Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Neue Birsbrücke, Korrektion der Ortsdurchfahrt sowie Herstellung der Fischgängigkeit der Birs in der Gemeinde Zwingen | |
| vom: | 28. November 2006 | |
| Nr.: | 2006-302 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
3. Begründung
3.1. Heutige Situation
Die bestehende Birsbrücke in Zwingen weist eine zu geringe Tragfähigkeit für Ausnahmetransporte auf und ist dringend sanierungsbedürftig. Eine Sanierung und Verstärkung der bestehenden Bausubstanz wurde geprüft, ist aber aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und der ungenügenden Hochwassersicherheit wieder verworfen worden. Das Freibord bei einem 100-jährlichen Hochwasser zwischen der Wasseroberfläche und der Brückenunterkante ist völlig ungenügend. Die Gefahr von Verklausung durch Treibholz und eine daraus folgende Aufstauung der Birs mit Überschwemmungsfolgen ist gross.
Der Knoten Baselstrasse/Laufenstrasse/Hinterfeldstrasse wird heute mit einer Lichtsignalanlage geregelt. In Zeiten mit Spitzenbelastungen kommt es aufgrund der hohen Gesamt-Auslastung von über 110% und den damit verbundenen Kapazitätsengpässen regelmässig zu mittleren Staulängen von über 300 m Länge. Dies betrifft sowohl die Morgen- als auch die Abendspitze und führt zu mittleren Wartezeiten auf den drei Zufahrten von jeweils gegen zwei Minuten. Die Verkehrsqualität des Knotens ist aus diesen Gründen heute völlig ungenügend (Qualitätsstufe F).
In der Baselstrasse/Laufenstrasse fehlt auf der Nordseite ein Gehweg. Baselstrasse/Laufen-strasse und die Hinterfeldstrasse sind Bestandteil des Regionalplanes Radrouten.
Die alte Wehranlage im Gebiet Judenacker weist eine Fallhöhe von rund 4.00 m auf. Die Fischgängigkeit der Birs ist dadurch in diesem Abschnitt nicht gewährleistet.
3.2. Künftige Situation
Das vorliegende Projekt kombiniert den notwendigen baulichen Ersatz und dem Hochwasserschutz der Birsbrücke, mit verkehrstechnischen Verbesserungen im betroffenen Strassenabschnitt sowie der (Wieder)-Herstellung der Fischgängigkeit der Birs.
Der Birsbrücke wird flussabwärts verschoben und liegt neu in der direkten Verlängerung der Hinterfeldstrasse. Der heute enge und unübersichtliche Verlauf der Kantonsstrasse im Ortskern wird aufgehoben. Im Bereich des Löwenplatzes entsteht dadurch die Möglichkeit zur Aufwertung des Ortskernes.
Die Lichtsignalanlage beim Knoten Baselstrasse/Hinterfeldstrasse wird durch einen Kreisel ersetzt, der teilweise 2-streifig markiert wird. Dadurch wird der Verkehrsablauf deutlich verbessert und verflüssigt. In der Abendspitze liegt die mittlere Wartezeit unter 15 Sekunden und die mittlere Staulänge beträgt 35 m. Die Verkehrsqualität ist gut (Qualitätsstufe B). In der Morgenspitze wird die mittlere Wartezeit mit Ausnahme der Birsbrücke auf unter 10 Sekunden gedrückt. Die mittlere Staulänge ist minimal, ausser auf der Birsbrücke. Die Verkehrsqualität in der Morgenspitze ist zwar immer noch mangelhaft (Qualitätsstufe E); aufgrund des Kreiselprojektes wird gegenüber heute jedoch eine markante Verbesserung erreicht.
Die beidseitigen Trottoirs in der Laufenstrasse/Baselstrasse und die beidseitigen Radstreifen bieten dem Langsamverkehr eigene und sichere Verkehrsflächen.
Der Abbruch der betonierten Schwelle beim Judenacker bis auf die Felsoberfläche bietet die Voraussetzung für die (Wieder)-Herstellung der Fischgängigkeit der Birs in diesem Flussabschnitt. Eine oberhalb der neuen Birsbrücke erstellte Blockrampe und die beim Felsabsturz geplante Aufstiegshilfe sorgen für die Fischgängigkeit der Birs und die notwendige Hochwassersicherheit der neuen Brücke.
3.3. Bisheriges Vorgehen
Das Vorprojekt wurde 2004 erarbeitet und anschliessend verwaltungsintern sowie bei der Gemeinde Zwingen in die Vernehmlassung gegeben. Der Entwurf des Bauprojektes wurde 2005 in die verwaltungsinterne Vernehmlassung und zur Stellungnahme der Gemeinde, der Elektra-Baselland und dem Kantonalen Fischereiverband unterbreitet. Die Anliegen aus beiden Vernehmlassungsrunden wurden bei der Projektierung weitmöglichst berücksichtigt und führten zum bereinigten Bauprojekt, welches dieser Landratsvorlage zugrunde liegt.
Im Laufe des Jahres 2005 gelangte die Elektra Baselland (EBL) mit der Projektidee für ein Kleinwasserkraftwerk "Grossmatt" im Bereich des heutigen Absturzes ans Tiefbauamt. In der Folge wurden die Schnittstellen zwischen den beiden Tiefbauamt- und EBL-Vorhaben abgeklärt soweit dies zum jetzigen Zeitpunkt möglich ist. Beide Projekte lassen sich grundsätzlich unabhängig voneinander realisieren; eine Abstimmung mit dem Bauvorgang der wasserbaulichen Massnahmen und der neuen Birsbrücke ist jedoch zwingend vorzunehmen. Aus terminlichen Gründen ist es für das Tiefbauamt allerdings nicht möglich vom geplanten Ablauf abzuweichen. Aus heutiger Sicht wird eine teilweise parallele Ausführung ohne gegenseitige Beeinträchtigungen als machbar erachtet.
3.4. Alternativen
Eine Sanierung der bestehenden Birsbrücke wurde aufgrund von Kosten-Nutzen-Überlegungen im Jahre 1998 verworfen. Eine solche Lösung hätte zudem das Problem der Hochwasser-sicherheit infolge ungenügendem Freibord nicht behoben.
Ein Neubau an Stelle der bestehenden Birsbrücke wurde in Zusammenhang mit einer Kreisellösung in der Laufenstrasse / Baselstrasse ebenfalls geprüft. Diese Variante wurde jedoch zugunsten dem neuen Brückenstandort in der Verlängerung der Hinterfeldstrasse und den damit verbundenen Vorteilen nicht weiter verfolgt.
Fortsetzung >>>
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