Vorlage an den Landrat


6. Abschlussbericht über die Evaluation der Zusammenführung der beiden Kinderspitäler der Prognos AG vom 31. Juli 2001

Der Abschlussbericht der durch das Sanitätsdepartement Basel-Stadt und die Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion Basel-Landschaft gemeinsam an die Prognos AG in Auftrag gegebenen Evaluation des UKBB liegt mit Datum vom 31. Juli 2001 vor. Ein entsprechender Auftrag wurde im November 1998 erteilt. Die Evaluation zielte in zwei Richtungen: Spitalintern ging es darum, das Zusammenwachsen und Zusammenarbeiten in der neuen Institution zu begleiten und zu unterstützen. Spitalextern hatte die Evaluation die Aufgabe, Aufbau und Entwicklung des UKBB aus externer Sicht darzustellen und transparent zu machen.


Die Evaluation wurde in drei Phasen durchgeführt. In der Phase 1 (Startphase des UKBB, Frühjahr 1999) sollten die Anfangsprobleme und die Einschätzungen zur weiteren Entwicklung aufgenommen werden. Dazu wurden Fachgespräche geführt. Die Ergebnisse sind im 1. Zwischenbericht vom Mai 1999 dokumentiert. Die Phase 2 umfasste den Zeitraum Frühjahr bis Sommer 2000. Sie enthält das Kernstück der Evaluation, die Ergebnisse der umfangreichen schriftlichen Erhebungen bei Eltern/Angehörigen, bei Mitarbeitenden des UKBB sowie der Kinderärzteschaft in der Region. Der 2. Zwischenbericht datiert vom Juli 2000. Als Reaktion auf die in den Befragungen und anderen Dokumenten festgestellten Probleme wurde durch das UKBB im Herbst 2000 ein Massnahmenkatalog erarbeitet. In Abstimmung mit den Auftraggebern wurde in der Folge beschlossen, die Phase 3 der Evaluation auf die Frage zu konzentrieren, ob und in welchen Belangen durch die eingeleiteten Massnahmen eine Verbesserung der UKBB-Situation erzielt werden könnte. Zu diesem Zweck wurden erneut Fachgespräche geführt. Zusätzlich enthält der Schlussbericht die endgültige Auswertung der bereits im Juli 2000 abgeschlossenen Befragungen von Eltern und Kinderärztinnen und Kinderärzten.


Die wichtigsten eingeleiteten Massnahmen und die hauptsächlich erzielten Verbesserungen, aber auch weiterhin bestehende Unzulänglichkeiten werden im Folgenden anhand von vier Bereichen dargelegt: Kapazitäten, Organisatorische und qualitative Aspekte, Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Führung, Information und Kommunikation, Klima.



6.1. Kapazitäten

Im Zeitraum zwischen Mai 2000 und 2001 wurde der Personalbestand des UKBB um 45,5 Stellen erhöht. Die Massnahme führte zu einer Entlastung im Pflegebereich, bei den Assistenzärztinnen und Assistenzärzten sowie in den medizinischen Sekretariaten. Als ungenügend gilt weiterhin der Personalbestand im Bereich Therapie / Sozialdienst / Pädagogik sowie in der Informatik.


Der Bettenengpass bei den operativen Disziplinen wurde durch Umwandlung von Betten in den pädiatrischen Disziplinen gemildert. Die Bettenauslastung in den ersten 5 Monaten des Jahres 2001 lag durchschnittlich bei über 85%. Die neu eingeführte zentrale Bettendisposition hat zu einer Verbesserung der Situation geführt. Trotzdem ist nicht auszuschliessen, dass weitere Massnahmen in der Bettendisposition getroffen werden müssen, um die Überbelegung zu entschärfen.


Bezüglich Räumen sieht der Massnahmenkatalog die Schaffung eines Treffpunktes für Patientinnen und Patienten, Angehörige und Personal am Standort Bruderholz vor. Die Verwirklichung mittels Containeranbauten ist seitens der Bau- und Umweltschutzdirektion Basel-Landschaft bereits eingeleitet.



6.2. Organisatorische und qualitative Aspekte

Die Folgen des Zweistandortebetriebs, wie disziplinübergreifende Zusammenarbeit / Spezialistenverfügbarkeit, Führungsprobleme, Doppelspurigkeiten und Ineffizienz wurden im Rahmen der Befragungen fast einstimmig als weiterhin ungelöst bezeichnet. Während Patientenverlegungen zwischen den Standorten relativ wenig vorkommen, gibt es häufig Standortwechsel für Untersuchungen bzw. wegen Aufsuchens eines Spezialisten. Das Prinzip 'der Arzt geht zum Kind' konnte somit aus Sicht des UKBB-Personals und auch nach Wahrnehmung der praktizierenden Kinderärzteschaft nicht zufriedenstellend realisiert werden. Die Leistungen der Radiologie am Standort Bruderholz werden qualitativ und aus logistischer Sicht bemängelt. Ebenfalls logistische Probleme gibt es bei den Laborbefunden am Standort Bruderholz, indem diese nicht an den aktuellen Standort des Kindes geschickt werden oder indem pathologische Befunde nicht sofort mitgeteilt werden.


