Vorlage an den Landrat
| Geschäfte des Landrats || Parlament | Hinweise und Erklärungen |
Vorlage an den Landrat |
|
| Titel: | Budget 2006 | |
| vom: | 30. September 2005 | |
| Nr.: | 2005-251 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage |
9. Finanzplan 2006 - 2009
Der vorliegende Finanzplan 2006 - 2009 basiert auf dem Stand des Budgets 2006 und auf der Annahme einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Region. Dem Finanzplan, der rollend der jährlichen Entwicklung angepasst wird, ist ein ab 2006 leicht höheres reales Wachstum der regionalen Wirtschaft pro Jahr zugrunde gelegt. Bei der Teuerung wird mittelfristig mit einem Anstieg auf 1.5% jährlich gerechnet.
Tabelle 15: Prognose der wirtschaftlichen Eckdaten für die Finanzplanperiode.
| Wirtschaftliche Eckdaten | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 |
| BIP real (%) | 1.9 | 1.7 | 1.8 | 1.8 |
| Teuerung (%) | 1.0 | 1.4 | 1.5 | 1.5 |
| Zinsen Kapitalmarkt (%) | 2.6 | 4.0 | 4.1 | 4.1 |
Der Finanzplan gibt einen Überblick über die unbeeinflusste Entwicklung von Aufwand und Ertrag der Laufenden Rechnung sowie des geplanten Investitionsniveaus der kommenden vier Jahre. Das Budget 2006 ist das erste Jahr der Finanzplanperiode.
Im Finanzplan ist die finanzielle Entwicklung des Kantons auf dem Stand des heutigen Wissens möglichst realitätsnah abgebildet. Sowohl auf der Aufwand- als auch auf der Ertragsseite ist der Finanzplan jedoch mit zahlreichen Unsicherheiten verbunden. Dies gilt umso mehr, je weiter der Prognosezeitpunkt vom Zeitpunkt der Finanzplanerarbeitung entfernt liegt.
Im Finanzplan 2006-2009 wird von einem konstanten Volumen der Nettoinvestitionen von 110 Mio. Franken ausgegangen.
Der Finanzplan wird von folgenden wichtigen Prognosen und Entwicklungen determiniert:
| - | Beim Steueraufkommen sind die Umsetzung der Revision der Familien- und Rentenbesteuerung (ab 2007 -30 Mio. Franken) und der Revision der Unternehmensbesteuerung (ab 2008 -30 Mio. Franken) berücksichtigt. Der Finanzplan geht demnach von folgenden Mehrerträgen bei den Steuern aus: 2007: 2 Mio. Franken / 2008: 5 Mio. Franken / 2009: 37 Mio. Franken. |
| - | Die angenommene Zunahme des Anteils an der direkten Bundessteuer basiert auf Prognosen des Bundes (kumulierter Anstieg bis ins Jahr 2009: 30 Mio. Franken). |
| - | Im Personalaufwand ist der Teuerungsausgleich auf der Basis der prognostizierten Teuerung miteingerechnet. Die Entlastung aus dem teilweisen Verzicht auf den vollen Teuerungsausgleich im Umfang von 0.5% entfällt ab 2008. Im Personalaufwand ist ferner der jährliche Erfahrungsstufenanstieg miteingerechnet. Teuerungsausgleich und Erfahrungsstufenanstieg führen in den Finanzplanjahren zu folgenden Mehraufwendungen gegenüber dem Basisjahr 2006: 2007: 17 Mio. Franken / 2008: 56 Mio. Franken / 2009: 90 Mio. Franken. |
| - | Im Sozialbereich (Beiträge an AHV/IV; Ergänzungsleistungen zu AHV/IV (netto)) erwarten die zuständigen eidgenössischen und kantonalen Stellen steigende Mehraufwendungen von 23 Mio. Franken bis ins Jahr 2009. |
| · | Der Finanzplan geht davon aus, dass die zweite Teilrevision des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung 2007 in Kraft treten wird (jährliche Mehrbelastung von ca. 11 Mio. Franken; kumulierte Mehrbelastung bis ins Jahr 2009: 32 Mio. Franken). |
| - | Die Mehraufwendungen aufgrund der geplanten Mitträgerschaft an der Universität Basel schlagen sich in der Laufenden Rechnung ab 2007 nieder. Es wird mit folgenden Mehrbelastungen gerechnet: 2007: 15.8 Mio. Franken / 2008: 19.7 Mio. Franken / 2009: 23.3 Mio. Franken. |
| - | Im Finanzplan berücksichtigt sind ferner die geplanten Vorhaben der Direktionen wie etwa (Liste nicht abschliessend): |
| - Folgeplanung II der kantonalen Psychiatrischen Dienste | |
| - Umsetzung Internet an Sekundarschule I und Primarschulen | |
