Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Bewilligung der Verpflichtungskredite für die Sanierung der Schlammbehandlung der ARA Ergolz 2 in Füllinsdorf und für die Optimierung der Betriebsräume "Anlagen im Netz" auf dem Areal der ARA Ergolz 2 | |
| vom: | 28. Oktober 2003 | |
| Nr.: | 2003-250 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
5. Lösungsmöglichkeiten
5.1 Lösungsmöglichkeiten für die Schlammbehandlung der ARA Ergolz 2
Im Rahmen einer 2002 abgeschlossener Studie wurden zwei grundsätzliche Konzepte für die künftige Schlammbehandlung der ARA Ergolz 2 näher untersucht:
| - | Konzept 1: Schlammbehandlung wie bis anhin mittels Faulung und Verbrennung des ausgefaulten und entwässerten Schlammes |
| - | Konzept 2: Verzicht auf Faulung, Verbrennung des entwässerten Frischschlammes |
Der Konzeptvergleich zeigt, dass dank der relativ günstigen Sanierungskosten der bestehenden Bausubstanz und der höheren Schlammentsorgungskosten bei fehlender Faulung die Jahreskosten des Konzeptes 1 wesentlich geringer ausfallen.
Zudem sind die Betriebssicherheit, die Stabilität und die Flexibilität der Schlammbehandlung mit einer Faulung wesentlich höher zu bewerten.
Für die mögliche Verwertung des Faulgases wurden folgende Varianten untersucht:
| - | Variante 1: Abgabe des Klärgases über die bestehende Leitung zur Wärmeproduktion an das Fernheizkraftwerk Liestal des AIB |
| - | Variante 2: Bau eines neuen Blockheizkraftwerkes zur Verstromung des Klärgases |
| - | Variante 3: Einspeisung des Klärgases in die nahe Erdgasleitung der Industriellen Werke Basel (IWB); Nutzung des Klärgases als alternativer Fahrzeugtreibstoff. |
Unter Berücksichtigung des anstehenden sehr aufwendigen Sanierungsbedarfs der bestehenden Leitung scheidet die Variante der Nutzung des Klärgases im Fernheizkraftwerk als teuerste Variante aus.
Mit einem Blockheizkraftwerk kann höherwertige elektrische Energie erzeugt werde, dafür muss ein Grossteil der Wärmeenergie wegen fehlenden Abnehmern wirkungslos vernichtet werden.
Die Nutzung des Klärgases als Fahrzeugtreibstoff garantiert die 100% Nutzung des gesamten Energieinhaltes des Klärgases und ist wirtschaftlich wegen der hohen Rückliefertarife (steuerbefreit) die interessanteste Variante. Eine in Auftrag gegebene Ökobilanz zeigt, dass der ökologische Nutzen der Variante Einspeisung in das Erdgasnetz und Nutzung als Treibstoff höher bewertet wird als die Verstromung des Klärgases.
Die folgende Tabelle zeigt die Gegenüberstellung der Jahreskosten der drei Varianten:
| Fernheizkraftwerk | Blockheizkraftwerk | Treibstoff über Erdgasleitung |
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| Investition (CHF) | 1'500'000.- | 500'000.- | 740'000.- |
| Kapitaldienst (CHF/a) | 120'000.- | 50'000.- | 70'000.- |
| Betriebskosten (CHF/a) | 15'000.- | 35'000.- | 12'000.- |
| Erlös (CHF/a) | 55'000.- | 110'000.- | 180'000.- |
| Erfolg '+' / Verlust '-' (CHF/a) | - 80'000.- | + 25'000.- | + 98'000.- |
5.2 Lösungsmöglichkeiten für die Betriebsräume "Anlagen im Netz"
Ausgehend von der Problemanalyse wurden die Varianten
- Einmietung
- Neubau
- Nutzung bestehender Räumlichkeiten in AIB-Anlagen
untersucht und hinsichtlich der Ziele bewertet.
Einmietung:
Mehr als ein Dutzend Mietobjekte wurden in den letzten Jahren auf Basis von Machbarkeitsstudien untersucht und die Kosten zusammengestellt. Aufgrund des speziellen Raumbedarfs (Werkstatt, Büro, Lager, Dienstfahrzeuge und Lastwagen) wären bei allen in Frage kommenden Mietobjekten hohe Investitionskosten (> CHF. 200'000.--) für bauliche Anpassungen nötig. Zusammen mit den fälligen Mietkosten führt die Variante Einmietung über die betrachtete Nutzungsdauer durchwegs zu höheren Gesamtkosten als ein optimierter Neubau.
Die kostengünstigste Einmietung verursacht Jahreskosten von CHF. 210'000.-.
Neubau:
Im Zusammenhang mit dem Neubau einer Schlammtrocknung auf dem Areal der ARA Ergolz 2 (2001, zwischenzeitlich fallengelassen) wurde ein weitgehender Neubau der Betriebsräume projektiert. Die entsprechenden Jahreskosten beliefen sich auf CHF. 180'000.-.
Nutzung bestehender Räumlichkeiten in AIB-Anlagen:
Wie im Kapitel 3 "Bedarf" erwähnt, befinden sich heute die Fahrzeuge des Kanalunterhaltes, ein Büro und ein Teil des Lagers auf der ARA Ergolz 2 in Füllinsdorf. Dafür werden bestehende Gebäude genutzt.
Da der alte Gasometer der ARA Ergolz 2 ersetzt werden muss (Kapitel 3.3), bietet sich nun die ideale Gelegenheit, die bestehenden Gebäude des Kanalunterhaltes umzunutzen und nur die fehlenden Räumlichkeiten zu erstellen.
Im Vergleich mit einer Einmietung oder einem totalen Neubau resultieren die geringsten Jahreskosten von CHF 150'000.-.
Zudem ist der Standort zentral gelegen und verkehrstechnisch optimal erschlossen. Synergien mit der Kläranlage und der geplanten Sanierung der Schlammbehandlung ermöglichen eine weitere Betriebskostenoptimierung.
Geeignete Räumlichkeiten auf anderen AIB-Anlagen sind keine vorhanden.
Fortsetzung >>>
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