Jahresbericht 1997 Sicherheitsinspektorates Kanton BL

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-040-10 vom 21. April 1998


Jahresbericht 1997 des Sicherheitsinspektorates Kanton Basel-Landschaft


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





4. Vollzug Störfallverordnung

4.1. Betriebe mit Stoffen, Erzeugnissen oder Sonderabfällen


4.1.1. Betriebe im Chemie-Risikokataster


Folgende Betriebe haben im Berichtsjahr einen Kurzbericht eingereicht oder sind neue Untersuchungseinheiten:
- Novartis Bau 2084, Muttenz
- Novartis Crop Protection Bau 2220, Birsfelden
- Schwimmbad Buus
- Schwimmbad Waldenburg
- Swisscom TT-Lager, Arlesheim
- Hallenbad Muttenz, Muttenz


Einen Kurzbericht über Anschlussgleise haben eingereicht:
- Camion Service AG, Pratteln
- Furness Logistik AG, Pratteln
- Konsortium Industrie-Stammgleis West, Pratteln
- Rohner AG, Pratteln
- Schenectady Pratteln AG, Pratteln
- Ultra-Brag AG, Muttenz
- Wasa Verwaltungs AG, Pratteln


Die nachstehend aufgeführten Betriebe sind im Berichtsjahr infolge Betriebsverlegung, Verfahrensumstellung oder Lagerreduktion aus dem Geltungsbereich der Störfallverordnung gefallen:
- Ceren AG, Arlesheim
- Lofa AG, Liestal
- Novartis Bau 2083, Muttenz
- Schenectady Pratteln AG UE F, Pratteln
- Schwimmbad Liestal
- Schwimmbad Sissach
- Mechanische Ziegelei, Oberwil




4.1.2. Beurteilung der Kurzberichte


Folgende 38 Kurzberichte wurden abschlies-send beurteilt und nach Kostenaufwand in Rechnung gestellt:
Amcis AG, Bubendorf
Berlac AG, Sissach
BMW-Vogel AG, Aesch
Bodenschatz AG, Allschwil
Brewa AG, Allschwil
Clariant (Schweiz) AG, Bau 911, Muttenz
Clariant (Schweiz) AG, Bau 921, Muttenz
Clariant (Schweiz) AG, Bau 924A-C, Muttenz
Clariant (Schweiz) AG, Bau 938-2, Muttenz
Clariant (Schweiz) AG, Bau 955, Muttenz
Clariant (Schweiz) AG, Bau 956, Muttenz
Clariant (Schweiz) AG, Bau 959, Muttenz
Coop Schweiz, PVZ, Pratteln
CSB Camion Service AG, Pratteln
Fritz Meyer Transporte AG, Pratteln
Gunzenhauser J. & R., Sissach
Knoll AG, Bau 5, Liestal
Knoll AG, Bau 6, Liestal
Knoll AG, Bau 10, Liestal
Knoll AG, Bau 22, Liestal
Metallum AG, Pratteln
Novalin AG, Muttenz
Novartis Crop Protection AG, Bau 945, Muttenz
Novartis Services AG, Bau 2882, Muttenz
Novo Nordisk Ferment AG, Dittingen
Plus AG, Aesch
Ronda AG, Lausen
S. Aschwanden AG, Therwil
Scala-Wibag AG, Binningen
Schenectady Pratteln AG, (E) Pratteln
Schenectady Pratteln AG, (G) Pratteln
Schwimmbad Reinach
Solco Basel AG, Birsfelden
Spiromed AG, Gelterkinden
Sygena AG, Liestal
Ultra-Brag AG, Muttenz
Universal Express AG, Münchenstein
Ziegler Papier AG, Grellingen




4.2. Betriebe mit Mikroorganismen


Das Sicherheitsinspektorat verfolgt aufmerksam die sprunghaften technologischen Fortschritte im Bereich Bio- und Gentechnologie. Änderungen im Umweltschutzgesetz des Bundes machen neue Regelungen auf Verordnungsstufe notwendig. Die im Entwurf vorliegende Einschliessungsverordnung sowie die Freisetzungsverordnung tangieren auch die Verordnung über den Schutz vor Störfällen (Störfallverordnung, StFV). Es geht darum, sich rechtzeitig auf den Vollzug dieser beiden Verordnungen des Bundes vorzubereiten, falls sie den Kanton Basel-Landschaft betreffen.


Das Projekt mit gentechnisch modifizierten Organismen (kleiner Massstab, Sicherheitsstufe 2) wurde von der Firma Biological Research Laboratories Ltd. (BRL) in Füllinsdorf auch 1997 weitergeführt.




4.3. Verkehrswege


4.3.1. Strasse


Die Arbeiten für einen vom Landrat gewünschten Risikovergleich für Transporte gefährlicher Güter auf der Strasse und der Schiene sind eingeleitet worden. Für einen effektiven Vergleich müsste eine Risikoermittlung für die Schiene nach der Methodik der Transportrisikoanalyse Strasse BL erstellt werden. Die SBB wollte sich an einer solchen kantonalen Arbeit nicht beteiligen und konzentriert sich auf eine für die ganze Schweiz gültige Methodik.


Die ETH Zürich hat in einer Studie einen pragmatischen Vergleich der Risiken Strasse/Schiene aufgrund der bestehenden Analysen im Kanton Basel-Landschaft gemacht. Sie kommt zum Schluss, dass weitergehende Analysen keine neuen Erkenntnisse mehr bringen würden. Vielmehr sollten konkrete Massnahmen untersucht und deren Machbarkeit geprüft werden. Als für den Kanton kostengünstige Variante sollte die Verlegung der Mineralöltransporte beim Fernverkehr von der Strasse auf die Schiene geprüft und von den politisch Verantwortlichen gefördert werden, hält die ETH Zürich in ihrer Studie fest. Eine Landratsvorlage wird das weitere Vorgehen für die Strasse konkretisieren.




4.3.2. Schiene


Transporte von gefährlichen Gütern mit einem aussergewöhnlich hohen toxischen oder explosiven Potential (z.B. Vinylchlorid, Chlor, Propan) können bei einer Freisetzung auf der Schiene oder Strasse zu letalen Konzentrationen von mehreren hundert Metern führen. Der Vorsteher des Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartementes wurde von der Bau- und Umweltschutzdirektion gebeten, sich mit dieser Problematik zu befassen. Solche Transporte dürfen nicht zu Lasten der Sicherheit der Bevölkerung gehen und können bei scharfem Preiskampf nicht hingenommen werden.


Auf Bundesebene befassen sich Arbeitsgruppen mit Beurteilungsaspekten für mobile Risiken und Methoden für Risikoermittlungen. Die Resultate müssten im Jahre 1998 vorliegen. Anschliessend werden nach dem Verfahren der Störfallverordnung punktuell von der SBB Risikoermittlungen erstellt und daraus resultierende Massnahmen ausgeführt.



Fortsetzung


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