Vorlage an den Landrat


5. Sicherheitsrelevante Sofortmassnahmen 1. Etappe (SM 1)

Die Teilobjekte der 1. Etappe betreffen Anlagen, die entweder in entscheidenden Teilen bereits defekt waren oder deren Ausfall durch Defekte unmittelbar zu erwarten war. Es handelt sich um Anlagen, deren Nicht- bzw. Fehlfunktion in kurzer Zeit zu betrieblichen Störungen bis hin zu lebensbedrohenden Situationen hätten führen können. Der Handlungsbedarf an solchen Anlagen war äusserst dringend. Planung und Ausführung wurden nach der Kreditfreigabe durch den Landrat umgehend eingeleitet, um so den Spitalbetrieb mit seinen Versorgungsanlagen uneingeschränkt, über das ganze Jahr, während 24 Stunden, gewährleisten zu können. Die Ausführung der meisten Teilobjekte erfolgte im Rahmen der Kosten- und Terminvorgaben. Der Gesamtkredit kann voraussichtlich unterschritten werden. Einzelne, durch Einsprachen, Abhängigkeiten und durch die hohe Komplexität verursachte Verschiebungen auf der Termin- und Kostenachse wurden im Rahmen des ordentlichen Projektcontrolling erkannt und genehmigt. Zum heutigen Zeitpunkt sind 80% der Teilobjekte fertig gestellt. In diesen Bereichen ist die Betriebssicherheit des Spitals langfristig wieder sichergestellt.




5.1. Statusbericht Realisierung 1. Etappe


1. Brandmeldeanlage
Die Brandmeldeanlage im gesamten Bettenhaus und den angegliederten Flachbauten wurde den gültigen Brandschutz-Vorschriften angepasst. Ausgehend vom bereits installierten System wurde die Brandmeldeanlage zur Früherkennung eines Brandfalles erweitert und zonengerecht aufgebaut. In dieser Etappe wurden die Massnahmen im ganzen Gebäude vom 4. UG bis ins 13. OG realisiert. Mit der erweiterten Brandmeldeanlage und der nachgerüsteten Notlichtanlage im Teilobjekt 2 ist der Personen- und Brandschutz im Gebäude gewährleistet. Dank einer optimalen Ausschreibung und Vergabe konnten die Kosten gegenüber dem Kostenvoranschlag reduziert werden.


2. Notlicht-Anlage
Die mit Notlicht- und Fluchtwegbeleuchtung bisher nicht oder ungenügend ausgerüsteten Flächen und Fluchtwege wurden entsprechend nachgerüstet. Die Notbeleuchtung im Fluchtwegbereich entspricht heute wieder den gesetzlichen Vorschriften.


3. Steuerung der Elektro-Hauptverteilung (HV-Steuerung)
Die Steuerung der gesamten Elektro-Hauptverteilung wurde ersetzt. Zusammen mit dem Teilobjekt 4 kann nun die zentrale Elektroverteilung sicher, zuverlässig und schnell gesteuert werden. Dies ist vor allem bei Ausfällen der externen Stromversorgung von grundlegender Bedeutung.


4. Steuerung Notstrom-Diesel
Die Steuerung des Notstrom-Dieselaggregates wurde komplett ersetzt und mit der für das bestehende Aggregat notwendigen Steuerlogik auf den neusten Stand der Sicherheit gebracht und in die HV-Steuerung integriert.


5. Alarmsystem für technische Störungen
Das bestehende Alarmsystem wurde durch ein neues System mit Alarmserver und Notalarmierung ersetzt. Angewendet wurde Email-Technologie zur möglichen Verwendung von SMS, Mail, Pager und Sprachmitteilungen. Damit ist eine effiziente, zielgerichtete und schnelle Alarm- und Störmeldung gewährleistet.


6. Blindstromkompensation
Die bestehende Blindstromkompensationsanlage wurde durch eine zentrale, der Hauptverteilung zugeteilte Blindstromkompensation sowie durch dezentrale, kleinere Einheiten ersetzt.


7. Potentialausgleich
Um den Schutz gegen Personen- und /oder Sachschäden zu erhöhen, wird in der Physio der Verteilschrank mit FI-Schutzschalter ausgerüstet. Die Anforderungen der Niederspannungsnormen werden eingehalten.


8. Wasseraufbereitung
Die Erneuerung der bestehenden, sehr störanfälligen Wasseraufbereitung ist erfolgt. Mit diesen Massnahmen sind die benötigte Wasserqualität und die Wasserzusammensetzung für den Spitalbetrieb wieder einwandfrei gewährleistet.


