Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | ETH-Institut für Systembiologie in Basel; Partnerschaftliches Geschäft | |
| vom: | 11. November 2003 | |
| Nr.: | 2003-275 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
3. Erwägungen des Regierungsrats
Der Regierungsrat ist überzeugt, dass das vorliegende Projekt eine einmalige Chance für die Region Basel, aber auch für den gesamten schweizerischen Forschungsplatz darstellt. Es muss realisiert werden, die beiden Basel und der Bund sollten sich dafür ausserhalb der gegebenen Finanzpläne und auch trotz der laufenden Sparanstrengungen die Hand reichen. Neben der wissenschaftlichen Innovation, die hier vorliegt - das Institut wäre in Europa das erste dieser Art und soll mindestens für eine Dauer von ca. 20 Jahren weltweit führend sein - geht damit auch ein eminent staatspolitisches Interesse einher: Endlich soll die zweitstärkste Wirtschaftsregion der Schweiz ein ETH-Institut erhalten. Damit würde mit einem grossen Schritt die in den letzten Jahren viel beklagte Marginalisierung der Wirtschafts- und Wissenschaftsregion Basel durchbrochen. Es ist von grösster Bedeutung, dass diese Anstrengungen von beiden Basel gemeinsam unternommen werden. Die Vorteile eines solchen weltweit führenden Instituts strahlen auf die gesamte Region aus.
Die gegebene Konstellation ist aus mehreren Gesichtswinkeln heraus einmalig. Der Staatssekretär für Bildung und Wissenschaft, die ETH, die Universität Basel, das Erziehungsdepartement Basel-Stadt und die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion des Kantons Basel-Landschaft arbeiten in dieser Sache schnell und effizient Hand in Hand. Die Industrie ist von Anfang an in die Projektleitung einbezogen worden, hat wertvolle Beiträge geleistet und äussert sich zum vorliegenden Projekt ausgesprochen positiv. Aus den Grosskonzernen liegen Aussagen vor, wonach das projektierte Forschungsinstitut für Systembiologie als glaubwürdige Initiative zur Erhöhung der Standortqualität angesehen wird.
4. Partnerschaftliches Geschäft
Mit Blick auf die wissenschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung eines ETH-Instituts für die Region Basel wurde das Geschäft von Anfang an partnerschaftlich gestaltet. Dementsprechend wird die Projektleitung für das Comité de Pilotage in Co-Leitung von den Bildungsdirektoren der beiden Basel wahrgenommen.
5. Das Projekt für die Schweiz und für die Region Basel sichern
Systembiologie ist das Forschungsgebiet der Zukunft, das die bisherigen Erkenntnisse der Molekularbiologie wie der organismischen Biologie zum ganzheitlichen kreativen Verständnis von Organismen und letzten Endes des menschlichen Organismus verschmilzt. Dieses Pioniergebiet wird nun von einer kleinen aber zunehmenden Anzahl von renommierten Instituten der Weltspitze erschlossen. Im Fernen Osten sind zwei solche Institute bekannt (Japan und Singapur), in den USA gibt es ein entsprechendes Institut in Seattle, und die Universität Harvard hat kürzlich den Aufbau eines solchen Instituts beschlossen. In Europa wäre das Basler Institut das erste seiner Art. Deshalb gilt es jetzt rasch zu handeln, zumal die amerikanischen und asiatischen Konkurrenzinstitute den Vorteil weniger komplexer Entscheidungsstrukturen haben und bedeutende Finanzressourcen aktivieren können.
In der Schweiz bestehen Kompetenzen in Einzelbereichen der Systembiologie in erster Linie in Basel (Biozentrum, Nanotechnologie, klinische Forschung und industrielles Umfeld), Zürich (ETH und Universität), am Arc Lémanique (neues Life-Sciences-Zentrum) sowie an der Universität Bern. Der ETH Zürich ist mit der Verpflichtung von Herrn Prof. Dr. Ruedi Aebersold (Seattle) eine wichtige Stärkung ihrer Kompetenzen gelungen. Herr Prof. Aebersold wird ebenfalls in das Projekt "Systembiologie in Basel" einbezogen. Das Basler Zentrum soll nun zusätzlich zu den bestehenden Kompetenzzentren aufgebaut werden und die zusammenfassende und vernetzende Funktion für den gesamten schweizerischen Wissensstandort übernehmen. Damit es diese Rolle zeitgerecht spielen kann, muss jetzt die Anschubfinanzierung der beiden Kantone ohne weitere einschränkende Auflagen ermöglicht werden. Dies bietet die Grundlage, um mit den Arbeiten bereits zu beginnen und gleichzeitig die komplizierteren Verfahren der Mitfinanzierung auf Ebene Bund, Dritter und der Projektfinanzierung zu ermöglichen. Die Regierungen beantragen deshalb, die Summe als Ganzes der Projektleitung zur Verfügung zu stellen, welche über die Verwendung der Gelder den beiden Regierungen berichten wird. So wird sichergestellt, dass die ETH Zürich als federführende Instanz die kantonalen Mittel im Sinne der regionalen Standortinteressen einsetzt.
Das Institut wird zusätzlich zu den bestehenden Kompetenzzentren unter Federführung der ETH Zürich aufgebaut. Für die Region Basel heisst dies, dass mit der Anschubfinanzierung einerseits ein von der ETH betriebenes und finanziertes Forschungsinstitut der Spitzenklasse im Raum Basel gewonnen wird und andererseits der Wirtschaftsstandort für die Pharmaindustrie eine nachhaltige Stärkung erfährt.
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