Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Änderung des Universitätsvertrages; Erhöhung des Pauschalbeitrags des Kantons Basel-Landschaft an die Universität Basel (Partnerschaftliches Geschäft) | |
| vom: | 12. Dezember 2000 | |
| Nr.: | 2000-259 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage |
8. Stiftung Mensch - Gesellschaft - Umwelt (MGU)
8.1 Gründung, Zielsetzung und Aktivitäten seit 1990
Der Landrat des Kantons Basel-Landschaft beschloss am 13. Dezember 1990, die Stiftung Mensch - Gesellschaft - Umwelt (MGU) mit Sitz in Liestal zu errichten. Die Stiftung sollte an der Universität Basel ein fakultätsübergreifendes wissenschaftliches Programm in Lehre und Forschung anbieten. Die Stiftung wurde auf Anregung und Wunsch der Universität Basel und des damaligen Vorstehers des Erziehungsdepartementes eingerichtet. Der Kanton Basel-Landschaft widmete der Stiftung ein Anfangsvermögen von 16 Mio. Franken. Dieses Vermögen durfte durch Schenkungen, unentgeltliche Zuwendungen und durch die Erträgnisse des Stiftungsvermögens vermehrt werden. Die Verbindlichkeiten der Stiftung zur Erfüllung ihrer Aufgaben in Lehre, Forschung und Dienstleistungen sollten nicht nur aus dem Vermögensertrag bestritten werden, es durfte auch auf das Stiftungsvermögen als solches zurückgegriffen werden. Als Begründung dafür hielt der Landrat fest, dass nach fünf, spätestens nach zehn Jahren das "Projekt MGU" in die Universität Basel eingegliedert sein sollte.
Die Stiftung MGU trägt die gleichnamige, interdisziplinär ausgerichtete Koordinationsstelle an der Universität. Im Jahre 1992 nahm die Koordinationsstelle den Betrieb auf. Im Sommersemester 1993 bot MGU erstmals ein volles Semesterangebot mit einem eigenen Curriculum und den dazu erforderlichen Lehrformen an (Vorlesungen, Übungen, Seminare und Projektarbeiten). Das Studienprogramm MGU kann als von fünf Fakultäten anerkanntes Wahl-/Nebenfach oder mit einem Zertifikat der Universität abgeschlossen werden. Bis heute liegen insgesamt 75 Abschlüsse vor. Die Gesamtzahl der MGU-Studierenden nahm von Beginn an kontinuierlich zu. Sie liegt heute nach 15 angebotenen Semestern bei 260 an der Universität immatrikulierten Studierenden. Es sind dies vorwiegend Nebenfach-Studierende aus fünf Fakultäten: Die Mehrheit hat im Hauptfach ein Fach der Philosophisch-Historischen Fakultät belegt, ein beträchtlicher weiterer Anteil absolviert eine Ausbildung in den Naturwissenschaften. Kontinuierlich gewachsen ist auch das Interesse am Programmangebot von Studierenden der Fachhochschule Beider Basel und von Hörer/innen, welche ausgewählte MGU-Angebote nutzen. Für die Verbindung des Lehrprogramms mit den universitären Fakultäten (Anerkennung von Studienleistungen, Lehraufträge, Koordinationsaufgaben usw.) ist eine interfakultäre Kommission verantwortlich.
Seit 1994 beschreitet MGU mit einem eigenen Forschungsprogramm neue Wege. Dies bedeutet unter anderem, dass sich die Forschungsinhalte auf aktuelle Fragen und Probleme der Region beziehen, und dass eine transdisziplinäre Forschungszusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Gesellschaft angestrebt wird. Eine von der Universität Basel unabhängige Kommission von Expertinnen und Experten ist für die Gestaltung und Durchführung des Forschungsprogramms verantwortlich. Die Kommission begutachtet die Forschungsgesuche und stellt die Anträge für deren Genehmigung an den Stiftungsrat.
MGU hat bisher zwei sogenannte "Forschungsperioden" von jeweils dreijähriger Dauer durchgeführt. Eine dritte hat zu Beginn des Jahres 2000 begonnen. Diese Forschungsperioden bestehen aus einer Ausschreibung, einem speziellen mehrstufigen Begutachtungsverfahren für die Projekte, der Durchführung der Forschungsarbeiten unter der Begleitung durch die Expertenkommission mit jährlicher Berichterstattung und der Umsetzung der Resultate. Auch wenn sich von der ersten zur dritten Ausschreibung die Auswahlkriterien für die Projekte gesellschaftsorientiert verfeinert haben, bleibt als gemeinsamer Nenner der MGU Projekte, dass sie interdisziplinär, originell, praxisbezogen und umsetzungsorientiert sein müssen. Besonderen Wert wird auch auf die Transparenz der Forschungsarbeiten und die Kommunizierbarkeit der Ergebnisse wissenschaftsintern sowie nach aussen gelegt.