9. Wasserversorgung, zweite Netz-Einspeisung
Eine zweite, vom bestehenden Netz unabhängige Netzwasser-Einspeisung wurde ab dem IWB Netz ausgeführt. Beide Einspeisungen sind nun drucküberwacht und mit neuen automatischen Ventilen gesteuert. Mit der Realisierung der zweiten Netzeinspeisung ist die redundante Wasserversorgung des Spitals gesichert.


10. Nasslöschposten
Es wurden Anpassungen an den Nasslöschposten in Form von Schlauchauswechslungen, Lagenwechsel und Einbau von Abgangsstutzen für unterbruchsfreien Sprinkleranschluss ausgeführt. Mit diesen Massnahmen ist der einwandfreie Betrieb der Nasslöscheinrichtungen wieder gewährleistet.


11. Druckerhöhung Kaltwassernetz Druckzonen II und III
Die bestehenden, veralteten Druckerhöhungsanlagen wurden ersetzt. Für die Wasserverteilung im Spital, insbesondere im Bettenhochhaus ist mit dieser Massnahme eine sichere Wasserzufuhr zu allen Verbrauchern gewährleistet.


12. Brauch-Warmwasserverteilung (60°C) 3.UG
Die korrodierten Leitungen und Armaturen des Warmwasser-Verteilnetzes im 3. UG wurden ersetzt, die nicht mehr aktiven Leitungen Heisswasser und Desinfektion demontiert und durch neue Warmwasser-Verteilleitungen ersetzt. Die stillgelegten Warmwasserleitungen wurden demontiert. Mit dem Ersatz der Installationen konnte die Gefahr eines Rohrbruchs massiv reduziert werden.


13. Legionellen - Massnahmen
Auf Grund erster Messungen und Untersuchungen wurden als bauliche Massnahme die bereits zu früheren Zeitpunkten ausser Betrieb gesetzten Warmwasserspeicher demontiert. Im Weiteren wurden spitalbetriebliche Massnahmen für Betrieb und Unterhalt (z.B. Erhöhung der Betriebstemperatur, periodische Spülungen der Armaturen sowie zukünftig periodische Messungen der Legionellenwerte) der entsprechenden Leitungssysteme im Rahmen der vorgeschriebenen Legionellenwerte dem KSB abgegeben. Die nach Abschluss der baulichen Massnahmen durchgeführten Untersuchungen über die Legionellenwerte in den vier bestehenden Brauch-Warmwasser-Systemen zeigten keine alarmierenden und über den hygienischen Vorschriften liegenden Werte mehr auf.


14. Topfspülanlagen
Die bestehenden Topfspülanlagen wurden durch Geräte ersetzt, welche dem heutigen technischen und hygienischen Stand entsprechen. Gleichzeitig mussten als zusätzliche Massnahmen in den entsprechenden Steigzonen die defekten, korrodierten und verkalkten Leitungen und Armaturen erneuert werden.


15. Kälteerzeugung 1. Etappe
Mit dem Ersatz von 2 (der insgesamt 3) Kälteaggregaten gegen moderne Verdichtersysteme konnte die Betriebssicherheit der Kälteversorgung wieder hergestellt werden. Die gesamten Rückkühlleitungen und die Anbindung an die Wärmerückgewinnung wurden ebenso ersetzt wie die MSRL-Einrichtungen und Schaltschränke. Erschwerend bei den Ausführungsarbeiten war, dass die Kälteversorgung des Spitals kontinuierlich und unterbruchsfrei gewährleistet werden musste.


16. Kühlung Niederspannungs-Hauptverteilung (NS-HV)
Im Raum der NS-HV wurde eine Kühl- und Lüftungsanlage mit minimaler Frischluftversorgung installiert. Damit sind die raumklimatischen Bedingungen für die elektronischen Komponenten in diesem Raum erfüllt.


17. Kleintransportanlage KTA
Die Kleintransportanlage (KTA) ist seit 35 Jahren in Betrieb. Die Zuverlässigkeit der KTA wird immer kritischer. Nebst den umfangreichen, rein technischen Problemen stellt die KTA bezüglich Brandschutz (offene horizontale und vertikale Verbindungen über alle Geschosse) ein sehr hohes Risiko dar.
Die ursprünglich vorgesehene Teilsanierung mittels Ersatz des Lesersystems, wurde aus wirtschaftlichen und betrieblichen Gründen zurückgestellt. Diese Teilsanierung hätte dem ohnehin schlechten Gesamtzustand der Anlage zu wenig Rechnung getragen. Im August 2005 wurde eine umfassende Zustandsanalyse mit Massnahmenkatalog in Auftrag gegeben. Ein Variantenentscheid ist im Kontext des Standortentscheides KSB zu fällen; mit dem Neubau Bettenhaus und OP-Trakt ist ein übergeordnetes Logistikkonzept zu erarbeiten. Darauf basierend sind die Massnahmen für die bestehende KTA zu definieren. Zwischenzeitlich soll die bestehende Anlage mit einem vernünftigen Aufwand (intensive Wartung, Notreparaturen etc.) ohne Sanierung quasi am Leben erhalten werden. Sollte die Anlage total ausfallen, wird basierend auf dem vorliegenden Notfallkonzept (Organisation mit internem Botendienst) reagiert.
Die vorgesehenen Massnahmen im Projekt SM 1 wurden somit nicht realisiert, die nicht beanspruchten Mittel werden in der Bauabrechnung ausgewiesen.


