Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Die Subventionierung des Orchesters basel sinfonietta für die Jahre 2004-2006 | |
| vom: | 11. November 2003 | |
| Nr.: | 2003-276 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
4. Perspektiven 2004-2006
4.1. Künstlerische Entwicklung und regionale Ausstrahlung
Für die zukünftige Entwicklung der basel sinfonietta ist es wichtig, dass der künstlerische Betrieb des Orchesters qualitativ ausgebaut wird. Es geht nicht um einen quantitativen Ausbau des Programms. Dieser Qualitätsausbau hat mehrere Komponenten:
| - | Das Orchester muss die gestiegene Zahl an Einladungen und Engagements im Inland und Ausland wahrnehmen resp. realisieren können, wenn es sich entwickeln will. Dank dieser Projekte und Programme fliesst künstlerisches und ensemblespezifisches Know how zurück in den Musikbetrieb der Region Basel. |
| - | Der Probenbetrieb des Orchesters wird dadurch nicht kleiner sondern grösser/intensiver, nur so kann die Qualität entwickelt werden. |
| - | Das Orchester braucht in der Region Basel starke Partner/innen; dies nicht nur für seine Konzerte und Programme, sondern auch auf der Seite der öffentlichen Hand. Das fördert die künstlerische Kontinuität und die betriebliche Sicherheit für das Orchester. |
4.2. Finanzielle Aspekte
Die basel sinfonietta kann den Anforderungen gegenüber seinen Mitgliedern und den Ansprüchen der regionalen Konzertpartner nur nachkommen, wenn die finanzielle Basis deutlich verbessert wird. Sonst kann die basel sinfonietta schon in zwei Jahren weder das künstlerische Niveau noch den betrieblichen Organisationsgrad halten geschweige denn ausbauen. Folgende Optionen sind nötig:
| - | Die projektorientierten Entschädigungen für die langjährigen Musiker und Musikerinnen sind seit fast 10 Jahren gleich tief (siehe 3.4.); sie müssen aus Konkurrenzgründen um 25-35% angehoben werden. Der Verein basel sinfonietta muss in diesem Kontext auch die gestiegenen Anforderungen im Bereich der Sozialkosten neu regeln. |
| - | Die steigenden Anforderungen an die künstlerische Qualität machen eine punktuelle Verstärkung des Probenbetriebs nötig. Dabei spielt eine Rolle, dass es in der Region - neben dem Sinfonieorchester Basel - nur ein Ensemble in dieser Grösse gibt, das den regionalen Partnern zur Verfügung steht. Die Verkleinerung der basel sinfonietta macht aus Konkurrenzgründen und aus programmlicher Sicht keinen Sinn. |
| - | Eine finanziell angemessen ausgestattete basel sinfonietta kommt auch den regionalen Chören und Veranstaltern/innen zu Gute. Nur so ist gewährleistet, dass für die grossen Werke auch ein Orchester in adäquater Stärke und guter Qualität zur Verfügung steht. |
| - | Die basel sinfonietta braucht eine stärkere Basisfinanzierung, damit sie auf dem "Markt" präsent sein kann. Die Basisfinanzierung kann nur durch die öffentliche Hand sichergestellt werden. Erst auf dieser Basis kann auch die Beschaffung zusätzlicher Drittmittel ins Auge gefasst werden. |
4.3. Der neue Finanzrahmen
Mit einer Aufstockung des Budgets resp. der Basisfinanzierung durch die öffentliche Hand um netto CHF 295'000.-- ab 2004 könnten drei Effekte erzielt werden:
| - | Der Eigenfinanzierungsdruck durch die Orchestermitglieder nimmt ab; die Motivation wird erhöht. |
| - | Der Eigenfinanzierungsgrad des Orchesters kann erhöht werden. |
| - | Der Produktionsdruck (Mieten, Transporte, Technik, Werbung) kann durch effizienteren Einsatz der Mittel gesteigert werden. |
Gemäss Modellbudget 2004 (-2006) steigt das Budget auf CHF 2'179'415.-- (Anhang 6).
