Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Jugendberatungsstelle "wie weiter?" | |
| vom: | 19. Dezember 2000 | |
| Nr.: | 2000-272 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage |
1. Ausgangslage
1.1 Die Berufsbildung als Integrationshilfe für Jugendliche
Jahr für Jahr verlassen zwischen 10 und 15 Prozent aller Jugendlichen im Kanton Basel-Landschaft das Bildungssystem, ohne eine nachobligatorische Ausbildung abgeschlossen zu haben. Es handelt sich um junge Menschen, denen es nicht nur aus intellektuellen, sondern auch aus sozialen und kulturellen Hintergründen nicht gelingt, einen Berufsabschluss zu erlangen.
Die Verunsicherungen, mit welchen Jugendliche heute konfrontiert werden, sind vielschichtig: Berufliche Orientierungslosigkeit, fehlende Perspektiven und Gefühle von Sinnlosigkeit sind einige Ursachen. In einer Lebensphase, die geprägt ist durch grosse Herausforderungen wie der Suche nach der eigenen Identität, der Ablösung vom Elternhaus und der Integration in die Erwachsenenwelt, besteht die Gefahr, dass die Jugendlichen durch ihre Situation überfordert sind. Damit junge Menschen ihr Selbstbild festigen und ihr Selbstvertrauen stärken können, ist es immer noch wichtig, einen Beruf zu erlernen. Jugendliche brauchen für ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit Perspektiven!
1.2 Verschlechterung der arbeitsmarktlichen Situation von Ungelernten (Zusammenfassung aus einer veröffentlichten Studie von Prof. G. Sheldon, Universität Basel)
Früher war eine verpasste Berufsausbildung weniger schwerwiegend, fanden die Jugendlichen doch in der Industrie und im Gewerbe noch eine Hilfsarbeit. Heute und in Zukunft droht ungelernten Arbeitskräften der wirtschaftliche und soziale Abstieg. Vier langfristige, wirtschaftliche Entwicklungen haben zur Verschlechterung der Beschäftigungsaussichten von ungelernten Arbeitskräften beigetragen:
1. Der technische Wandel ist "qualifikationslastig" , d. h. Berufe und Lehrberufe stellen höhere Anforderungen. Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften geht zu Lasten der Ungelernten und Leistungsschwachen.
2. Industrielle Arbeitsplätze, die Ungelernte besetzen, werden ins kostengünstigere Ausland verlagert , d. h. Arbeitsplätze mit niedrigem Niveau gehen verloren.
3. Der wachsende und anspruchsvolle Dienstleistungssektor (heute 75 Prozent aller Beschäftigten) geht zu Lasten der Industrie- und KMU-Arbeitsplätze verloren, d. h. Lehrstellen für Jugendliche mit schwächeren Schulleistungen verschwinden.
4. Der Anteil an jungen ausländischen Erwerbslosen nimmt zu. Obwohl der Anteil ausländischer Arbeitskräfte in der Erwerbsbevölkerung konstant etwa 18 Prozent beträgt, ist der Arbeitslosenanteil von jungen Ausländerinnen und Ausländern derzeit dreimal höher als der Anteil von jungen Schweizerinnen und Schweizern.
Damit ein möglichst kleiner Anteil von Jugendlichen ohne Berufsausbildung in den Arbeitsmarkt eintritt, muss diesen das drohende Schicksal einer lebenslang ungelernten Arbeitskraft erspart bleiben. Eine in jungen Jahren verpasste Bildungschance lässt sich selten im Erwerbsleben nachholen und Ungelernte lassen sich nicht weiterbilden.
1.3 Verpflichtungskredit für das Impulsprogramm "Chance"
Regierungsrat und Landrat haben mit der Kenntnisnahme vom Bericht zur Wirtschaftslage im Kanton Basel-Landschaft vom 5. Februar 1998 das Impulsprogramm "Chance" beschlossen mit dem Ziel, Angebote für Menschen zu schaffen, welche sich im Schul- und Bildungssystem nicht behaupten können. Im Rahmen des Impulsprogramm "Chance" konnte am 1. April 1998 die Jugendberatungsstelle "wie weiter?" im Verwaltungsgebäude der Coca-Cola in Birsfelden eröffnet werden. Das Beratungsangebot richtet sich an Jugendliche zwischen 16 und 22 Jahren, welche nach der obligatorischen Schulzeit keine Lehrstelle gefunden haben oder ihre Lehre nach kurzer Zeit wieder abgebrochen haben.
Fortsetzung >>>
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