Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Neue Birsbrücke, Korrektion der Ortsdurchfahrt sowie Herstellung der Fischgängigkeit der Birs in der Gemeinde Zwingen | |
| vom: | 28. November 2006 | |
| Nr.: | 2006-302 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
4. Das Projekt
Das vorliegende Projekt besteht aus den drei nachfolgend beschriebenen Teilprojekten.
4.1. Neue Birsbrücke
Die Brücke quert die Birs etwa rechtwinklig. Die neue Birsbrücke besteht aus zwei Fahrspuren a 3.00 m, beidseitigen Radstreifen von 1.50 m und Gehwegen von 2.00 m Breite und weist eine Totalbreite von 13.80 m auf. Am linken Ufer liegt ein Teil des Kreisels auf der Brücke, so dass sich hier die Fahrbahn trompetenförmig aufweitet.
Die Brücke wird als vorgespannter Plattenbalken ausgebildet. Die Spannweite beträgt 31 m. Zwischen den beiden Längsträgern bleibt ein 4 m breiter, 0.90 m hoher Raum für Werkleitungen offen.
Die Brückenplatte wird im Bereich der Gehwege mit einer Polymerbitumendichtungsbahn isoliert und einem Gussasphalt versehen. Die Fahrbahn erhält wegen der hohen Schub- und Walk-Belastungen einen 12 cm dicken, stahlfaserbewehrten Betonbelag, der mit der Brücken-konstruktion verbunden ist.
Bauvorgang
Die unter dem Wasserspiegel auf dem gewachsenen Fels liegende Fundation der neuen Birsbrücke wird in einer Baugrube aus Spundwänden erstellt. Die Brückenplatte wird vor Ort geschalt und betoniert. Das dazu benötigte Lehrgerüst muss in der Flussmitte abgestützt werden. Die Konstruktion für das Lehrgerüst wird dem Hochwasserrisiko angepasst, der erforderliche Duchflussquerschnitt bleibt erhalten. Der Brückenneubau erfordert eine Bauzeit von circa 8 Monaten.
Nach der Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Brücke kann die alte Spannbeton-Hohlkastenbrücke abgebrochen werden. Die Widerlager werden anschliessend weitgehend zurückgebaut, die linksufrige Ufermauer wird an die neue Situation angepasst. Die Bauzeit beträgt 3-4 Monate.
4.2. Ortsdurchfahrt
Strassengeometrie
Die Basel- und die Laufenstrasse bestehen aus zwei Fahrbahnen a 3.00 m, beidseitigen Radstreifen von 1.50 m und Gehwegen von 1.50 m bis 2.10 m Breite.
Der Knoten Baselstrasse / Hinterfeldstrasse wird als Kreisel mit einem Durchmesser von 30.00 m projektiert. Der Kreisel wird aufgrund der hohen Schubbelastungen mit einem Betonbelag ausgeführt. Die zweispurige Zufahrt aus Richtung Basel wird als 2-streifige Markierung im Kreisel fortgesetzt und erlaubt eine separate Spur in Richtung Laufen zu führen. Dadurch erhöht sich die Kapazität des Kreisels markant. In den drei Hauptästen (Kantonsstrassen) ist aufgrund der Verkehrsmengen und der Fussgängerbeziehungen an zwei Stellen eine Leitinsel mit Fussgängerstreifen vorgesehen. Die zukünftige Quartiererschliessung (anstelle Leimertsgartenweg) erhält aus Gründen der Verkehrssicherheit ebenfalls eine Leitinsel.
Die Befahrbarkeit des neuen Kreisels mit Ausnahmetransporten (Typ II) sowie Gelenkbussen wurde mit den entsprechenden Schleppkurven nachgewiesen. Soweit für Ausnahmetransporte nötig, werden die Inseln ganz oder teilweise überfahrbar ausgestaltet.
Der bestehende Anschluss des Leimertsgartenweges an die Baselstrasse wird aufgehoben. Das Quartier wird mit einer neuen Gemeindestrasse über den neuen Kreisel erschlossen.
