Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Zeitlich dringliche Denkmalsubvention für die Sanierung von Schloss Birseck in Arlesheim (Schlussetappe); Verpflichtungskredit für die Jahre 2006 - 2007 | |
| vom: | 6. Dezember 2005 | |
| Nr.: | 2005-310 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage |
4. Die aktuelle Situation im Herbst 2005
Die Gefährlichkeit der Gesamtsituation äusserte sich bereits zu Beginn der Sanierungsarbeiten an den Teilabschnitten Nord und Süd. Die Arbeiten mussten immer wieder wegen Ausbrüchen von einzelnen Steinen und wegen Wegrutschen von ganzen Partien unterbrochen werden. Dank der vorausschauenden Arbeitsweise der Bauleute sind keine Personenschäden zu verzeichnen. Aufgrund der immer noch bestehenden Gefahrensituation muss jedoch das bei der Bevölkerung sehr beliebte Schloss Birseck bis zum endgültigen Abschluss der Sanierungsarbeiten geschlossen bleiben.
Die noch nicht sanierten Teile sind: Die Zugangsbrücke erbaut um 1763, die Westmauer mit der 1626 erbauten Schlosskapelle und der vermutlich weitgehend aus dem 13. Jahrhundert stammende Turm.
Die anwesenden Fachleute mussten feststellen, dass der Schadensverlauf seit der Erstellung der Bausubstanzanalyse vom August 1999 auch in diesen Teilstücken progressiv fortgeschritten ist. Ganze Abschnitte bestehen aus losen Steinen, die von einem mürben Mörtel kaum zusammengehalten werden. Während der letzten Monate sind an verschiedenen Stellen lau-fend Steine ausgebrochen und ganze Mauerpartien drohen abzurutschen.
Ursache dieser immer rascheren Verschlechterung ist der zu erwartende, natürliche Verfall des verwendeten Materials, wie er auch von anderen Schlossanlagen bekannt ist. Wie die bauarchäologischen Untersuchungen gezeigt haben, wurde für den Bau der Gesamtanlage im Laufe der mehrhundertjährigen Geschichte sowohl brandgeschädigte Steine aus den Vorgängerbauten wie auch teilweise schlechtes, nicht witterungsbeständiges Steinmaterial verwendet. Der verwendete Mörtel ist grossmehrheitlich mürbe und hat keine Bindekraft mehr. Zudem sind die aus verschiedenen Bauzeiten stammenden Mauerabschnitte teilweise nicht verzahnt, so dass sich tiefe Fugen und Risse gebildet haben. Daneben beschleunigt die exponierte Lage der Anlage bezüglich Witterung (Frostschäden) und der Bewuchs an schwer zugänglichen Stellen den Verfall. Hinzu kommt die Gefährdung der Mauerstabilität durch das Eindringen von Regenwasser über die nur lückenhaft geschützten Mauerkronen. Die horizontalen Flächen der teilweise über zwei Meter breiten Mauerkronen bieten dem Regen keinen Widerstand. Das eindringende Regenwasser hinterspült das Zweischalenmauerwerk und führt zu einer erhöhten Instabilität ganzer Mauerabschnitte, die sich in Spontanabbrüchen äussert. Dieser Schadensverlauf ist weder zu kontrollieren noch exakt vorauszusagen.
Der dringende Sanierungsbedarf erfordert ein rasches Handeln, um noch höhere Kosten zu vermeiden und die für den Kanton wertvolle Schlossanlage zu retten. Kann die Sanierung im kommenden Jahr nicht weitergeführt werden, so rechnen die Fachleute mit umfangreichen Ausbrüchen an der Zugangsbrücke wie an der gegen das Dorf Arlesheim gerichteten Westmauer. Der drohende Verlust an Bausubstanz, die deutlich höher ausfallenden Kosten an Sach- und Personenmitteln im Falle einer Verzögerung und Verschiebung der Sanierungsmassnahmen begründen ein rasches Handeln von Seiten des Kantons in Zusammenarbeit mit der Eigentümerin und mit dem Bund.
Die stark durchwachsene, einsturzgefährdete Zugangsbrücke ist abgesperrt.
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