18. Liftanlagen 1. Etappe
Die Türen sämtlicher Lifte sind durch den 35-jährigen Betrieb mechanisch derart abgenutzt, dass deren zuverlässiges Funktionieren nicht mehr gewährleistet ist. Bei den drei Liften im Bettenhaus, die vom Reanimations-Team und für den Patiententransport benutzt werden, kann der jetzige Zustand zu lebensbedrohenden Situationen führen (Wartezeiten bei Betriebsunterbrüchen etc.). Die Steuerungen der Lifte können nicht mehr vernünftig gewartet werden und die Rea-Funktionalität kann nur unbefriedigend wahrgenommen werden. Im Rahmen der Projektausarbeitung wurde zudem festgestellt, dass nebst den Türen der Zustand der Liftkabinen, Antriebe sowie einiger weiterer relevanter Anlageteile zwischenzeitlich ebenfalls bedenklich ist. Das Projekt wurde dementsprechend erweitert, geplant ist nun der vollständige Ersatz der Liftanlagen. Eine Einsprache im Herbst 2005 zum Vergabeentscheid des BUD hat massive Terminverzögerungen zur Folge. Nach einer erneuten Ausschreibung im Sommer 2006 kann mit der Ausführungsplanung im Herbst 2006 begonnen werden. Der Abschluss wird voraussichtlich im 2. Quartal 2007 sein.


19. Planung Sanierung Wärmeinstallation und Brandschutz
Es handelt sich dabei um Planungsarbeiten, die im Verlauf der Bearbeitung der sicherheitsrelevanten Massnahmen erweiterte Dimensionen angenommen haben, sodass sie innerhalb der gesetzten Frist einerseits und des bewilligten Planungskredites andererseits nicht auf den Stand Bauprojekt bearbeitet werden konnten. Um die Kontinuität der weiteren Schritte gewährleisten zu können, ist die Planung der in den SM 2 vorgesehenen Massnahmen im Bereich Wärme und Brandschutz in den SM1 vorgezogen worden.
Die Planung beinhaltet die Vorprojektierung sowie, wo möglich, ein detailliertes Bauprojekt mit Kostenvoranschlag als Basis für die Realisierung in der zweiten Etappe.


19.1 Brandschutzplanung
Die Brandschutzplanung für den Personen- und Brandschutz wurde auf der Basis der genehmigten Zustandserfassung mit Massnahmenkatalog bis zur Phase Projektplanung in der 1. Etappe abgeschlossen. Die Ausschreibung und Realisierung erfolgt in den SM 2 im Teilobjekt 9.


19.2 Sanierung Wärmeinstallationen / Gesamtenergiekonzept
Die Ausarbeitung des Gesamtenergiekonzeptes und die darauf basierende Planung der Gesamtsanierung der Wärmeinstallationen konnte mangels Vorliegen der zukünftigen Nutzung und des Bedarfs nicht wie vorgesehen in der 1. Etappe durchgeführt werden. Diese beiden Planungsphasen müssen übergeordnet im Rahmen des vorgesehenen Neubaus Bettenhaus und OP-Trakts betrachtet werden. Dies kann erst mit Vorliegen des Masterplans der neuen Spitalsituation (Nutzungskonzept, Raumorganisation, etc.) erfolgen. Auf Grund der Zeitachse sind somit die Ausarbeitung des Gesamtenergiekonzeptes sowie die Planung der Gesamtsanierung der Wärmeinstallationen, neu in der 2. Etappe vorgesehen.
Die Energetische Analyse und der Energiebedarf des vorgesehenen Neubaus Bettenhaus und OP-Trakts dienen als Grundlage für die Gesamtsanierung der Wärmeinstallationen des bestehenden Spitals.
Um die Energieeffizienz des Spitals und die Betriebstauglichkeit der wärme- und kältetechnischen Anlagen genauer zu kennen, wurde im Frühling 2005 eine Energetischen Analyse mit einer Zustandsbeurteilung der wärme- und kältetechnischen Anlagen erstellt. Daraus resultierend wurden neu als dringende Sofortmassnahmen im SM 2 Paket Teilsanierungen in den Bereichen Heisswassererzeugung und Sterilisation definiert.



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