Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Neubau des Universitätskinderspital beider Basel (UKBB) Verpflichtungskredit für Investitionsbeiträge BL (Partnerschaftliches Geschäft BS / BL) |
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| vom: | 10. Mai 2005 | |
| Nr.: | 2005-125 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
6. Ergebnisse der Vorprojektphase
6.1 Anforderungen
6.1.1 Raum- und Funktionsprogramm
Zu Beginn der Vorprojektphase wurde das der Parlamentsvorlage betreffend Vorprojekt-Kredit beigelegte Sollraumprogramm mit Stand Mai 2002 erneut auf Reduktionspotential untersucht und optimiert. Nebst Präzisierung resultierte eine Flächeneinsparung von 160 m 2 Hauptnutzfläche. Das revidierte, unten stehende Raumprogramm beinhaltete nicht nur die Hauptnutzflächen sondern neu auch relevante Nebennutzflächen und wurde von den beiden Regierungen am 24. Juni 2003 zusammen mit dem Wettbewerbsprogramm (vgl. Ziffer 6.2.1) genehmigt:
Revidiertes Soll-Raumprogramm
| Funktionsbereich | m 2 | SOLL | ||
| 1 | Untersuchung und Behandlung | Notfallversorgung Poliklinik Diagnostik OP-Bereich Tagesklinik Therapien Labor |
5'681 | m 2 |
| 2 | Pflege | Intensivmedizin Onkologie Normalstationen |
3'821 | m 2 |
| 3 | Verwaltung | Krankenhausleitung und -verwaltung | 960 | m 2 |
| 4 | Soziale Dienste | Serviceeinrichtungen (Empfang, Cafeteria) Seelsorge Schwerpunktgarderoben |
1'032 | m 2 |
| 5 | Ver- und Entsorgung | Bettenaufbereitung Informatik Hausdienst MTA / STA |
1'104 | m 2 |
| 6 | Aus- und Weiterbildung | Mehrzwecksaal Sitzungszimmer |
282 | m 2 |
| 7 | Sonstiges | Keller- und Lagerräume | gemäss Projekt | |
| 8 | Betriebstechnische Anlagen | Haustechnik-Zentralen | gemäss Projekt | |
| Total Nutzflächen | 12'880 | m 2 | ||
| Zum Vergleich, die heutige Situation | Mit 2 Standorten | 16'500 | m 2 |
6.1.2 Leitsätze für den Neubau UKBB
Im Leistungsbeschrieb des Architekturwettbewerbs sind quantitative Angaben (Raum- und Funktionsprogramm) als Grundlagen erfasst. Für eine zielgerichtete Planung müssen aber auch qualitative Anforderungen festgehalten werden. In enger Abstimmung mit Vertretern des UKBB in der Projektorganisation wurden die folgenden Leitsätze für die weitere Neubauplanung vereinbart. Diese Leitsätze dienten sowohl bei der Jurierung der Wettbewerbsprojekte (vgl. Ziffer 6.2.1) als auch in den darauf folgenden Planungsschritten als wertvolle Orientierungsgrössen.
Wir wollen ein neues Kinderspital, das
VERANTWORTUNG
dank seinem Standort, seiner idealen Struktur und Organisation eine hochstehende medizinische Versorgung der uns anvertrauten kranken Kinder (Früh- und Neugeborene, Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche) sicherstellt und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wie auch dem konsiliarisch tätigen Personal ein attraktives Arbeitsumfeld bietet;
WIRTSCHAFTLICHKEIT
durch günstige Erstellungskosten, niedrige Folgekosten, funktionell optimale Betriebsabläufe und zahlreiche raumrelevante Synergien mit dem Kantonsspital Basel eine hohe Wirtschaftlichkeit aufweist;
LEHRE UND FORSCHUNG
im Rahmen des universitären Auftrags eine entsprechende Infrastruktur für die medizinische Ausbildung sowie die klinische Forschung zur Verfügung stellt;
IDENTITÄT
dank architektonischer Eigenständigkeit als ein Gebäude für Kinder erkannt wird, den Charme der Region Basel widerspiegelt und städtebaulich kreative Akzente setzt;
FLEXIBILITÄT
sich den verändernden Bedürfnissen architektonisch und baulich flexibel, hinsichtlich der inneren Struktur und allfälliger Erweiterungen bzw. Reduktionen, anpassen kann;
GEBORGENHEIT
in der Gestaltung die Bedürfnisse der kranken Kinder sowie ihren Familienangehörigen berücksichtigt und trotz klinischer Komplexität Vertrauen und Geborgenheit vermittelt;
UMWELT
das knappe Landangebot optimal nutzt, ökologisch vorbildlich ist und die Bedürfnisse der Anwohnerinnen und Anwohner sowie Besucherinnen und Besucher respektiert.
