Vorlage an den Landrat
| Geschäfte des Landrats || Parlament | Hinweise und Erklärungen |
Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Motion der FDP-Fraktion "Wie steht es mit der EDV im Kanton wirklich?" | |
| vom: | 10. September 2002 | |
| Nr.: | 2002-212 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
2. Die weiteren direktionsübergreifenden Grossprojekte
2.1. Personal- und Lohn-Informations- und -Administrationssystem, PIAS/LIAS (Espresso)
2.1.1. Kurzübersicht
| Umfang: | Personaladministration mit Bewerberverwaltung |
| Lohnauszahlung (Mehrfachlohn umfassend) | |
| Weiterbelastung der Gemeinden | |
| Status: | in Betrieb |
| Projektverantwortung: | |
| - bis 30.11.01: Finanzverwaltung (Dr. M. Thomann); | |
| - ab 1.12.01: Finanzverwaltung/Direktionsinformatik/Personalamt (Y. Reichlin/B. Keiser/Christoph Bucher) | |
| Kosten (Soll): | Fr. 3'700'000.-- (externe Kosten) |
| Kosten (Ist): | Fr. 3'917'000.-- (externe Kosten), Abrechnung in Vorbereitung |
| Termine (Soll): | Einführung per 1.1.2001 |
| Termine (Ist): | Einführung per 1.1.2001 |
2.1.2. Zielsetzungen des Projekts:
Gegen Ende der Neunzigerjahre erwies es sich als notwendig, die bestehenden Systeme für die Bearbeitung von Personalvertrags- und Lohnangelegenheiten auf eine neue Basis zu stellen. Mit der Ablösung der Software SUPIS wurden folgende Zielsetzungen verfolgt:
| - | Die seit 1990 in Betrieb stehende Software für die Lohnauszahlung war in die Jahre gekommen. Die Reparaturanfälligkeit und damit die Unterhaltskosten waren gestiegen. Es bestanden Befürchtungen, dass die Software von Seiten des Lieferanten früher oder später nicht mehr unterstützt werden würde. |
| - | Die Personalverwaltung wurde im Zuge der Wirkungsorientierten Verwaltungsführung (WoV) in die Direktionen dezentralisiert. Diese Änderung der Verwaltungsstrukturen sollte durch moderne Mittel der Informatik unterstützt werden. Gleichzeitig sollte eine einheitliche Software für die Vertragsverwaltung als Ersatz für die verschiedenen Insellösungen und zur Vereinfachung der Abläufe eingeführt werden. |
| - | Die internen Kontrollen bei der Bearbeitung der Personal- und Lohndaten waren ungenügend; eine Verbesserung des Internen Kontrollsystems (IKS) wurde notwendig. Systemseitig fehlten insbesondere die Journalisierung der Stammdatenmutationen und eine technisch gestützte Freigabe der Datenerfassung und -änderung. |
| - | Die Anliegen der Personaldienste und die Anforderungen der Lohnbearbeitung sollten mit einer integrierten Softwarefamilie abgedeckt werden. |
Mit LRV 98/150 genehmigte der Landrat den Verpflichtungskredit von 2.4 Mio. Franken. In der Folge wurden zwei Zusatzkredite im Umfang von 0.7 und 0.6 Mio. Franken notwendig (LRV 00/001 und LRV 01/166). Der Verpflichtungskredit beläuft sich damit insgesamt auf 3.7 Mio. Franken.
Aufgrund einer Ausschreibung wurde die Softwarefamilie HR Access der Firma IBM Schweiz ausgewählt. Für diese Software sprechen die weite Verbreitung im Markt, die guten Funktionalitäten und der Investitionsschutz. Diese Software weist gegenüber der vorhergehenden Anwendung zusätzliche Funktionalitäten auf:
| Funktionalitäten von SUPIS | Funktionalitäten von HR Access |
| Lohn | Lohn |
| Stammdaten | Personaladministration |
| BESO (Besoldungsliste für die Weiterbelastung der Gemeinden) | BESO (Besoldungsliste für die Weiterbelastung der Gemeinden) |
| Auswertungen | Auswertungen |
| Schnittstellen | Schnittstellen |
| Mehrfachlohn einfach | Mehrfachlohn umfassend |
| Bewerberverwaltung | |
| 4-Augenprinzip | |
| Serienbrieffunktionen | |
| Simulationsabrechnung am Bildschirm | |
| Impromptu (Auswertungsmodule) | |
| Stammdatenmutations-Protokoll | |
| Zentrale Organisation | Dezentrale Organisation |
| Host Architektur | Client-Server-Architektur |
Der Regierungsrat bestellte für die Abwicklung des Projekt eines Projektleitung, die bei der Finanz- und Kirchendirektion (Federführung) angesiedelt war; die Leitung übernahm der Finanzverwalter. Dieser Ansatz lag nahe, waren (und sind) sowohl die Finanzverwaltung (verantwortlich für die Lohnauszahlung) und das Personalamt (seinerzeit noch zuständig auch für alle laufenden Personalbelange) Teil der FKD. Die Projektleitung, die von Beginn an Fachvertreter von Direktionen zur breiteren Abstützung der Arbeiten einschloss, wurde mit einem Projektcontroller versehen; ausserdem gab der Steuerungsausschuss (Finanzdirektor, Sanitäts-, später Justizdirektor) der Projektleitung einen externen, ihm berichtenden Controller bei.
