Vorlage an den Landrat


6. Die gewählte Lösung

6.1 Projektbeschreibung Schlammbehandlung ARA Ergolz 2


Die Schlammbehandlung wird gemäss Abb. 4 und Abb. 5 konzipiert. Alle bestehenden Gebäude der Schlammbehandlung werden weiter genutzt und ins Gesamtkonzept integriert. Wo möglich und sinnvoll werden bestehende Anlagenteile in ihrer Funktion beibehalten und saniert oder umfunktioniert und umgenutzt. Elektromechanische Aggregate sowie die Mess- und Steuerungstechnik sind mit wenigen Ausnahmen zu erneuern.


Abb. 3: Verfahrensschema Schlammbehandlung ARA Ergolz 2, Situation heute


Abb. 4: Verfahrensschema Schlammbehandlung ARA Ergolz 2, Situation Projekt


Abb. 5: Übersichtsplan ARA Ergolz 2 mit Bauteilen für die geplanten Massnahmen


Im Folgenden sind die einzelnen Massnahmen kurz beschrieben:


Schlammentnahme (1)
Die bestehenden, ungenutzten alten Belebungsbecken werden zu Stapelbecken für den Überschussschlamm umgebaut. In drei Becken wird der in der biologischen Reinigungsstufe der ARA produzierte Überschussschlamm zwischengespeichert.
Über eine Schlammsiebung und eine mechanische Schlamm-Voreindickung wird der Überschussschlamm in die Faulraum-Vorlage gefördert und dort mit dem gesiebten Frischschlamm aus der Vorklärung gemischt.


Schlammfaulung (2)
Die beiden bestehenden Faultürme werden umfassend saniert. Anstelle der heutigen Betriebsweise wird nur noch ein Turm zur Schlammfaulung genutzt. Der andere Turm wird als Schlammstapel ausgerüstet. Die notwendigen Erhaltungsmassnahmen können so, ohne betriebliche Nachteile in Kauf nehmen zu müssen, minimiert werden.


Klärgasverwertung (3)
Das durch den anaeroben Faulprozess entstehende Gas wird gefasst und als Ausgleich im neuen Gasometer gespeichert. Über die notwendige Aufbereitung (Trocknung, Druckerhöhung) wird das Klärgas mittels einer neuen Leitung in die bestehende Erdgasleitung der IWB eingespiesen. Das Klärgas wird als Fahrzeugtreibstoff verwendet.


Schlammbehandlungsgebäude, Werkleitungstunnel (4)
Im bestehenden Schlammbehandlungsgebäude werden die elektromechanischen Aggregate wie Schlammvoreindickung, Schlammsiebung, Schlammentwässerung, Gasaufbereitung, alle notwendigen Schlammpumpen sowie der Schaltraum für die Steuerung der gesamten Schlammbehandlung angeordnet.
Über eine neue Schlammentwässerung (Zentrifuge) wird der ausgefaulte Schlamm entwässert. Gegenüber der heutigen Maschine (Entwässerungsgrad ca. 22% Trockensubstanzgehalt (TS)) wird der Entwässerungsgrad massiv auf 30-35% TS erhöht und das Schlammmvolumen um ca. 50% reduziert. Über eine Verteileinrichtung wird der entwässerte Klärschlamm in neue Grossmulden gefördert. Die Mulden werden per LKW zur Schlammverbrennung in die ProRheno AG in Basel abgeführt.
Der bestehende Werkleitungstunnel zwischen Betriebsgebäude der ARA und der Schlammbehandlung wird baulich instand gesetzt. Es sind die Fugen und diverse Wassereindringstellen zu sanieren.


Umgebung, Gestaltung (5)
Im Zusammenhang mit dem neuen Standort des Gasometers und der notwendigen Manövrierfläche zum Abtransport der Grossmulden sind geringe Anpassungen an den bestehenden Verkehrswegen notwendig.
Nach Abschluss der Bauarbeiten im Bereich der Überschussschlamm-Stapelbecken soll der defekte Belag der bestehenden Zufahrt durch sickerfähige Verbundsteine ersetzt werden.
Die notwendige neue Verkleidung der isolierten Faultürme soll mit Holz realisiert werden.


