Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Beitrag des Kantons Basel-Landschaft an die Tram- und Busdepoterweiterung Hüslimatt der BLT Baselland Transport AG, Oberwil | |
| vom: | 21. September 2004 | |
| Nr.: | 2004-233 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
4. Das Projekt
4.1. Koordination der Entscheide auf der Zeitachse
Die benötigte Depotkapazität, die Rollmaterial-Ersatz- bzw. -Neubeschaffungen und die von der öffentlichen Hand bestellten Angebotsleistungen sind kausal miteinander verknüpft:
| Nachfrage nach Transportleistungen (Kundenbedürfnisse) |
||||
| Bestellte Angebotsleistungen (Genereller Leistungsauftrag des Landrats, alle 4 Jahre) |
Benötigtes Rollmaterial (ev. Ersatz- und Neubeschaffungen) | Benötigte Depotkapazität (ev. Ersatz- , Erweiterungs- oder Neubau) | ||
Der Trambetrieb ist ein langfristiges und kapitalintensives Geschäft. Um eine optimale Effizienz und Effektivität zu erreichen, muss die BLT vorausschauend, umfassend und risikobewusst planen. Ein Problem besteht darin, dass die BLT das Rollmaterial und die Depotkapazität auf Jahrzehnte hinaus im voraus planen muss, ohne die Gewissheit zu haben, dass die Bestellungen der Angebotsleistungen durch die öffentliche Hand dann auch im angenommenen Umfang (durch 4-jährige generelle Leistungsaufträge) erfolgen.
Die nachfolgende Seite zeigt die notwendige Koordination der verschiedenen Akteure (Landrat, Regierungsrat und BLT). Damit die BLT befähigt wird, die von der öffentlichen Hand bestellten Angebotsleistungen langfristig umzusetzen und auszuführen, ist sie auf die Unterstützung der bestellenden Kantone und des Bundes angewiesen. Das Bundesamt für Verkehr ist zuständig für die Durchführung und Entscheide des Plangenehmigungsverfahrens für die Tramdepoterweiterung. Bei seinem Entscheid über die Mitfinanzierung des Projekts stützt es sich auf die Vorentscheide der beteiligten Kantone im Rahmen der noch vorhandenen Mittel des Rahmenkredits des Bundes.
Koordination der Entscheide auf der Zeitachse [PDF]
4.2 Projektbeschrieb
4.2.1 Baukörper
Das Projekt besteht aus zwei unabhängigen Baukörpern (vgl. Anhang 1 [PDF]):
| - | Die Erweiterung des bestehenden Tramdepot-Gebäudes in Richtung Osten. Im Depotgebäude werden die bestehenden Wartungsplätze an das neue Rollmaterial angepasst. |
| - | Die Erweiterung des bestehenden Busdepots in Richtung Norden. Es wird neu die Bahndiensträume beherbergen, welche bisher im Tramdepot untergebracht waren. |
4.2.2 Landerwerb der BLT
Für die Erweiterung der Abstellgleise wird zusätzliches Areal benötigt, welches von der BLT erworben werden muss (vgl. Anhang 2 [PDF]):
| - | Parzelle Nr. 102 (im Verwaltungsvermögen des Kantons): Teilflächen müssen an die BLT veräussert bzw. abgetauscht werden. Hiezu bedarf es neben der Zustimmung durch den Regierungsrat auch einer Umwidmung, welche durch den Landrat zu genehmigen ist. |
| - | Parzelle Nr. 3340 (im Finanzvermögen des Kantons): Hiezu bedarf es der Zustimmung durch den Regierungsrat. Der Landrat ist zuständig für den Beschluss über den Verpflichtungskredit. |
| - | Parzelle Nr. 105 steht im treuhänderischen Eigentum der Basellandschaftlichen Kantonalbank. Dieses Treuhandvermögen wird durch die zuständige Amtsstelle verwaltet, welche der BLT zusichert, dass die BLT dieses Grundstück erwerben kann, vorbehältlich Zustimmung durch den Regierungsrat sowie des Landrats (hinsichtlich des Verpflichtungskredites). |
