Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | H2 Umfahrung Sissach: Chienbergtunnel; Zusatzkreditvorlage | |
| vom: | 18. Mai 2004 | |
| Nr.: | 2004-124 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
1. Zusammenfassung
Im Jahre 1991 wurde der Kredit von 179 Millionen Franken für die Ortsumfahrung Sissach mit flankierenden Massnahmen im Ortskern vom Landrat genehmigt und vom Volk in einer Referendumsabstimmung gutgeheissen. Die Realisierung konnte aufgrund einer Bestimmung im Landratsbeschluss erst nach Vorliegen der Beitragszusicherung des Bundes erfolgen, was vorgängig die Aufnahme der Umfahrung als Verlängerung der H2 (damals J2) ins subventionsberechtigte Hauptstrassennetz bedingte. Mit ersten Vorarbeiten wurde 1997 begonnen, die Arbeiten am bergmännischen Tunnel als Herzstück der Umfahrung konnten nach einer weiteren Verzögerung durch eine Beschwerde im Vergabeverfahren erst im Frühjahr 2000 in Angriff genommen werden. Schon damals war klar, dass infolge der eingetretenen Teuerung höhere Kosten entstehen würden, welche aber in der Kreditgenehmigung mit enthalten waren.
Zusätzliche Kosten ergaben sich im Laufe der Bauarbeiten durch wesentliche Projektoptimierungen, zusätzliche Auflagen und baugrundbedingte Zusatzkosten. Diese belaufen sich insgesamt auf rund 18 Millionen Franken.
Ein erster schwerer Rückschlag ergab sich mit dem Tagbruch vom 1. Februar 2002, als im unüberbauten Gebiet östlich der Rheinfelderstrasse der teilweise ausgebrochene Tunnel auf einer Länge von 50 Metern einstürzte und sich an der Oberfläche ein Krater bildete. Die aufwändige Durchquerung des Verbruchs hatte Kosten von knapp 25 Mio. Franken und eine Verzögerung von 3/4 Jahren zur Folge. Die in Auftrag gegebene Expertise zur Schadensursache soll im Sommer 2004 abgeschlossen sein. Darauf gestützt sind je nach Ergebnis des Gutachtens allenfalls Haftungsforderungen des Kantons gegen Beauftragte abzuleiten.
Durch verschiedene tragische Ereignisse in Strassentunnels in den vergangenen Jahren wurden die Anforderungen an die Sicherheit laufend erhöht. Aufgrund einer Überprüfung wurden umfangreiche Ergänzungen auch im Chienbergtunnel vorgesehen. Diese Kosten belaufen sich auf rund 14 Millionen Franken.
Die im Herbst 2002 festgestellten Hebungen übertrafen das prognostizierte Ausmass sowohl bezüglich Höhe und wie auch raschem Auftreten. Gleichzeitig sind erste Risse und Schäden im Tunnel festgestellt worden, welche umfangreiche Massnahmen zur Abwendung der Zerstörung des Tunnelgewölbes, aber auch zur Verringerung von Auswirkungen auf das überbaute Gebiet an der Oberfläche notwendig machen. Durch die Projektverfasser ist - begleitet von einem Expertenteam und einer strategischen Gruppe - ein Vorprojekt ausgearbeitet worden. Dieses sieht Massnahmen zur Bewältigung der Hebungen auf einer Länge von 360 m mit Kosten von 41 Mio. Franken vor. Sollten sich aufgrund noch laufender Abklärungen zusätzliche Massnahmen auf weiteren der insgesamt 630 m als gefährdet beurteilten Strecken aufdrängen, müsste mit einer Erhöhung der Kosten auf bis zu 74 Mio. Franken gerechnet werden. Die Realisierung der Massnahmen wird etwa ein Jahr dauern und muss zur Gewährleistung der Tragsicherheit des bestehenden Tunnelgewölbes bis Ende 2005 abgeschlossen sein.
Aufgrund dieser Ereignisse war auch der Gedanke auf einen völligen Verzicht auf den Tunnel ein Thema. Doch kam man zum Schluss, das Bauwerk sei zu vollenden. Die Kosten einer Baueinstellung kämen den Kanton insgesamt höher zu stehen, ohne dass für die prekären Verhältnisse im Ortskern Abhilfe geschaffen wäre. Man hätte weniger als nur nichts.
Der Regierungsrat beantragt deshalb dem Landrat Zustimmung zur Fertigstellung des Tunnels mit dem Ziel der Inbetriebnahme der Umfahrung Sissach im Jahre 2006 und gleichzeitig um Genehmigung der dafür erforderlichen Zusatzkredite.
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