Während der ersten Forschungsphase 1994-1996 hat die Stiftung 2.8 Mio. Franken in 17 Projekte investiert. Weitere 0.5 Mio. Franken flossen als Drittmittel ein. Die 17 Projekte gliederten sich in die Themenschwerpunkte Biodiversität, Renaturierung von Kulturlandschaften, Landnutzung sowie Umsetzung von umweltrelevanten Erkenntnissen im Rahmen von Ausbildung, Bildung und Politik.
Für die zweite Forschungsperiode 1997-1999 hat der Stiftungsrat 13 Projekte bewilligt und 2.1 Mio. Franken zugesprochen. Weitere 0.9 Mio. Franken stammten aus Drittmitteln. Die bearbeiteten Themen konzentrierten sich auf die Bereiche Umweltnutzung und -schutz, Umweltökonomie und Umweltpolitik, Umwelt und Gesundheit sowie Umweltbildung. Die Forschungsarbeiten in den Projekten waren diesmal noch stärker lösungs- und produktorientiert angelegt.
Für die dritte Forschungsperiode 2000-2002 hat der Stiftungsrat fünf Projekte bewilligt und 1.95 Mio. Franken zugesprochen. Die Projekte sind umfangreicher konzipiert und dauern alle drei Jahre. Die Stiftung führte als Novum in der schweizerischen Forschungslandschaft die Doppelträgerschaft - personell, finanziell und ideell - als Grundbedingung eines jeden Projekts ein. Dies bedeutet, dass sich die Forschungsteams aus inner- und ausser-universitären Vertreterinnen und Vertretern zusammensetzen. Das Forschungsprogramm beinhaltet diesmal die Themen Landschaftsnutzung und -schutz, Gesundheit und Umweltbildung in der Region.
Zu den Dienstleistungen der Stiftungen gehört der Betrieb einer eigenen öffentlichen Bibliothek und einer Dokumentationsstelle. Weiter wurde eine Datenbank zu umweltrelevanter Forschung an der Universität Basel realisiert. Gesamtschweizerisch hat die Koordinationsstelle die Projektleitung für den Aufbau eines Netzwerks "Transdisziplinäre Forschung" übernommen. Mit öffentlichen Ringvorlesungen, Ausstellungen, der Reihe "Basler Denkanstösse" zusammen mit der Novartis-Stiftung für nachhaltige Entwicklung und anderen Veranstaltungen richtet sich MGU auch regelmässig an eine interessierte Öffentlichkeit.
8.2 Die Stiftung MGU heute und in Zukunft
Die Koordinationsstelle MGU (aufgeteilt in 450 Stellenprozente) ist die Drehscheibe aller Stiftungsaktivitäten. Sie deckt die Bereiche Forschung, Lehre, Dienstleistungen ab und erledigt die damit verbundenen administrative Aufgaben. Im Bereich Umweltwissenschaften ist sie sowohl für Bundesstellen als auch universitätsintern die zentrale Kontaktstelle.
Das Lehrprogramm der Stiftung MGU ist mittlerweile aus dem universitären Lehrangebot nicht mehr wegzudenken und wird von den Studierenden rege genutzt. Mit dem Forschungsprogramm hat die Stiftung ein Modell für transdisziplinäre Forschung entwickelt und Erfahrungen gesammelt, die auch in andere fächerübergreifende Forschungsprogramme einfliessen. Im Juni 1996 erteilte deshalb das Rektorat der Stiftung den Auftrag, die vollständige Integration in die Universität vorzubereiten. Bald wurde klar, dass trotz beidseitigem Einverständnis in der Sache der Uni die finanziellen Mittel für eine Integration fehlen. Die Stiftung sah sich mit einer schwierigen Situation konfrontiert, denn Ende 2002 werden die Stiftungsmittel aufgebraucht sein.
Die Erhöhung des Pauschalbeitrags des Kantons Basel-Landschaft um 10 Mio. Franken wird an die Bedingung geknüpft, dass MGU schrittweise voll in die Verantwortung und den Zuständigkeitsbereich der Universität überführt und integriert wird. Über die Integration der Stiftung MGU in die Universität bis hin zur Auflösung der Stiftung sind entsprechende Vereinbarungen zu treffen.
Fortsetzung >>>
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