2.1.3. Status:
Der Teil PIAS (Vertragsverwaltung) befindet sich seit anfangs 2000, die Lohnadministration seit Dezember 2001 im Status des Betriebs. Bei der Lohnadministration ist die anvisierte Fehlerquote von unter 1 Prozent erreicht worden. Seit 1. August 2002 werden die Lehrerlöhne durch die Erziehungs- und Kulturdirektion abgewickelt. Damit ist die Dezentralisierung der Lohnverwaltung abgeschlossen. Noch nicht abgeschlossen ist die Optimierung der Abläufe bei der Lohnbearbeitung, was ohnehin eine permanente Aufgabe ist, wenn ein möglichst hohes Qualitätsniveau erreicht bzw. gehalten werden soll.
Im Weiteren braucht es eine gewisse Erfahrungs- und Lernphase, bis die Möglichkeiten des HR Access möglichst weitgehend genutzt werden können.
2.1.4. Kosten:
Die Kosten des Projekts im Vergleich mit den gesprochenen Mitteln lassen sich anhand der untenstehenden Tabelle ablesen.
| Kostenkategorie | Verpflichtungskredit | Zusatzkredite | Abzurechnende
Kosten |
| Hardware | 100'000 | 26'753 | |
| Lizenzen | 400'000 | 452'024 | |
| Dienstleistungen | 80'000 | 39'000 | |
| Informatik-Schulung | - | 23'237 | |
| Realisierung, Schulung | 950'000 | 1'300'000 | 3'111'060 |
| Rückbelastung | 900'000 | ||
| Reserve | 100'000 | ||
| Anteil Wartungsvertrag für Produktivsetzung | - | 145'000 | |
| Externe Leistungen (Unterstützung Projektleitung u. Schulung) | 120'000 | ||
| Total ausgewiesene Kosten (LRV 98/150) | 2'530'000 | ||
| Beschlossene Kredite | 2'400'000 | 1'300'000 | |
| Total Kredite | 3'700'000 | 3'917'074 | |
Der Hauptgrund für die Kreditüberschreitungen besteht darin, dass die Kosten zu knapp kalkuliert worden waren. Die Anschaffung der Vorgänger-Software SUPIS hatte schon im Jahr 1990/91 rund 2.5 Mio. Franken gekostet. In der Landrats-Vorlage 1998-150 vom 25. August 1998 beläuft sich die Kostenplanung auf 2.53 Mio. Franken; beschlossen worden ist ein Verpflichtungskredit von 2.4 Mio. Franken. Unter Beachtung der seit 1990 eingetretenen Kostensteigerungen und der erweiterten Funktionalitäten ist der ursprünglich beantragte Kredit von 2.4 Mio. Franken ganz offensichtlich zu knapp. Dies zeigt auch ein Vergleich mit anderen Kantonen: Der Kanton Zürich hat mit der IBM für die Einführung des HR Access einen Werkvertrag im Umfang von 20 Mio. Franken ausgehandelt (Anzahl Verträge: ca. 22'000) (vgl. Tages-Anzeiger vom 7. Dezember 2001). Der Kanton Aargau schätzt die Projektkosten für das einzuführende Lohnadministrationssystem auf rund 7 Mio. Franken. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Löhne zentral verwaltet werden und der Kanton Aargau die Lehrerlöhne zu 100% trägt (keine Weiterbelastung an die Gemeinden). Der Kanton Basel-Landschaft verarbeitet rund 7'500 Vertragsverhältnisse, wobei die Lehrerverträge und deren Weiterbelastung an die Gemeinden äusserst komplex ist. Pro Person können bis zu 11 Verträge bestehen, welche mit unterschiedlichen Subventionssätzen, abgestuft je nach Schultyp und Gemeinde, weiterbelastet werden.
Bei den abzurechnenden Kosten müssen die Ausgaben für die externe Unterstützung der Projektleitung und für die Schulung im Umfang von 120'000 Franken mitberücksichtigt werden. Sie waren dem Projektkredit ursprünglich nicht zugerechnet worden. Weiter wird ein Anteil der Kosten des Wartungsvertrages, der mit Datum vom 30. November 2001 abgeschlossen worden ist, ebenfalls dem Projektkredit zugerechnet. Im Rahmen dieses Wartungsvertrages mussten etliche Stunden zur Fehlerbehebung aufgewendet werden.
2.1.5. Projektablauf
Die Projektleitung teilte das Projekt auf in zwei Teilprojekte: Personalinformations- und -administrationssystem (PIAS) und Lohn-Informations- und -administrationssystem (LIAS). Es wurde in Aussicht genommen, PIAS mit den Teilen Bewerber- und Vertragsverwaltung auf den Beginn des Jahres 2000 in Betrieb zu nehmen; der Termin konnte eingehalten werden. Weiter wurde zunächst geplant, LIAS ganz auf den Beginn des Jahres 2001 in Betrieb zu nehmen. Später wurde der Teil Lehrerschaft auf August 2001 verschoben. Auch diese Termine konnten eingehalten werden.
Die Projektumsetzung erwies sich als wesentlich schwieriger als ursprünglich angenommen. Dafür waren eine ganze Reihe von Gründen massgeblich.
Für die öffentliche Verwaltung existieren auf dem Markt keine Standardlösungen. Das Lohnsystem der Kantonsverwaltung weist besondere Komplexitäten auf. Die Schwierigkeiten rühren nicht von der Menge der zu bearbeitenden Verträge (rund 7'500) her, sondern von den Differenzierungen, die das System besonders wegen der Festlegungen im Bereich der Löhne des Lehrpersonals erfahren hatte. Zu erwähnen sind beispielsweise Mehrfachverträge, der sogenannte Einheitszahltag (bei mehreren Anstellungsverhältnissen Integration in eine Lohnabrechnung), Verträge ohne fixiertes Pensum, Rückbelastung von Lohnanteilen an die Gemeinden (schon im Kreditbegehren als Zusatzprogrammierung gekennzeichnet), unterschiedliche Vertragsperioden, Rückrechnungen nach Datenkorrekturen, Teile der Abrechnung mit der Pensionskasse. Diese Besonderheiten hatten mannigfache Anpassungen in den Programmen zur Folge, deren Ausmass unterschätzt worden war.
