Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Förderung des Obstbaues im Baselbiet | |
| vom: | 13. November 2001 | |
| Nr.: | 2001-280 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
3. Die Rolle des Obstbaues im Baselbiet
Die klimatischen und topographischen Voraussetzungen
Die geographischen Voraussetzungen sind im Tafeljura für den Obstbau besonders gut. Es herrschen warme Temperaturen vor, der Regen hält sich in Grenzen. Dies ist für die Befruchtung der Blüten im Frühjahr nötig. Zuviel Feuchtigkeit fördert die Krankheiten, insbesondere die Fruchtfäule (Monilia). Sie kann schon die Blüten befallen und bleibt auch auf den Zweigen und Früchten aktiv.
Die Hanglagen und die Höhen des Tafeljuras sind für die Kirschen besonders vorteilhaft. Hier können die gefährlichen Fröste im Frühjahr den Bäumen selten etwas anhaben. Die Mulden, in denen sich die kalte Luft staut, sind gefährlich. Die Kirsche bevorzugt gut besonnte, südexponierte Lagen, die schattigen Nordhänge sind weniger zu empfehlen.
Der Obstbau als Teil der Baselbieter Land- und Volkswirtschaft
Die Erntemengen und die Preise des Obstes schwanken von Jahr zu Jahr stark.
| Frucht | 1998 | 1999 | 2000 | O 1998 - 2000 | |
| t | t | t | t | Fr./kg | |
| Tafelkirschen | 1450 | 650 | 1450 | 1183 | 3.50 |
| Konservenkirschen | 700 | 400 | 800 | 633 | 1.90 |
| Brennkirschen | 1300 | 950 | 1300 | 1183 | 0.85 |
| Äpfel | 1400 | 1000 | 1200 | 1200 | 1.30 |
| Zwetschgen | 1500 | 900 | 1000 | 1133 | 0.22 -0.90 |
Der gesamte Erntewert beträgt ungefähr 10 Millionen Franken pro Jahr. Das sind knapp 10% der landwirtschaftlichen Endproduktion im Baselbiet.
Die Früchte bewirken in der anschliessenden Handels- Verarbeitungs- und Transportkette allerdings eine Wertvermehrung von weiteren geschätzten 15 bis 20 Millionen Franken.
Das Früchtezentrum Basel und seine Rolle
Das Früchtezentrum Basel ist Teil des Schweizerischen Obstverbandes. Es schafft eine regelmässige Verbindung aller am Obst interessierter Kreise: Produzenten, Verladehandel, Detailhandel, Lebensmittelindustrie, Brennereien und Konsumentenschaft.
Die wichtigste Aufgabe ist der Austausch der Informationen über das Steinobst. Einerseits werden die erwarteten Erntemengen bekanntgegeben, andrerseits die Absatzmöglichkeiten erwogen. Dies erlaubt die Planung von Übernahme, Verteilung und Vermarktung der Früchte. Die Aktionen, die von den Grossverteilern jährlich durchgeführt werden, sind nur dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich. Es profitieren alle: Konsumenten, Vermarkter und Produzenten.
Der Kanton unterstützt das Früchtezentrum durch die regelmässige Berechnung von Erntezeitpunkten und -mengen. Diese Ernteschätzungen dienen den Bundesbehörden im Falle der Kirschen auch als Grundlage, um die Zollkontingente festzulegen. Die Schätzungen müssen also sehr zuverlässig sein.
Landschaftsbild und Natur
"Willkommen im Baselbiet". Es besteht kein Zweifel: Der Kirschbaum bildet das Wahrzeichen des Baselbietes. Rechnet man pro Baum eine Are, dann bedeckten die Kirschbäume Mitte des 20. Jahrhunderts noch rund 3'000 Hektaren Boden. Dazu kam dieselbe Fläche an andern Bäumen. Das machte zusammen etwa einen Viertel der Landwirtschaftlichen Nutzfläche aus, die von Bäumen übersät war.
So etwas prägt das Landschaftsbild und bleibt auch im Gedächtnis haften. Demgegenüber wirkt die Landschaft heute offen und oft recht leer. Die von Obstbäumen bedeckte Fläche hat sich um fast zwei Drittel verringert. Besonders viele Bäume fielen den Bauzonen und Strassen zum Opfer. Die ehemaligen Obstgärten in der Nähe der alten Dorfkerne sind infolge Überbauung weitgehend verschwunden.
Auch die Natur passte sich den jeweiligen Bedingungen an. Unzählige Tier- und Pflanzenarten gelten als typische Obstbaumarten, die in den 50-er Jahren häufig in den Obstgärten zu finden waren. Sie sind in den letzten Jahrzehnten seltener geworden (Vorlage an den Landrat 90/084 betreffend kantonales Natur- und Landschaftsschutzkonzept).
Die Anlagen können das Landschaftsbild auf ihre Art ebenfalls bereichern. So verändert sich eine Kirschenanlage im Laufe des Jahres vom kahlen Winterkleid zu einer weissen Blütenpracht, einem tiefgrünen Sommerkleid bis zum herbstlichen gelben Abschied. Bei aller Romantik: Die Artenvielfalt ist in den Anlagen deutlich kleiner als in den Obstgärten der 50-er Jahre.
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