Vorlage an den Landrat


4. Anforderungen an ein MRI-Gerät für das Kantonsspital Liestal

Medizinische Anforderung:
Optimale Bildgebung für neurologische Erkrankungen vor allem für aussagekräftige und abschlies-sende Untersuchungen des Hirns und der Wirbelsäule. Zum frühen Nachweis von Hirninfarkten und demyelinisierenden Prozessen wie die Multiple Sklerose ist das Diffusion Weighted Imaging (DW-EPI) eine wichtige Voraussetzung. Untersuchungen des Bauchraumes sind nur mit sehr schnellen Sequenzen (z.B. Single Shot Fast Spin Echo) möglich. Um Bewegungsartefakte zu vermeiden, sind Hochfeld-Kernspintomographen mit starken Gradienten Voraussetzung. MRI-Cholangiographie (Darstellung der Gallenblase und -wege, Bauchspeicheldrüsengang) und MRI-Urographie (Darstellung der ableitenden Harnwege) werden die konventionellen Röntgenmethoden, aber auch die endoskopische Darstellung (ERCP) in der Zukunft häufig ersetzen. Qualitativ aussagekräftige MRI-Angiographien (Gefässdarstellung) sind nur mit Hochfeldmagneten sinnvoll möglich.


Hochfeldmagnete garantieren eine möglichst kurze Untersuchungszeit. Dies ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Akzeptanz von erfolgreichen Untersuchungen bei schwerkranken, bettlägrigen Patienten.


Technische Kriterien:
1,5 Tesla MRI-Geräte sind für die Herstellerfirmen Standardgeräte, d.h. alle Entwicklungsarbeiten bezüglich Software und neuen medizinischen Applikationen werden nur für Hochfeldgeräte durchgeführt. Schnelle Sequenzen sind z.B. Single Shot Fast Spin Echo Technik (SS-FSE), Single Shot Echo-Planar (SS-EPI) Pulssequenzen, Diffusion-Imaging (DW-EPI).


Dynamic Susceptibility Contrast Imaging (DSC-EPI) stellen sehr hohe Anforderungen an die Homogenität eines Magneten-Gradientensystems. Diese Anforderungen werden fast nur mit 1,5 Tesla-Magneten erfüllt.


Gründe für die Beschaffung eines 1,5 Tesla-Gerätes:
Für das zu beschaffende MRI-Gerät am Kantonsspital Liestal bestehen folgende Anforderungen:
- Bewältigung hoher Untersuchungsfrequenzen
- Untersuchung teils schwerkranker, immobiler Patienten
- breite und sehr differenzierte medizinische Möglichkeiten (z.B. Orthopädie, Angiologie, Neurologie und Kardiologie)
- weiteres Entwicklungspotential neuer diagnostischer Methoden
- hohe Zukunftssicherheit in Hardware- und Softwareentwicklung (Investitionsschutz)
Diese Anforderungen sind vollumfänglich nur mit einem Gerät der Feldstärke ab 1,5 Tesla zu erfüllen. Der Grundauftrag und die medizinischen Dienstleistungen der einzelnen Kliniken unseres Spitals erfordern die Inbetriebnahme eines 1,5 Tesla MRI-Gerätes.


Anforderungen an eine MRI-Anlage für das Kantonsspital Liestal:
- Bewältigung hoher Untersuchungsfrequenzen und kurzer Untersuchungszeit (Patient vor Ort)
- patientenfreundliches Magnetdesign (kurzer Magnet wegen Platzangst)
- Abdeckung eines breiten klinischen Routinebetriebes
- einfache Bedienung für die klinische Routinediagnostik
- hohe Zukunftssicherheit (Investitionsschutz)
- rasche Einarbeitung der Mitarbeiter



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