Aufgrund der knappen internen Fachressourcen musste externe Unterstützung für die Projektleitung beigezogen werden, was ursprünglich nicht geplant gewesen war.
Seitens des Lieferanten der Software wurden im Projektablauf mehrere neue Projektleiter eingesetzt, und die Fachressourcen für die Bearbeitung der Kundenprobleme erwiesen sich als quantitativ und qualitativ nicht immer ausreichend. Die Zusammenarbeit zwischen Lieferant und Kunde hatten einige Belastungsphasen wegen finanzieller und fachlicher Ungereimtheiten zu durchlaufen.
Die Dezentralisierung der Personalverwaltung, zusammen mit der neuen Softwarefamilie, stellten eine starke Belastung der Anwenderorganisation dar. Die in Aussicht genommene Schulung des Fachpersonals war zu wenig umfangreich geplant und musste erweitert werden. Die Akzeptanz des neuen Systems war anfänglich klein. Die Direktionen waren mit einer zusätzlichen Aufgabe konfrontiert, welche sie auf einem neu eingeführten System ohne ausreichende Schulung wahrnehmen mussten. Inzwischen ist die Akzeptanz dank der monatlich tagenden Erfahrungsaustausch-Gruppe und dank Intensivierung der Anwenderschulung hoch.
Das zeitliche Zusammenfallen der Einführung der Besoldungsrevision für das Staatspersonal mit derjenigen für die neue Software, was bei Projektbeginn nicht geplant gewesen war, stellte grosse Ansprüche an die Organisation.
Der sehr ehrgeizige Zeitplan (Produktivsetzen der Vertragsverwaltung per Januar 2000, der Lohnadministration per Januar 2001 bzw. August 2001) konnte letztlich eingehalten werden, indem eine erhöhte Fehlerquote, mangels ausgiebiger Anwendertests, in Kauf genommen werden musste. Trotz erhöhtem Personaleinsatz, Überzeit-, Wochenendeinsatz und zusätzlichen Ressourcen konnten nicht alle Vertragsverhältnisse der Lehrkräfte auf die beschwerdefähige Abrechnung des Augustlohns 2001 hin rechtzeitig angepasst werden. Die Zusatzarbeiten waren von der Finanzverwaltung unterschätzt worden (vgl. Interpellation von Urs Wüthrich vom 6. September 2001: Probleme bei den Lohnabrechnungen für Lehrpersonen; Antwort des Regierungsrates vom 21. März 2002 [Gesch.-Nr. 2001/219]).
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Hauptursachen für die Kreditüberschreitung und die Schwierigkeiten beim Projektablauf in folgenden Bereichen liegen:
| - | Projektmanagement: Mit dem vorherrschenden Zeitdruck im Zusammenhang mit der Besoldungsrevision stand das Projekt unter schlechten Vorzeichen. Für das Projektmanagement standen sowohl auf Seiten der IBM als auch auf Seiten des Kantons Basel-Landschaft nicht immer genügend personelle Ressourcen zur Verfügung. Die Kosten für die Einführung des HR Access wurden zu tief veranschlagt. |
| - | Projektleitung - Anwendende: Die Kommunikation zwischen Projektleitung und Anwendenden und Softwarelieferant war nicht immer optimal. Die Anwendenden wurden sowohl in fachlicher als auch technischer Hinsicht zu wenig geschult. Die Massnahmen im Zusammenhang mit der gleichzeitigen Dezentralisierung der Personaladministration wurden unterschätzt. |
| - | Auftraggeber - Auftragnehmer: Bei knappen Ressourcen auf Seiten des Software-Lieferanten kann der Zeitplan und die erwünschte Qualität nicht erfüllt werden. |
| - | Technik: Der Zeitdruck erlaubte nicht in allen Fällen ausreichende Testverfahren. Es konnten nicht alle Spezialfälle ausgetestet werden. |
2.1.6. Eingeleitete Massnahmen
| - | Die Projektorganisation wurde neu gebildet und das Projekt wurde unter eine straffe Führung gestellt (vgl. Beilage 2). Die interne Kommunikation sowie die Kommunikation zum Softwarelieferanten wurde intensiviert mit wöchentlichen Conference Calls. |
| - | Die Beziehungen zum Lieferanten sind auf eine neue Basis gestellt worden (Übergang vom Projekt zur laufenden Anwendung mit Servicevertrag), und gegenseitige finanzielle Positionen sind geklärt worden - nicht nur zu Lasten der Kantonsverwaltung. |
| - | Es wurde ein Help Desk geschaffen, das für Fragen von Anwendern zur Verfügung steht. Unter der Leitung des Help Desk Managers finden monatliche Erfahrungsaustausch-Gruppen statt. Dort werden fachliche und technische Fragen erörtert. |
| - | Die Übergabe der Lohnbearbeitung an die EKD hat mit einer intensiven Schulung und mit einer begleitenden fachlichen und technischen Unterstützung stattgefunden. |
| - | Die Abhängigkeit vom Lieferanten wird reduziert, indem das System-Know how intern erhöht wird und die entsprechenden Ressourcen aufgestockt werden. |
2.1.7. Kostenvergleich der Lösung BL mit anderen HR-Access-Anwendenden
Für die Beurteilung, wie es sich mit den Kosten einer Applikation verhält, ist insbesondere der Quervergleich mit den Aufwendungen anderer Anwender für dasselbe Produkt wesentlich. Hierbei sei auf die nachstehende Kostenkurve verwiesen, welche aus einem Vergleich zwischen dem Kanton Basel-Landschaft und 3 weiteren Unternehmen errechnet worden ist.