6.1.3 Kindergerechte Gestaltung
Eine Forderung, die von Anfang an im Vordergrund stand, war die kindergerechte Gestaltung des Neubaus. Diese Vorgabe ist naheliegend, wenn die Bedürfnisse der künftigen Kundinnen und Kunden, der kranken Kinder und Jugendlichen, bestmöglich befriedigt werden sollen. Dieses wichtige Anliegen haben die Bauherren auch unter dem Stichwort Geborgenheit in den Leitsätzen für den Neubau (vgl. Ziffer 6.1.2) festgehalten.
Die Bedürfnisse kranker Kinder unterscheiden sich klar von denjenigen kranker Erwachsener. So ist es für die Kinder sehr wichtig, dass sie ihre familiären und sozialen Kontakte beibehalten, aber auch neue Kontakte im Krankenhaus - vor allem mit Gleichaltrigen und mit dem Pflegepersonal - knüpfen können. Eine kindergerechte Betreuung im Krankenhaus muss auch die Bedürfnisse der Familie berücksichtigen. Zudem brauchen die Kinder eine räumliche Umgebung, die ein Gefühl von Geborgenheit und Vertrauen herbeiführt und kindlichen Isolationsängsten entgegenwirkt.
Bezüglich der kindergerechten Gestaltung der Pflegestationen wurden im Wettbewerbsprogramm folgende Kriterien formuliert:
| - | Es ist eine grundsätzlich helle, übersichtliche und flexible Konzeption zu planen. |
| - | Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder (Spielen, Lernen) sind auf der Station wie auch im Zimmer einzuplanen. |
| - | Lange Gänge und dunkle Zimmer sind zu vermeiden. |
| - | In den Patientenzimmern ist das Rooming-in (Mitübernachtung eines Elternteils/Bezugsperson) nachzuweisen. |
| - | Die Patientenzimmer weisen ein flexibles Raumkonzept auf, das eine Anpassung an die Bedürfnisse von Kindern unterschiedlichen Alters zulässt. |
| - | Die Belegung soll nicht nach fachspezifischen Kriterien differenziert werden. |
| - | Grundstruktur der Patientenzimmer ist ein 2-Bettzimmer. Die heute geforderten 4-Bettzimmer sollen später durch Einbau einer Trennwand zu zwei 2-Bettzimmern umgebaut werden können, durch das Entfernen einer Trennwand sollen auch mehr 4-Bettzimmer angeboten werden können. |
6.2 Architekturwettbewerb
6.2.1 Vorgaben und Vorgehen
Zur Evaluation des federführenden Architekturbüros wurde ein selektives, zweistufiges Wettbewerbsverfahren gewählt (gemäss dem Gesetz über öffentliche Beschaffungen des Kantons Basel-Stadt, Beschaffungsgesetz). Das Wettbewerbsprogramm mit den detaillierten Angaben zu Ablauf, Vorgaben, Planungsaufgabe, Beurteilungskriterien und Preisgericht wurde den beiden Regierungen am 24. Juni 2003 zu Kenntnis gebracht.
Diese Planungsleistungen wurden gestützt auf das GATT/WTO Übereinkommen international ausgeschrieben. 57 Firmen aus ganz Europa haben sich für die Präqualifikation beworben. Auf Grund nachgewiesener Referenzen haben die Fachpreisrichter 25 Teilnehmer für das Verfahren präqualifiziert.
