Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Wirtschaftsbericht 2000 Kanton Basel-Landschaft | |
| vom: | 5. Dezember 2000 | |
| Nr.: | 2000-252 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage |
3. Übergeordnete Entwicklungen
Wir leben in einer Zeit der starken gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen. Unser Leben wird immer stärker durch technologische Entwicklungen beeinflusst und Veränderungen finden immer rascher statt. Treibende Kraft ist die rasante Entwicklung der Kommunikations- und Informationstechnologien.
3.1 Standortgunst erhalten und fördern
Die Massnahmen der Staatstätigkeit beeinflussen die Standortattraktivität. Neben den sogenannten harten Faktoren wie Infrastrukturinvestitionen nehmen die weichen Bestimmungsgrössen, die Investitionen in die Wissens- und Humanfaktoren, einen immer grösseren Stellenwert ein. Die starke und schnelle Technologisierung stellt hohe Anforderungen an Flexibilität und Lernfähigkeit der Wirtschaftsteilnehmer.
Die Massnahmen der Staatstätigkeit haben Einfluss auf die Wirtschaft und die Wirtschaftsteilnehmer und beeinflussen die Standortqualität. Neugegründete oder -angesiedelte Unternehmen nennen als die wichtigsten Standortfaktoren die Nähe zum Wissen, d.h. Forschungsinstitutionen und qualitativ hochstehenden Ausbildungsstätten, den effizienten und berechenbaren Staat, ein erstklassiges Angebot an Kommunikations- und Informationstechnologie sowie einen uneingeschränkten Marktzugang, in unserer Region inbesondere zum EU-Binnenmarkt. Auch die ansässigen Unternehmen, insbesondere die multinational tätigen, deren Nähe für Neugründungen und -ansiedlungen von strategischer Bedeutung ist, haben ähnliche Prioritäten. Sie betonen allerdings die Standortfaktoren internationale Verkehrsanbindung, attraktiver Arbeitsmarkt und erstklassiges Angebot an Kommunikations- und Informationstechnologien am stärksten.
Die Bedürfnisstruktur der neuen und der ansässigen Unternehmen ist ähnlich. "Wissens- und Bildungsfaktoren" und ein "attraktiver Arbeitsmarkt" sind zentral. Aus diesen Gründen werden die gesellschaftlichen Veränderungen in den Industriestaaten auch als Entwicklung zur Wissensgesellschaft bezeichnet. In der Schweiz, mit Wissen als fast einzigem Rohstoff, wird Bildung noch wichtiger. Aufgrund der Entwicklungen der vergangenen Jahre lassen sich einige Trends ableiten, die auch in naher Zukunft von grosser Bedeutung sein werden:
- Die Unternehmen werden mobiler.
- Der Wettbewerb um die Standortgunst wird stärker.
- Kooperationen und Partnerschaften gewinnen an Bedeutung.
- Das Arbeitsangebot verlagert sich von der Vollzeit- zur Teilzeitbeschäftigung.
- Die Zahl der Arbeitslosen nimmt ab; es entsteht ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften.
- Die Nachfrage nach neuen, sich schnell wandelnden Qualifikationen steigt; der Arbeitsmarkt stellt hohe Ansprüche an Flexibilität und Lernfähigkeit.
- Die Unternehmen müssen mit hohen Innovationsraten, vor allem in der Kommunikations- und Informationstechnologie umgehen lernen.
- Die wirtschaftliche Entwicklung hängt zunehmend von der Technologieinfrastuktur und dem entsprechenden Know-how ab.
- Die Entwicklung der Alterspyramide verändert die Anforderungen an den Arbeitsmarkt und die Sozialwerke.
Wie soll der Staat auf diese Entwicklungstendenzen reagieren? Decken das staatliche Angebot und die Massnahmen der öffentlichen Hand die heutigen und zukünftigen Bedürfnisse optimal ab? Der vorliegende Bericht soll Anstoss zur Diskussion darüber geben, in welchen Bereichen Verbesserungen möglich und notwendig sind, um den Wirtschaftsteilnehmern einen attraktiven Standort anbieten zu können.
Unser Kanton bildet nicht nur einen eigenen Standort, sondern ist Teil anderer Wirtschafts- und Kulturräume. In diesem komplexen Geflecht von Abhängigkeiten und Beeinflussungen nimmt die partnerschaftliche Zusammenarbeit einen hohen Stellenwert ein.
Das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum unserer Region ist die Stadt Basel. Der Kanton Baselland ist jedoch nicht nur das natürliche Hinterland der Stadt, sondern hat eine eigene Identität und ist wirtschaftlich hoch entwickelt. Stadt und Land sind aber eng miteinander verbunden, sie sind aufeinander angewiesen und ergänzen sich.
