Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Sammelvorlage Gebäudehüllensanierungen: Gymnasium Liestal, Zeughaus Liestal, Gewerblich-industrielle Berufsfachschule Muttenz, Sporthalle Gymnasium Oberwil, Gymnasium Münchenstein | |
| vom: | 13. November 2007 | |
| Nr.: | 2007-283 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
6. Vorprojekt
6.1 Gymnasium Münchenstein
6.1.1 Heutige Situation
Bereits in der Landratsvorlage 97/49 vom 18. März 1997 betreffend Mediothek und Brandschutzmassnahmen wurden Aussagen einerseits über den Zustand und die Möglichkeiten zum Aufrechterhalten der Funktionstauglichkeit der Hülle vorgenommen, andererseits die Grenzen von Instandsetzungsmassnahmen aufgezeigt. Desgleichen wurde erläutert, dass ein Ersatz der Fassadenhülle durch eine integrale Erneuerung unausweichlich sein wird. Mit der Bewilligung des Verpflichtungskredites wurden damals auch Mittel freigegeben für Instandhaltungsmassnahmen, um diesen Ersatz möglichst lange hinauszögern zu können. Eine umfassende Zustandsanalyse über sämtliche Gebäude der Schulanlage des Gymnasiums Münchenstein aus dem Jahre 2005 zeigt auf, dass auch Instandsetzungsmassnahmen im Innern notwendig sind. Sowohl aus ökonomischen wie organisatorischen Gründen wird empfohlen, die Erneuerung der Schulzimmer (Boden-/Wand-, Deckenmaterialien) gleichzeitig mit dem Ersatz der Gebäudehülle vorzunehmen. Eine Erdbebenanalyse des Gebäudekomplexes aus dem Jahre 2007 zeigt auf, dass zusätzliche Aussteifungen für die Stabilitätsverbesserung zur Erdbebensicherung vorgenommen werden müssen.
Beim heutigen Stand des Projekts sind Konzeption und die Lösungsmöglichkeiten der Massnahmen optimiert und aufeinander abgestimmt, es handelt sich bei der Bearbeitungstiefe erst um die Stufe Vorprojekt. Die Ausarbeitung eines Bauprojektes verlangt noch vertiefte Planungsschritte um den Lösungsvorschlag, die Kosten und die Termine weiter optimieren zu können.
Die Vorhangfassade des Haupttraktes des Gymnasiums Münchenstein (Baselstrasse 33) ist in den Jahren seit der Erstellung (1969 - 1972) durch äussere Einflüsse, indessen auch durch die bauphysikalisch bedingten Wirkungen von Kondensat in und auf der Konstruktion gezeichnet. Die bestehende Fassade ist eine Element-Konstruktion aus unisolierten Aluminiumprofilen, der Sonnenschutz in Form einer Verbundraffstore ist mit einem unabhängigen Storenkasten vorgehängt und Teil der Fassadengestaltung.
| - | Mängel, Schwachstellen, Behaglichkeit: Neben dem grossen Verlust an Wärme sind auch Behaglichkeitsprobleme vorhanden. Die inneren Oberflächentemperaturen der Fassade sind im Winter sehr tief und im Sommer schon nach kurzer Sonneneinstrahlung übermässig hoch. Flügelrahmen sind verzogen, Beschläge defekt und die Schliessmechanik schwer gängig. Die Konstruktion entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. |
| - | Altlasten (Asbest, PCB): Zur Problematik der Schadstoffbelastung aller Trakte und Bauten des Gymnasiums Münchenstein liegt ein umfassender Bericht der Firma Carbotech vor. Für das Vorprojekt wurden diese Erkenntnisse, sofern sie relevant sind, beachtet und in die Überlegungen einbezogen. |
6.1.2 Geplante Massnahmen
Für die Entwicklung eines Vorprojektes für den Hüllenersatz sind folgende Lösungsansätze massgebend:
| - | Beanspruchung durch Nutzung, Umwelteinflüsse: Die Konstruktionsart der Vorhangfassade sowie Art und Anordnung der Bedienungselemente haben einen Einfluss auf die Beanspruchung durch die Nutzung. Bedienungsfreundlichkeit und eine partiell automatisierte Steuerung der beweglichen Teile sichern einen reibungslosen Betrieb und eine längere Lebensdauer dieser exponierten Teile zu. |
| - | Energiesparziele: Für das Anstreben des Minergie-Standards bei Sanierungen ist im vorliegenden Fall der Einbau einer mechanischen Lüftungsanlage nicht notwendig. Die innengedämmten Sichtbeton-Fassaden sind insgesamt relativ klein. Die Glas-/Metall-Fassaden des Hauptgebäudes mit Sockel- und Hochtrakt sind umfangmässig am grössten, bezüglich Energiesparpotential am gewichtigsten resp. betreffend Massnahmen am wirksamsten und architektonisch am bedeutsamsten. Aus dieser Sichtweise konkretisieren sich zwei differenzierte Lösungsansätze im Rahmen des Vorprojektes. |
| - | Lösungsmöglichkeit Hauptgebäude:
Die Variante "Rekonstruktion" orientiert sich an der äusseren Erscheinung der ursprünglichen Gliederung der Vorhang-Fassade durch Festhalten an der vorhandenen Sprossenteilung, jedoch umgesetzt nach dem heutigen Stand der Technik. Die Brüstungseinbauten und Kabelführungselemente bleiben leicht modifiziert wie vorhanden.
