Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Verpflichtungskredit für die Verlegung der Amphibien aus der "Zurlindengrube", Gemeinde Pratteln (Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung) ins Gebiet "Klingenthal", Gemeinde Muttenz zwecks Aufwertung des Gebietes "Zurlindengrube" als Industriebauland | |
| vom: | 23. Januar 2007 | |
| Nr.: | 2007-017 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
5. Machbarkeitsstudien zur Umsiedlung der Amphibien
Aufgrund der beschriebenen Ausgangslage wurden für die Umsiedlung in das Gebiet "Wirtslöli / Im Oos" und für die Umsiedlung in die "Lachmatt" Machbarkeitsstudien mit Kostenschätzungen in Auftrag gegeben und die Ergebnisse gegenübergestellt. Die Machbarkeitsuntersuchung des Standorts Klingenthal wurde analog ergänzt.
5.1. Umsiedlung in das Gebiet "Wirtslöli / Im Oos"
5.1.1. Massnahmen und Kostenschätzung
Die Firma Holinger AG, Liestal wurde mit der Planung für eine Umsiedlung gemäss den Anforderungen der Expertise KARCH vom 14. März 2005 beauftragt. Die vorgeschlagenen baulichen Massnahmen tangieren hauptsächlich die Parzelle Nr. 4696 (regionale Wasserschutzzone) des Kantons und am Rande die Parzelle Nr. 4706 (Kommunale Schutzzone S2) der Gemeinde Pratteln. Zusätzlich betroffen sind die Parzellen Nr. 4695 im Eigentum des Kantons und Nr. 4692 im Eigentum der Gemeinde Pratteln. Diese sind aber nur durch eine eingeschränkte Bewirtschaftung betroffen, indem die Wiese durch häufiges Mähen kurz gehalten werden muss.
Zusammenstellung der baulichen Massnahmen und Kostenschätzung für den Standort "Wirtslöli / Im Oos", Gemeinde Pratteln:
| a) | Abtrag der Humusschicht auf Fläche von ca. 5 ha und Tiefe von 20 cm | 240'000 CHF |
| b) | Aufschüttung einer 20 cm dicken Lehmschicht zur Sicherung der Grundwasserschutzzone (künstliches Gefälle) | 160'000 CHF |
| c) | Aufschüttung von kiesigem Material mit einer Schichtdicke 20 bis 50 cm | 336'000 CHF |
| d) | 7 Betonweiher 10 x 10 m und 1 m tief als Wassermedium für die Amphibien inkl. Wasserzufuhr und -abfuhr | 404'000 CHF |
| e) | Gestaltung des Standortes gemäss Anforderungen der Amphibien durch Aufschüttung von 4 Dämmen mit jeweils einer Höhe von 4 m und einer Breite von 12 m, Platzieren von 80 Wurzelstöcke als Totholz, Bau von Unterhaltswege aus Mergel und Pflanzung von Hecken auf einer Länge von 120 m | 280'000 CHF |
| f) | 2 Kleintierdurchlässen unter dem Autobahnzubringer Richtung Ergolz und unter SBB; Bau von 2 Trittsteinbiotopen, inkl. Landerwerb | 400'000 CHF |
| g) | Bau einer Beton-Amphibienschutzmauer (H=40 cm) zur Autobahn | 300'000 CHF |
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| - | Total Erdarbeiten und Ausbau (Positionen a-g) | 2'120'000 CHF |
| - | Diverses und Unvorhergesehenes (10%) | 212'000 CHF |
| - | Honorare (Ingenieur, Biologe, Geologe, etc.) | 400'000 CHF |
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| Total inkl. 7.5 % MwSt. | 2'900'000 CHF | |
Die folgende Skizze zeigt die Parzellen und die räumliche Aufteilung der baulichen Massnahmen auf das gesamte Gebiet "Wirtslöli / Im Oos".
Abbildung 9: Massnahmen für ein Amphibienschutzgebiet im "Wirtslöli / Im Oos"
Abbildung 10: Skizze zu den baulichen Massnahmen im Scnitt
Die jährlichen Pflegemassnahmen wurden von der Abteilung Natur und Landschaft des Amts für Raumplanung geschätzt. Dabei ist zwischen der einmaligen Abgeltung (Grundbuchanmerkung) und den jährlich anfallenden Kosten für die Pflege zu unterscheiden.
Einmalige Abgeltung
Diese entfallen, da die ganze Fläche bereits der öffentlichen Hand gehört (Gemeinde, Kanton).