Die Leistungsaufteilung von zwei auf drei Standorte - im Zusammenhang mit der Eröffnung einer Neonatologie im alten Frauenspital - wird zwar aus medizinischer Sicht und im Interesse der Eltern/Kinder begrüsst, hat aber zu erheblichen zusätzlichen innerbetrieblichen Problemen geführt. Der Prognos-Bericht weist auf ernstzunehmende Mängel hin, indem beispielsweise am Standort Römergasse die Notfallversorgung durch fehlendes Intensiv-Pflegepersonal tangiert ist. Gespräche vom August 2001 der Vorsteher der beiden Sanitätsdepartemente mit Angehörigen des mittleren Kaders des UKBB bestätigen, dass hier Handlungsbedarf besteht.


Die Informatik bietet unverändert Anlass zu Reklamationen seitens des UKBB-Personals. Die vom Kinderspitalrat eingeleiteten Massnahmen (Verbesserung der informationstechnischen Ausstattung/Schulung/Vernetzung) haben noch nicht genügend gegriffen.



6.3. Aus-, Fort- und Weiterbildung

Die Stellenaufstockungen bei der Assistenzärzteschaft und den medizinischen Sekretariaten haben zu einer deutlichen Verbesserung geführt. Unverändert ist jedoch das Weiterbildungsangebot für Assistenzärztinnen und Assistenzärzte am Standort Bruderholz ungenügend, da Weiterbildungsveranstaltungen ausschliesslich am Standort Basel angeboten werden und die vom Kinderspitalrat angestrebte Videoübertragung zwischen den beiden UKBB-Standorten noch nicht realisiert ist. Die Fort- und Weiterbildung für Pflegende konnte verbessert werden. Es finden abwechslungsweise Veranstaltungen an beiden UKBB-Standorten statt, wobei die Teilnahme seitens des Personals unerklärlich tief ist.



6.4. Information und Kommunikation, Führung und Klima

Der neu eingeführte Monatsbrief an alle Mitarbeitende wird zu einem überwiegenden Teil gelobt. Demgegenüber sind Klagen bezüglich unklarer Information und Missverständnissen in der Kommunikation, 'Information als Einbahnstrasse' und verspäteter Information zur Kenntnis zu nehmen. Die Regelung von Zuständigkeiten konnte verbessert werden, ist aber teilweise nach wie vor ungenügend. Das gesamte Klima am UKBB wird überwiegend als 'leicht gebessert aber weit weg von gut' gekennzeichnet. Als grösstes Hindernis für die Ausbreitung einer positiven Stimmung wird die Unklarheit über Standort und Struktur des UKBB bezeichnet sowie die Sorge, dass sich der Prozess noch lange hinziehen könnte.



7. Rechnung 2000

Betreffend die Rechnung 2000 wird auf die separate Berichterstattung "Jahresbericht und Rechnung des Universitäts-Kinderspitals beider Basel (UKBB) für das Betriebsjahr 2000" vom 25. September 2001 [ Vorlage 2001-241 ] an den Landrat und den Grossen Rat verwiesen.



8. Personelle Änderungen im Spitalrat und in der Spitaldirektion

Der Regierungsrat Basel-Stadt hat am 21. August 2001 Herrn Dr. Hanspeter Meister, den abtretenden Departementssekretär und Leiter Planung im Sanitätsdepartement Basel-Stadt, zum Mitglied des Spitalrates des UKBB gewählt. Er tritt die Nachfolge des zurückgetretenen Dr. Jacques Barmann an. Der Regierungsrat Basel-Landschaft dankt an dieser Stelle Herrn Barmann für seine verdienstvolle Arbeit.


Mit Datum vom 27. März 2001 reichte der bisherige Spitaldirektor, Dr. Peter Oeschger, die Kündigung auf den 31. Juli 2001 ein. Die Stelle wurde in der Folge zur Neubesetzung ausgeschrieben und aus dem Kreise der Bewerbenden Herr Dr. Konrad Widmer ausgewählt. Herr Dr. Widmer, geboren am 8. Februar 1961, hat 1987 ein Studium als Arzt abgeschlossen, hat sich anschliessend zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie weitergebildet (Abschluss 1993) und schliesslich ein nebenberufliches Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Basel in Angriff genommen (Vorexamen rer.pol. 1997 bestanden). Nach einigen Jahren der beruflichen Tätigkeit als Arzt und eigener Praxistätigkeit als Psychiater und Psychotherapeut in Basel wechselte er 1997 in den administrativen Bereich und arbeitete von 1997 bis 1999 als stellvertretender Leiter Managed Care und Mitglied der Direktion bei Helsana Versicherungen AG, Zürich. Anschliessend übernahm er per 1. Januar 2000 die Funktion des Finanzchefs und stellvertretenden Direktors der Stiftung Krankenhaus Sanitas, Kilchberg. Herr Dr. Widmer hat seine Stelle als Spitaldirektor UKBB per 1. September 2001 mit einem Teilpensum angetreten und wird das Spital ab 1. Oktober 2001 vollzeitlich leiten.


Im Weiteren hat der Kinderspitalrat am 15. Oktober 2001 Herrn lic.rer.pol. René Gröflin per 1. Mai 2002 zum Leiter Finanzwesen und Administration am UKBB gewählt (evtl. ist ein früherer Arbeitsbeginn in Teilzeit möglich).



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