Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Die Subventionierung des Orchesters basel sinfonietta für die Jahre 2004-2006 | |
| vom: | 11. November 2003 | |
| Nr.: | 2003-276 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
2. Kulturpolitische Ausgangslage / Zielsetzung
Das Baselbiet weist ein reiches Musikleben aus. Und dies obwohl das "kulturelle Zentrum" der Region in der Stadt Basel liegt. Die vor dreissig Jahren gegründeten Jugendmusikschulen(JMS) haben bildungs- und kulturpolitisch Früchte getragen. Auf allen Ebenen und in allen Formationen gibt es gute Musiker/innen und Ensembles. In diesem Sinne ist das Musikleben im Baselbiet nicht nur programmlich reich sondern hat generell einen professionelle Status.
Ein paar Beispiele seien hier angeführt:
| - | Mit dem Blasorchester der Region Basel (BOBL) kommt ein weltweit gereistes und preisgekröntes Blasmusikensembles aus dem Baselbiet. |
| - | Die Orgelkonzerte im Arlesheimer Dom sind weit über die Region hinaus bekannt. |
| - | Das Festival Neue Musik in Rümlingen gehört zu den bekanntesten Veranstaltungen im Bereich zeitgenössische Musik in der Schweiz. |
| - | Das Festival Viva Cello in Liestal hat überregionalen Charakter bekommen. |
| - | Es gibt hier eine sehr lebendige Rock- und Popszene. |
| - | Mit der Kantorei St. Arbogast in Muttenz und mit dem Regio Chor in Binningen sorgen - neben einer lebendigen Chorszene - zwei Chöre immer wieder für herausragende Konzerte. |
| - | Und in den Gymnasien des Kantons gibt es dank den ausgebauten Musikabteilungen seit Jahren immer wieder spartenübergreifende Musikprojekte mit Uraufführungen und speziellen Inszenierungen. |
Die vielfältige Musikszene findet auch in der Förderung des Kantons ihre Entsprechung. Im dossier kultur.bl (September 2002) wird die zeitgenössische Musikförderung für die Jahre 2002-2005 als kultur- und förderpolitische Priorität definiert . Dies zeigt sich auch an den Massnahmen der letzten Jahre:
| - | Der Kanton Basel-Landschaft hat sich 2001 namhaft am Europäischen Musikmonat beteiligt, der weit über die Grenzen der Region hinaus starke Beachtung gefunden hat. |
| - | Daraus ergab sich das nicht minder namhafte finanzielle aber auch inhaltliche Engagement beim Nachfolgeprojekt "Gare du Nord - Bahnhof für zeitgenössische Musik" (2002), dessen Start erfolgreich ist und ganz im Sinne der Zielsetzungen funktioniert. |
| - | Auf Anfang 2003 haben die beiden Kulturabteilungen BS und BL ein neues regionales Musikförder-Modell in Kraft gesetzt. Es stehen für zeitgenössische Musikprojekte neu CHF 420'000.-- p.a. zur Verfügung; die Geschäftsführung obliegt der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion BL. |
Diese Massnahmen neuerlichen Datums stehen ergänzend zu den bisherigen Programmen (Orchester-, Chor- und Rockförderung) und den Engagements in Liestal, Rümlingen oder Pratteln (Z7).
Das starke kulturpolitische Engagement im Bereich Musik macht Sinn, weil Musik im Gegensatz zu den Sparten Theater oder Kunst z.B. nicht zwingend einer städtischen Struktur bedarf, wenn man von den grossen Sinfoniekonzerten und der Oper absieht. Und im Bereich Musik zeigt sich die Qualität dank der guten Grundausbildung auch im Laiensektor auf hohem Niveau.
Diese kulturpolitische Schwerpunktbildung durch den Kanton Basel-Landschaft entstand zudem in Absprache mit den Behörden in Basel-Stadt , die sich seit 1999 namhaft in den Sparten Neue Medien und Kunst engagieren. Ausnahmen bildeten im Musiksektor die Aufstockung der Subvention des Kammerorchesters Basel und des Phoenix Ensembles.
Betrachtet man das Ensemble der basellandschaftlichen Musikförderung, dann fehlt dem Baselbiet zum jetzigen Zeitpunkt als Ergänzung ein Orchester, das im Kanton durch seine künstlerische Präsenz und Ausstrahlung identitätsstiftendes Gewicht hat. Und wer in Betracht zieht, wie wichtig Orchester und Chöre als Ensembles für eine lebendige Musik- und Kulturszene sind, dem wird einleuchten, dass diese "Lücke" geschlossen werden sollte, falls sich die Chance bietet.
Nun eröffnet sich zum jetzigen Zeitpunkt die Möglichkeit, dass das Baselbiet "ein eigenes Orchester" bekommen könnte . Mit der basel sinfonietta steht ein Ensemble zur Verfügung, das selber an einem Wendepunkt seiner künstlerischen Entwicklung steht - sowohl programmlich als auch finanziell. Das Orchester ist im Baselbiet durch Aufführungen und Kooperationen mit Chören gut eingeführt. Es geniesst in der Region Basel einen sehr guten Ruf.
Und unter Berücksichtigung der oben genannten Erwägungen und der Tatsache, dass das Orchester in Basel-Stadt wegen anderweitiger Prioritäten seinen zukunftssichernden Subventionsstand kurzfristig nicht erhöhen kann, macht es Sinn, die Option für eine "Übernahme" dieses Orchesters durch den Kanton Basel-Landschaft konkret einzulösen; dies unter kulturpolitischen, finanziellen und baselbieterischen Gesichtspunkten.
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