In der ersten Bearbeitungsstufe mussten die unterschiedlichen Nutzungen auf dem Areal 'Schällemätteli' disponiert werden. Es galt innerhalb des Perimeters Schanzen-, Spital-, Pestalozzi- und Klingelbergstrasse die Nutzungen UKBB, Universität (BMZ) und Wohnen städtebaulich, architektonisch und funktional zu integrieren. Weiter musste das Potential des gewählten städtebaulichen Lösungsansatzes durch ein Nutzungskonzept für das UKBB nachgewiesen werden. Die quartiernahen Grün- und Freiflächen waren zu ergänzen und zu einer hochwertigen Abfolge von Freiräumen, von der Innerstadt bis zum Rheinufer am St.Johanns-Park, zu verbinden. Auch musste in diesem Planungsschritt das Nutzungspotential der ehemaligen Strafanstalt 'Schällemätteli', unter Berücksichtigung eines von der Denkmalpflege zugesicherten Teilabbruchs, nachgewiesen werden. Die Bearbeitung dieser komplexen Aufgabenstellung erfolgte im Massstab 1:500.
Am 6. und 7. November 2003 beurteilte das Preisgericht, mit paritätischer Zusammensetzung aus beiden kantonalen Verwaltungen und externen Fach- und Sachpreisrichtern, die 25 eingereichten Arbeiten. Die Projekte wurden anhand von vier gleichwertigen Kriterien a) städtebauliche und b) architektonische Qualitäten, c) Funktionalität und d) Wirtschaftlichkeit beurteilt. Das Preisgericht bestimmte mit grosser Mehrheit 7 Projekte zur Weiterbearbeitung.
In der zweiten Bearbeitungsstufe galt es, die Konzepte für den Neubau UKBB zu Projektvorschlägen im Massstab 1: 200 weiter zu entwickeln. Die städtebaulichen Konzepte für die Platzierung der beiden weiteren Nutzungen (Universität und Wohnen) waren allenfalls anzupassen, diese Bauten mussten aber nicht weiterbearbeitet werden. Am 3. Mai 2004 tagte das Preisgericht und beurteilte die präzisierten Projektvorschläge nach den festgelegten Kriterien der ersten Stufe. Der Auftakt bildete die Analyse der Funktionalität, gefolgt von Beurteilung der Wirtschaftlichkeit, des städtebaulichen und architektonischen Potentials. Zum Abschluss dieses dritten Jury-Tages lag der einstimmige Beschluss vor, drei der sieben Vorschläge infolge schwergewichtiger funktionaler, betrieblicher und/oder architektonischer Nachteile auszuscheiden.
Innert knapp 10 Tagen wurden die verbleibenden vier Arbeiten sehr detailliert bezüglich den vereinbarten Kriterien analysiert und dem Preisgericht am 14. Mai 2004 ein entsprechender Bericht vorgelegt. Aufgrund einer sorgfältigen und umfassenden Diskussion entschied das Preisgericht mit grossem Mehr und ohne Gegenstimme, das Projekt SPUNK der Architekten Stump und Schibli, in Zusammenarbeit mit Lead Consultants entworfen, auf Platz 1 zu setzen. Das Siegerprojekt überzeugte durch seine sehr hohe Funktionalität, aber auch durch eine grosse Identität und Stärke, bezogen auf die städtebauliche Disposition einerseits wie auch auf die innenräumlichen Konzeption und Gestaltung andererseits. Beigezogene Facilty-Management-Spezialisten wiesen nach, dass im direkten Vergleich der vier bestrangierten Projekte beim Vorschlag SPUNK trotz grösserer Geschossfläche und höherer Investitionen, mit den tiefsten Betriebs- und Unterhaltskosten gerechnet werden kann.
Das Preisgericht empfahl den beiden Regierungen das Projekt SPUNK zur Weiterbearbeitung. Nach der Zustimmung durch die beiden Regierungen am 25. Mai 2004 wurde der Auftrag für die Architekturleistungen an das Architekturbüro Stump und Schibli vergeben, das sich bezüglich Know How in Sachen Spitalplanung mit Lead Consultant AG verstärkt hat.