- Ganze Fläche: ca. 20.7 ha
- Fassungsbereich Grundwasserschutzzone (S 1): 4.50 ha
- Pionierfläche (abhumusiert) und Weiherbereich: 4 ha
Jährliche Kosten für die Pflege
| - Pflegemassnahmen für Flächen und Erfolgskontrolle, pauschal | 130'000 CHF |
| Total | 130'000 CHF |
Die baulichen Massnahmen kosten insgesamt 2'900'000 CHF. Die jährlichen Pflegemassnahmen belaufen sich auf 130'000 CHF. Mit den heute zur Verfügung stehenden Geldmitteln (Konto Nr. 2355.314.60-001 "Unterhalt von kantonalen Naturschutzgebieten") kann die Pflege des Ersatzstandortes nicht realisiert werden; es bedarf einer Aufstockung des Budgets.
5.1.2. Beurteilung des Standortes "Wirtslöli / Im Oos" und der Massnahmen aus Sicht des Amphibienexperten
Der Experte der KARCH kommt bei der Beurteilung zu folgendem Schluss (KARCH, 2005, S. 30):
| - | "Wenn das Gebiet einzig und allein nach den Anforderungen des Amphibienschutzes gestaltet, vernetzt und unterhalten wird, so ist das Gebiet "Wirtslöli / Im Oos" ein guter Ersatzstandort. |
| - | Wenn es Einschränkungen gibt (z. B. durch den Grundwasserschutz), so reduzieren diese die langfristigen Erfolgsaussichten, eine Umsiedlung erscheint aber machbar. |
| - | Während der Bebauung des Areals Salina-Raurica ist dort eine ökologische Baubegleitung notwendig. |
| - | Wird eine Grundwasseranreicherungsanlage erstellt, so ist Ausführung und Nutzung mit dem Amphibienschutz zu koordinieren. |
| - | Die Naherholung im "Löli" ist zu steuern." |
| Gemäss den Ausführungen im Kapitel 4 ist die geplante Grundwasseranreicherung kein Thema mehr. | |
5.1.3. Beurteilung der Umsiedlung durch das Bundesamt für Umwelt
Mit Schreiben vom 10. Juni 2005 nimmt das Bundesamt für Umwelt (BAFU) auf Wunsch der Bau- und Umweltschutzdirektion folgendermassen Stellung zum Expertenbericht vom 14. März 2005 und zum Massnahmenkatalog mit Kostenschätzung: "Wir haben mit Interesse den neuesten Vorschlag für einen Ersatz geprüft und möchten unserer Befriedigung Ausdruck geben, dass offensichtlich eine recht gute Lösung gefunden werden kann." Einer Aufnahme der Amphibienpopulation ins nationale Inventar nach der Umsiedlung steht gemäss BAFU nichts im Wege.
5.2. Umsiedlung in das Gebiet "Lachmatt"
5.2.1. Massnahmen und Kostenschätzung
Grundlage für die Planung bildet das Gutachten der KARCH "Beurteilung der Machbarkeit und Anforderungen an eine Umsiedlung der Amphibien der "Zurlindengrube" ins Gebiet "Lachmatt" (Muttenz)" vom 20. Juni 2006. Die darin genannten Massnahmen und Begleitmassnahmen wurden von Holinger AG, Liestal auf ihre Kosten abgeschätzt (21. August 2006).
Das Gebiet Lachmatt - im Entwurf des kantonalen Richtplans als Siedlungstrenngürtel ausgewiesen - ist ein sehr gut erschlossener Raum mit unterschiedlichen Nutzungsabsichten. Als Grundlage für die Integration des Amphibienlaichgebietes wurde vom Büro Feddersen & Klostermann, Zürich, ein Gestaltungskonzept zur künftigen Nutzung der "Lachmatt" einerseits als Naturschutzgebiet, anderseits als Naherholungsgebiet erarbeitet. Anhand von Gestaltungsbeispielen wird aufgezeigt, dass sich die "Lachmatt" aufgrund seiner Grösse hervorragend auch als gestaltetes Naherholungsgebiet in Kombination mit dem Amphibienlaichgebiet eignen würde.
Zur Realisierung des Amphibienlaichgebiets werden durch KARCH und Holinger AG folgende Massnahmen im Gebiet "Lachmatt" mit folgenden Gesamtkosten vorgeschlagen.
