1999-125_2.htm
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-125 vom 22. Juni 1999
Erteilung eines Verpflichtungskredites für die Beschaffung von Leitstellen-Bordrechnern und Fahrgast-Informationssystemen für BLT-Tramfahrzeuge
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
3. Begründung
3.1. Die Beschaffung, eine Folge des neuen BVB-Betriebs-Leitsystems
Die BLT Baselland Transport AG befährt mit ihren Vorortslinien 10, 11 und 17 auch baselstädtisches Gebiet. Dies bedingt, dass die BLT Fahrzeuge mit Bordrechnern ausgerüstet sein müssen, die mit dem Betriebsleitsystem der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) kommunizieren können.
Die Leitstelle ermöglicht folgende Funktionen:
-Notfallhilfe (Notruf, Überfalltaste)
-Funkkommunikation mit den Wagenführer/-innen
-Bereitstellung der erforderlichen Kapazitäten
-Störbehebungsmanagement (Umleitungen, Busersatz usw.)
-Anzeige der Fahrplanabweichungen im Führerstand und in der Leitstelle
-Unterstützung bei Durchführung von Sonderanlässen
-Analysen für Fahrplanerstellung, von Behinderungen durch den Individualverkehr usw.
Damit die Leitstelle mit dem Fahrdienstpersonal in Kontakt treten kann und damit die genannten Funktionen erfüllt werden können, müssen die Fahrzeuge mit einem Bordrechner sowie mit Sprech- und Datenfunk ausgerüstet sein. In jedem Fahrzeug wird ein zusätzlicher Sprachkanal installiert.
Die Fahrzeuge werden für die präzise Ortung mit "Trans-X" ausgerüstet. Mit dieser Ausrüstung ortet sich jedes Fahrzeug automatisch beim Unterfahren einer Weichenstellantenne.
Im Anhang sind die einzelnen Elemente des Gesamtsystems ("Systemkonzept") dargestellt.
3.2. Heutige Situation
Mit einem Alter von 20 Jahren hat das bisherige Betriebs-Leitsystem der BVB die technische Lebensdauer solcher computergestützter Systeme längst überschritten (normal max. 10 Jahre). Dies äussert sich darin, dass es immer schwieriger wird, die Wartung zu gewährleisten und die Beschaffung von Ersatzteilen zu sichern. Die Risiken für den Ausfall steigen mit zunehmendem Alter des Systems; Schnellreparaturen alter Systeme sind sehr teuer.
3.3. Künftige Situation und Ziele
Am Standort der BVB-Betriebsabteilung wird in diesem Jahr eine neue Leitstelle der BVB installiert. Der Ersatz der alten BVB-Leitstelle macht die Erneuerung der bestehenden Fahrzeugausrüstung, insbesondere der Bordrechner, bei den BVB und der BLT notwendig. Während einer bis 2002 befristeten Übergangszeit können die alten Fahrzeugausrüstungen auch mit dem neuen Leitsystem kommunizieren.
Die neue Generation der IBIS II-Bordrechner stellt die bisherigen Funktionen sicher, ermöglicht jedoch zusätzlich erstmals die Ansteuerung einer automatischen Haltestellenansage und eine optische Haltestellen-Innenanzeige. Diese neuen Funktionen sind kundenwirksame Neuerungen; für seh- und hörbehinderte Personen bilden die zusätzlichen Funktionen eine seit langem gewünschte Hilfe zur erleichterten Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel.
Die Neuerungen tragen auch zur Verbesserung der betrieblichen Abläufe bei, wie zum Beispiel der besseren Gewährleistung von Umsteigebeziehungen. Die Bedienung der neuen Leitstelle ist einfacher, komfortabler, schneller und in der Behebung von Störungen effizienter.
Der abgesetzte Leitplatz bei der BLT (Hüslimatt) ermöglicht dem BLT-Disponentenpersonal eine vollständige Information über die Fahrzeugstandorte und ein rasches Einwirken ins Netz.
3.4. Projektablauf
Die Leitstellen-Erneuerung wurde von den BVB ausgeschrieben. Der Auftrag wurde der Schweizer Firma HPW, Marktführerin in der Schweiz und in Deutschland, vergeben. Diese Firma tritt als Generalunternehmer auf; sie übernimmt die volle Verantwortung für die Funktion des Gesamtsystems (inkl. Fahrzeugausrüstungen). Die Inbetriebsetzung des Gesamtsystems erfolgt noch in diesem Jahr.
Die enge Vermaschung der BLT-Vorortslinien mit dem BVB-Liniennetz macht es unumgäng-lich, dass auch die BLT-Tramfahrzeuge weiterhin an den BVB-Leitstellenrechner angeschlossen sind. Zwischen den beiden Unternehmen wurde vereinbart, dieselben Bordrechner und Empfänger vom Typ IBIS II zu beschaffen.
3.5. Alternativen
Der zeitgemässe Ersatz der bestehenden Bordrechner ist eine Folge der notwendigen Erneuerung der überalterten BVB-Leitstelle. Die Erneuerung der fahrzeugspezifischen Ausrüstung ist zwingend, um den Betrieb auf dem gemeinsamen BVB/BLT-Netz sicherzustellen. Es gibt dazu keine Alternativen. Die Installation eines modernen Fahrgastinformationssystems ist Stand der Technik und gehört heute zur Standardausrüstung von Neufahrzeugen. Bordrechner und Fahrgast-Informationssystem bilden zusammen ein Gesamtsystem.