Abfallberge im Stadion und dessen Umfeld sowie in den Fan-Zonen schlecht zum Image einer wirtschaftlich und kulturell hoch stehenden Region.
9.3 Ziele
Der Fachbereich verfolgt im Wesentlichen die folgenden Ziele:
| - | Die Umweltbelastung, die direkt von der EURO 08 ausgeht, ist möglichst gering oder wird sogar kompensiert. |
| - | Vom Grossanlass gehen langfristige Impulse aus, welche auch nach der EURO 2008 zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. |
| - | Die positiven ökologischen Leistungen der Host City Basel werden breitenwirksam kommuniziert. |
| - | Die Region Basel hinterlässt in Bezug auf die allgemeine Sauberkeit und Sicherheit einen guten Eindruck. |
| - | Bei allen Veranstaltungen im Rahmen der EURO 2008 werden (analog zum Programm "Green Goal" der WM 06 in Deutschland) Mehrwegsysteme zur Abfallverminderung eingesetzt. |
9.4 Massnahmen und Kosten
9.4.1 Einbezug von Expertenwissen und Expertenmethodik
Der Fachbereich ÖV/Umwelt hat eine "Vision Nachhaltige EURO 2008" entwickelt. Sie skizziert die obgenannte Ziele und zeigt auf, mit welchen Schritten sie erreicht werden sollen:
1. Relevanzanalyse,
2. Entwicklung von Optionen,
3. Evaluation der Optionen,
4. Umsetzung,
5. Kommunikation und Schulung,
6. Erfolgskontrolle und Empfehlungen für künftige Veranstaltungen.
Die Projektleitung beabsichtigt, für diese Arbeiten die Expertenmethode der Ökobilanz einzusetzen. Dabei werden die Umweltauswirkungen über den gesamten Lebensweg von Produkten/Dienstleistungen quantitativ bestimmt und in die Überlegungen einbezogen. Zudem sollen Expertinnen und Experten für Begleitung und Information der Akteure beigezogen werden, die über einen Erfolgsausweis beim Management von Grossanlässen mit vergleichbaren, zukunftsorientierten Zielsetzungen verfügen (Bsp. expo.02).
Von der Arbeitsgemeinschaft Carbotech AG (Ökobilanzmethodik), Hintermann&Weber (Leiter Umweltmanagement der expo.02) und der FHNW (Hochschule für Life Sciences) liegt eine Konzeptofferte vor. Für eine auf Basel fokussierte operative Umsetzung in den Jahren 2007, 2008 und 2009 (Schlussbilanz) liegt für die Expertenbegleitung eine Kostenschätzung über Brutto CHF 400'000 vor. Sollten sich der Bund und die übrigen Host Cities doch noch an der Umsetzung der Vision beteiligen, würden sich die Kosten für die Host City Basel auf CHF 186 000 reduzieren. Die bisherigen Erfahrungen in dieser Frage mit der Zusammenarbeit mit dem Bund veranlassen die Projektleitung, vorsichtigerweise das Szenario "Alleingang" zu budgetieren.
9.4.2 Weitere Massnahmen zur Umsetzung der ökologischen Ziele
Welche Umsetzungsmassnahmen realisiert werden, soll im oben beschriebenen Verfahren bestimmt werden. Geprüft werden
| - | Klimaneutralität (Minimierung der Treibhausgasemissionen und Kompensation der Restemissionen), |
| - | Umweltneutralität (Minimierung der Umweltauswirkungen und Kompensation der verbleibenden Umweltauswirkungen gemäss Ökobilanzierung), |
| - | Hohe ÖV-Anteile beim regionalen und internationalen Personenverkehr (das Kombiticket ist ein ausgezeichnetes Fundament für diese Massnahme), |
| - | Abfallreduktion durch Mehrwegsysteme beim Catering, |
| - | Precycling provisorischer Bauten, |
| - | Verwenden von Regio-Produkten (Lebensmittel), |
| - | Sozialverträgliche Beschaffung von Gütern aus Entwicklungsländern (Nahrungsmittel, Fan- und Sportartikel (Fair Trade, SA 8000), |
| - | Förderung von Sportprojekten in Entwicklungsländern. |
9.4.3 Reinigung
Damit die Hygiene während der EURO 2008 gewährleistet werden kann, sind verschiedene breit gefächerte Massnahmen wie z.B. zusätzliche WC-Anlagen, Containersysteme, Sprayout-Aktionen etc. notwendig. Die Detailangaben sind dem Hygienebericht zu entnehmen, der per 31. Dezember 2006 von der Stadtreinigung des Kantons Basel-Stadt erstellt wird.