Knoten Hinterfeldstrasse/Abzweigung Löwenplatz: Die Zufahrt zum Knoten von der neuen Birsbrücke her besteht aus zwei Fahrbahnen a 3.00 m, beidseitigen Radstreifen von 1.50 m und beidseitigen Gehwegen von 2.00 m Breite. Die Zufahrt zum Knoten aus Richtung Brislach auf der Hinterfeldstrasse besteht aus zwei Fahrbahnen a 3.25 m, einem bestehenden Gehweg von 1.44 m und einem neuen Gehweg von 1.50 m Breite. Das vorliegende Projekt wurde dem projektierten Ausbau der Hinterfeldstrasse angepasst.
Normalprofile
Für die Strassenabschnitte Baselstrasse/Laufenstrasse/Hinterfeldstrasse, die Radstreifen und die Gehwege ist ein Walzasphaltbelag vorgesehen. Der Strassenkoffer soll komplett erneuert werden.
Die Kreiselfahrbahn wird mit einem 26 cm starken Betonbelag auf einer Walzasphalt-Tragschicht ausgeführt. Der Strassenkoffer muss im Kreiselbereich komplett erneuert werden.
Öffentlicher Verkehr
Die Buslinien Nr. 115 und 118a verkehren über die Hinterfeldstrasse. Der Knoten Hinterfeld-strasse/Abzweiger zum Löwenplatz wird in sämtliche Fahrtrichtungen mit Bussen befahrbar sein.
Bauvorgang
Die Realisierung erfolgt unter Betrieb. Um die Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten soll die Bauzeit auf den stark befahrenen Basel-, Laufen- und Hinterfeldstrasse möglichst kurz sein. Die durch Lichtsignalanlagen gesteuerten Bauabschnitte werden maximal 200 m lang sein. In den Spitzenstunden wird der Verkehr mit Handbetrieb geregelt. Es sind aus heutiger Sicht insgesamt 11 Bauetappen vorgesehen, die zum Teil parallel ausgeführt werden können.
| Etappen 1 und 2 | Vorarbeiten (Abbruch Liegenschaften, provisorische Zufahrt zur Birs) |
| Etappe 3: | Wasserbaumassnahmen im Flussbett |
| Etappe 4 | Kreisel Nord und Vorarbeiten Brückenwiderlager Nord |
| Etappe 5 | Neubau Birsbrücke |
| Etappe 6 | Neubau Stützmauer linksufrig |
| Etappe 7 und 8 | Strassenbau: Hinterfeldstrasse bis neue Birsbrücke, Baselstrasse Süd |
| Etappe 9 | Abbruch alte Birsbrücke |
| Etappe 10 und 11 | Strassenbau: Kreisel bis Hartweg, Kreisel bis Weidenweg |
Es wird mit einer Bauzeit von rund 3 Jahren gerechnet.
Entwässerung
Die bestehende und neu zu erstellende Strassenentwässerung wird an die Mischwasser-kanalisation angeschlossen.
Beleuchtung
Im Bereich des ganzen Projektperimeters ist eine komplett neue Beleuchtung vorgesehen. Im Birsbereich wird eine insektenfreundliche Beleuchtung gewählt, die aufgrund der Wellenlängen keine oder nur eine geringe Anziehungskraft auf Insekten aufweist. Die neue Lichtpunkthöhe wurde auf 10.00 m festgelegt. Der Abstand der Kandelaber beträgt 40.00 m.
Werkleitungen
Die Abklärungen bei den Werken haben ergeben, dass sämtliche Kanalisationen und übrige Werkleitungen saniert, ersetzt oder neu gebaut werden müssen. Dies erfolgt zu Lasten der jeweiligen Werkeigentümer. Insbesondere im Bereich des Betonkreisels und der Brücke sind die Werkleitungen wenn immer möglich in Hüllrohren (Doppelrohre) zu verlegen, damit allfällige Ersatzleitungen eingezogen werden können ohne die Betonfahrbahn aufzureissen.