In der folgenden Graphik werden die externen Kosten für die Einführung von HR Access sowie die Betriebskosten während der ersten fünf Jahre in das Verhältnis zur Anzahl Verträge gesetzt.
Für die ersten fünf Jahre Betrieb pro Mitarbeiterin/Mitarbeiter und Monat betragen die Kosten für den Kanton Basel-Landschaft 9 Franken. Gemäss nachfolgender Grafik liegen diese Kosten ziemlich genau im Bereich der zu erwartenden Kosten für Kunden mit rund 7'500 Angestellten.
Hinweise zur Grafik: Die Punkte 67 Franken (1000 Angestellte), 5.50 Franken (30'000 Angestellte) und 4 Franken (50'000 Angestellte) betreffen die fünfjährigen Kosten von Firmen, welche das HR Access ebenfalls einführen. Die restlichen Punkte wurden ergänzend eingefügt. Die Verbindung dieser Punkte ergibt eine gewisse Gesetzmässigkeit (Parabel). Enthalten sind externe Kosten wie Lizenz, Wartungsgebühren, Dienstleistungen bei der Einführung sowie Betreuung und Unterhalt [Quelle: IBM].
2.2. GIS (Geographisches Informations-System)
2.2.1. Kurzübersicht
| Gesamtprojekt: | GIS (Geographisches Informations-System) |
| Inhalt/Umfang: | - Ausbau technische EDV: 1990 -1994 (LRV 1989-09) |
| - Digitale Datenerfassung im raumbezogenen Sachbereich ab 1994: elektronisches Grundbuch (LRB), Amtliche Vermessung LRB), Nutzungsplanung, Bodenkarte (LRB), Pflanzensoziologie (LRB) und andere Projekte in verschiedenen Dienststellen | |
| - GIS für die Verwaltung und Gemeinden (LRV 2001-091) | |
| - Geo Data Warehouse | |
| - Metainformationssystem | |
| - Intranet/Internet | |
| - Parzelleninformationssystem | |
| Status: | in Umsetzung (Ausbau technische EDV + Datenerfassung mehrheitlich abgeschlossen) |
| Projektverantwortung: | Diverse Dienststellen gemäss den einzelnen LRB |
| (Koordinationsfunktion: Vermessungs- und Meliorationsamt / K. Willimann) | |
| Kosten (Soll): | ca. 23 Mio. Fr. externe Kosten |
| Kosten (Ist): | ca. 20,5 Mio. Fr. externe Kosten (davon ca. 16 Mio. Fr. seit 1994 für die digitalen Datenerfassungen gemäss den einzelnen Schlussabrechnungen der diversen LRB, siehe oben). |
| Termine (Soll): | aktuelles Projekt: siehe unten |
| Termine (Ist): | aktuelles Projekt: siehe unten |
Aktuelles Teilprojekt:
| Umfang: | GIS für die Verwaltung und Gemeinden gemäss LRV 2001-091 vom 26. April 2001 | ||
| Status: | in Umsetzung | ||
| Projektverantwortung: | GIS Ausschuss: Leitung K. Willimann, Vermessungs- und Meliorationsamt | ||
| Controlling Organ: | Firma ITV, Regensdorf ZH | ||
| Kosten (Soll): | 2.9 Mio. externe Kosten (bis 2005) | ||
| Kosten (Ist): | 0,2 Mio externe Kosten (August 2002) | ||
| Termine (Soll): | Geo Data Warehouse | 2005 | |
| - Geo Data Warehouse-Implementierung | 2002 | ||
| - Schnittstellen zu Geo Data Warehouse | 2004 | ||
| - GIS-Meta-Informationssystem | 2003 | ||
| - GIS via Internet | 2004 | ||
| GIS am Arbeitsplatz | |||
| - GIS via Intranet | 2003 | ||
| - Anbindungen Desktop GIS | 2002-04 | ||
| - Ausbildung 100 User | 2003 | ||
| Parzellen-Informationssystem Parzis | |||
| - öff. rechtl. Eigentumsbeschränkungen | 2004 | ||
| -GIS-Schnittstelle Grundbuch, Eigentümerverz. | 2003 | ||
| - Nutzungsplanung | 2003 | ||
| - Amtliche Vermessung | 2003 | ||
| Termine (Ist): | Durch die Einschränkungen im Budget 2003 werden die Projekte GIS im Internet und die Desktop Anbindung Map Info um 1 Jahr verschoben. Sonst sind die Termine bis dato im Soll. | ||
2.2.2. Bemerkungen zur Umsetzung
Das Geo Data Warehouse ist ein wesentlicher Teil der zentralen Projekte im GIS BL. Neben den zentralen Projekten werden Projekte für Produktionssysteme (Unterstützung von Verwaltungsaufgaben mit eigenen Fachdaten) und Projekte für Auswertesysteme (Unterstützung von Verwaltungsaufgaben durch Abfragen von Geodaten) durchgeführt. Das GIS BL setzt u.a. Vorgaben des Bundes im Bereich der amtlichen Vermessung (AV93) um. Darüber hinaus werden vielfältige Arten von Geo-Daten auf einer modernen elektronischen Datenbank zur Verfügung gestellt. Das GIS vereinfacht das Arbeiten mit Geo-Daten stark und ermöglicht dadurch einen grossen Rationalisierungseffekt. Mit der vollständigen Realisierung des GIS BL können bei allen Vollzugsarbeiten mit räumlichen Daten erhebliche Qualitätsverbesserungen erreicht werden. In vielen Bereichen ist ein GIS die Voraussetzung, dass teure räumliche Daten neben ihrer ursprünglichen Zweckverwendung (z.B. Planung, amtliche Vermessung) einfach für andere Zwecke genutzt werden können. Bei einer konsequenten Umsetzung wären erhebliche Einsparungen an (personellen) Ressourcen zu erwarten.
