1999-213_3.htm
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-213 vom 26. Oktober 1999
Vertrag zwischen den Kantonen Basel-Landschaft und Base-Stadt über die Führung von Ausbildungen in Sozialer Arbeit durch die Stiftung Höhere Fachschule für Soziale Arbeit beider Basel (Partnerschaftliches Geschäft)
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
3. Entwicklung und Perspektiven der HFS-BB
Beide ehemaligen Schulen zeigten sich innovativ. So passten sie ihre Ausbildungskonzepte immer wieder neuen Erkenntnissen an. Erst kürzlich haben die ersten Studierenden der ehemaligen BASBA nach dem neuen Ausbildungskonzept abgeschlossen, welches vor allem den Elementen Kreativität und Ganzheitlichkeit grosses Gewicht gibt.
Die ehemalige HFS bildet seit 1995 im Baukastensystem aus. Die Ausbildung ist modulartig aufgebaut und ermöglicht den Studierenden mehr Flexibilität und Autonomie. Mit der Entwicklung dieser neuen Ausbildungsstruktur nahm die damalige HFS eine Vorreiterrolle unter den Höheren Fachschulen für Soziale Arbeit ein und unterstrich ihr gutes Ansehen in der schweizerischen HFS-Landschaft.
Der Fusionsprozess von April 1997 bis heute
Am 21. Januar 1997 beschlossen die Regierungen Basel-Stadt und Basel-Landschaft an einer gemeinsamen Sitzung, die von den Stiftungen HFS und BASBA geplante Fusion zu unterstützen (RRB 03/28). Darauf fusionierten die Stiftungen der beiden ehemaligen Schulen - wie bereits erwähnt - am 14. April 1997 mit Zustimmung der Regierungsräte Basel-Stadt und Basel-Landschaft zur Stiftung HFS-BB. In der Folge legte die Stiftung die beiden Schulen zusammen. Als einzelne Etappen des Fusionsprozesses sind zu nennen:
- Der neue Stiftungsrat HFS-BB hat sich konstituiert und für die neue Schule ein neues Organisationsreglement erstellt.
- Im Rahmen einer Projektorganisation hat die HFS-BB ein neues Leitbild, eine neue Abteilungsstruktur und ein Personalreglement mit einem Normarbeitsvertrag und Funktionsbeschrieben geschaffen und vom Stiftungsrat genehmigen lassen.
- Die beiden ehemaligen Schulen haben sich räumlich an einem Standort (Thiersteinerallee Basel) integriert.
- Die Bereiche Infrastruktur, Administration und Rechnungswesen wurden vereinheitlicht und modernisiert.
- Eine neue Leistungsvereinbarung mit den Kantonen wurde ausgehandelt und ein Globalbudget auf der Basis einer Produktekostenrechnung vorgelegt.
- Die Vereinheitlichung des Finanzierungsmodus der Schule wurde in die Wege geleitet.
- Der mit der Fusion verknüpfte Sparauftrag der Regierung wurde - soweit möglich - erfüllt.
- Die sogenannte „innere Fusion", also die Zusammenführung und Integration der sehr unterschiedlichen Kulturen der beiden früheren Schulen, schreitet gut voran.
- Ein neues System des Qualitätsmanagements und ein einheitliches Ausbildungskonzept sind noch in Ausarbeitung. Das Qualitätsmanagement befindet sich in der Phase der Implementierung. Die Entwicklung eines neuen Ausbildungskonzeptes ist ein sehr komplexes Teilprojekt. Ab Herbstsemester 2001 wird die HFS-BB nach dem neuen einheitlichen Konzept ausbilden.