6.2 Projektbeschreibung Betriebsräume "Anlagen im Netz"


Alle bestehenden Gebäude des Kanalunterhalts können genutzt werden, so dass nur für die fehlenden Räume ein Erweiterungsbau nötig wird.


Abb. 6: Übersichtsplan mit geplanten Gebäuden "Anlagen im Netz"


Ein Teil des bestehenden Gebäudes wird so saniert, dass die notwendigen Infrastrukturräume wie Garderoben, Büros und Aufenthaltsraum Platz finden. Der Rest des Gebäudes wird unverändert als Lagerraum belassen.


Zwischen diesem Gebäude und der vorhandenen Lastwagengarage wird die neue Werkstatt als einfache Holzhalle eingepasst.


Die notwendigen restlich benötigten Lagerflächen und Fahrzeugunterstände werden als einfacher Carport in Holzbauweise konzipiert.


Der Innenhofbereich der Gebäude wird mittels sickerfähige Verbundsteinen befestigt.


Im Zusammenhang mit den Baumassnahmen werden gemeinsam mit der Gemeinde Füllinsdorf alle Sauberwasserleitungen und die gemeindeeigene Strassenentwässerung, die bis anhin in die Kläranlage geführt wurden, konsequent getrennt und direkt der Ergolz zugeführt.


6.3 Auswirkungen


6.3.1 Auswirkungen Schlammbehandlung ARA Ergolz 2


Mit den vorgestellten Erhaltungs- und Optimierungsmassnahmen wird die Schlammbehandlung der ARA Ergolz 2 für die nächsten 20 Jahre sichergestellt.


Dank der besseren Entwässerung des Klärschlamms können die Entsorgungskosten um ca. CHF. 100'000.- pro Jahr reduziert werden. Zudem reduzieren sich die Fahrten von der ARA Ergolz 2 zur ProRheno AG von heute ca. 450 auf rund 150 pro Jahr.


Die Abgabe des Klärgases an die IWB verbessert die Betriebsrechnung gegenüber heute um zusätzliche CHF. 100'000.-.


Durch die Schlamm-Voreindickung, die bessere Isolation des Faulturmes und die Wärmerückgewinnung aus dem ausgefaulten Schlamm wird der Wärmebedarf gesenkt.


Die Schlamm-Voreindickung entlastet die Faulung. Es kann somit zusätzlich hochkonzentriertes Abwasser zur direkten Behandlung im Faulturm angenommen werden, was die Wirtschaftlichkeit stark erhöht. Kontakte mit interessierten Industrien laufen und entsprechende Tests werden noch dieses Jahr erfolgen.


Die Belastung der biologischen Stufe der ARA durch die Rückläufe aus der Schlammbehandlung verändern sich gegenüber dem heutigen Zustand kaum. Somit hat die Sanierung der Schlammbehandlung keinen Einfluss auf die Reinigungsleistung der ARA. Das gewählte Konzept lässt die Option auf eine separate Stickstoffelimination (Entstickung) der Rückläufe zu.


6.3.2 Auswirkungen Betriebsräume "Anlagen im Netz"


Das Zusammenlegen der Abteilung AN an einem Standort vereinfacht die Führung der Mitarbeitenden und die Betriebsabläufe.


Die heute nur ungenügend genutzten Gebäude des Kanalunterhaltes können optimal bewirtschaftet werden. Es wird kein zusätzliches Land benötigt.


Der optimale Standort in Füllinsdorf für das Tätigkeitsfeld der Abteilung "Anlagen im Netz" verkürzt die Fahrzeiten gegenüber dem Standort Bubendorf. Die so erzielte Produktivitätssteigerung beträgt ca. Fr. 20 000.-- pro Jahr.


Der frei werdende Raum auf der ARA Frenke 3 in Bubendorf verschafft dort die gewünschten Voraussetzungen zum längeren Betrieb mit der heutigen Infrastruktur. Die später geplanten Baumassnahmen auf der ARA Frenke 3 vereinfachen sich.


Durch den Standort auf dem Areal der ARA Ergolz 2 können Synergien mit der ARA wie zum Beispiel die vorhandenen Medien (Wärme, Druckluft, Brauchwasser) und die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur wie Stapler etc. ausgeschöpft werden.



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