Vorlage an den Landrat


Antrag 2004/231-07 von Annemarie Marbet, SP betreffend Informatik/EDV-Dienstleistungen Dritter Konti 311.8 und Konti 318.8

Aufwand:
- 2'465'128.-
- 2'186'024.-
Total: -4'651'152.-


Antrag: Ablehnung


Begründung:


Ausgangslage:
Im Jahre 2004 wurden die Informatik Budgets bereits gekürzt. Die heutige Situation unterscheidet sich aber von der letztjährigen in einigen Punkten, die nachfolgend dargelegt sind.


Situation Budget 2005


Buchhalterischer Effekt
Mit dem Budget 2005 wurden die Investitionskonten für die Informatik abgeschafft. Auch alle Grossprojekte werden neu über die laufende Rechnung abgewickelt. Die Informatikprojekte wurden bisher zwar in der Investitionsrechnung verbucht, aber in der laufenden Rechnung im Jahr der Investitionsausgabe zu 100% abgeschrieben. Die Lebensdauer von Informatikgütern beträgt 5 bis 10 Jahre. Aufgrund dieser kurzen Lebensdauer wird von der sonst beim Verwaltungsvermögen üblichen Abschreibungspraxis, wonach das Objekt nach rund 30 Jahren abgeschrieben ist, abgewichen. Damit eine verwaltungsweit einheitliche Kontierung erreicht werden kann, sollen neu alle Informatikausgaben in der laufenden Rechnung verbucht werden.


Das Bruderholzspital hatte 2005 in einer ersten Budgetversion Fr. 1.15 Mio. auf Investitionen budgetiert, welche dann in die laufende Rechnung verschoben werden mussten. Aber auch das Kantonsspital Liestal (Investitionsprogramm Fr. 0.8 Mio.), das Kantonsspital Laufen (Investitionsprogramm Fr. 0.77 Mio.), JPMD (geplantes MFK Projekt: 2005: Fr 0.76 Mio.; 2006: Fr. 2.55 Mio.) haben ihre grossen Projekte bisher über Investitionen abgewickelt. Somit werden höhere laufende Kosten auf den Konten 311.80 und 318.8x ausgewiesen, das Investitionskonto aber entlastet. Wird dieser Effekt nicht ausgeglichen, fehlt dieser Betrag bei der Informatik. Im Jahre 2005 sind dies total Fr. 3.48 Mio.


Informatik unterstützt Kosteneinsparungen bei den Geschäftsprozessen
In vielen Betrieben der Privatindustrie wird heute eine Prozesskostenbetrachtung durchgeführt. Die Prozesse werden insgesamt optimiert. Die Informatik darf keinesfalls isoliert als ein Kostentreiber angesehen werden, sondern muss im Kontext des Gesamtprozesses betrachtet werden. In diesem Gesamtprozess fallen die Kosten in der Informatik an, nicht jedoch der Nutzen. Anderswo können dadurch Kosten gespart werden (z.B. elektronische Ablage von Röntgenbildern oder Dokumenten, GIS). So gibt es GAP-Massnahmen die Einsparungen in den Dienststellen bringen, jedoch zuerst ein Ausbau der Anwendung erfordern. Es gibt immer mehr Aufgaben, die mit Hilfe der Informatik erledigt werden, was eine Verlagerung der Kosten zur Informatik zur Folge hat.
Einjährige Informatikkürzungen können durch Projektverschiebungen aufgefangen werden, was aber keine wirklich langfristigen Einsparungen bewirkt und lediglich zu einem "Projektstau" führt. Auch der Projektnutzen wird auf später verschoben.