6.2.2 Ergebnisse bezüglich Städtebau
Für die drei verschiedenen Nutzungen auf dem Areal 'Schällemätteli', mit ihren unterschiedlichen Trägerschaften und Terminvorgaben, werden drei eindeutige Baubereiche geschaffen. Das neue Kinderspital wird im Nordosten des Areals, an der Kreuzung Schanzenstrasse/Spitalstrasse und in idealer Nähe zu den bestehenden Gebäuden des Universitätsspitals angeordnet. Für die Entwicklung weiterer Strukturen für die Universität wird in der Verlängerung des Bio- und Pharmazentrums ein eigenständiges Gebäude vorgeschlagen. Im Bereich der Strafanstalt wird an der Ecke Spitalstrasse/Pestalozzistrasse ein Baufeld für ein Wohnhaus konzipiert. Zwischen dem Gefängnis 'Schällemätteli' und Biozentrum wäre die gewünschte zweite Ausbau-Etappe der neuen Universitätsnutzung möglich. Diese Grundkomposition ermöglicht das Abparzellieren der erforderlichen Grundstücksfläche für den Spitalneubau und die unabhängige Entwicklung aller drei Nutzungen auf dem Areal.
Grafik: Areal "Schällemätteli" > Baufelder
6.2.3 Ergebnisse bezüglich UKBB-Neubau
Das neue UKBB wird von der Spitalstrasse erschlossen. Die Aufteilung der Funktionsbereiche im neuen 5-geschossigen Kinderspital ist gelungen. Der U-förmige Grundriss kann betrieblich sinnvoll mit den unterschiedlichen Funktionen belegt werden. Alle Patientenzimmer profitieren vom richtig bemessenen Innenhof, der mit seinem alten Baumbestand Ruhe an diesem städtischen Ort ausstrahlen wird.
Das Siegerprojekt besticht durch seine hohe Erfüllung der Anforderungen an eine kindergerechte Gestaltung. Sowohl zu den generellen Vorgaben bezüglich Übersichtlichkeit, Helligkeit und Transparenz als auch zu den spezifischen Raumanforderungen bezüglich Patientenzimmer, Integration der Eltern, Raum für Begegnung / Spiel / Unterricht und Aussenraum werden ausgezeichnete Lösungen geboten. Zudem ist es den Architekten gelungen, im Projekt Wohnlichkeit und Intimität mit Offenheit und Flexibilität zu verbinden, ohne dabei die betrieblichen Vorgaben betreffend Funktionalität und Wirtschaftlichkeit zu missachten. Insgesamt verströmt der geplante Bau eine heitere Atmosphäre und keineswegs das klassische Flair eines anonymen und sterilen Krankenhauses.
Die komplexe Geometrie des differenziert proportionierten Baukörpers lässt verschiedene Raumtypologien zu, die auf die spezifischen Funktionsabläufe und deren unterschiedlichen Bedingungen zugeschnitten sind. Die Aufteilung der Funktionsbereiche im neuen 5-geschossigen Kinderspital entspricht optimierten Nutzungsabläufen und einer ökonomischen und übersichtlichen Vernetzung mit kurzen Wegen.
| - | Im Erdgeschoss sind nebst Notfallversorgung und Poliklinik die Therapien und zentrale Bereiche wie Patientenadministration und Cafeteria angeordnet. |
| - | Im 1. Obergeschoss befinden sich die mit viel Medizintechnik ausgerüsteten Abteilungen wie OP-Bereich, Röntgendiagnostik, Intensivpflegestation und Tagesklinik. |
| - | Das 2. Obergeschoss beherbergt die Onkologie, Hämatologie, Labor und die Büros der Spitalverwaltung wie auch die Räume für Aus- und Weiterbildung. |
| - | Im 3. und 4. Obergeschoss sind alle Patientenzimmer auf den Innenhof mit dem alten Baumbestand ausgerichtet. Sämtliche Arztbüros sind im Nordwesten dieser beiden Geschosse zusammengefasst. |
Das statische System mit tragenden Stützen und aussteifenden Erschliessungstürmen ermöglicht eine grosse Flexibilität in der Raumaufteilung. Die durchgehenden vertikalen Installationsschächte grenzen immer an Erschliessungszonen, sodass die verbleibenden Nutzflächen sehr flexibel, d.h. auch mit unterschiedlichen Raumbreiten genutzt werden können.