Für Eigenproduktionen werden neu CHF 1'312'750.-- und für Engagements CHF 491'560.-- aufgewendet. Beide Posten werden wegen der angehobenen Musiker-Entschädigungen höher ausfallen. Das Orchester weist mit den Einnahmen aus Eintritten und Engagements in der Höhe von CHF 966'500.-- (45%), und Sponsorenerträgen (Firmen, Stiftungen) von CHF 425'325.-- (20%) erneut einen sehr guten Eigenfinanzierungsgrad aus. Die Verwaltungs- und Organisationskosten sind mit CHF 330'000.-- (15%) wegen der Sozialleistungen etwas höher veranschlagt.
Die ordentliche Subventionen 2003 von Basel-Stadt* betragen CHF 305'000.-- (Subventionsvertrag) und der Sonderbeitrag des Kantons Basel-Landschaft* CHF 345'000.-- (neu Subventionsvertrag); weitere veranschlagte Beiträge der öffentlichen Hand machen CHF 63'000.-- aus. (total 32%). Damit nimmt der Anteil der öffentlichen Hand um 10% zu, was angesichts der aktuellen Bedingungen auf dem Kulturmarkt Markt nicht verwunderlich resp. normal ist.
* = Ab 2004 entfällt die BS Subvention, BL übernimmt den BS-Anteil.
Abschliessend gilt es, auf ein strukturelles Dilemma für die basel sinfonietta hinzuweisen, das auch nach der Subventionserhöhung resp. der finanziellen Besserstellung auf Budgetebene immer bis zu einem gewissen Grad bestehen bleibt, wenn auch nicht mehr im selben Masse. Die Kosten der basel sinfonietta sind im Vergleich zum hochsubventionierten Sinfonieorchester Basel (SBO) zwar tief. Die SBO hingegen hat entsprechend tiefe Orchestertaxen. Für die Veranstalter und Chöre sind wegen des Engagements beim Theater und der AMG Termine bei der SBO kaum zu bekommen; d.h. die tiefen Orchestertaxen können gar nicht in Anspruch genommen werden. Bei der basel sinfonietta wiederum stehen zwar Termine zur Verfügung, aber zu vergleichbar hohen Orchestertaxen, obwohl die Musiker/innnen des Orchester viel eigenes Geld in das Orchester investieren. In diesem Sinne gilt es auch, die basel sinfonietta konkurrenzfähiger zu machen.
4.4. Sponsoring / Einnahmen
Es wurde bereits auf den im Vergleich zu anderen Institutionen hohen Selbstfinanzierungsgrad der Programme und Projekte der basel sinfonietta hingewiesen (3.4.). Vor allem im Bereich Sponsoring ist die Ertragsleistung schweizweit rekordverdächtig. Und es ist durchaus anzunehmen, dass Publikum und Sponsoren/Gönner dem Orchester auch weiterhin treu bleiben. Gleiches gilt auch für die Partner/innen im Programmbetrieb.
Allerdings dürfte es so sein, dass der Anteil der Eintrittspreise, Produktionsbeiträge und Drittmittel nicht ansteigen sondern bestenfalls stärker vor Ort und produktionsbezogen anfallen wird. Wohl ist die Bereitschaft des Publikums und bei den Sponsoren, für teure Tickets und hohe Beiträge im Vergleich zu anderen Sparten noch einigermassen intakt. Aber diese Erträge können kaum mehr für die Bestreitung der Basiskosten verwendet werden. Und ohne die vorfinanzierte Basis nimmt die Bereitschaft der erwähnten Beiträger nicht zu sondern erfahrungsgemäss ab - dies unabhängig von den wirtschaftlichen oder konjunkturellen Rahmenbedingungen.
Fortsetzung >>>
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