Basel-Landschaft will die Partnerschaft mit Basel-Stadt weiterentwickeln, insbesondere den gegenseitigen Lastenausgleich auf der Grundlage transparenter und nachvollziehbarer Kosten- und Leistungsrechnungen. Auf diesen Grundsätzen werden gesamtschweizerisch bessere Lösungen erarbeitet. So können alle Kantone zur Kostenbeteiligung eingeladen werden, soweit sie aufgrund von Leistungen ihrer Nachbarkantone einen entsprechenden Nutzen haben. Die gesamtschweizerische Ausdehnung der interkantonalen Zusammenarbeit mit Lastenausgleich, die in der Nordwestschweiz fast pionierhafte Ausprägung hat, ist Bestandteil des Neuen Finanzausgleichs zwischen Bund und Kantonen. Der Regierungsrat unterstützt dieses Projekt.
Kantons- und Landesgrenzen haben im Vergleich zu früher ihren trennenden Charakter weitgehend verloren. Die Zahl der Personen, die nicht mehr am Wohnort arbeiten, sondern im Nachbarkanton oder im Nachbarstaat, nimmt zu. Die interkantonalen und internationalen Verflechtungen werden zahlreicher. Angesichts dieser Entwicklung gewinnen, neben der Partnerschaft zu Basel, auch diejenigen zu den Nachbarn Aargau, Solothurn und Jura sowie zum benachbarten Ausland im Oberrheingebiet zunehmend an Bedeutung. Dies widerspiegeln die mannigfaltigen ausserkantonalen und internationalen Verpflichtungen und Vorhaben des Kantons Basel-Landschaft. Zu erwähnen sind insbesondere die grossen ausserkantonalen Investitionen zur Stärkung der regionalen Infrastruktur, wie Euroville, EuroAirport, Messe Basel und die Rheinhäfen. Daneben existieren vertragliche Verpflichtungen mit deutschen, französischen und schweizerischen Partnern beim Sekretariat der Oberrheinkonferenz in Kehl, bei der Beratungsstelle für grenzüberschreitende Fragen Infobest Palmrain und bei verschiedenen grenzüberschreitenden Projekten im Rahmen des EU-Programms Interreg. Der Regierungsrat wird die weitere Entwicklung dieser Beziehungen aktiv unterstützen.
3.3 Kundenfreundliche Verwaltung
Die wirkungsorientierte Verwaltungsführung (WoV) bezweckt eine kundenfreundliche Ausrichtung der staatlichen Tätigkeit. Dazu gehören insbesondere auch benutzerfreundliche Dienstleistungsangebote über die modernen Medien.
Im Rahmen des Projektes Wirkungsorientierte Verwaltungsführung (WoV) wird die Verwaltungstätigkeit reformiert. Die klassische Ressourcensteuerung (Rechtsgrundlagen) wird durch die von der Kundschaft ausgeübte Nachfrage ergänzt.
Die kantonale Verwaltung arbeitet heute beinahe flächendeckend mit Leistungsaufträgen. Die Dienststellen besitzen mit dem Leistungsauftrag ein modernes Führungsinstrument, das Zielvorgaben, eine Beschreibung der Aufgaben sowie Leistungsindikatoren beinhaltet. Dabei wird von einem weitgehenden Kundenverständnis ausgegangen. Als Kunde werden Bürger und Bürgerinnen, Unternehmungen sowie verwaltungsinterne Ansprechpartner betrachtet. Anerkennung finden, gerade auch bei internationalen Unternehmen, die effizienten und raschen Verwaltungsverfahren im Kanton Basel Landschaft, z. B. im Bereich der Baubewilligungen und der Handelsregistereintragungen.
Der Regierungsrat hat die Bedeutung der neuen Medien, insbesondere des Internets als zukunftsträchtiges Kommunikationsmittel, frühzeitig erkannt und bereits Anfang 1996 grünes Licht zum Aufbau einer kantonalen Homepage gegeben. Dieses Angebot wurde kontinuierlich ausgebaut. Die weitere Entwicklung des heutigen basellandschaftlichen Internet-Auftritts, bis zu einem funktionierenden, kundenfreundlichen Guichet virtuel, wird u.a. die enge Zusammenarbeit mit Bund und Gemeinden erfordern.
Der Regierungsrat unterstützt die vom Bund und insbesondere von der Bundeskanzlei ergriffene Initiative zur Forcierung von E-Government in der Schweiz. Die Schaffung eines gemeinsamen Internet-Portals der öffentlichen Hand mit elektronischer Verknüpfung der drei staatlichen Ebenen sowie dem Aufbau einer gemeinsamen Sicherheitsinfrastruktur und von Diensten für die Transaktionsunterstützung sind unabdingbare Voraussetzungen für einen interaktiven elektronischen Amtsverkehr mit den Behörden von Bund, Kanton und Gemeinden, bei dem die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund stehen.
In den nächsten Jahren wird eine noch weitergehendere Vernetzung der einzelnen Bereiche Finanzen, Leistungen und Aufgaben im Vordergrund stehen. Leistungsauftrag, Budget und Jahresprogramm der Regierung sowie Finanzplan und Regierungsprogramm werden inhaltlich nicht nur über die Finanzen, sondern auch über die Leistungen und die daraus resultierenden Kosten und Erträge miteinander verknüpft.
Auch auf der Ebene der Gemeinden, vor allem bei den grösseren, sind Reformen im Gange. Die Reformabsichten sind mit denjenigen beim Kanton vergleichbar.
Fortsetzung >>>
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