Vorlage an den Landrat


Zusammenfassung

Die Regierungen der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt haben im Juni 1998 die Erziehungs- und Kulturdirektion BL und das Erziehungsdepartement BS beauftragt, das Projekt einer gemeinsamen Hochschule für Pädagogik konkret auszuarbeiten und insbesondere die finanziellen Belange im Detail zu überprüfen. In der Zwischenzeit haben die Regierungen und Parlamente der beiden Kantone auch Beschlüsse zur gemeinsamen Trägerschaft der damaligen Höheren Fachschule für Soziale Arbeit beider Basel und zu deren Umwandlung in eine Fachhochschule (heute FHS-BB) mit eidgenössischer Anerkennung gefasst.


Resultat der gemeinsamen Arbeiten ist diese Vorlage, die die Gründung einer gemeinsamen Hochschule für Pädagogik und Soziale Arbeit (HPSA-BB) auf der Grundlage eines Staatsvertrages zum Gegenstand hat. Die HPSA-BB wird den Status einer Fachhochschule haben. Der Beginn der HPSA-BB ist auf den 1. Juli 2002 geplant. Die HPSA-BB wird bei der Gründung aus den Departementen Pädagogik und Soziale Arbeit sowie aus einem Departement Verwaltung bestehen. Die spätere Bildung neuer Departemente bzw. die Integration neuer Ausbildungsbereiche in bestehende Departmente ist möglich. Die Erziehungsdirektionen der beiden Partnerkantone sowie das Rektorat der Universität Basel sehen bereits die spätere Integration des Instituts für Spezielle Pädagogik und Psychologie (ISP) in die HPSA-BB vor. Eine Steuerungsgruppe unter der Leitung der Universität hat die Vorbereitungsarbeiten aufgenommen.


Die Bildung des Departements Soziale Arbeit erfolgt aus der heutigen FHS-BB (327 Studierende im Jahr 2000). Das Departement Pädagogik der HPSA-BB entsteht aus dem Seminar Liestal und dem Pädagogischen Institut Basel (Total 710 Studierende im Jahr 2000). Es entsteht eine Hochschule mit rund 1000 Studierenden und 190 Dozierenden (Anzahl Personen mit z.T. Kleinstpensen). Durch die Nutzung von Synergien im Bereich der Organisation, des Wissenstransfers und der Kommunikation kann das Aus- und Weiterbildungsangebot der gemeinsamen Hochschule optimiert und deren Attraktivität auf dem Bildungsmarkt erhöht werden. In allen Ausbildungsteilen finden die Studierenden in der Startphase des Studiums Lehrangebote in Pädagogik, Sozialpädagogik und Psychologie. Das Departement Pädagogik der HPSA-BB bildet Lehrkräfte für alle Schulstufen aus, das Departement Soziale Arbeit bildet Berufsleute für die Sozialarbeit und die Sozialpädagogik aus. Die Diplomstudien werden durch ein Angebot an Zusatzausbildungen und Weiterbildungsveranstaltungen ergänzt. Die HPSA-BB betreibt angewandte Forschung und Entwicklung und erbringt Dienstleistungen für Dritte.


Die HPSA-BB wird eine autonome Institution nach basellandschaftlichem Recht unter der strategischen Führung und Aufsicht des Hochschulrates. Nach der Verabschiedung des Vertrages über die HPSA-BB nehmen die Kantone weiterhin über ihre Vertreter und Vertreterinnen im Hochschulrat sowie über das Globalbudget Einfluss auf die Hochschule. Die Regierungen der Partnerkantone haben die Oberaufsicht über die HPSA-BB.