Die Variante "Neuinterpretation" orientiert sich an der äusseren Erscheinung der ursprünglichen Gliederung der Vorhangfassade, jedoch in zeitgenössischer Form umgesetzt. In Distanz im Inneren, hinter der Fassade, soll ein mulitfunktionaler Brüstungsbereich mit Haustechnik, Arbeitsflächen und Ablagen integriert werden. |
| - | Instandsetzung Sporthallentrakt: Die Fensterfassaden der kleinen und der grossen Sporthalle wurden 1997 bereits ersetzt. In der Wohnung und den Nebenräumen der Sporthallen sowie im Eingangsbereich sind der Rückbau der Fenster und der verglasten Türen inkl. Storen mit anschliessender Montage von neuen Fenstern und Abschlüssen sowie das Instandstellen der Boden-, Wand- und Deckenanschlüsse geplant. |
| - | Denkmalpflegerische Aspekte: Das Gymnasium Münchenstein ist eine exemplarische Ikone des Schulhausbaus der zeitgenössischen Moderne (60/70er Jahre), in diesem Sinne ein schützenswertes kulturelles Erbe, für die Nachwelt ein erhaltenswerter Zeitzeuge. Diesem Stellenwert ist bei der Entwicklung der neuen Gebäudehülle gebührend Rechnung zu tragen. |
6.1.3 Termine
Für die Umsetzung des Projekts wird von 3 Etappen ausgegangen. Als 1. Etappe erfolgt die Sanierung des Hochtraktes. Montiert wird von oben nach unten. Nachfolgend wird ebenfalls von oben nach unten der Ausbau der Schulräume erneuert.
Die Bauarbeiten werden sich auf verlängerte Sommerferien (8 Wochen) konzentrieren müssen. Vor- respektive nachgängig sind Vorbereitungs- und Abschlussarbeiten einzuplanen.
Gemäss dem aktuellen Planungsstand ergibt sich folgendes Zeitszenario:
| 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | |||||||||||||
| LR Entscheid Kredit | O | |||||||||||||||
| Bauprojekt/Vorlage | ||||||||||||||||
| LR Entscheid Kredit | O | |||||||||||||||
| Baubewilligungsverfahren | ||||||||||||||||
| Ausführungsplanung | ||||||||||||||||
| Realisierung | ||||||||||||||||
6.1.4 Schätzung der Investitionskosten
Schweizer Baupreisindex 1998 = 100 Punkte
Region Nordwestschweiz
Index April 2007 = 112.8 Punkte
Die Kosten wurden aufgrund einer Richtofferte und Erfahrungswerten ermittelt. Die Kosten weisen einen Genauigkeitsgrad von ± 25% auf.
Anlagekosten Total
| Gebäudehülle | CHF 12'300'000.00 |
| Innensanierung Schulzimmer | CHF 1'800'000.00 |
| Erdbebensicherheit | CHF 1'400'000.00 |
| Reserven (ca. 10%) | CHF 1'500'000.00 |
| Total Anlagekosten inkl. 7,6% MWST ± 25% | CHF 17'000'000.00 |
Gemäss § 32, Absatz 3 der Verordnung zum FHG sind bei Bauvorhaben über CHF 10,0 Mio. die Ausgaben für die einzelnen Projektierungsstufen einzeln zu beantragen (zweiphasiges Vorgehen). Unter Abschnitt "8.2 Projektierungskosten Gymnasium Münchenstein" wird ein Projektierungskredit von CHF 804'000.00 beantragt zur Ausarbeitung eines Bauprojektes mit Baukreditvorlage zur späteren Beantragung eines Verpflichtungskredites beim Landrat zur Realisierung dieses Vorhabens.
Fortsetzung >>>
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