Der situationsbedingten hohen Lärmbelastung (Schanzenstrasse) wird spezielle Beachtung geschenkt. So sind die Patientenzimmer auf den Innenhof ausgerichtet, die erforderlichen Schalldämmwerte werden im ganzen Gebäude dank einer zweischichtigen Fassade erreicht.
6.3 Ausarbeitung Vorprojekt
6.3.1 Überarbeitung Siegerprojekt
Unmittelbar nach dem Abschluss des Architekturwettbewerbs wurden die Preisträger mit der Ausarbeitung eines Vorprojekts beauftragt. In einer ersten Überarbeitung des Wettbewerbprojektes wurden funktionale Zuordnungen einzelner Bereiche auf Grund der Kritik des Preisgerichts und der Nutzer hinterfragt und modifiziert. Das bestehende Raumprogramm wurde fortgeschrieben und präzisiert, ohne aber das Total der Nutz-, resp. Geschossfläche zu erhöhen. Anfang August 2004 verabschiedete die Projektsteuerung das fortgeschriebene Raumprogramm, die überarbeiteten Funktionsdiagramme der Kernprozesse des UKBB und die überarbeiteten Grundrisse.
6.3.2 Planerevaluation Haustechnik
Für die Evaluation der Haustechnik-Ingenieure wurde eine wettbewerbs-ähnliche, selektive öffentliche Submission durchgeführt mit dem Ziel, Firmen mit Erfahrungen in der Projektierung und Realisierung von komplexen Spitalbauten zu präqualifizieren. Die zur Einreichung eines konkreten Angebots ausgewählten Haustechnikspezialisten mussten fachspezifische Konzepte auf der Basis des Siegerprojekts erarbeiten. Weiter mussten methodische Vorschläge eingebracht werden, wie in der sehr kurz bemessenen Zeit ein Vorprojekt mit grösstmöglicher Kostensicherheit erarbeitet werden kann. Als drittes Zuschlagskriterium wurden die Honorarofferten beurteilt. Dieser aufwendige Evaluationsprozess wurde von den beiden Baudirektionen durchgeführt, die Beurteilung der inhaltlichen und methodischen Konzepte erfolgte unter Beizug externer Experten.
Mit Abschluss dieser Submissionen wurden folgende Planer vorerst mit der Erarbeitung des Vorprojektes und der Ermittlung des Investitionsbedarfs beauftragt:
WGG Schnetzer Puskas AG als Bauingenieure, Selmoni AG als Elektroplaner, Numatech als Planer für die Gebäudeautomation, Waldhauser AG als Heizungs-/Kälte und Lüftungsplaner, Bogenschütz AG als Sanitärplaner, Stokar + Partner AG als Haustechnik-Koordinator. Für die Planung der Erweiterung der Transportsysteme konnten die Spezialisten des USB verpflichtet werden. Der Neubau UKBB wird an die Rohrpost-Anlage, an die Spontan-Transportanlage (STA, für kleine Güter) und an die Mitteltransport-Anlage (MTA, Ver- und Entsorgung, u.a. Essensverteilung) angeschlossen werden.
6.3.3 Standards
Das Hochbauamt des Kantons Basel-Landschaft und das Hochbau- und Planungsamt des Kantons Basel-Stadt haben die relevanten Standardanforderungen pro Raumkategorie definiert. Bei diesem Prozess waren Vertreter des UKBB stark involviert. Um die angestrebten Synergien mit dem Universitätsspital Basel (USB) auch bautechnisch optimal nutzen zu können, wurden auch Vertreter des USB in die Standard-Diskussion eingebunden. Insbesondere wurden die Anforderungen an die Erweiterungen der automatischen Transportanlagen und an die Einbindung des neuen UKBB in das bestehende Energieversorgungskonzept mit dem USB abgestimmt. Als Resultat dieser Leistungsdefinitionen liegt ein umfassendes Dossier mit grundsätzlichen Vorgaben zu baulichen Standards wie Rollstuhlgängigkeit, Mindestmasse, Installationsanforderungen etc., aber auch mit über 140 Raumblättern mit den nutzungsspezifischen, baulichen Anforderungen vor.