Die zentralen Projekte sollen im Gegensatz zu den anderen Projekten unter der Leitung des GIS-Ausschusses durch die GIS-Fachstelle realisiert werden. Sie schaffen die Grundlage für den vielfältigen Gebrauch der teuer erfassten Geo-Daten im Kanton und bilden Ausgangspunkt für den weiteren Ausbau des GIS BL in den Direktionen und Dienststellen, sowie der Verbreitung von Geo-Daten an Gemeinden und Private. Das Ziel dieses Projektbündels ist es, die Synergie aus der gemeinsamen Nutzung von Daten, Fachwissen und Infrastruktur zu optimieren.
Das Geo Data Warehouse selbst stellt sämtliche freigegebenen Geo-Informationen als Verwaltungsdaten in einem EDV-Gefäss zur Verfügung.
In der ersten Projektphase wird das Geo Data Warehouse aufgebaut. In der zweiten Phase wird aufbauend auf dem Geo Data Warehouse eine verwaltungsweite Applikationsumgebung (Intranet) geschaffen. Dabei wird das Parzelleninformationssystem realisiert. Anschliessend soll dem Geo Data Warehouse mittels Nutzungsmöglichkeit via Internet eine Breitenwirkung eingebaut werden. Parallel dazu können GIS-Projekte in den einzelnen Verwaltungsstellen gestartet werden, welche sich des Geo Data Warehouse bedienen.
Für das Controlling des Projektes wurde eine unabhängige Firma (ITV, Regensdorf) eingesetzt, welche den Ablauf überwacht und jährlich der landrätlichen BPK über den Stand berichtet.
2.3. VERDI (Document Management System)
2.3.1. Kurzübersicht
| Umfang: | Einführung eines Document Management System (DMS) |
| Status: | Pilotprojekt abgebrochen; Neustart |
| Projektverantwortung: | Staatsarchiv / M. Manz, ab Oktober 2000 R. Nebiker |
| Kosten (Soll): | Fr. 447'500.-- |
| Kosten (Ist): | Fr. 41'500.-- Software / Fr. 23'000.-- Hardware |
| Termine (Soll): | siehe "Bemerkungen zur Umsetzung" |
| Termine (Ist): | siehe "Bemerkungen zur Umsetzung" |
2.3.2. Bemerkungen zur Umsetzung
Das ausgewählte Produkt war im Rahmen eines Pilotprojekts vom Januar bis März 2001 an ausgewählten Arbeitsplätzen in drei Dienststellen (Staatsarchiv, Landeskanzlei, Generalsekretariat FKD) planmässig installiert und die Mitarbeitenden waren geschult, so dass das Produkt ab Mitte Februar im "Vollbetrieb" getestet werden konnte. Die ursprünglich geplante Überführung der STAIRS-Datenbank der Landeskanzlei (Protokolle und Beschlüsse des Landrates [inkl. Büro und Ratskonferenz] und der Regierung) wurde zurückgestellt, als die definitive Einführung des eingesetzten Software-Produktes fraglich wurde.
Die Erfahrungen mit dem Produkt in der täglichen Arbeit erwiesen sich als zwiespältig. Anstelle einer spürbaren Arbeitsentlastung empfanden es die meisten Beteiligten eher als eine Zusatzbelastung, die auch mit zunehmender Gewöhnung an das Produkt nicht abnahm. Das Produkt erfüllte rund die Hälfte der im Pflichtenheft aufgeführten Anforderungen. Dies war bei der Evaluation zum Teil nicht ohne weiteres sichtbar, zudem musste der Produkteentscheid auch mangels besserer Alternativen gefällt werden. Die Software erwies sich aber in der praktischen Anwendung als eher schwerfällig und nicht besonders benutzerfreundlich. Hinzu kam, dass die Herstellerfirma aus firmenpolitischen Gründen Wünsche zur Anpassung an die spezifischen Bedingungen in der Baselbieter Verwaltung, die zum Teil bereits im Pflichtenheft formuliert worden waren, nur äusserst zurückhaltend erfüllte, und wenn, dann nur mit Kostenfolgen.
Offenbar besteht in der Kantonsverwaltung eine relativ hohe Akzeptanz der bestehenden Anwendungen in Bezug auf die Benutzerführung (Microsoft Office Paket), was für ein neues Produkt eine starke Konkurrenz darstellt. Die mangelnde Akzeptanz des Produkts bei den sehr motivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Pilotprojekt und die mangelnde Flexibilität der Herstellerfirma liessen das Programm auch nicht als geeignet erscheinen für eine spätere Ausbreitung auf die übrige Kantonsverwaltung.
