Vorlage an den Landrat

1. Zusammenfassung


Der Zentralrechner (Host) wird aus finanziellen, technischen und organisatorischen Gründen per 31.12.2006 stillgelegt. Die bestehenden Host-Anwendungen der Motorfahrzeugkontrolle Basel-Landschaft (MFK) können daher nicht über diesen Zeitpunkt hinaus betrieben werden.


Die neue MFK-Lösung muss spätestens zum Zeitpunkt der Abschaltung des Host produktiv sein, damit der operative Betrieb der MFK weiterhin gewährleistet werden kann.


Der Regierungsrat beantragt deshalb die Ablösung der heutigen MFK-Applikationen auf dem Host durch die Standardsoftware cari der Firma networkers interactive sa mit Sitz in Préverenges (VD). cari wird bereits in 14 Kantonen teilweise oder vollumfänglich produktiv eingesetzt. Für die Disposition bei der Motorfahrzeugprüfstation beider Basel wurde ebenfalls cari evaluiert.


Die Auswahl von cari erfolgte mittels Ausschreibung im offenen Verfahren gemäss dem Gesetz über öffentliche Beschaffungen nach GATT/WTO und anschliessender Evaluation.


Mit der Einführung von cari wird in Zukunft auf Eigenentwicklungen für die MFK verzichtet. Weil die neue Standardsoftware von weiteren MFK's eingesetzt wird, können Synergien für die Weiterentwicklung genutzt werden. Dies hat positive Auswirkungen auf die Qualität und die Kosten der Software.


Die Benutzeroberfläche von cari ist übersichtlich und ergonomisch aufgebaut, was ein effizientes Arbeiten erlaubt. Weil die Bildschirmmasken in weiten Teilen selbsterklärend sind, wird der Schulungsaufwand sowohl bei der Einführung als auch beim Einarbeiten neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erheblich reduziert.


Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Internet-Technologie, auf welcher cari aufgebaut ist. Schon heute kann mit cari ein Kunde seine Adressdaten über das Internet ändern oder ein Gesuch für den Umtausch seines Führerausweises zu Hause ausfüllen und ausdrucken. Auf einfache Weise können den MFK-Kunden auf Wunsch, wie z.B. Garagen oder Transportunternehmen, Funktionen auf dem Internet zur Verfügung gestellt werden, welche das MFK-Personal entlasten und Abläufe vereinfachen wird.


Der Terminplan sieht vor, mit dem Projekt im Dezember 2005 zu starten. Die produktive Einführung ist im 3. Quartal 2006 geplant und bis 31.12.2007 sollte das Projekt abgeschlossen sein.


Für die Einführung wird ein Gesamtkredit von 3'203'300 Franken beantragt. Dieser beinhaltet die Software-Lizenzen, Hardware-Anschaffung, Beratungskosten und den internen Personalaufwand. Die jährlichen Folgekosten inkl. Abschreibung und Zinskosten betragen 1'116'377 Franken bei einer Nutzungsdauer von sieben Jahren. Lässt man die Abschreibungen, Zinskosten und die gleich bleibenden Kosten für Druck und Versand der Steuerrechnungen weg, betragen die jährlich wiederkehrenden Kosten für den Betrieb und den Unterhalt 522'320 Franken.


Demgegenüber stehen die Einsparungen der heutigen Host-Betriebskosten von ca. 630'000 Franken pro Jahr (bzw. 950'000 Franken, wenn der Host nach dem Wegfall der Steuerapplikation nur noch für die MFK betrieben werden müsste).



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