4.3. Wasserbauliche Massnahmen
Die Hochwassersicherheit ist mit der bestehenden Birsbrücke in Zwingen nicht gewährleistet. Das zu geringe Freibord und das linksufrige, in den Gewässerraum ragende Widerlager verkleinern den Abflussquerschnitt auf eine Grösse, die einem 100-jährlichen Hochwasser nicht genügt. Die feste Höhenlage der Baselstrasse beeinflusst die Höhenlage der Fahrbahn der neuen Birsbrücke massgeblich. Da also die neue Brücke nicht höher gelegt werden kann, muss um die Hochwassersicherheit zu gewährleisten, die Bachsohle unter der Brücke abgesenkt werden.
Ungefähr 90 m unterhalb der jetzigen Birsbrücke liegt ein altes künstliches Wehr. Es erhöht den natürlichen Absturz um etwa 1.70 m auf ca. 4.00 m. Diese künstliche Anhebung wird entfernt und somit kann die Birs oberhalb des Absturzes abgesenkt werden.
Eine im Fels fundierte Blockrampe aus Natursteinen oberhalb der neuen Brücke ermöglicht es den Wasserspiegel flussaufwärts auf dem heutigen Niveau zu halten und somit die Randbedingungen für das oben liegende EBL-Kraftwerk "Obermatt" einzuhalten und die Uferverbauungen nicht nachteilig zu beeinflussen. Für das Bemessungshochwasser (HQ100) wird bei der neuen Brücke ein Freibord von ca. 1.40 m geschaffen.
Blockrampe
Die aufgelöste Blockrampe, welche nach heutigem Erkenntnisstand die beste Durchwanderbarkeit ermöglicht, erhält mehrere Beckensequenzen und wird durch die flache Neigung von 6% fischgängig gestaltet. Die Beckengrösse beträgt rund 8.00 m, ihre Höhendifferenz ca. 25 cm und die Wassertiefe in den Becken etwa 70 cm. Die Niederwasserrinne gewährleistet auch bei geringem Wasserstand eine genügende Wassertiefe für die Fischwanderung. Neu wird das rechte Ufer im Bereich der Brücke für Landtiere durchwanderbar gestaltet.
Natürlicher Absturz und Fischgängigkeit
Nach dem Abbruch des künstlichen Wehrs ist der natürliche Absturz wahrscheinlich nicht fischgängig. Der noch ca. 2.30 m hohe Absturz Judenacker liegt im Projektgebiet "Lachs 2000" in dem die Fischgängigkeit für Salmoniden anzustreben ist. Um die Ziele des Projektes "Lachs 2000" zu erreichen wird eine in den natürlichen Fels eingelassene Rampe erstellt. Der in Becken unterteilte Fischaufstieg weist eine Breite von rund 5.00 m und eine Neigung von max. 8% auf. Die konkrete Gestaltung kann jedoch erst nach dem Abbruch des Wehrs erfolgen, da der Verlauf der natürlichen Felsoberfläche im Bereich des Wehres nicht bekannt ist.
Landschaftsraum und Erscheinungsbild
Der Flussraum im Bereich der Birsbrücke in Zwingen ist massgeblich von der hohen linksufrigen Betonmauer und der Kantonsstrasse bestimmt. Er ist für die Bevölkerung schwer zugänglich und unattraktiv. Durch die wasserbaulichen Massnahmen findet eher eine leichte Verbesserung der heutigen Situation statt.
Ökologische und fischereiliche Aspekte
Beim Bau der Blockrampe und des Fischaufstieges werden möglichst natürliche Materialien verwendet. Die Bauart beider Elemente berücksichtigt die Bedürfnisse verschiedener im und am Wasser lebender Lebewesen. Die Fischgängigkeit des Absturzes im Judenacker entfernt eine weitere Barriere für Fische und Kleintiere in der Birs. Die Birs wird dadurch von der Mündung in den Rhein bis in den Kanton Jura fischgängig.
Die EBL plant beim Absturz ein Kleinwasserkraftwerk (KWKW) zu erstellen. Sollte dieses Kraftwerk "Grossmatt" gebaut werden, wird vom Tiefbauamt des Kantons Basel-Landschaft auf den Bau des Fischaufstieges verzichtet da der Bertreiber einer solchen Anlage nach dem Bundesgesetz über die Fischerei für die Fischgängigkeit zu sorgen hat. Das EBL-Projekt liegt im Entwurf vor. Die Eingabe der Konzession ist voraussichtlich Ende 2006.
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