Eine Fusion, die durch die Trägerschaft initiiert wird und den Anspruch erhebt, die Mitarbeitenden mitzunehmen, ist nicht einfach. Umso erfreulicher ist es, dass das Endergebnis im Ganzen als positiv gewertet werden darf. Die Leistungen zeichnen sich ausnahmslos durch grosse Sorgfalt und hohe Qualität aus. Ein Indikator dafür ist, dass im Verlauf des Genehmigungsverfahrens jeweils nur kleine Änderungen vorgenommen werden mussten. Das Personal der ehemaligen HFS und BASBA konnte mitgenommen werden. Es gab lediglich drei freiwillige Austritte von Mitarbeitenden. Hervorzuheben ist, dass der Normalbetrieb ohne Probleme und in der gewohnten Qualität weitergeführt werden konnte. Die Zeitbudgets und Terminvorgaben wurden - abgesehen von einigen wenigen Anpassungen - eingehalten. Wenn man den eigentlichen Start der internen Fusion auf den Beginn der Projektgruppenarbeit (anfangs 1998) legt, kann die Arbeit insgesamt als hoch effizient und effektiv bewertet werden. Die HFS-BB darf stolz sein auf diese Leistung, die einen Vergleich mit anderen gelungenen Fusionen bestehen wird.
Die Entwicklung zur Fachhochschule
Seit längerer Zeit vollzieht sich auf Bundesebene eine Entwicklung von Höheren Fachschulen zu Fachhochschulen. Diesbezügliche Diskussionen breiteten sich auch auf Ausbildungen im Sozialbereich aus. So verabschiedete die EDK am 30. Mai 1996 ein Profil für Fachhochschulen für Soziale Arbeit (FH-SA). Eine überarbeitete Form wird in den nächsten Wochen verabschiedet. Diese Thematik fand Eingang in die Diskussionen um die Gestaltung der neuen HFS-BB, welche mit der Fachhochschulentwicklung Schritt halten wollte.
Am 25. November 1997 stimmte der Regierungsrat Basel-Landschaft der Möglichkeit zu, die Höhere Fachschule für Soziale Arbeit beider Basel in die geplante Fachhochschule für Pädagogik einzugliedern.
Mit RRB 11/M05 vom 31. März 1998 stimmte der Regierungsrat Basel-Stadt dem Bestreben zur Entwicklung in Richtung Fachhochschule zu.
Mit Brief vom 3. Juni 1998 wurde die HFS-BB über die Zustimmung der Erziehungs- und Kulturdirektion Basel-Landschaft zum Strategiepapier der HFS-BB zur Zusammenarbeit mit der „Pädagogischen Hochschule beider Basel" informiert.
Mit RRB 28/113 vom 7. Juli 1998 nahm der Regierungsrat Basel-Stadt vom Strategiepapier der HFS-BB zur Zusammenarbeit mit der „Pädagogischen Hochschule beider Basel" Kenntnis und gab seine grundsätzliche Zustimmung zur Schaffung einer Fachhochschule der Sozialen Arbeit.
Ausgehend von diesen Zustimmungen hat die HFS-BB alle internen Fusionsschritte und -ergebnisse fachhochschulkompatibel angelegt. Diesbezüglich sind insbesondere die Schaffung der Angebote Weiterbildung, Dienstleistung und Forschung zu nennen. Die Schule ist damit bereit, als eine der letzten in der Schweiz per August 2000 den Fachhochschulstatus zu erhalten.
Inzwischen hat mit RRB 32/32 vom 24. August 1999 der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt die Umwandlung der HFS-BB in eine Fachhochschule auf Beginn des Herbstsemesters im August 2000 terminiert. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft wird diesem Beschluss demnächst zustimmen.
In der Leistungsvereinbarung verpflichtet sich die HFS-BB, sich bei der Gestaltung der Leitungs- und Ausbildungsstrukturen, den Curricula und den Arbeitsbedingungen der Unterrichtenden an die Strukturen und Regelungen der bestehenden und geplanten Fachhochschulen beider Basel anzulehnen. Die Koordination mit den Entwicklungen zur Bildung einer pädagogischen Hochschule beider Basel ist durch Informationsaustausch sichergestellt.