Zusammenstellung der Massnahmen und Kostenschätzung
| a) | 2 temporäre Weiher je 500 m 2 gross südlich der Tramlinie | 100'000 CHF |
| b) | 1 Damm zur Anlage der Weiher | 30'000 CHF |
| c) | 4 Betonbecken für temporäre Wasserführung 10 x 10 m gross, 1 m tief im Bereich Baustelle Adlertunnel, je 25'000 CHF | 100'000 CHF |
| d) | 2 permanente Weiher 10 x 20 m gross; 1 m tief in Waldnähe, je 40'000 CHF | 80'000 CHF |
| e) | Ausgestaltung des Amphibienlebensraums durch die Anlage von Wurzelstöcken und Totholz im ganzen Bereich, Anlage von Unterhaltswegen, 3.5 m breit und die Neuanlage von Hecken 1000 m lang | 324'000 CHF |
| f) | 6 Trinkwasseranschlüsse im ganzen Bereich für Weiher | 200'000 CHF |
| g) | 1 Kleintierdurchlass 50 m lang unter Kantonsstrasse | 250'000 CHF |
| h) | 2 Kleintierdurchlässe je 20 m lang unter Kantonsstrasse | 200'000 CHF |
| i) | Vorarbeit und Ansaat von Wiesen und Magerwiesen | 60'000 CHF |
| j) | Amphibienschutzmäuerchen an Kantonsstrasse 1'500m lang | 450'000 CHF |
| k) | Anpassungen an Böschung für Passierbarkeit Tram | 30'000 CHF |
| l) | Anlage von Satellitenstandorten mit 3 Betonweihern 10 x 10 m, 1 m tief | 150'000 CHF |
| m) | Anlage von 1 Betonweiher als Wanderkorridor 10 x 10 m, 1 m tief | 50'000 CHF |
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| insgesamt Kosten Ausbau: | 2'024'000 CHF | |
| - | Erdarbeiten 405'000 CHF | |
| - | Diverses und Unvorhergesehenes 10% | 242'900 CHF |
| - | Honorare | 400'000 CHF |
| - | Zwischentotal | 3'071'900 CHF |
| - | MwSt. 7.6% | 233'464 CHF |
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| Total (gerundet) | 3'300'000 CHF |
Abbildung 11: Mögliche Massnahmen für ein Amphibienschutzgebiet in der "Lachmatt"
Einmalige Abgeltungen (Grundbuchanmerkung, Wertverminderung)
| - | 21 Grundeigentümer/innen a 1'000 CHF | 21'000 CHF |
| - | ca. 252 Aren a 10 CHF / Are (Parz. Nr. 2612 und 2614) | 2'500 CHF |
| - | Abgeltungen für Pionierflächen ( 80'700 m2 a 8 CHF / m2) | 65'000 CHF |
| - | Abgeltung Weiherstandorte (20 Aren a 800 CHF) | 16'000 CHF |
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| Total | 104'000 CHF |
Jährliche Kosten für Pflege und Abgeltungen
| - Pflege für Flächen und Erfolgskontrolle, pauschal | 100'000 CHF |
| Total | 100'000 CHF |
Die Kosten für die bauliche Anlage des Amphibienschutzgebiets in der "Lachmatt" inklusive flankierender Massnahmen betragen insgesamt 3'300'000 CHF. Für die jährliche Pflege des Standorts "Lachmatt" muss mit 100'000 CHF gerechnet werden. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die vollen Pflegekosten erst nach rund fünf Jahren anfallen werden, so dass der Betrag im Budget schrittweise aufgestockt werden kann. Ein Landerwerb - obwohl nicht zwingend erforderlich - wäre mittelfristig günstiger als eine materielle Enteignung. Wenn alles Land erworben werden müsste, wäre mit Landerwerbskosten von zusätzlich rund 824'000 CHF zu rechnen (103'000 m2 a 8 CHF). Mit den heute zur Verfügung stehenden Geldmitteln (Konto Nr. 2355.314.60-001 "Unterhalt von kantonalen Naturschutzgebieten") kann die Pflege des Ersatzstandortes nicht realisiert werden; es bedarf einer Aufstockung des Budgets.