| - | Auf Antrag der BLT zur Sicherstellung des vorgenannten Areals zwischen Depotstrasse und Marchbach hat die Bau- und Umweltschutzdirektion mit Brief vom 15. Mai 1991 der BLT zugesichert, dass "der Kanton nicht ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der BLT darüber verfügen wird". |
| - | Die Depotstrasse gehört der Gemeinde Oberwil. Wenn die BLT Eigentümerin des Areals zwischen Langmattstrasse und Grenzweg ist, wird von der Gemeinde keine durchgehende Erschliessungsstrasse mehr benötigt. Es genügt ein Anschluss bis zur neuen Parzellengrenze. An der Gemeindeversammlung vom 11. Dezember 2003 wurde dem Verkauf der Depotstrasse an die BLT zugestimmt. |
| - | Die Liegenschaft Parzelle 78 an der Langmattstrasse befand sich bis November 2003 im Besitz der Firma Drossa Pharm AG. Beim Verkauf an die Firma Anwander Verpackungen konnte das von dieser Parzelle nicht benötigte Land von der BLT bereits erworben werden. Über das verbleibende Areal hat die BLT entlang des Marchbaches ein unentgeltliches Geh- und Fahrrecht für eine neue Erschliessungsstrasse sowie ein Durchleitungsrecht für die Werkleitungen. |
4.2.3 Projekt: Tramdepot-Erweiterung
Gebäude
Durch die neue Depoterweiterung entsteht ein einheitliches Gebäude, das den bestehenden Bau integriert. Das bestehende Depot wird im Norden und Süden verlängert. Dadurch ist es möglich, die Abstellfläche mit den max. 47 m langen Fahrzeugen optimal auszunützen. Die bestehende Halle wurde auf die alten, 40 m langen Tramkompositionen ausgerichtet. Durch die bessere Ausnützung der vorhandenen Gleise wird die neue Depoterweiterung schmäler. Das zur Verfügung stehende Areal wird dadurch besser ausgenützt und es verbleibt mehr Reserve für zukünftige Nutzungen.
Die Depothalle wird wärmegedämmt, aber nicht beheizt. Infolge der schlechten Baugrundverhältnisse werden die Wände und Stützen mittels Pfählen auf den tragfähigen Untergrund in 5-6 m Tiefe fundiert. Die Fundation des mittleren Teiles wird so dimensioniert, dass die grosse Dachfläche bei Bedarf für eine weitere Nutzung aufgestockt werden kann. In diesem Bereich sind Betonstützen platziert. Das übrige Tragwerk wird in ähnlicher Art wie die bestehende Halle mit einer Stahlkonstruktion erstellt.
Gleisanlage
(vgl.
Anhang 3
)
Das neue Tramdepot wird als Durchfahrtsdepot betrieben. Die Fahrzeuge fahren von Norden auf dem Durchfahrtsgleis durch das Gebäude, wenden in der Südschlaufe und stellen im Abstelltrakt ein. Sie stehen dann abfahrtsbereit gegen Norden.
Im erweiterten Depot können total 46 Tramkompositionen a 47 m eingestellt werden. Für Dienstfahrzeuge und Tram-Oldtimer wird ein zusätzliches Gleis von ca. 100 m Länge benötigt. Ein weiteres Gleis wird als Umfahrungsgleis frei gehalten. Ausserhalb der Depotanlage ist ein Testgleis vorgesehen. Es dient der Beobachtung von Problemfahrzeugen unter Hitze- oder Kälteeinwirkung.
Alle spitz befahrenen Weichen werden mittels Fahrstrasse elektrisch gestellt und sind gegen unbeabsichtigtes Stellen durch Isolierungen geschützt. Die übrigen Weichen werden aufgeschnitten und können von Hand gestellt werden.
