Vorlage an den Landrat


2. Kulturpolitische Ausgangslage / Zielsetzung

Das Baselbiet weist ein reiches Musikleben aus. Und dies obwohl das "kulturelle Zentrum" der Region in der Stadt Basel liegt. Die vor dreissig Jahren gegründeten Jugendmusikschulen(JMS) haben bildungs- und kulturpolitisch Früchte getragen. Auf allen Ebenen und in allen Formationen gibt es gute Musiker/innen und Ensembles. In diesem Sinne ist das Musikleben im Baselbiet nicht nur programmlich reich sondern hat generell einen professionelle Status.


Ein paar Beispiele seien hier angeführt:


Die vielfältige Musikszene findet auch in der Förderung des Kantons ihre Entsprechung. Im dossier kultur.bl (September 2002) wird die zeitgenössische Musikförderung für die Jahre 2002-2005 als kultur- und förderpolitische Priorität definiert . Dies zeigt sich auch an den Massnahmen der letzten Jahre:


Diese Massnahmen neuerlichen Datums stehen ergänzend zu den bisherigen Programmen (Orchester-, Chor- und Rockförderung) und den Engagements in Liestal, Rümlingen oder Pratteln (Z7).


Das starke kulturpolitische Engagement im Bereich Musik macht Sinn, weil Musik im Gegensatz zu den Sparten Theater oder Kunst z.B. nicht zwingend einer städtischen Struktur bedarf, wenn man von den grossen Sinfoniekonzerten und der Oper absieht. Und im Bereich Musik zeigt sich die Qualität dank der guten Grundausbildung auch im Laiensektor auf hohem Niveau.


Diese kulturpolitische Schwerpunktbildung durch den Kanton Basel-Landschaft entstand zudem in Absprache mit den Behörden in Basel-Stadt , die sich seit 1999 namhaft in den Sparten Neue Medien und Kunst engagieren. Ausnahmen bildeten im Musiksektor die Aufstockung der Subvention des Kammerorchesters Basel und des Phoenix Ensembles.


Betrachtet man das Ensemble der basellandschaftlichen Musikförderung, dann fehlt dem Baselbiet zum jetzigen Zeitpunkt als Ergänzung ein Orchester, das im Kanton durch seine künstlerische Präsenz und Ausstrahlung identitätsstiftendes Gewicht hat. Und wer in Betracht zieht, wie wichtig Orchester und Chöre als Ensembles für eine lebendige Musik- und Kulturszene sind, dem wird einleuchten, dass diese "Lücke" geschlossen werden sollte, falls sich die Chance bietet.


Nun eröffnet sich zum jetzigen Zeitpunkt die Möglichkeit, dass das Baselbiet "ein eigenes Orchester" bekommen könnte . Mit der basel sinfonietta steht ein Ensemble zur Verfügung, das selber an einem Wendepunkt seiner künstlerischen Entwicklung steht - sowohl programmlich als auch finanziell. Das Orchester ist im Baselbiet durch Aufführungen und Kooperationen mit Chören gut eingeführt. Es geniesst in der Region Basel einen sehr guten Ruf.


Und unter Berücksichtigung der oben genannten Erwägungen und der Tatsache, dass das Orchester in Basel-Stadt wegen anderweitiger Prioritäten seinen zukunftssichernden Subventionsstand kurzfristig nicht erhöhen kann, macht es Sinn, die Option für eine "Übernahme" dieses Orchesters durch den Kanton Basel-Landschaft konkret einzulösen; dies unter kulturpolitischen, finanziellen und baselbieterischen Gesichtspunkten.



Fortsetzung >>>
Back to Top