Sparpotential 2005
Grössere Informatikprojekte sind in aller Regel von strategischer Bedeutung und haben, nach sorgfältiger Überprüfung, eine hohe Priorität. Beim Betrieb existieren teilweise Liefer- und Wartungsverträge die nicht einfach gekündet werden können. Potenzial besteht bei der Rationalisierung und Betriebsverbesserung sowie bei der Beschaffung. Die Direktionen haben in einem internen Budgetzyklus bereits namhafte Reduktionen bei den Ausgaben erreicht. Mit dem Sparprogramm GAP leistet auch die Informatik ihren Beitrag. Beim ZID erfolgt z.B. die Abschaltung des Host aus Spargründen. Dies kann jedoch nur erfolgen, wenn die MFK-Anwendung durch eine neue ersetzt werden kann und das Projekt Census termingemäss vorankommt. Solchen Sparanstrengungen gehen Projekte, wie z.B. Serverkonsolidierung voraus, die aber zuerst Kosten verursachen.
Die Erhöhung des IT-Budgets 2005 ist namentlich auf die folgenden Grossprojekte zurückzuführen, welche eine hohe strategische Bedeutung aufweisen und nicht gekürzt werden dürfen.


Laufende Hauptprojekte (grösser Fr. 400'000.-, 311.80, 318.81-83)

Neue Hauptprojekte (grösser Fr. 400'000.-, 311.80, 318.81-83 )

Budgetvergleich 2005 vs. 2004 (311.80, 318.81-83)


Zusammenfassung:
Die Verschiebung der grossen Informatikprojekte vom Investitionskonto in die laufende Rechnung, die Umsetzung einiger Grossprojekte und die fortschreitende Anzahl neuer Anwendungen in der Informatik verursachen eine Erhöhung der diesjährigen Informatikkosten. Wegen den zusätzlich bereits erfolgten Kürzungen in den Direktionen und der Umsetzung der Sparmassnahmen GAP in der Informatik enthalten die budgetierten Zahlen wenig Freiraum, um alle diese grossen Projekte "aufzufangen", zumal beim Betrieb, der teilweise mit festen Zahlungsverpflichtungen verbunden ist, nur bedingt gespart werden kann. Mit der Streichung von Projekten wird der Nutzen ausbleiben und die Liste mit pendenten Projekten vergrössert sich. Von einer nachhaltigen Einsparung kann somit nicht gesprochen werden.



Antrag 2004/231-08 der SVP-Fraktion betreffend Informatik, alle Direktionen und Gerichte (Konti 311.8)

Aufwand: - 2'429'172.-


Antrag: Ablehnung


Begründung: Siehe Begründung zum Antrag 2004/231-07



Antrag 2004/231-09 der FDP-Fraktion betreffend Informatik, alle Direktionen, Spitäler und Gerichte (Konto 311.8)

Aufwand: - 2'400'000.-


Antrag: Ablehnung


Begründung: Siehe Begründung zum Antrag 2004/231-07



Antrag 2004/231-10 der CVP/EVP-Fraktion betreffend Informatik, Dienststelle: Alle Direktionen inkl. Spitäler und Gerichte (Konto 311.8)

Aufwand: - 2'400'000.-


Antrag: Ablehnung


Begründung: Siehe Begründung zum Antrag 2004/231-07



Antrag 2004/231-11 der SVP-Fraktion betreffend EDV-Leistungen Dritter, Direktionen: Alle Direktionen und Spitäler (Konto 318.8)

Aufwand: - 2'000'000.-


Antrag: Ablehnung


Begründung: Siehe Begründung zum Antrag 2004/231-07



Antrag 2004/231-12 der FDP-Fraktion betreffend EDV-Leistungen Dritter, Dienststelle: Alle Direktionen inkl. Spitäler u. Gerichte (Konto 318.8)

Aufwand: - 2'000'000.-


Antrag: Ablehnung


Begründung: Siehe Begründung zum Antrag 2004/231-07



Antrag 2004/231-13 der CVP/EVP-Fraktion betreffend Leistungen Dritter, Dienststelle: Alle Direktionen (inkl. Spitäler) und Gerichte (Konto 318.8)

Aufwand: - 2'000'000.-


Antrag: Ablehnung


Begründung: Siehe Begründung zum Antrag 2004/231-07



Antrag 2004/231-14 der SVP-Fraktion 4100 Ombudsmann (Konto 301.20)

Aufwand: - 40'000.-


Antrag: Annahme


Begründung: Mit der beantragten Kürzung um Fr. 40'000.-- einverstanden, da sie der Differenz zwischen der Einstufung des pensionierten und derjenigen des neuen Ombudsmann entspricht.



