Aufbau des Geographischen Informationssystems (GIS)

2. Entwicklung des GIS Basel-Landschaft

Das Vermessungsamt BL beschaffte in Kenntnis der kommenden Aufgaben und der Eidgenössischen Zielsetzungen für seine eigenen Zwecke schon 1984 ein CAD- System der Firma Intergraph (USA). Dieses System wurde im Laufe der Jahre kontinuierlich ausgebaut und fand auch in weiteren Dienststellen Interesse.
1986 beauftragte die Finanz- und Kirchendirektion das Vermessungsamt eine Studie über den Bereich "Grund und Boden" zu verfassen, welche als Konzept für das koordinierte informatiktechnische Vorgehen dienen sollte. Insgesamt 17 Dienststellen in der kantonalen Verwaltung wurden in dieser Studie über ihre Bedürfnisse zwecks Ausübung ihrer Tätigkeit befragt und die Ergebnisse in einem Bericht festgehalten. Als Folge dieses Berichtes unterbreitete die Regierung dem Landrat einen Antrag zum Aufbau der "Technisch orientierten Datenverarbeitung" anno 1989. Der Antrag enthielt ein etappenweises Vorgehen nach Massgabe und Berücksichtigung der damals aktuellen Bedürfnisse. Für vier Dienststellen (Tiefbauamt, Amt für Orts- und Regionalplanung, Amt für Landwirtschaft, Forstamt) und das Vermessungsamt mit seinen vier Kreisgeometerbüros wurden die Bedürfnisse im informatiktechnischen Sektor dargestellt und die finanziellen Mittel im Betrag von 4,84 Mio Fr. zwecks Ausrüstung mit Hard- und Software beantragt. Organisatorisch wurde das Vermessungsamt mit der Leitung des Aufbaus der technischen EDV beauftragt. Ein Regierungsratsbeschluss regelte die Kompetenzen zwischen den verschiedenen Dienststellen und die Modalitäten beim Hinzukommen neuer Dienststellen.
1990 wurde unter Leitung des dem Vermessungsamt unterstellten Informatik-Zentrum Landinformationssystem (IZL) mit dem Aufbau des GIS/LIS in der kantonalen Verwaltung begonnen. Die beteiligten Dienststellen haben in der Zwischenzeit ihre GIS/LIS-Applikationen entwickelt und einige Projekte abgeschlossen. Neu zum GIS/LIS-Verbund hinzugekommen sind das Amt für Kultur mit den Hauptabteilungen Römerstadt Augusta Raurica und Museen und Archäologie, das Amt für Umweltschutz, das Grundbuch, das Lufthygieneamt beider Basel und die Kantonspolizei. Weitere Diensstellen, insbesondere aus der Bau- und Umweltschutzdirektion, haben ihr Interesse an der Partizipation am GIS/LIS angemeldet.
Neben den kantonalen Benutzern der digitalen Daten der amtlichen Vermessung treten aber auch externe Partner wie die Gemeinden, private Ingenieur, Architektur- und Planungsbüros, Elektrizitätswerke, Gasversorgung, Swisscom, Post und SBB hinzu. Die meisten dieser Partner treten als Nachfragende von Grundlagedaten der amtlichen Vermessung auf. Dabei zeigte sich für das Vermessungsamt klar das Bedürfnis nach flächendeckenden digitalen Daten der Grundbuchvermessung. Die bereits vorhandenen flächendeckenden Rasterdaten aus den Uebersichtsplänen 1:5`000 und 1:10`000 (Laufental) vermögen einerseits aus Genauigkeitsgründen und anderseits wegen der fehlenden Strukturierung (Vektorform) nicht alle vorhandenen Anforderungen abzudecken.
Diese Erfahrung und die Erkenntnis, dass die diversen GIS/LIS-Partner nicht jahrelang auf vektorielle Daten der AV warten können, bewogen das Vermessungs- und Meliorationsamt, dem Regierungsrat eine Landratsvorlage zur raschen flächendeckenden Numerisierung der amtlichen Vermessung zu unterbreiten. Dabei sollen in Anlehnung an die neuen Vorschriften der amtlichen Vermessung (AV93) die noch nicht numerisierten Gebiete im Kanton mittels provisorischer Numerisierung in den Jahren 1996-2000 rasch in eine computerverwendbare Form gebracht werden. Somit sollten im Jahr 2001 die Inhalte aller Grundbuchpläne des Kantons in digitaler Form objektisiert vorhanden sein. Zeitlich parallel zur digitalen Erfassung der amtlichen Vermessung verläuft die Erfassung des EDV-Grundbuches unter der Leitung der Justiz-, Polizei- und Miltärdirektion.
Im November 1996 hat der Regierungsrat eine GIS-Kommission zur Koordination aller GIS Anliegen eingesetzt. In der 17 köpfigen GIS-Kommission arbeiten seit 1997 Mitglieder aus allen Direktionen, sowie zwei Gemeindepräsidenten und ein Vertreter der Bauverwalterkonferenz. Der GIS-Ausschuss (Direktionsinformatiker der BUD und drei Vertreter des Vermessungs- und Meliorationsamtes) erledigt die täglichen Geschäfte und bereitet die Sitzungsgeschäfte der Kommission vor.
Die GIS-Kommission hat auftragsgemäss die "Strategische Informatikplanung SIP/GIS" für die Verwaltung (inkl. die Gemeindeinteressen) erarbeitet und im Herbst 1998 dem Regierungsrat vorgelegt. Mit Beschluss vom 18. Mai 1999 hat der Regierungsrat den Bericht genehmigt und die GIS-Kommission beauftragt, eine Landratsvorlage für den Aufbau und den Betrieb eines GIS in der Verwaltung unter Einbezug der Gemeinden zu erarbeiten.


Fortsetzung


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