Dies veranlasste den Steuerungsausschuss VERDI an seiner Sitzung vom 28. März 2001, das Pilotprojekt per 31. März abzubrechen, der Firma die entstandenen Dienstleistungen zu vergüten, aber keine Lizenzen anzukaufen. Die Projektkosten für alle drei Teilprojekte beliefen sich insgesamt auf Fr. 41'432.85. Hinzu kamen Hardwarekosten in der Höhe von Fr. 22'966.10 für Geräte, die im Eigentum des Kantons verblieben sind und weiter verwendet werden können.
Der Entscheid zum Abbruch wurde explizit als Produkteentscheid gefällt. Unbestritten bleibt die ursprüngliche Stossrichtung des Gesamtprojektes, nämlich eine nachhaltige Qualitätsverbesserung der elektronischen Schriftgutverwaltung in der Kantonsverwaltung. Die gesammelten Erfahrungen waren äusserst lehrreich.
Es ist zur Zeit kein überzeugendes abgeschlossenes DMS-Projekt bekannt im Sinne, wie es für die hiesige Kantonsverwaltung angestrebt wird. Es laufen aber relativ viele ganz ähnlich gelagerte Projekte in der Schweiz und im Ausland.
Fazit
Auch im Kanton Basel-Landschaft muss das Informationsmanagement im elektronischen Umfeld dringend verbessert werden. Alle wesentlichen Anforderungen, die sich heute in Bezug auf die Rechtsstaatlichkeit (Datenschutz, Rechtsgleichheit, Nachvollziehbarkeit des Verwaltungshandelns) aber auch in Bezug auf die Dienstleistungsorientierung und Bürgernähe der Verwaltung (Öffentlichskeitsprinzip etc.) ergeben, können nur auf der Basis einer nachhaltigen und gut organisierten Schriftgutverwaltung funktionieren. Nicht zuletzt bildet diese auch die Grundlage für das E-Government (Guichet virtuel).
Das Pilotprojekt VERDI wurde im Sommer 2001 mit dem Schlussbericht des Regierungsrates beendet. Ein wesentlicher nächster Schritt ist die verbindliche Definition von Minimalanforderungen an elektronische Dokumentenverwaltungssysteme. Diese dürfen sich aber nicht nur auf technische Aspekte beschränken, sondern müssen in erster Linie zwingend organisatorische Voraussetzungen, wie geeignete und verbindliche Regeln für die Dossierbildung, für aktualisierte Ordnungssysteme und für den Umgang mit Behördenschriftgut enthalten. Die Umsetzung dieser Anforderungen in der Praxis muss begleitet werden durch Sensibilisierungs-, Beratungs- und Ausbildungsmassnahmen für die erfolgreiche Umsetzung von elektronischen DMS-Projekten. Mit diesen Voraussetzungen kann das Staatsarchiv seine Aufgaben als Kompetenzzentrum für die konventionelle und elektronische Schriftgutverwaltung auf wirkungsvolle Weise erfüllen.
Zuhanden des Regierungsrats ist vom Steuerungsausschuss VERDI ein Verordnungsentwurf ausgearbeitet worden, in welchem verbindliche organisatorische und technische Mindestanforderungen für elektronische Aktenführungstools in der gesamten Kantonsverwaltung festgelegt sind. Die Verordnung soll im Herbst 2002 vom Regierungsrat verabschiedet werden.
2.4. Neues WAN/MAN ( W ide A rea N etwork, M etropolitan A rea N etwork)
2.4.1. Kurzübersicht
| Umfang: | Aufbau eines neuen kantonalen Datennetzwerks im Kanton (WAN) und in Liestal (MAN), (LRV 2001-150 vom 20.09.2001) |
| Status: | Verträge abgeschlossen / Beginn Realisierung |
| Ausschreibung abgeschlossen | |
| Projektverantwortung: | Generalsekretariat FKD / Dr. M. Bammatter |
| Kosten (Soll): | Fr. 4.7 Mio. (WAN: Fr. 2 Mio.; MAN: Fr. 2.7 Mio.) |
| Termine (Soll): | Ende 2003 |
2.4.2. Bemerkungen zur Umsetzung
Der Kanton Basel-Landschaft betreibt heute zwischen den verschiedenen Standorten der kantonalen Verwaltung wie auch mit rund 50 Gemeinden auf Kantonsgebiet ein Datennetzwerk. Eine eingehende Analyse des heutigen Netzwerkes hat die Basis für die Ausarbeitung der Strategie geliefert, welche in einer Arbeitsgruppe mit Mitgliedern der Direktionen und einer Vertreterin der Gemeinden zusammen mit der Firma AWK Engineering AG in einer Vorstudie erarbeitet worden ist. Als Resultat hat sich ergeben, dass aus Kapazitätsgründen das heutige Netzwerk durch ein neues abzulösen ist. Bedingt durch die Zunahme vernetzter Anwendungen und den Bedarf nach höheren Bandbreiten erhält das Netzwerk mehr und mehr eine strategische Bedeutung für die heutige Aufgabenerfüllung der kantonalen Verwaltung. Ein schnelles Netzwerk öffnet aber auch Türen für neue Möglichkeiten wie Konzentration der Server an wenigen Standorten, Telefonintegration in das Datennetz (IP-[Internet-Protokoll]-Telefonie), Multimedia- und E-Government-Anwendungen.
Bis anhin wurden für unterschiedliche Distanzen verschiedene Technologien verwendet. Durch den Einsatz von Glasfasern kann die schnelle und kostengünstige Ethernet-Technologie (Marktleader) die im Kanton eingesetzten und veralteten Technologien (Token Ring [TR], Frame Relay [FR] und Fiber Distributed Data Interface [FDDI]) ablösen. Eine gemeinsame Ausschreibung von WAN [Wide Area Network] und MAN [Metropolitan Area Network = Netz im Bereich Liestal] hat den Vorteil, dass eine einheitliche Technologie und ein einheitlicher Lieferant gewählt werden können. Dies vereinfacht sowohl die Implementierung als auch den anschliessenden Betrieb.