6.3.4 Abstimmung der Konzepte
Bis Mitte Dezember 2004 wurde das Vorprojekt für den Neubau von den beauftragten Planungsfirmen ausgearbeitet. Die verschiedenen Konzepte betreffend
| - | Architektur (räumliche Anordnung, Konstruktion) |
| - | Statik, u.a. Erdbebensicherheit: Zone 3, Klasse 3a (nicht Life-Line) |
| - | Sicherheit (Brandschutz, Betriebssicherheit) |
| - | Elektro-Installationen |
| - | Heizungs-, Kälte-, Klima- und Lüftungsinstallationen |
| - | Sanitärinstallationen (Wasser und Medizinalgase) |
| - | Gebäudeautomation |
wurden aufeinander abgestimmt und integral umgesetzt. Bauherrschaft und Nutzer trafen an mehreren Workshops die für den Planungsfortschritt erforderlichen Zwischenentscheide zu Fragen wie Layout-Anpassungen, Materialisierung, Oekologie und Oekonomie.
6.3.5 Nachhaltigkeit und Erweiterbarkeit
Bereits auf der Ebene der städtebaulich-architektonischen Entscheidungen wurden nachhaltige Lösungen angestrebt. Das Projekt beansprucht einen verhältnismässig geringen Landanteil auf dem Areal 'Schällemätteli'. Die gewählte Gebäudevolumetrie bietet gute Voraussetzungen für einen optimalen Wärme- und Klimaschutz.
Baubiologie
Bei der Wahl der Baumaterialien werden die ökologischen und baubiologischen Aspekte gemäss den Weisungen der kantonalen Baudirektionen für den Einsatz von umweltschonenden Baumaterialien berücksichtigt. Es werden unbedenkliche Materialien mit hoher Lebenserwartung verwendet. Eine extensive Begrünung des Flachdaches mit Retention dient als natürlicher Wasserspeicher und auch der mikroklimatischen Kühlung im Sommer.
Minergie-Standard
Die Wärmeversorgung des Gebäudes erfolgt über die Fernwärmeversorgung der IWB. Das vorliegende Projekt erfüllt die Anforderungen an den Minergie-Standard. In sämtlichen Räumen wird der Frischluftbedarf mechanisch sichergestellt. Dies reduziert den Energiebedarf im Winter erheblich und im Sommer kann an lärmexponierten Stellen auf Fensterlüftung verzichtet werden.
Grauwasser
Um den Anteil des Trinkwasserverbrauchs zu reduzieren werden für die Toilettenspülungen Grauwasser (Grundwasser) verwendet. Die Grundwasserfassung erfolgt in einem bestehenden, USB-eigenen Brunnen.
Erweiterbarkeit
Bereits in der Wettbewerbsphase wurde die Erweiterbarkeit des Spitalgebäudes bearbeitet und diskutiert. Das vorliegende Projekt könnte durch eine Aufstockung erweitert werden. Diese Option ist im statischen Konzept berücksichtigt, so dass bei einer Realisierung eines weiteren Geschosses keine zusätzlichen Massnahmen im Bereich der Tragstruktur realisiert werden müssen.
6.4 Pläne des Vorprojektes
Pläne [PDF]
6.5 Bauliche Anbindung ans USB
Die Anbindung an das Universitätsspital erfolgt über zwei unterirdische Bauwerke. Der bestehende Tunnel im Bereich der Kreuzung Schanzen-/Spitalstrasse wird umgebaut und dient primär der Erschliessung des Neubaus mit Technik, d.h. Medien und Transportanlagen. Ein neuer Tunnel verbindet das Kinderspital mit dem 1. Untergeschoss des Klinikum 1. Durch diesen zentralen Korridor sind sämtliche Spezial-Einrichtungen im USB, wie Neonatologie, spezielle Diagnostik im Klinikum 2 und auch der bestehende Helikopterlandeplatz direkt erreichbar.
