Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | ETH-Institut für Systembiologie in Basel; Partnerschaftliches Geschäft | |
| vom: | 11. November 2003 | |
| Nr.: | 2003-275 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
1. Zusammenfassung
Der Regierungsrat beantragt dem Landrat, die Anschubfinanzierung eines neuen Forschungsinstituts für Systembiologie unter der Federführung der ETH mit einem Beitrag von insgesamt zehn Mio. Franken für die Jahre 2004-2007 zu unterstützen. Dem Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt liegt ebenfalls ein entsprechender Antrag seines Regierungsrates vor. Der Regierungsrat ist überzeugt, dass das vorliegende Projekt, in der Region Basel ein ETH-Institut im Bereich der Life Sciences anzusiedeln, eine einmalige Chance für die Region, aber auch für den gesamten schweizerischen Forschungsplatz darstellt, das den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort nachhaltig stärken wird.
Das Projekt zur Gründung eines neuen Forschungsinstituts nach dem Vorbild des Biozentrums wird seit Anfang 2001 in enger Zusammenarbeit zwischen den Regierungen beider Basel, Vertretern der Pharma-Industrie, der Universität und des Bundes verfolgt. Geplant ist die Errichtung eines Instituts für Systembiologie, dessen Grundfinanzierung aus der öffentlichen Hand sichergestellt wird und das einen hohen Anteil an Drittmitteln einwerben soll. Organisatorisch soll es ab 2008 als Departement der ETH Zürich mit Standort in der Region Basel betrieben und finanziert werden.
Systembiologie ist das Forschungsgebiet der Zukunft, das die bisherigen Erkenntnisse der Molekularbiologie wie der organismischen Biologie zum ganzheitlichen kreativen Verständnis von Organismen und letzten Endes des menschlichen Organismus verschmilzt. Dieses Pioniergebiet wird von einer kleinen, aber zunehmenden Anzahl von renommierten Instituten der Weltspitze erschlossen. In Europa wäre das Basler Institut das erste seiner Art.
Die Zielgrösse für das Institut ist ein Jahresbudget von 40 Mio. Franken. Dieser Wert soll schrittweise über sechs Jahre erreicht werden. In der Anlaufphase 2004-2007 sollen gesamthaft 45 Mio. Franken eingesetzt werden, um die Gründung und den Start des Instituts zu ermöglichen. Nach diesen Jahren der Anschubfinanzierung, die sich aus mehreren Quellen speisen wird, soll die Institution mit Standort in der Region Basel vollumfänglich aus ETH- sowie Drittmitteln finanziert werden.
Die Regierungen von Basel-Landschaft und Basel-Stadt beantragen den Parlamenten, für die Aufbauphase 2004-2007 insgesamt 20 Mio. Franken bereitzustellen, d.h. zehn Mio. Franken pro Kanton in Form eines Verpflichtungskredits.
Seit Anfang 2001 sind intensive Projektarbeiten im Gang, um in Basel zur Stärkung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts ein neues, pionierhaftes Forschungsinstitut nach dem Vorbild des Biozentrums zu errichten. Am Anfang stand der Versuch, ein Basel Institute for Diseases of Ageing (BIDA) zu gründen. Die Regierungen von Basel-Stadt und Basel-Landschaft hatten dazu Startkapital für die Weiterentwicklung der ersten Projektideen beschlossen. BIDA konnte aus verschiedenen Gründen nicht realisiert werden. Dennoch blieb das Ziel bestehen, der Region Basel zu einem zukunftsgerichteten Forschungsinstitut zu verhelfen. Nicht zuletzt auch nach Interventionen bei Bundesrätin Ruth Dreifuss und auf Anregung des Staatssekretärs für Wissenschaft und Forschung Dr. Charles Kleiber wurde ausgehend von der Initiative der beiden Basel neu ein Forschungsinstitut ins Auge gefasst, dessen Grundfinanzierung aus der öffentlichen Hand sichergestellt und das einen hohen Anteil an Drittmitteln einwerben würde. Bei laufendem Betrieb kann später mit einem substantiellen Beitrag an Projektmitteln der Industrie gerechnet werden.
Eine Projektorganisation ist seit Dezember 2002 mit den Vorbereitungsarbeiten für ein von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) getragenes Institut für Systembiologie befasst. Geleitet wird sie von den beiden Vorstehern der Bildungsdirektionen Basel-Landschaft und Basel-Stadt gemeinsam. Erfreulich ist, dass hochkarätige Vertreter der forschenden Industrie bei der Konzeptphase eingebunden werden konnten, um die Bedingungen für die zukünftige Projektfinanzierung zu optimieren. Ebenfalls involviert sind Exponenten der Universität.
Die beiden Regierungen von Basel-Stadt und Basel-Landschaft haben vor diesem Hintergrund die verbleibenden Projektmittel für das BIDA dem neuen Projekt "ETH in Basel" zur Verfügung gestellt. Inzwischen ist es soweit gediehen, dass der Schweizerischen Universitätskonferenz (SUK) am 26. Juni 2003 ein erster Bericht und am 16. Oktober ein konkreter Antrag vorgelegt werden konnten. Die Mitglieder der SUK haben wenige prozedurale Fragen aufgeworfen und verlangten, dass Leistungen der ETH auch während der Aufbauphase 2004-2007 vorgesehen und ausgewiesen werden. Die entsprechenden Abklärungen sind zwischen den ETH-Bereichen und dem Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung im Gang. Es ist davon auszugehen, dass die von der SUK eingebrachten Punkte bis zur nächsten Sitzung vom 4. Dezember 2003 bereinigt werden können.
Zusätzlich wird dem Landrat der Bericht der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe zur Kenntnis gebracht, der die wissenschaftliche Ausrichtung des geplanten Instituts aufzeigt (Anhang). Der Bericht der wissenschaftlichen Arbeitgruppe wurde vom 3. bis 5. Oktober 2003 einem sogenannten "Challenging" durch ein international besetztes, hochkarätiges Evaluationsteam unterzogen.
Fortsetzung >>>
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