Mit dem Abschluss der Phasen Vorstudie und Konzept wurde am 29. Mai 2001 die Landratsvorlage (2001-150) eingereicht. Nachdem der Landrat der Vorlage am 20. September 2001(Nr. 1208) zugestimmt hatte, wurden die Arbeiten öffentlich ausgeschrieben. Am 7. Mai 2002 konnten die Zuschlagsentscheide an die Firmen bekannt gegeben werden. Der Aufbau des WAN/MAN schreitet planmässig voran.
2.5. Aktualisierung des Betriebssystems und der Bürokommunikations-Software (Migration auf Windows XP und Office XP)
2.5.1. Kurzübersicht
| Umfang: | Ablösung Windows NT & Office 97 |
| Status: | Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen, Standards und des weiteren Vorgehens (Vorstudie). |
| Projektverantwortung: | Fachgruppe «Informatik» [FGI] |
| Kosten: | noch nicht definiert |
| Termine: | Ergebnisse der Vorstudie (Aug./Sep. 02) |
2.5.2. Bemerkungen zur Umsetzung
Mit einem Regierungsratsbeschluss vom März 1998 wurde bestimmt, Windows NT und Office 97 flächendeckend in der ganzen Kantonalen Verwaltung BL einzusetzen.
Seit Februar 2000 ist nun Microsoft Windows 2000 auf dem Markt erhältlich. Der Ablöseprozess im Markt ist eingeleitet. Das neue Betriebssystem versteht sich als natürlicher Nachfolger von Windows NT 4.0. Grundlegende Neuerungen sind einerseits der Übergang von einer flachen zu einer hierarchischen Domänenstruktur und andererseits die Verwendung eines Verzeichnisdienstes (Active Directory, AD) zur einfacheren Verwaltung von Objekten. Diese und weitere Neuerungen gegenüber NT 4.0 haben ihre Vorteile. Sie bergen jedoch auch Risiken und Gefahren. Bereits heute ist klar, dass die Lieferanten den Support von Windows NT einstellen werden. Beim Kauf neuerer Hardware wird dies besonders deutlich, wo Treiber für Windows NT nur noch sehr schwer oder gar nicht mehr erhältlich sind.
Aufgrund dieser Tatsachen erarbeitet die FGI eine Vorstudie mit dem Titel "Einsatz von neuen Microsoft Betriebssystem-Plattformen in der Kantonalen Verwaltung BL".
In den derzeit laufenden Arbeiten für das Vorstudiendokument sollen Aussagen zu folgenden Themen gemacht werden:
| - | Aufstellung der wichtigsten Umstellungsgründe und deren Beurteilung. |
| - | Entscheidungsgrundlagen für die Wahl von MS Windows 2000 Active Directory als zentralem Verzeichnisdienst für alle zukünftigen Microsoft Produkte bereitstellen. |
| - | Beurteilung der möglichen MS Windows 2000 Active Directory Domänenmodelle in Bezug auf ihren Einsatz in der Verwaltung. |
| - | Beurteilung der Kosten und Risiken, sowie des Nutzens im Hinblick auf die Einführung des neuen Betriebssystems. |
| - | Vorgehensweise und Methodik bei einem Betriebssystemwechsel. |
| - | Beurteilung der für Windows NT in Frage kommenden Migrationsvarianten. |
| - | Bestimmung des Zeitpunktes, ab wann eine Umstellung möglich ist und welche Meilensteine es zu erreichen gilt. |
| - | Klarheit schaffen für alle Beteiligten im Hinblick auf den geplanten Betriebssystemwechsel und die Einführung eines zentralen Verzeichnisdienstes. |
2.6. E-Government I (Guichet virtuel, E-Voting)
2.6.1. Kurzübersicht
| Umfang: | Verbesserung des Kontakts Bürger/-innen - Staat auf Ebene Bund, Kanton und Gemeinde |
| Status: | in Umsetzung |
| Projektverantwortung: | Bundeskanzlei; in BL: Landeskanzlei |
| Kosten: | Bis Ende 2002 werden alle externen Kosten durch den Bund getragen, ab 2003 erfolgt eine Beteiligung der Kantone an den Betriebskosten (Anteil BL ab 2003: Fr. 21'390.--) |
| Termine: | siehe Text |
2.6.2. Bemerkungen zur Umsetzung
Die Chancen, welche sich durch E-Government gerade im Kontext der Verwaltungsreform der öffentlichen Hand eröffnen, haben zu diversen Aktivitäten geführt. Der Bund hat zwei E-Government-Projekte lanciert, den «Guichet virtuel» und «E-Voting».
«Guichet virtuel»
Sämtliche Kantone haben die Vereinbarung über die Zusammenarbeit von Bund und Kantonen bezüglich Aufbau eines Guichet virtuel unterzeichnet. Der Guichet virtuel basiert auf einer technologischen Plattform, die der Bund zur Verfügung stellt. In einem ersten Schritt wird der Zugriff auf das bestehende Informationsangebot von Bund, Kantonen und Gemeinden über ein Wegweisersystem erleichtert. Es orientiert sich an den Alltagsproblemen der Benützerinnen und Benützer. In einem zweiten Schritt soll ein Kommunikations- und Transaktionsportal geschaffen werden. (13) Dies würde den Kunden u.a. eine einfache und direkte Problemlösung unabhängig von komplizierten Zuständigkeitsregelungen ermöglichen. Der Guichet virtuel soll bereits Ende 2002 in eine erste Betriebs- und Aufbauphase übergeführt werden; diese wird Ende 2004 ablaufen. Die federführende Landeskanzlei hat den Auftrag, in Zusammenarbeit mit den Direktionen und den Gemeinden die Vorgaben des Grossprojekts von Bund, Kantonen und Gemeinden termingerecht zu erfüllen.