Eine oberirdische Verbindung in Gestalt einer Passerelle wurde detailliert überprüft und verworfen. Aus verkehrstechnischen Gründen würde diese Brücke die beiden Gebäude im zweiten Obergeschoss verbinden. Diese Verbindung ist für die im USB richtigerweise in unmittelbarere Nähe zur Geburtsabteilung angeordnete Neonatologie sinnvoll, ein Durchgang ins erste Obergeschoss des UKBB wäre aber bedeutend besser. Für alle anderen Bewegungen ist diese Passerelle ungeeignet. Auf USB-Seite entstünden zudem zu viele Transfer-Bewegungen am falschen Ort.
Die Projektsteuerung entschied sich aus betrieblichen und wirtschaftlichen Gründen für zwei unterirdische Verbindungen.
6.6 Parkierungsmöglichkeiten
Im Neubau UKBB kann auf teure unterirdische Parkplätze verzichtet werden, da im benachbarten City-Parking durch entsprechende Bewirtschaftung genügend freie Plätze für Angehörige, Besucher und Besucherinnen sowie Angestellte zu Verfügung gestellt werden können. Im Bereich der Vorfahrt an der Spitalstrasse werden 10 Abstellplätze gebaut und können für Notfälle verwaltet werden.
Bis zur Eröffnung des neuen UKBB voraussichtlich Ende 2009 wird ein kürzlich von der basel-städtischen Regierung bewilligtes Sanierungsprojekt im Cityparking 7 realisiert sein: Zur Verbesserung der Sicherheit insbesondere im Bereich Brandschutz, werden rund CHF 11 Mio. investiert, für eine Attraktivitätssteigerung weitere rund CHF 3.5 Mio.. Dieses Sanierungsprojekt sieht u.a. vor, die Vertikalverbindungen im Nord-Westen (Ausgang Schanzenstrasse) markant zu verbessern und das Areal westlich der Schanzenstrasse mit dem UKBB Neubau eventuell mit einem Tunnel direkt aus dem City-Parking zu erschliessen.
Für Fahrräder und Mofas werden ausserhalb des Gebäudes gedeckte und ungedeckte Abstellplätze angeboten werden.
6.7 Rückbau bestehender Gebäude
Das Vorprojekt weist heute einen Grundstücksbedarf von rund 10'000 m 2 aus. Die Projektierung der Umgebung des Neubaus ist ausschliesslich im für das Vorprojekt üblichen Massstab 1:200, erfolgt. Die Projektleitung erkennt heute, dass für die weitere Planung der Aussenbereiche Optimierungspotential vorhanden ist. Mit Vorliegen des bewilligten Baugesuches wird die Abparzellierung vorgenommen und die exakte Parzellengrösse bestimmt werden.
Für den Neubau müssen alle Gebäudeteile des ehemaligen Frauenspitals im nordöstlichen Arealbereich abgebrochen werden. Allein der südlich gelegene Arealteil mit dem eigentlichen Südflügel wird nicht beansprucht.
Ein kleiner Teil der Strafanstalt muss ebenso abgebrochen werden. Die an die Zellentrakte später angebauten Gemeinschaftsräume müssen beim Flügel 1 im Süd-Osten der Anlage rückgebaut werden.
Der Rückbau der diversen Gebäudeteile ist Sache des Grundeigentümers Basel-Stadt und nicht Bestandteil des beantragten Baukredits. In der Parlamentsvorlage, welche dem basel-städtischen Grossen Rat vorgelegt wird, ist ein separater Beschluss zu dieser Position enthalten. (vergl. Ziff. 9.4)
Die Abklärungen an der bestehenden Substanz haben ergeben, dass im ehemaligen Frauenspital diverse Altlasten zu entsorgen sind. Zum Beispiel müssen an den Fassaden der in den sechziger Jahren erstellten Gebäudeteile grosse Mengen PCB-haltiger Fugen vorschriftgemäss abgebaut werden.
Fortsetzung >>>
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Fussnote:
7 Das City-Parking befindet sich im Finanzvermögen des Kantons Basel-Stadt.