Vorlage an den Landrat

4. Die Vorschläge der Regierung Basel-Stadt


Seit 1984 schickt Baselland mehr Studierende an die Uni als Basel-Stadt. Zudem übernimmt der Stadtkanton seit jeher die Differenz zwischen den Vollkosten und den Abgeltungen für die ausserkantonalen Studierenden sowie für die Studierenden aus dem Ausland. Von den insgesamt 7'783 Studierenden an der Universität kommen 21.3% aus dem Kanton Basel-Stadt, 29.5% aus dem Kanton Basel-Landschaft, 35.2% aus der übrigen Schweiz und 13.9% aus dem Ausland. Die Universität Basel zieht also vor allem den Nachwuchs aus der Region an: Mehr als die Hälfte der Studierenden stammt aus den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft. Ein gewisser Prozentsatz ausländischer Studierender steigert die Attraktivität der Universität Basel als internationales Zentrum von Lehre und Forschung. Umgekehrt können Studierende aus dem Baselbiet fast kostenlos an den deutschen Universitäten studieren.


Tabelle 1: Wintersemester 1999/2000, Studierende nach Wohnort vor Studienbeginn:


Quelle: Universität Basel, Jahresbericht 1999, S. 33


Vom Total der 3955 Studierenden aus BL und BS kommen 1'660 Personen (41.97%) aus dem Stadtkanton, 2'295 (58.03%) von der Landschaft. Basel-Stadt schlug vor, dieses Zahlenverhältnis auch auf die Kosten anzuwenden. Diese Berechnungsart der Kostenanteile wird bei der FHBB angewandt. Eine Übertragung dieses Systems auf die Universität würde bedeuten, dass die Beiträge der beiden Kantone an die Betriebskosten der Universität gemäss den Studierendenzahlen festgelegt werden. Damit würden auch die Kosten für die ausserkantonalen und ausländischen Studierenden im Verhältnis 58 : 42 geteilt.


Des weiteren wies Basel-Stadt darauf hin, dass der Trägerkanton in den Jahren 1993 bis 1998 Investitionen in der Höhe von durchschnittlich 23 Mio. Franken pro Jahr getätigt hat. Die Regierung schlug vor, den gesamten Immobilienbesitz der Universität im Wert von rund 0.9 Mia. Franken (inkl. Land) in eine Stiftung einzubringen, in deren Gremien beide Kantone paritätisch vertreten wären. Baselland müsste sich in diese Stiftung nicht einkaufen, hingegen würden über diese Stiftung die Kosten für den Unterhalt der Liegenschaften ebenfalls im Verhältnis 58.03 : 41.97 zwischen den Kantonen geteilt. Für dieses Engagement wären in Baselland jährlich Mehraufwendungen in der Höhe von mindestens 15 Mio. Franken zu budgetieren.


Nach Studierendenquote hätte Baselland zusätzlich zu den heutigen Beiträgen 80.5 Mio. Franken zu zahlen. Gestützt auf diese Berechnung seines Erziehungsdepartements schlug der Stadtkanton vor, den basellandschaftlichen Pauschalbeitrag an die Universität um 25 Mio. Franken zu erhöhen. Zehn Mio. Franken sollten direkt an die Universität als Erhöhung des Betriebsbudgets fliessen, 15 Mio. Franken würden in die oben beschriebene Immobilienstiftung einbezahlt. Der Kanton Basel-Stadt würde um Investitionstätigkeiten in dieser Höhe entlastet. Schliesslich betonte die Regierung des Stadtkantons, dass wegen der langjährigen Sonderstellung der medizinischen Fakultät bei den teuersten Studienplätzen ein erheblicher Nachzahlungsbedarf von Baselland bestehe, weil auch dort mehr Studierende aus Baselland ausgebildet würden als aus Basel-Stadt.


Im Gegenzug sollte die Mitbestimmung von Baselland weiter ausgebaut werden, nicht nur durch die gleichberechtigte Mitsprache in der oben umschriebenen Immobilienstiftung, sondern auch durch eine stärkere Delegation im Universitätsrat, oder durch die Behandlung des Leistungsauftrags der Universität als partnerschaftliches Geschäft in beiden Parlamenten.



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