Die Entstehung der HPSA-BB ist ein nächster Schritt in der erfolgreichen gemeinsamen Fachhochschulentwicklung der Partnerkantone. Die von der FDP Baselland mit der am 2.11.2000 eingereichten und als Postulat überwiesenen Motion (2000/213) verlangte Integration der Hochschule für Pädagogik und der Fachhochschule für Soziale Arbeit als zusätzliche Departemente in die bestehenden Strukturen der FHBB ist ein möglicher nächster Schritt in dieser Entwicklung. Da die Fachhochschulentwicklung in der Region Nordwestschweiz derzeit stark in Bewegung ist, sind für unsere Region längerfristig jedoch verschiedene Szenarien der Zusammenarbeit denkbar. Die Regierungen der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt möchten deshalb im jetzigen Zeitpunkt verschiedene Optionen für die partnerschaftliche Fachhochschulentwicklung offen lassen und im Jahr 2005 prüfen, welche der Optionen die besten Voraussetzungen für die FHBB und die HPSA-BB schafft. Auch die Komplexität des Fusionsprozesses zwischen den beteiligten Institutionen spricht für ein gestaffeltes Vorgehen, da die Annäherung der sehr unterschiedlichen Kulturen einen nicht zu unterschätzenden Zeitaufwand erfordert.


Die Gründung der HPSA-BB hat auch einen Systemwechsel in der Finanzierung der Lehrkräftebildung zur Folge. Die Finanzierung der FHS-BB ist bereits seit dem Jahr 2000 analog zur FHBB nach den Studierendenquoten aus den Partnerkantonen geregelt und erfährt durch den vorliegenden Vertrag keine Änderung. Die Gesamtkosten der bisherigen Institutionen bilden den Finanzrahmen für die HPSA-BB. Dieser Kostenrahmen wird aufgestockt um die durch die Fachhochschulanpassungen entstehenden Mehrkosten (s. 5a). Da sich in Zukunft beide Kantone im Verhältnis der Anzahl Studierender aus dem eigenen Kanton an den Kosten der Lehrkräfteausbildung beteiligen, bedeutet dies in Verbindung mit den durch die Gründung der Fachhochschule entstehenden Mehrkosten für den Kanton Basel-Landschaft ab dem 1.7.2002 jährliche Mehrkosten in der Höhe von 4.20 Millionen Franken und für den Kanton Basel-Stadt jährliche Einsparungen in der Höhe von 1.92 Millionen Franken (s. Tab. 9). Die Mehrkosten für den Kanton Basel-Landschaft ergeben sich einerseits insbesondere aus dem Umstand, dass die Anpassung der Löhne der Lehrkräfte des Seminars Liestal im Rahmen der Besoldungsrevision im August 2001 bis zur Gründung der HPSA-BB zurückgestellt wurde und andererseits aus dem Umstand, dass die Ausbildung von basellandschaftlichen Lehrkräften für die Sekundarstufen I und II gemäss der bisher geltenden Vereinbarung über die Lehrerausbildung vom 14./15. Mai 1984 (GS 28.554) für Basel-Stadt nicht kostendeckend war. Die bisher nur ungenügend gedeckten Ausbildungskosten zu Lasten des Stadtkantons werden nach Inkrafttreten dieses Vertrages gemäss der Herkunft der Studierenden auf die beiden Vertragskantone aufgeteilt. Es ist an dieser Stelle wichtig zu betonen, dass die Ausbildung von basellandschaftlichen Lehrkräften für die Sekundarstufen I und II durch das Pädagogische Institut Basel in jedem Fall neu hätte geregelt werden müssen und dem Kanton Basel-Landschaft durch eine angemessene Beteiligung an den Ausbildungskosten auch ohne gemeinsame Fachhochschule erhebliche Mehrkosten entstanden wären. Die jährlichen Kosten für die Lehrkräftebildung betragen somit ab dem 1.7.2002 11.59 Millionen Franken für den Kanton Basel-Landschaft und 6.80 Millionen Franken für den Kanton Basel-Stadt. Die gesamten Kosten für die HPSA-BB betragen ab dem 1.7.2002 jährlich 13.32 Millionen Franken für den Kanton Basel-Landschaft und 8.72 Millionen Franken für den Kanton Basel-Stadt (s. Tab. 9).



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