1999-148_2.htm

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-148 vom 29. Juni 1999


Änderung des Konkordats betreffend Technikum für Obst-, Wein- und Gartenbau in Wädenswil


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





2. Technikum für Obst-, Wein- und Gartenbau

2.1 Geschichte

Die Hochschule Wädenswil begann im Jahre 1942 auf privater Basis als Schweizerische Fachschule für Obstverwertung . 1950 wurde eine Weinfachabteilung angegliedert, später die Fachrichtungen Obstbau, Gemüsebau und Zierpflanzenbau. 1970 wurde die Schule mit den sechssemestrigen Ingenieurlehrgang als Höhere Technische Lehranstalt (HTL) anerkannt.
1976 übernahmen die meisten Deutschschweizer Kantone die Verantwortung für die Schule und deren Ausbau. Sie gründeten hierzu das Konkordat (1) betreffend Technikum für Obst-, Wein- und Gartenbau in Wädenswil. Das Konkordat umfasste die Ausbildung von Fachleuten auf den Stufen Berufsschule, Fachschule und Technikum. Die neue Trägerschaft erlaubte die Errichtung von längst nötigen und geplanten Bauten.
In den folgenden Jahren konnten die Berufslehrgänge ergänzt werden. Auf der Ingenieur-Stufe begannen 1988 erstmals Studierende mit der Lebensmitteltechnologie.

2.2 Aktuelle Ausbildungsgänge
Heute bietet Wädenswil die folgenden Ausbildungsgänge an:

Berufsschule

Es handelt sich um Berufe, die gesamtschweizerisch geringe Lehrlingszahlen aufweisen, in der Berufsausbildung aber viel Gemeinsames haben. Lehrlinge und Lehrtöchter aus der Deutschschweiz werden deshalb in Sammelklassen zusammengefasst. Der Berufsschulunterricht wird in Blöcken von vier bis fünf Wochen erteilt. Für diese Zeit der Ausbildung in Wädenswil steht ein Internat zur Verfügung.
Wädenswil bietet auch die Weiterbildung für Berufsleute, insbesondere die Ausbildung bis zum Meisterdiplom, an.

Ingenieurschule (bisher)

Studienrichtung Obst-, Wein- und Gartenbau
Vertiefungsrichtungen: Obstbau, Weinbau, Zierpflanzenbau, Freiland-Zierpflanzen, Gemüsebau, Betriebswirtschaft, Umwelttechnik (Boden, Luft, Wasser).

Studienrichtung Lebensmitteltechnologie
Vertiefungsmöglichkeiten: Lebensmitteltechnologie, Lebensmittelchemie, Lebensmittelmikrobiologie, Verfahrenstechnik, Prozessinformatik, Qualitätssicherung, Getränketechnologie, Biotechnologie und Oekotrophologie.

Studienrichtung Biotechnologie
Vertiefungsmöglichkeiten: Umweltbiotechnologie, Zellkulturtechnik, Immobilisierte Biokatalysatoren und Sensortechnik, Molekularbiologie, Bioinformatik, Steril- und Reinraumtechnik.

Studienrichtung Oenologie
Es handelt sich um den Weinbau und die Weinbereitung. Die Studienrichtung Oenologie wird ab 2004 in Wädenswil aufgegeben, weil der Bund sie in der Fachhochschule Westschweiz in Changins, Nyon, konzentrieren will.

Auf der Hochschulstufe bildet die angewandte Forschung und Entwicklung sowie der Technologietransfer einen erheblichen Teil der Aktivitäten.

2.3 Trägerschaft
17 Deutschschweizer Kantone, ohne Basel-Stadt, Ob- und Nidwalden, inklusive Freiburg, bilden zusammen mit dem Fürstentum Lichtenstein ein Konkordat. Die Berufs- und Fachverbände sowie 3 Stiftungen leisten Beiträge an die Schule. Der Kanton Zürich stellt die Grundfläche und ältere Gebäude gegen einen bescheidenen Pachtzins von 3'000 Franken pro Jahr bis ins Jahr 2070 zur Verfügung. Die übrigen Bauten wurden 1984 und 1991 mit Baurechtsverträgen erstellt.



Fortsetzung


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Fussnoten:
1. GS 26.145, SGS 686.6