Um während der Dauer des Turniers, vorwiegend an den sechs Spieltagen aber auch dazwischen, die Sauberkeit des öffentlichen Grunds auf einem hohen Niveau halten zu können, sind zusätzliche Reinigungsaufwendungen nötig. An den Spieltagen ist auf den wichtigsten Zufahrtsachsen zum Stadion wie auch auf dem gesamten Areal im St. Jakob auf Grund des grossen Zuschaueraufkommens mit erheblichen Abfallmengen zu rechnen. Nach den Spielen muss überdies der reguläre Verkehrsbetrieb möglichst bald wieder aufgenommen werden können. Die Polizei gibt den Verkehr jedoch nach einem Spiel erst wieder frei, wenn die Reinigung abgeschlossen ist. Hinzu kommen diverse Massnahmen, um während der EURO 2008 im Sinne einer guten "Visitenkarte" generell einen hohen Sauberkeitsstandard zu gewährleisten. Nebst einer intensivierten Geruchsbekämpfung sollen etwa die bestehenden Toilettenanlagen zusätzlich gereinigt und gewartet werden und je nach Witterung müssen Strassen zusätzlich geschwemmt werden, was zu einem gesteigerten Wasserverbrauch führt.
Auch im Public Viewing-Bereich ist während der gesamten Dauer der EURO 2008 (nicht nur bei den Spielen in Basel) mit einem massiven Abfallaufkommen zu rechnen. Durch eine konsequente Anwendung des Mehrwegsystems beim Catering (Stadion, Stadionumfeld sowie Fan-Zonen) und durch rigorose Eingangskontrollen (keine Glasflaschen) lassen sich die Abfallmengen auf ein Minimum reduzieren. Nach Erfahrungen an der WM 2006 lässt sich der Aufwand für die Reinigungskräfte nur durch dieses Massnahmenpaket auf ein zu bewältigendes Mass bringen. Ebenso bleiben dadurch die Mehrkosten für Reinigung und Entsorgung in einem übersichtlichen Rahmen.
Insgesamt erzeugen die Massnahmen zur Gewährleistung der Sauberkeit einen zusätzlichen Aufwand in der geschätzten Höhe von CHF 750'000. Darin nicht enthalten sind die Reinigungsaufwendungen innerhalb der abgeschlossenen Fanzonen und Rahmenveranstaltungen. Diese werden im Rahmen der Eventplanung und -finanzierung berücksichtigt. Ebenfalls nicht enthalten sind zusätzliche Sondermassnahmen für das Entfernen von Sprayereien und wilden Plakaten. Die Kosten für die Anschaffung von zusätzlichen mobilen WC-Anlagen seitens des Kantons Basel-Stadt sind unter 12.3 bei den Nachhaltigen Investitionen aufgeführt.
9.5 Finanzierung und Beiträge Dritter
Die Finanzierung der Expertenmethodik soll zur Hälfte über das Projektbudget der bikantonalen Projektorganisation BS und BL erfolgen. Die andere Hälfte soll über Kosteneinsparungen durch Umsetzungsmassnahmen und Beiträge von Dritten finanziert werden.
Die Finanzierung der Umsetzungsmassnahmen soll in der gleichen Weise durch Kosteneinsparungen durch die Umsetzung und Beiträgen von Dritten (Sponsoring) erfolgen. Gelingt es, den Anlass als klimaneutrale Veranstaltung zu positionieren, wird beispielsweise die finanzielle Beteiligung aus der Rückversicherungsbranche angestrebt.
9.6 Übersicht Budget Nachhaltigkeit und Abfallmanagement
| Kosten in Tsd. CHF | Reale Zusatzkosten/-erträge | Anteil BS |
Anteil BL |
Kommentar | ||
| 2007 | 2008 | Total | ||||
| Aufwand | ||||||
| Kategorie B (gemeinsam) | ||||||
| Expertenwissen und -methodik | 100 | 100 | 200 | 133 | 67 | Nettobetrag, Restbetrag über Drittmittel |
| Reinigung | 750 | 750 | 500 | 250 | ||
| Total Aufwand | 100 | 850 | 950 | 633 | 317 | |
| Ertrag Keine direkten Erträge aus den Massnahmen. |
||||||
| Nettoaufwand | 100 | 850 | 950 | 633 | 317 | |
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