Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Neue Kantonsbibliothek Baselland; Baukreditvorlage | |
| vom: | 29. Januar 2002 | |
| Nr.: | 2002-023 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
4. Die gewählte Lösung
4.1. Überprüfung des Konzeptes
Auf der Basis des Vorprojektes wurde das Projekt weiterentwickelt, verfeinert und konkretisiert.
Grosser Wert wurde auf gute Orientierungsmöglichkeiten für die Benutzerinnen und Benutzer, ideale und zugleich energiesparende Beleuchtung der unterschiedlichen Nutzungszonen und optimale betriebliche Abläufe gelegt. Der zentrale Lichthof übernimmt zugleich die vertikale Erschliessung und dient als ideales Orientierungselement. Die klare Gliederung der Publikumsetagen ermöglicht eine flexible Nutzung für die Bibliotheksarbeit. Die grosszügige Verglasung des Eingangsbereichs signalisiert Offenheit und lädt die Besucherinnen und Besucher ein. Die Überprüfung durch einen externen, neutralen Bibliotheksgutachter zeigte, dass das vorgeschlagene Konzept sich auch in der Ausarbeitung zum Bauprojekt als richtig erwiesen hat. Anregungen zur Verbesserung der Betriebsabläufe im Bereich der Ausleihtheke, Dezentralisierung der Selbstausleihe und Akustik im Freihandbereich wurden aufgenommen.
Damit die neue Kantonsbibliothek die Aufgabe als kultureller und gesellschaftlicher Treffpunkt übernehmen kann, ist ein attraktives Lesecafé zum sich Treffen und Verweilen vorgesehen. Es befindet sich im Erdgeschoss, direkt im Eingangsbereich. Das Angebot des Lesecafés soll dem Qualitätsniveau der übrigen Angebote und Dienstleistungen der Kantonsbibliothek entsprechen. Es ist während den üblichen Öffnungszeiten der Kantonsbibliothek in Betrieb. Ein Café gehört seit Jahren zum üblichen Standard von Museums- und Bibliotheksbauten.
Um ein geeignetes Betriebsmodell für das Café zu finden, wurde eine spezialisierte Firma aus dem Gastronomie-Managementbereich beigezogen. Als geeignete Modelle wurden Drittvermietung und Führen durch die Kantonsbibliothek beurteilt. Es ist vorgesehen den Betrieb des Lesecafés in erster Priorität an einen Pächter zu vergeben und dabei die notwendigen Auflagen und Bedingungen vertraglich festzuhalten.
Für den Fall, dass keine befriedigende Drittvermietung zustande kommt, würde die Kantonsbibliothek das Lesecafé selbst führen. Auch in diesem Falle würde dieses von einer Fachkraft geführt; die Konsumentenpreise wären markt- und ortsüblich. Berechnungen lassen erwarten, dass bei diesem Betriebsmodell die Kosten für die nötigen 1,5 Stellen aus dem zu erwartenden Jahresumsatz von Fr. 235'000.-- gedeckt werden sollten.
Im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens wird die nötige Standortbewilligung für das Lesecafé eingeholt. Eine Betriebsbewilligung ist notwendig und setzt einen Fähigkeitsausweis der verantwortlichen Person voraus.
4.2. Abweichungen gegenüber Vorprojektvorlage
Die architektonischen Vorgaben aus dem Vorprojekt wurden weitgehend übernommen. Die Weiterentwicklung zum Bauprojekt ergab folgende wesentlichen Änderungen:
Der bestehende Durchgang zur Nachbarliegenschaft im Niveau 1 wird beibehalten und nicht, wie im Vorprojekt vorgesehen, geschlossen. Dies ermöglicht die gemeinsame Nutzung des EDV-Serverraumes durch die Kantonsbibliothek und Direktionsinformatik EKD. In diesem Bereich kann eine sinnvolle Synergie erreicht werden. Stattdessen werden in der Nachbarliegenschaft zwei niederwertige Räume für die Hauswartung und Lager genutzt.
Durch die Disposition von Durchgangsmöglichkeiten auf den Niveaus 1 bis 3 ist eine spätere Entwicklungsmöglichkeit der Kantonsbibliothek Richtung Nachbarliegenschaft (AIB-Gebäude) gewährleistet.
Die Optimierung der Rollregalanlagen im Magazinbereich erlaubt eine Umlagerung von Magazin- zu Verwaltungsfläche, die als Sitzungszimmer im Niveau 2 genutzt wird. Im Magazinbereich wird auf die Sprinkleranlage verzichtet. Stattdessen werden die Magazine als eigener Brandabschnitt ausgebildet. Die Anzahl Sanitäranlagen im Verwaltungsbereich wurde gemäss Vorgaben des KIGA verifiziert und auf je zwei Toiletten erhöht.
Den neuesten Entwicklungen der Bibliotheksführung folgend werden im Publikumsbereich die Anzahl Computerarbeitsplätze erhöht und dezentral mehrere Plätze zur selbständigen Medienausleihe angeboten.
In ökologisch nachhaltiger Hinsicht werden die ursprünglich vorgesehenen Massnahmen in den Bereichen Wärmedämmung, Lüftung und Beleuchtung optimiert. Mit dieser Verbesserung erreicht das Gebäude MINERGIE-Standard. Im Sanitärbereich ist ein Pilotprojekt zur Urinseparierung geplant. Die Erfahrungen sollen wegweisende Erkenntnisse für die zukünftige Abwasserbewirtschaftung liefern.
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