1999-213_2.htm
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-213 vom 26. Oktober 1999
Vertrag zwischen den Kantonen Basel-Landschaft und Base-Stadt über die Führung von Ausbildungen in Sozialer Arbeit durch die Stiftung Höhere Fachschule für Soziale Arbeit beider Basel (Partnerschaftliches Geschäft)
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
2. Die Stiftung und das Leistungsangebot der HFS-BB
Einziger Zweck der Stiftung ist die Führung von Ausbildungen im Sozialbereich und insbesondere die Führung der Höheren Fachschule für Soziale Arbeit beider Basel HFS-BB.
Das vertragsrelevante Organ der Stiftung ist der Stiftungsrat. Er setzt sich aus sieben Mitgliedern zusammen. Die Präsidentin wurde vom Regierungsrat Basel-Stadt gewählt und danach vom Regierungsrat Basel-Landschaft bestätigt. Weiter gehören dem Stiftungsrat je zwei Mitglieder der beiden ehemaligen Stiftungen und je ein staatlicher Delegierter der beiden Partnerkantone an. Mit beratender Stimme haben der Rektor der Schule und je eine Vertretung von Dozierenden und Studierenden Einsitz im Stiftungsrat. Der Stiftungsrat hat am 7. Mai 1998 ein Organisationsreglement erlassen. Dieses gewährleistet eine optimale Führung der Schule.
Diplomausbildungen in Sozialer Arbeit
Die HFS-BB bietet gemäss EDK-Reglement zwei Diplomausbildungen in Sozialer Arbeit an, nämlich die Ausbildung in Sozialarbeit und diejenige in Sozialpädagogik. Beide Ausbildungen können entweder in Vollzeit (während drei Jahren), in Teilzeit (während vier bis fünf Jahren) oder berufsbegleitend (während vier Jahren) absolviert werden. Nach Abschluss der Ausbildung erhalten die Studierenden ein Diplom in Sozialarbeit HFS respektive Sozialpädagogik HFS.
Die Ausbildungen dienen der Zurverfügungstellung einer ausreichenden Anzahl an qualifizierten Berufsleuten zuhanden der Institutionen in den beiden Berufsfeldern. Pro Jahr bildet die HFS-BB 18 Studierende in Sozialarbeit und über 50 Studierende in Sozialpädagogik aus.
Nachdiplomstudien
Die HFS-BB bietet zur Zeit - in Zusammenarbeit mit zwei anderen Ausbildungsstätten - zwei Nachdiplomstudien an.
Gemäss der Rahmenordnung zur Ausbildung des Heilpädagogischen Früherziehers in der Schweiz des Verbandes der Heilpädagogischen Ausbildungsinstitute (VhpA) bietet sie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Spezielle Pädagogik und Psychologie ISP der Universität Basel eine zweijährige Vollzeitausbildung für Heilpädagogische Früherziehung/Heilpädagogik im Vorschulbereich an. Das Angebot richtet sich an Kindergärtner und Kindergärtnerinnen und an Unterstufenlehrkräfte sowie an Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen mit Erfahrung mit Kleinkindern. Ziel ist die Zurverfügungstellung einer ausreichenden Anzahl qualifizierter Berufsleute im Berufsfeld der heilpädagogischen Vorschulerziehung. Alle zwei Jahre werden etwa 14 Personen diplomiert.
Gemeinsam mit der Fachhochschule beider Basel FHBB, Departement Wirtschaft, bietet sie eine zweijährige berufsbegleitende Ausbildung für betriebswirtschaftliches Management von Nonprofit-Organisationen an. Das Angebot richtet sich an Kaderleute der Sozialen Arbeit oder anderer Nonprofit-Organisationen. Ziel ist die Zurverfügungstellung einer ausreichenden Anzahl qualifizierter Führungskräfte für das Berufsfeld der Sozialen Arbeit. Es werden jährlich etwa 18 Personen diplomiert.
Weiterbildung
Im Bereich der Weiterbildung bietet die HFS-BB Nachdiplomkurse, Fachkurse und Tagungen an. Sie dienen der Erhaltung, Verbesserung oder Aktualisierung der fachlichen Qualifikationen sowie dem Austausch unter Fachkräften in einem Berufsfeld mit sich verändernden Anforderungen und Problemfeldern. Adressaten und Adressatinnen sind Berufs- und Kaderleute der Sozialen Arbeit, der Heilpädagogik und verwandter Bereiche.
Das Angebot ist neu und noch im Wachsen begriffen. Die variablen Kosten werden zu einem hohen Grad durch Beiträge der Nutzniessenden gedeckt. Daher wird die gegenwärtig zur Verfügung stehende Infrastruktur auch für ein erweitertes Angebot ausreichen.
Dienstleistungen
An Dienstleistungen bietet die HFS-BB Beratungen an, gibt Publikationen heraus und stellt eine Mediothek zur Verfügung. Ziel dabei ist die Leistung von Beiträgen zur Lösung praktischer sozialer Probleme unter Einbezug theoretischer und praktischer Erkenntnisse. Die Angebote richten sich an Fachkräfte der Berufsfelder der Sozialen Arbeit und der Heilpädagogik, aber auch der Verwaltung, der Politik und der Privatwirtschaft. Die im Abschnitt zur Weiterbildung formulierten Aussagen bezüglich Kostendeckung (variable Kosten) und Möglichkeit zur kostenneutralen Erweiterung (Infrastruktur) gelten auch bezüglich dieses Abschnitts.
Angewandte Forschung und Entwicklung
Die HFS-BB führt Forschungsprojekte durch, die sich mit Adressatinnen oder Klienten der Sozialen Arbeit, mit spezifischen Problemkonstellationen im Sozialbereich, mit Interventionsmöglichkeiten und Methoden sowie mit Akteuren und Akteurinnen im Berufsfeld befassen. Es handelt sich dabei in der Regel um Auftragsforschung, die teilweise in Kooperation mit anderen Höheren Fachschulen oder Fachhochschulen und unter anderem im Rahmen von Nationalfondsprojekten oder EU-Forschungsprogrammen durchgeführt wird. Sie stellt entsprechende Forschungsberichte her. Übergeordnetes Ziel dabei ist der Erkenntnisgewinn zu aufgeworfenen gesellschaftlichen Fragestellungen. Die Forschungsangebote richten sich wiederum an Berufstätige in den Feldern der Sozialen Arbeit und der Heilpädagogik, aber auch in der Verwaltung, der Politik und der Privatwirtschaft.
Die im Abschnitt zur Weiterbildung formulierten Aussagen bezüglich Kostendeckung (variable Kosten) und Möglichkeit zur kostenneutralen Erweiterung (Infrastruktur) gelten auch bezüglich dieses Abschnitts.