5.2.2.. Beurteilung des Standorts "Lachmatt" und der Massnahmen aus der Sicht des Amphibienexperten
Der Standort "Lachmatt" wird durch die Amphibienexperten der KARCH als geeignet eingestuft:
| - | "Es kann in der "Lachmatt" ein wertvolles Amphibienlaichgebiet geschaffen werden. |
| - | Das Gebiet "Lachmatt" ist ausreichend gross, wenn die Gestaltung bzw. Nutzung amphibienfreundlich wird. |
| - | In der "Lachmatt" schafft man eine isolierte Population der Leitart Kreuzkröte. Dieser gewichtige Nachteil muss durch flankierende Massnahmen kompensiert werden." (KARCH 2006, S. 5). |
5.3. Vergleich der Standorte "Wirtslöli / Im Oos" und "Lachmatt" aus Sicht des Amphibienschutzes
Die Experten der KARCH und der Beratungsstelle IANB kommen zum Schluss, dass der Standort "Lachmatt" dem Standort "Wirtslöli / Im Oos" vorzuziehen ist:
| - | "Wenn eine Züglete der Amphibien unvermeidbar ist, so ist aus Sicht des Amphibienschutzes das Gebiet "Lachmatt" zu bevorzugen. |
| - | Die "Lachmatt" erlaubt es, gute Gewässer- und Landlebensräume zu schaffen. |
| - | Bei der "Lachmatt" schafft man allerdings ein weitgehend isoliertes Gebiet (KARCH, 2006, S. 27)." |
Im Wesentlichen kamen die Experten zu diesem Schluss, weil die "Lachmatt" heute schon kiesgrubenähnlicher gestaltet ist als das "Löli". Voraussetzung ist natürlich, dass der kiesgrubenähnliche Charakter der Baustelle des Adlertunnels erhalten bleibt. Die isolierte und zerschnittene Lage der "Lachmatt" ist durch flankierende Massnahmen zu verbessern.
Derselbe Aufwand ist auch für die Vernetzung im Gebiet "Wirtslöli / Im Oos" erforderlich.
5.4. Umsiedlung in das Gebiet "Klingenthal"
5.4.1.. Massnahmen und Kostenschätzung
Für eine Umsiedlung ins Gebiet "Klingenthal" wurde keine externe Machbarkeitsprüfung in Auftrag gegeben. Analog zu den Grundlagen, die für eine mögliche Umsiedlung ins Gebiet "Wirtslöli / Im Oos" und "Lachmatt" vorlagen, wurde mit Hilfe von internen Experten die eine Machbarkeitsprüfung durchgeführt.
Abbildung 12: Die Lage der "Klingenthal-Grube" im Zusammenhang mit weiteren Trittsteinbiotopen
Folgende Massnahmen sind vorgesehen: Es wird sofort eine neue Schotterfläche mit 6 kleinen, temporären Weihern als neuer Kreuzkrötenlebensraum am östlichen Rand der Grube "Klingenthal" angelegt, der erst in ca. 20 Jahren abgebaut wird. Ebenso werden je 3 grössere, permanente Weiher in der "Lachmatt" südlich der Tramlinie und im Bereich des Adlertunnels zwischen Kantonsstrasse und Tramlinie angelegt. Südlich der Tramlinie wird gleichzeitig die gesamte Geländekammer (inkl. Hang) in eine strukturreiche, auf die Schutzziele ausgerichtete Weidelandschaft umgestaltet. Die Durchlässe unter der Kantonsstrasse sind sofort notwendig. Mit Verlegung der Sportanlagen vom Margelacker in die Lachmatt in den nächsten 10 Jahren werden dort die Vernetzungskorridore ausgebaut, um das Gebiet "Klingenthal" optimal mit der "Lachmatt" zu verbinden. Mit dem fortschreitenden Abbau in der "Klingenthal-Grube" nach Osten werden die temporären kleinen Gewässer in den bereits abgebauten, aber nicht verfüllten zentralen Teil der Grube umplatziert. Mit dem weiter voranschreitenden Kiesabbau gegen Osten wird der Kreuzkrötenlebensraum schliesslich vergrössert und weiter optimiert, damit eine Kernpopulation entstehen kann.
