Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Jugendberatungsstelle "wie weiter?" | |
| vom: | 19. Dezember 2000 | |
| Nr.: | 2000-272 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage |
2. Die Jugendberatungsstelle 'wie weiter?'
2.1 Das Konzept
Die Arbeit der Beratungsstelle orientiert sich an einem pädagogischen Konzept, welches durch intensive Beratung und Begleitung sowie einem individuellen Schulungs- und Werkstattangebot die Jugendlichen auf den Einstieg in die Ausbildung vorbereitet. Das Beratungskonzept unterscheidet sich vom üblichen Angebot der Berufs- und Studienberatung und anderen Beratungsstellen durch die strukturellen Zusatzangebote: Lernwerkstatt, Werkstattunterricht, Bewerbungstraining, Erlebnispädagogik, PC-Einführung und Deutsch für Ausländerinnen und Ausländer.
2.2 Beratungsfälle, ausländische Jugendliche und Frauenanteil
Wir schätzen, dass in unserem Kanton ca. 200 Jugendliche pro Jahr den Übertritt von der Schule in die Berufsausbildung nicht schaffen. Ca. die Hälfte von ihnen benutzt auf eigene Initiative das Angebot der Jugendberatungsstelle 'wie weiter?'. Diese Jugendlichen sind statistisch nicht erfasst, da sie nicht arbeitslos gemeldet sind.
Bis heute haben mehr als 250 Jugendliche die Beratungsstelle aufgesucht.
| 1998/99 | 1999/00 | 2000/ * | |
| Beratungsfälle | 95 | 100 | 65 |
| Ausländeranteil | 38% | 37% | 32% |
| Frauenanteil | 43% | 43% | 34% |
* laufendes Statistikjahr ab 1.4.2000
Als Gründe für die Anmeldung nennen 45% von ihnen nach der Schule keine Lehrstelle gefunden zu haben. Ca. 20% haben die Schule vorzeitig verlassen. Ca. 35% haben die Lehre abgebrochen. Im Durchschnitt sind die Jugendlichen bei Beratungsbeginn 18,4 Jahre alt.
Das Beratungsangebot ist in der Jugendszene bereits sehr bekannt. Die grösste Gruppe der Jugendlichen wurde von Kolleginnen und Kollegen auf die Beratungsstelle aufmerksam gemacht. Weitere Jugendliche werden von den Sozialdiensten, den Berufsberatungsstellen oder durch die Eltern an die Beratungsstelle verwiesen.
2.3 Arbeitsweise
Die Jugendberatungsstelle 'wie weiter?' arbeitet interdisziplinär mit einem kleinen Team von verschiedenen Fachpersonen für die Bereiche Beratung, Lernwerkstatt und Werkstatt. Zusätzliche Angebote (Informatik und Erlebnispädagogik) werden von Spezialistinnen und Spezialisten stundenweise erteilt. Für das Aufarbeiten von schulischen Defiziten können Kurse bei privaten und öffentlichen Anbieterinnen und Anbietern gebucht werden. Für die einzelnen Jugendlichen wird das Programm individuell, zielorientiert und verbindlich zusammengestellt. Die Stärke der Beratungsstelle ist die Flexibilität und das rasche Einleiten von geeigneten Massnahmen.
"Zuerst konfrontieren - dann integrieren!" Bevor Jugendliche ins Programm einsteigen, wird im Gespräch ihre Motivation geprüft. Ihre Mitarbeit im Programm ist freiwillig. Die Verantwortlichen arbeiten in allen Bereichen mit klaren Zielvereinbarungen, welche schriftlich mit den Jugendlichen ausgehandelt und kontrolliert werden. Durch die enge Zusammenarbeit aller Fachpersonen aus den verschiedenen Bereichen am gleichen Ort kann das Verhaltensmuster der Jugendlichen schnell erfasst und daran gearbeitet werden. Diese Arbeitsweise garantiert den Erfolg der Jugendberatungsstelle.
2.4 Erfolgsquote
Für zwei Drittel der abgeschlossenen Beratungsfälle konnte eine Anschlusslösung gefunden werden, sei es eine Lehre, eine Anlehre oder ein weiterführendes Schuljahr. Die nicht vermittelbaren Jugendlichen wurden an weitere Institutionen übergeben. Die Erfolgsquote beträgt:
| 1998/99 | 1999/00 | 2000/ |
| 67% | 64% | 69% |
Dank dem gut ausgewogenen Konzept und der überschaubaren Grösse der Beratungsstelle gelingt es, Jugendliche mit Schwierigkeiten im Arbeitsmarkt erfolgreich und dauerhaft zu platzieren. Denn gerade diese Jugendlichen brauchen tragfähige Beziehungen, damit sie in einem neuen Arbeitsumfeld bestehen können. Für individuelle Berufsabklärungen, wenn nötig, arbeitet die Jugendberatungsstelle 'wie weiter?' eng mit der öffentlichen Berufsberatung zusammen. Die Beratungsarbeit wird extern von Herrn Dr. Emil Wettstein, Wettstein GmbH, Bildungsprojekte, Zürich, evaluiert.
2.5 Kosten
Rechnung/Budget:
Die Jugendberatungsstelle 'wie weiter?' verfügt heute über ein Jahresbudget von Fr. 412'000.-- und arbeitet mit insgesamt 270 Stellenprozenten. Mit den angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurden für die Dauer des Impulsprogrammes befristete Arbeitsverträge bis zum 31.12.2001 ausgestellt. Die Lohnsumme für die angestellten Personen beträgt Fr. 310'000.--. Für weitere Schulungskosten für zusätzlich eingekaufte Angebote und externe Kurse sind Fr. 30'000.-- budgetiert. Der Rest ist Sachaufwand.
Damit die Jugendberatungsstelle 'wie weiter?' unkompliziert und flexibel auf die Schulungsbedürfnisse der Jugendlichen reagieren kann, sollte dafür ein Jahresbudget bis zu einem Kostendach von Fr. 420'000.-- zur Verfügung gestellt werden. Beim Hochbauamt fallen jährlich weitere Kosten von Fr. 39'100.-- für Mietzins (incl. Nebenkosten), Telefon, Strom und Reinigung an.
Die Beratungsstelle arbeitet mit einer sehr effizienten Organisation und ohne eigenes Sekretariat. Overhead-Leistungen werden von der Hauptabteilung Berufs- und Studienberatung erbracht.
Während der Projektphase war die Jugendberatungsstelle innerhalb des Amtes für Berufsbildung und Berufsberatung der Hauptabteilung Berufs- und Studienberatung angegliedert. Diese Nähe hat sich bewährt. Die kantonale Berufsbildungsgesetzgebung enthält die gesetzliche Grundlage für die Schaffung von Sonderberatungsstellen in § 31, Absatz 4 der Verordnung vom 10. Juni 1985 zum Berufsbildungsgesetz, wonach der Regierungsrat im Rahmen des Voranschlages Sonderberatungsstellen für besondere Aufgaben einrichten kann.
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