Die Gleisharfen werden vollständig ins Gebäude eingeschlossen. Dies bringt drei wesentliche Vorteile:
| - | Der Fahrlärm über die Weichen und das Geräusch beim Stellen der Weichen belästigt die Umgebung nicht. |
| - | Die Weichen sind vor der Witterung geschützt und brauchen dadurch weniger Unterhalt. Zudem kann auf die Weichenheizungen verzichtet werden, die sonst bei frei liegenden Weichen für ihre Funktionstüchtigkeit im Winter notwendig sind. Investitionskosten und beträchtliche Stromkosten können gespart werden. |
| - | Pro Gleisharfe wird nur ein Tor benötigt; dies wirkt sich günstig auf die Wartungskosten aus. |
Fahrleitung
Die Fahrleitung wird in gleicher Art wie das bestehende System ergänzt.
Brandschutzkonzept
Es liegt ein Brandschutzkonzept über die Depoterweiterung und das bestehende Gebäude ausgearbeitet vor. Das Gebäude ist in mehrere Brandabschnitte unterteilt. Die bestehende Brandmeldeanlage wird erweitert. Die Einstellhalle wird mit einer natürlichen Rauch- und Wärmeabzugsanlage ausgerüstet, die durch die Brandmeldeanlage gesteuert wird. Die Fluchtwege sind festgelegt und signalisiert.
Bauablauf
Die Bauphasen sind so festgelegt, das der Tram-, Bus- und Park&Ride-Betrieb jederzeit aufrecht erhalten bleibt. Zuerst wird das Tramdepot erweitert und die Tramfahrzeuge im neuen Erweiterungsteil remisiert. Danach werden die Anpassungen im bestehenden Tramdepot durchgeführt.
4.2.4 Umbauten im bestehenden Tramdepot
Wartungsgruben
Die bestehenden Wartungsgruben wurden für die nun bald 30-jährigen Tramfahrzeuge konzipiert. Sie sind für die neuen Fahrzeuge zu klein. Bei den neuen Niederflur-Trams sind die Ausrüstungen mehrheitlich auf dem Dach und nicht wie bisher unter dem Wagenboden angeordnet. Dies bedingt die Vergrösserung der bestehenden Unterhaltsplätze und Ergänzungen mit Hocharbeitsplätzen.
Waschanlage
Die vorhandene Waschanlage muss infolge Grubenverlängerung verschoben werden. Sie wird im Gleis 3 platziert. Dies bedingt zwei zusätzliche Gleiswechsel von Gleis 2 zu Gleis 3. Die Waschanlage wird künftig mit gereinigtem Abwasser aus der benachbarten Abwasserreinigungsanlage gespiesen. Die BLT verwendet seit Jahren gereinigtes Abwasser für die Busfahrzeuge, was sich bewährt hat. Um den Abstellplatz optimal auszunützen, wird das Gleis 3 am Tag als Waschstrasse und in der Nacht als Abstellgleis verwendet.
Unterhaltsräume
Während ca. 15 Jahren müssen zwei komplett verschiedene Tramgenerationen gewartet, gereinigt und besandet werden können. Deshalb wird ein zusätzliches Lager für die neue Tramgeneration benötigt. Die nördlichste Wartungsgrube auf Gleis 11 wird als erstes für die neuen Fahrzeuge eingerichtet. Aus diesem Grund muss der heutige Bahndienst weichen; er wird in das erweiterte Busdepot verlegt. Auch bei den übrigen Wartungsgruben herrscht seit längerer Zeit eine akute Platznot. Der abgesetzte Gebäudeteil südlich der heutigen Werkstatt wird aufgestockt, damit dort leichtes Material gelagert werden kann.
4.2.5 Projekt: Busdepot-Erweiterung
Buseinstellplätze
Das bestehende Busdepot wird in gleicher Art gegen Norden um 12 neue Buseinstellplätze erweitert. Die Fundation und Stützen werden so dimensioniert, dass auch in diesem Bereich bei Bedarf eine zusätzliche Nutzung auf dem Dach möglich ist. Das neue Depot wird an die bestehende Brandmeldeanlage angeschlossen.
