Vorlage an den Landrat

6. Die bisher ausgeführten Massnahmen


Der ungefähre Umfang der Bauschäden an der Schlossanlage war bereits mit der Bausubstanzanalyse im August 1999 bekannt. Die Eigentümerin wie die Behörden wurden bei der Planung von Sanierungsmassnahmen überrascht durch den Einsturz einer Partie der Nordmauer im Februar 2000. Die sofort eingeleiteten Untersuchungen boten eine Grundlage für die anstehende Sanierung wie für die Einschätzung der Schäden an den übrigen Mauerabschnitten. In der Folge ist die Nordmauer mit finanzieller Unterstützung von Kanton, Bund und Eigentümerin teilweise wiederaufgebaut worden.


Gleichzeitig sind die Kosten für eine Sanierung der Gesamtanlage zusammengestellt und ein nach Dringlichkeit abgestufter Vorgehenskatalog erarbeitet worden. Aufgrund dieser Einschätzung ist im Jahre 2002 beschlossen worden, in einer ersten Etappe die stark einsturzgefährdeten Teile Nord und Süd zu sanieren. Der Kanton unterstützte diese Arbeiten im Rahmen des Verpflichtungskredites 2003/077. Im Frühjahr 2004 konnte mit den Arbeiten begonnen werden, nachdem die bauarchäologischen Analyse und Dokumentation durch die Kantonsarchäologie abgeschlossen worden sind. Schloss Birseck ist die erste grössere Baselbieter Burg, die modern wissenschaftlich dokumentiert ist. Neben der reinen Baudokumentation wurden auch historische Hölzer mit der Jahrringmethode datiert sowie die Herkunft von Steinen und Mörteln petrographisch untersucht. Zur statischen Sicherung des Zweischalenmauerwerkes wurden insgesamt 100 Chromstahlanker verbaut. Für den Wiederaufbau der stark baufälligen Mauerteile sind rund 70 Tonnen witterungsbeständiger Stein verbaut worden. Die Mauerkronen sind vollständig abgedichtet und ein effizientes Abwassersystem ist eingebaut worden. Die auf drei Jahre geplante Sanierung konnte rascher und kostengünstiger bereits auf Ende Oktober 2005 abgeschlossen werden. Die Gesamtkosten für die Sanierung inklusive Dokumentation belaufen sich auf ca. CHF 1'345'000.-. 1 Verglichen mit den veranschlagten Gesamtkosten ergibt sich ein positiver Saldo von ca. CHF 500'000. Damit reduziert sich der Subventionsbeitrag des Kantons von CHF 1'107'420.- ( LRV 2003/077 ) auf CHF 807'000.- Der Verpflichtungskredit wird nach Vorliegen der definitiven Schlussabrechnung und aller erforderlichen Dokumentationen Anfang 2006 ordnungsgemäss abgeschlossen.


Gründe für die doch erfreuliche Unterschreitung der veranschlagten Gesamtkosten sind folgende: Die Reserven von 20% mussten nicht beansprucht werden. Reserven in der Höhe von 10% - 20% sind üblich bei Sanierungsarbeiten von grösseren historischen Anlagen. Es besteht immer ein gewisses Risiko, dass unerwartete Schäden im Laufe der Sanierungsarbeiten auftauchen, die rasch einen höheren Aufwand verursachen. Des Weiteren war projektiert, die Fassaden zu verputzen. Auf diese Massnahme wurde im Hinblick auf den Erhalt der vielfältigen historischen Spuren am aufgehenden Mauerwerk und auf das gewohnte Erscheinungsbild verzichtet.



Wiederaufbau der Fenstergewölbe der Mauer Süd.



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Fussnote:


1 Die Zahlen basieren auf einer Schätzung des verantwortlichen Architekturbüros vom 11. November 2005. Die definitive Schlussabrechnung liegt zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor.