Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Erlass eines Gesetzes über die Abgabe von Heilmitteln durch Arztpraxen (Selbstdispensations-Gesetz, SDG) | |
| vom: | 24. August 2004 | |
| Nr.: | 2004-181 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
3. Die Haltung des Bundesrates
Die Baselbieter Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer hat am 21. März 2003 folgende Einfache Anfrage "Vergleich der Medikamentenkosten nach Vertriebsart" eingereicht:
" Der Bundesrat wird gebeten, darüber Auskunft zu erteilen, in wie weit sich der Vertriebskanal (Selbstdispensation - Apothekenvertrieb) bei den Medikamenten auf die Kostenentwicklung auswirkt.
| 1. | Welchen Einfluss hat der Vertriebskanal insbesondere in Bezug auf | |
| - | die Menge, | |
| - | die Preise, | |
| - | die Art der abgegebenen/verschriebenen Medikamente (Orginalpräparate, Generika)? | |
2. Ist mit Blick auf das Ziel der Kosteneinsparung einem Vertriebskanal der Vorzug zu geben?"
Der Bundesrat nahm dazu wie folgt Stellung:
"Daten der IHA-IMS Health (Institut für Haushaltanalysen in Hergiswil) belegen annähernd weil nicht sämtliche Daten erfassend für den rezeptpflichtigen Markt ein überproportionales Wachstum des Medikamentenumsatzes im Vertriebskanal der selbstdispensierenden (SD) Ärzte, hingegen nur ein marginales im Vertriebskanal der Apotheken. Im ersteren betrug die Veränderung hinsichtlich der Menge in den Jahren 2000 bis 2002 rund 6 Prozent, im letzteren nur gerade 0,4 Prozent. Hinsichtlich des Umsatzes betrug die Veränderung im SD-Kanal in derselben Periode rund 17 Prozent, während sie im Apothekenkanal nur gerade 8,5 Prozent ausmachte. Damit stieg der Umsatz im SD-Kanal bei ungefähr gleich bleibenden Preisindices im entsprechenden Warenkorb (Quelle: Bundesamt für Statistik) rund doppelt so stark wie beim Apothekenkanal.
Im Bereich des nichtrezeptpflichtigen Marktes wuchsen die Verkäufe der SD-Ärzte seit 1995 jedes Jahr fast doppelt so stark als diejenigen der Apotheker. Daraus ist zu schliessen, dass die SD-Ärzte hinsichtlich der Medikamentenverkäufe einen immer aktiveren Part spielen. Dies dürfte u. a. darauf zurückzuführen sein, dass das Einkommen des SD-Arztes nicht zuletzt auch von der Menge der verschriebenen und der abgegebenen Medikamente abhängt."
Der Bundesrat zieht aufgrund der verschiedenen Statistiken folgendes Fazit:
"Nach dem Gesagten stellt der Bundesrat fest, dass der Vertriebskanal der Apotheken mit Blick auf das Ziel der Kosteneinsparung zu bevorzugen ist. Dies vor dem Hintergrund, dass auch in der Schweiz die Gesundheit der Patienten am wirksamsten wie dies bereits in den meisten EU-Staaten der Fall ist durch eine konsequente Trennung von Medikamentenverschreibung und Medikamentenabgabe ("4-Augenprinzip") sichergestellt werden kann."
Die Ärztegesellschaft Baselland hat umgehend den bundesrätlichen Standpunkt kritisiert.
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