Antrag 2004/231-15 von Eva Chappuis, SP-Fraktion betreffend Bausparen (Konto 2115.400.10)

Ertrag: +4'000'000.-


Antrag: Ablehnung


Begründung: Die Zukunft des Baselbieter Bausparmodells ist noch offen. Am 28. Oktober 2004 hat der Landrat eine Standesinitiative verabschiedet, die die fakultative Einführung des Bausparens für alle Kantone vorsieht. Solange diese Standesinitiative und die ähnlich lautenden parlamentarischen Initiativen auf Bundesebene nicht behandelt sind, steht nicht fest, ob das Bausparen im Kanton Basel-Landschaft aufgegeben werden muss.



Antrag 2004/231-16 von Jürg Wiedemann, Grüne Fraktion betreffend Bausparmodell (Konto 400.10)

Ertrag: +4'000'000.-


Antrag: Ablehnung


Begründung: Siehe Begründung zum Antrag 2004/231-15



Antrag 2004/231-17 der SVP-Fraktion betreffend Fachstelle für Gleichstellung; Löhne Verwaltungspersonal, Direktion: FKD 2130 (Konto 2130.301.20)

Aufwand: - 130'000.-


Antrag: Ablehnung


Begründung: Der Betrieb der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann entspricht dem gesetzlichen Auftrag des Einführungsgesetzes zum Gleichstellungsgesetz. Die beantragte Halbierung des Personalbudgets bedeutet die faktische Auflösung dieser mit 2,2 Vollstellen besetzten Funktion. Der Landrat hat dies in der Sitzung vom 13.11.03 mit einem Stimmenverhältnis von 56 zu 25 abgelehnt. Per Saldo wird der Betrieb der Fachstelle für Gleichstellung und des Frauenrats im Rahmen der GAP-Massnahmen um 10% des Gesamtbudgets gekürzt.


Am 13. November 2003 hat der Landrat das Postulat der FDP-Fraktion betreffend Evaluation der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann (2003-237) überwiesen. Die Evaluation ist zur Zeit im Gang. Sinnvollerweise ist der Bericht des Regierungsrates zu den Resultaten der Evaluation abzuwarten, bevor pauschale Kürzungen vorgenommen werden.



Antrag 2004/231-18 der SVP-Fraktion betreffend Fachstelle für Gleichstellung; Berater, Gutachter, Experten, Direktion FKD 2130 (Konto 318.20)

Aufwand: - 127'000.-


Antrag: Ablehnung


Begründung: Der Betrieb der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann entspricht dem gesetzlichen Auftrag des Einführungsgesetzes zum Gleichstellungsgesetz. Die beantragte Streichung des Expertisenkontos verunmöglicht nicht nur die geplante projektbezogene Gleichstellungsarbeit, sondern auch die von der VSD auf 2005 befristet übernommene Umsetzung eines Teils des Impulsprogramms Familie und Beruf (rund 60'000 Fr.) . Per Saldo wird der Betrieb der Fachstelle für Gleichstellung und des Frauenrats im Rahmen der GAP-Massnahmen um 10% des Gesamtbudgets gekürzt.


Am 13. November 2003 hat der Landrat das Postulat der FDP-Fraktion betreffend Evaluation der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann (2003-237) überwiesen. Die Evaluation ist zur Zeit im Gang. Sinnvollerweise ist der Bericht des Regierungsrates zu den Resultaten der Evaluation abzuwarten, bevor pauschale Kürzungen vorgenommen werden.



Antrag 2004/231-19 von Bruno Steiger, SD, betreffend Fachstelle für Gleichstellung (Konto FKD 2130.318.20)

Aufwand: - 60'000.-


Antrag: Ablehnung


Begründung: Die beantragte Streichung würde auch die Streichung der Einnahmen von 60'000 nach sich ziehen für die von der VSD auf 2005 befristet übernommene Umsetzung eines Teils des Impulsprogramms Familie und Beruf. Per Saldo werden die Fachstelle für Gleichstellung und der Frauenrat nicht aufgebläht, sondern im Rahmen der GAP-Massnahmen um 10% des Gesamtbudgets gekürzt.



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