Zusammenstellung der Massnahmen und Kostenschätzung
| a) | 3 permanente Weiher, je 10 x 20 m, südlich der Tramlinie, je 40'000 CHF | 120'000 CHF |
| b) | 6 Betonbecken, je 10 x 10m, Ostteil Klingenthal, je 30'000 CHF | 180'000 CHF |
| e) | Ausgestaltung des Amphibienlebensraums (neue Schotterfläche, Stein- und Wurzelstockhaufen, Totholz, Tages- und Winterverstecke, Gehölze, Baupiste etc.) | 400'000 CHF |
| f) | Wasseranschlüsse im ganzen Bereich für Weiher | 100'000 CHF |
| g) | 1 Kleintierdurchlass 50 m lang unter Kantonsstrasse | 250'000 CHF |
| h) | 2 Kleintierdurchlässe je 20 m lang unter Kantonsstrasse | 200'000 CHF |
| j) | Amphibienleitsystem an Kantonsstrasse (1'500m lang) | 450'000 CHF |
| k) | Anpassungen an Böschung für Passierbarkeit Tram | 30'000 CHF |
| l) | Oberflächengestaltung des Tunnelbereiches als Wanderkorridor und Lebensraum (inkl. 3 kleine Laichgewässer) | 170'000 CHF |
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| insgesamt Kosten Ausbau: | 1'900'000 CHF | |
| - | Erdarbeiten | 100'000 CHF |
| - | Diverses und Unvorhergesehenes 10% | 190'000 CHF |
| - | Honorare | 200'000 CHF |
| - | Zwischentotal | 2'390'000CHF |
| - | MwSt. 7.6% | 181'640 CHF |
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| Total (gerundet) | 2'571'640 CHF | |
| Einmalige Abgeltungen | ||
| - | Abgeltungen (Grundbuchanmerkungen, Wertverminderung) | 120'000 CHF |
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| Total | 120'000 CHF | |
| Jährliche Kosten für Pflege | ||
| - | Pflege für Flächen und Erfolgskontrolle, pauschal | 150'000 CHF |
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| Total | 150'000 CHF | |
Die Kosten für die bauliche Anlage des Amphibienschutzgebiets in der "Klingenthal" betragen insgesamt 2'571'640 CHF und sind damit günstiger als an den Standorten "Wirtslöli / Im Oos" oder in der "Lachmatt".
Abbildung 13: Die geplanten Massnahmen in der "Klingenthal-Grube" und in der angrenzenden "Lachmatt"
Für die jährliche Pflege des Standorts "Klingenthal" muss mit 150'000 CHF gerechnet werden. Gegenüber Variante "Lachmatt" fallen die Pflegekosten höher aus, weil die Gesamtfläche für den Lebensraum der Metapopulation insgesamt grösser ist (Lebensraum der Kernpopulation und 4-5 Satellitengebiete mit Teilpopulationen inkl. Hang der Lachmatt). Dadurch vergrössert sich auch der Aufwand für die Erfolgskontrolle. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Pflegekosten in den ersten zehn Jahren dank des Kiesabbaus in der Kiesgrube "Klingenthal" wesentlich günstiger sind und die Erfolgskontrolle erst nach der Umsiedlung der Kreuzkröten einsetzt. Deshalb kann der ausgewiesene Betrag schrittweise auf den Endbetrag aufgestockt werden. Ein Landerwerb ist nicht notwendig. Mit den heute zur Verfügung stehenden Geldmitteln (Konto Nr. 2355.314.60-001 "Unterhalt von kantonalen Naturschutzgebieten") kann die Pflege des Ersatzstandortes nicht realisiert werden; es bedarf einer Aufstockung des Budgets.
5.4.2.. Beurteilung des Standorts "Klingenthal" und der Massnahmen aus der Sicht des Naturschutzes
Wie dargelegt, weist die Variante "Klingenthal" die grössten Vorteile auf. Sie ist sowohl ökologisch, als auch ökonomisch am geeignetsten. Mit dieser Variante lässt sich für die Kreuzkröte eine Metapopulation aufbauen, was für deren langfristige Überlebenswahrscheinlichkeit wesentliche Vorteile bringt. Eine Kiesgrube erfüllt die Lebensraumansprüche der Zielart wesentlich besser, als beispielsweise ein "Kunstbiotop" im Gebiet "Wirtslöli / Im Oos". Die grossflächige, schutzzielorientierte Weidelandschaft in der "Lachmatt" bewirkt ausserdem eine zusätzliche Lebensraumaufwertung für zahlreiche weitere Arten. Der Kiesabbau im Gebiet "Klingenthal" führt langfristig zu günstigeren Pflegekosten, da während des Abbaus automatisch neue Schotterflächen entstehen. Zudem dürfte allfälliger Landerwerb bei dieser Variante eine untergeordnete Rolle spielen, so dass sich langfristig insgesamt tiefere Kosten ergeben werden.
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