«E-Voting»
Bezüglich E-Voting hat der Regierungsrat die Landeskanzlei beauftragt, das vom Bund forcierte Projekt aufmerksam zu verfolgen, der Kanton Baselland soll jedoch dabei keine Pionierrolle übernehmen. Der Bundesrat legte am 9. Januar 2002 einen Bericht vor, mit einer Auslegeordnung zu den staatspolitischen, rechtlichen und technischen Aspekten eines E-Voting. Das Projekt mit Kosten in der Grössenordnung zwischen 400 - 600 Mio. Franken soll das Wählen via Internet frühestens ab 2010 ermöglichen.
Weitere Informationen zum Projekt sind unter der Internet-Adresse www.e-gov.admin.ch zu finden.
2.7. E-Government II (ePublic BL)
2.7.1. Kurzübersicht
| Umfang: | Im Sinne einer Doppelstrategie (Realisierung eines Pilotprojekts und Schaffung eines Normablaufs für die Entwicklung weiterer E-Government-Anwendungen) wird das Pilotprojekt «Ausländerbewilligungen» initiiert. |
| Status: | Analyse- und Konzeptphase fertig |
| Projektverantwortung: | Fachgruppe «Informatik» [FGI] |
| Kosten (Soll): | Fr. 100'000.-- Analyse- und Konzeptphase |
| Fr. 190'000.-- Realisierung Modul KIGA | |
| Kosten (Ist): | Fr. 96'019.95 Analyse- und Konzeptphase |
| Fr. 0.- Realisierung Modul KIGA | |
| Termine (Soll): | Realisierung bis Ende 2002 |
2.7.2. Bemerkungen zur Umsetzung
Im Bereich Information und Interaktion im Internet ist schon einige Erfahrung in der kantonalen Verwaltung vorhanden (Publizierung von Informationen / Landeskanzlei). Zusätzlich wird das Wegweisersystem im Projekt "Guichet virtuel" und das Projekt "E-Voting" begleitet resp. beobachtet [vgl. oben F.2.6 ]. Neuland betreten muss die kantonale Verwaltung in den Bereichen «Transaktion» und «Transformation» (14) , bei welchen im Rahmen der bisherigen Arbeiten sechs «Archetypen» von E-Government-Anwendungen definiert worden sind, die Anwendung finden können (wie beispielsweise: Tracking-System in einem Verfahren [«Wo steht mein Gesuch?»] oder Bestellen und Bezahlen von Waren und Dienstleistungen).
Ausgehend von dieser Situation im Bereich E-Government wird eine Doppelstrategie für das weitere Vorgehen verfolgt: Stossrichtung 1: Erarbeitung eines für andere Anwendungen adaptierbaren «Archetypen»: In einem Pilotprojekt soll ein Archetyp entwickelt werden, der leicht für andere Anwendungen adaptiert und so an verschiedenen Orten eingesetzt werden kann. Stossrichtung 2: Normprozess für die Realisierung von E-Goverment-Anwendungen: Gleichzeitig soll ein Vorgehensmodell erarbeitet und ausgetestet werden, in dem die einzelnen Schritte beschrieben (Antrag, Prüfung der Systemkonformität etc. ) und die Gremien festgelegt sind, welche die einzelnen Realisierungsschritte prüfen und genehmigen. Damit wird ein Normprozess für weitere Implementierungen von E-Government-Anwendungen definiert.
Bei der Evaluation eines geeigneten Pilotprojektes aus einem dieser Archetypen, wurden systematisch die bereits vorhandenen Unterlagen anderer Kantone gesichtet sowie mit verschiedenen Dienststellen und der Wirtschaftsförderung beider Basel Gespräche geführt. Aus der Vielzahl der geprüften Ideen hat der Arbeitsgruppe der Prozess der Ausländerbewilligungen beim KIGA den lohnenswertesten Ansatz geliefert. Mit der Durchführung dieses Pilotprojektes werden praktische Erkenntnisse gewonnen, die von grossem Nutzen für weitere E-Government-Projekte sind. Für die fachliche externe Unterstützung in der Analyse- und Konzeptphase ist in einem Evaluationsverfahren die E-Academy-Vereinigung der Fachhochschulen Bern und beider Basel ausgesucht worden. Für die Evaluation eines Realisierungspartners wurde in einem zweistufigen Vorgehen das Einladungsverfahren angewendet. Dabei wurde entschieden, den Lösungsvorschlag der Firma De Simone & Osswald, Basel zu realisieren.
Fortsetzung >>>
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Fussnote:
13
Ein Kommunikations- und Transaktionsportal kann folgende Internetaktivitäten beinhalten (Rangfolge nach Entwicklungsstufen):
1. Information (Einwegkommunikation)
2. Interaktion (Informationsaustausch)
3. Abwicklung von Transaktionen (Käufe, Anmeldungen, Bezahlung von Gebühren etc.)
Danach wird die Phase der Transformation erreicht. Hierbei werden bestehende Prozesse hinterfragt und allenfalls neu definiert.
14 vergleiche Fussnote Nummer 13