Vorlage an den Landrat


7. Ordnungspolitische Erwägungen

7.1 Touristische Marktkommunikation als öffentliches Gut


Ein wichtiger Teil der zukünftigen Tätigkeiten von "Baselland Tourismus" hat mit der Förderung des Tourismusstandortes Kanton Basel-Landschaft zu tun. Es geht darum, den Bekanntheitsgrad des Kantons zu erhöhen und Besucher für ein Reiseziel "Baselland" zu interessieren. Diese Art von Tourismuspromotion hat im Verhältnis zum Marketing der einzelnen Unternehmen lediglich einen ergänzenden Charakter. Die Werbung auf der Stufe der Destination ersetzt die betriebliche Werbung nicht. Sie bringt aber dem einzelnen Leistungsträger einen spürbaren Zusatznutzen.


Die Promotion des Tourismusstandortes Basel-Landschaft hat also zumindest teilweise den Charakter eines öffentlichen Gutes. Niemand kann vom Werbenutzen ausgeschlossen werden. Wie die Praxis zeigt, ist auch niemand bereit, unter diesen Umständen in hohem Masse Mittel für die Promotion eines Tourismusstandortes einzusetzen. Sämtliche Kantone, welche sich für die Förderung des Tourismus entschieden haben, unterstützen deshalb die Tourismuswerbung mit namhaften Beiträgen. Da nur stete Werbeanstrengungen einen nachhaltigen Erfolg bringen, handelt es sich dabei um eine dauerhafte Unterstützung. Sie gehört unter marktwirtschaftlichen Verhältnissen zur Kernaufgabe der Tourismuspolitik.


Aussagen über den Umfang von Kantonsbeiträgen an Tourismusorganisationen, welche mit Basel-Landschaft vergleichbar sind, sind nur bedingt und im Sinne einer allgemeinen Orientierungsgrösse möglich. Nach Angaben des seco, Bundesamt für Wirtschaft, belaufen sich die Kantonsbeiträge (AR/AI, TG, SG, FL) an die Tourismusorganisation "Ostschweiz" auf rund 500'000 Franken. Die Tourismusorganisation "CH Mittelland" wird von den Kantonen Bern, Solothurn und Aargau mit insgesamt rund 700'000 Franken unterstützt.




7.2 Abbau von Transaktionskosten


Die Promotion eines Tourismusstandortes genügt für sich allein nicht. Es braucht auch marktgerechte Dienstleistungsbündel. Leistung kommt vor Werbung. Aus diesem Grund ist vorgesehen, dass "Baselland Tourismus" einen wesentlichen Beitrag zur Angebotsgestaltung beiträgt. Dabei ist der Verein auf die touristischen Leistungsträger angewiesen. Sie stellen die einzelnen Dienstleistungen bereit, welche das touristische Produkt ausmachen.


Der Tourismus ist keine Branche im engeren Sinn. Die verschiedenen Anbieter von touristischen Produkten und Dienstleistungen sind vielmehr auf eine Vielzahl von Branchen verteilt. Dies bedingt einen hohen Koordinationsaufwand (Transaktionskosten) für die Bereitstellung und Erbringung von Dienstleistungsbündeln. Die Entwicklung von touristischen Produkten wie beispielsweise Wanderferien im Baselbiet erfordert zwingend die Zusammenarbeit der Leistungsträger (öffentlicher Verkehr, Hotels, Gastwirtschaftsbetriebe, Träger von kulturellen Einrichtungen wie z.B. Museen, Verkehrs- und Verschönerungsvereinen und so weiter). Je komplexer die Produkte und je stärker integriert die Dienstleistungsketten sind, desto aufwendiger und kostspieliger wird eine solche Zusammenarbeit. Es entstehen in hohem Masse Transaktions- und Organisationskosten.


Aufgrund der kleingewerblichen Struktur der tourismusabhängigen Wirtschaft sind die Leistungsträger oft nicht in der Lage, die Kosten der Zusammenarbeit allein zu tragen. Sie sind auch auf staatliche Unterstützung angewiesen, welche am besten über eine professionell agierende, breit abgestützte Tourismusorganisation, wie diese "Baselland Tourismus" darstellt, gewährt werden kann.



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