Ersatz Bahndiensträume
Durch die Umnutzung des heute bestehenden Werkstatttrakts zu Gunsten der neuen Tramgeneration werden neue Räumlichkeiten für den Bahndienst benötigt. Diese sind anschliessend an die Busdepot-Erweiterung angeordnet. Es wird ein Lagerraum für Eisenbahnmaterial und Maschinen erstellt. Um den Platz optimal auszunützen, werden in der Nacht zwischen den Lagergestellen die Dienstfahrzeuge des Bahndienstes eingestellt. Im weiteren werden ein Büro, Aufenthaltsraum, Garderoben, Kleidertrocknungsraum und ein Reserveraum erstellt.
Der Lagerraum wird isoliert, aber nicht beheizt. Die übrigen Räume werden an die bestehende Fernwärmeversorgung angeschlossen.
Die Fundation und Stützen sind so dimensioniert, dass in diesem Bereich bei Bedarf eine zusätzliche Nutzung auf dem Dach möglich ist.
4.2.6 Umgebungsgestaltung
Der Strassenverlauf der neuen Erschliessungsstrasse richtet sich nach dem natürlichen Terrain und dem Böschungsverlauf des Marchbaches. Die vorhandene Uferbepflanzung wird nicht tangiert. Die Restfläche zwischen Depoterweiterungs-Gebäude und Erschliessungsstrasse wird als begrünte Ruderalfläche ausgebildet. Sie wird als Reserve für allenfalls spätere Erweiterungen oder Drittnutzungen frei gehalten. Der Platz ist befahrbar und dient als Lagerplatz für Bahnmaterial und als Zufahrt für die Feuerwehr. Die vorhandenen Bepflanzungen bei der Nordschlaufe und entlang des Streckengleises bleiben erhalten und werden wo nötig erneuert.
4.2.7 Verkehrsregime
Das Verkehrskonzept für die Depots erfüllt eine klare Trennung von Strasse und Schiene. Durch die schlanke Tramdepoterweiterung wird erreicht, dass der Strassenverkehr an keinem Punkt die Gleisanlage des Tramdepots tangiert. Die Verkehrsflächen wurden für Gelenkbusfahrzeuge dimensioniert.
Der Durchgangsverkehr durch die Depotstrasse ist bei den Gemeinden Oberwil und Therwil unerwünscht und heute mit entsprechender Signalisation unterbunden. Die Strasse dient nur der Erschliessung der anliegenden Parzellen und der Zufahrt zum Park&Ride. Für die Depoterweiterung wird die Strasse überbaut; sie muss deshalb aufgehoben werden.
Entlang dem Marchbach wird eine neue Erschliessungsstrasse erstellt. Sie dient ausschliesslich der BLT. Sie wird mit mechanischen Mitteln (Tor, Schranke oder ähnliches) für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Die Zufahrt zum Park&Ride erfolgt von Süden. Die ein- und ausfahrenden Busse kommen von Süden und über die neue Erschliessungsstrasse von Norden.
Der schwache Fuss- und Veloverkehr in der heutigen Depotstrasse wird in der Fortsetzung der Langmattstrasse über eine neue Fussgängerbrücke über den Marchbach auf den bereits bestehenden Fuss- und Radweg geführt.
Durch den Wegfall der Depotstrasse müssen die darin liegenden Werkleitungen mit Ausnahme der tief liegenden Kanalisationsleitung in die neue Erschliessungsstrasse verlegt werden.
Die bestehende Nordschlaufe kann in Ausnahmefällen von BLT-Bussen befahren werden, um das unbehinderte Wenden von Tramersatz-Bussen zu ermöglichen, wenn Tramstrecken gesperrt werden. Dies erlaubt ein optimales Umsteigen der Fahrgäste zwischen Bus und Tram.
Die Zu- und Wegfahrten zur Firma Anwander (ehem. Drossa Pharm) erfolgt ab Langmattstrasse über den vorderen Teil der neuen Erschliessungsstrasse und entlang der neuen BLT-Parzelle (um das Gebäude zurück zur Langmattstrasse).
Fortsetzung >>>
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