| - Investitionsbeiträge an Sportstützpunkt St. Jakob | |
| - Investitionsbeiträge an Alters- und Pflegeheime | |
| - Wechsel vom einjährigen zum zweijährigen Ausbildungsmodus beim Werkjahr. | |
| - | Die im Finanzplan berücksichtigten Vorhaben sind nicht priorisiert. Die Priorisierung und Posteriorisierung wird jeweils im Rahmen des Budgetierungsprozesses für das jeweilige Budgetjahr vorgenommen. Mit den Vorhaben fliessen aber nicht nur die Aufwendungen von neuen Projekten in den Finanzplan ein, auch die finanzielle Entlastung des Kantonshaushaltes durch auslaufende oder beendete Vorhaben werden mitberücksichtigt. Solche Vorhaben, welche in der Finanzplanperiode auslaufen und die Aufwandseite entlasten sind etwa (Liste nicht abschliessend): |
| - Anschubfinanzierung ETH-Institut für Systembiologie | |
| - Investitionsbeiträge an Depoterweiterung Hüslimatt | |
| - Abschnittsgeschwindigkeitskontrolle (AGK) | |
| - Projekt Applikation Dispo Motorfahrzeugkontrolle | |
| - | Im Finanzplan ist die Umsetzung der letzten Tranche der GAP-Massnahmen mit einem Entlastungsvolumen von 48 Mio. Franken eingestellt. Darin sind die vom Landrat abgelehnten Massnahmen nicht enthalten, jedoch wird davon ausgegangen, dass alle dem Volk in der Volksabstimmung vom 25. September zum Entscheid unterbreiteten GAP-Massnahmen angenommen werden. |
| - | Ab 2008 führt der NFA zu einer dauerhaften Verschlechterung des Saldos der Laufenden Rechnung um 45 Mio. Franken. Diese Annahmen des Bundes sind noch mit einer grossen Unsicherheit behaftet, da sie auf Zahlen der Jahre 2001 und 2002 basieren. Im Hinblick auf das Inkrafttreten des NFA per 1.1.2008 wird eine aktualisierte Globalbilanz erstellt. Die entschädigungslose Übergabe der Autobahnwerkhöfe an den Bund wird 2008 ausserordentliche Abschreibungen von ca. 60 Mio. Franken verursachen. Es ist vorgesehen, hierfür zu Lasten der Rechnung 2005 Rückstellungen zu bilden, welche 2008 wieder aufgelöst werden. Somit kann die Übergabe der Werkhöfe an den Bund im Jahr 2008 saldoneutral abgewickelt werden. |
Tabelle 16: Finanzplan 2006-2009.
| in Mio. Fr. | R 2004 | E 2005 | B 2006 | F 2007 | F 2008 | F 2009 |
| Aufwand | ||||||
| Personalaufwand | 873 | 898 | 918 | 950 | 978 | 1'014 |
| Sachaufwand | 264 | 278 | 284 | 295 | 307 | 313 |
| Passivzinsen | 40 | 40 | 36 | 36 | 39 | 42 |
| Abschreibungen | 191 | 376 | 138 | 138 | 199 | 139 |
| Beiträge ohne Zweckbindung | 79 | 77 | 82 | 86 | 85 | 85 |
| Entschädigung an öffentl. Gemeinwesen | 93 | 98 | 98 | 114 | 128 | 142 |
| Eigene laufende Beiträge | 771 | 786 | 863 | 922 | 923 | 932 |
| Durchlaufende Beiträge | 87 | 82 | 82 | 83 | 85 | 86 |
| Einlagen in Spezialfinanzierung | 4 | 67 | 21 | 21 | 22 | 22 |
| Interne Verrechnungen | 27 | 25 | 26 | 26 | 26 | 26 |
| Total Aufwand | 2'429 | 2'727 | 2'549 | 2'672 | 2'792 | 2'801 |
| Ertrag | ||||||
| Total Steuern | 1'284 | 1'290 | 1'359 | 1'360 | 1'363 | 1'397 |
| Regalien und Konzessionen | 57 | 57 | 51 | 49 | 47 | 45 |
| Vermögenserträge | 69 | 73 | 82 | 85 | 88 | 90 |
| Entgelte | 439 | 433 | 450 | 457 | 465 | 473 |
| Beiträge ohne Zweckbindung | 106 | 119 | 123 | 134 | 141 | 153 |
| Rückerstattungen | 57 | 58 | 66 | 67 | 68 | 70 |
| Laufende Beiträge | 254 | 650 | 288 | 297 | 307 | 314 |
| Durchlaufende Beiträge | 87 | 82 | 82 | 83 | 85 | 86 |
| Entnahmen aus Spezialfinanzierungen | 4 | 49 | 1 | 1 | 61 | 1 |
| Interne Verrechnungen | 27 | 25 | 26 | 26 | 26 | 26 |
| Total Ertrag | 2'383 | 2'836 | 2'528 | 2'559 | 2'651 | 2'655 |
| Zwischensaldo Saldo L. R. | -46 | 110 | -21 | -113 | -142 | -146 |
| Entlastung GAP | 40 | 40 | 40 | |||
| Entlastung GAP-Opfer Personal | 8 | 0 | 0 | |||
| Belastung durch NFA (wiederkehrend) | -45 | -45 | ||||
| Saldo Laufende Rechnung | -46 | 110 | -21 | -65 | -147 | -151 |
| Abschreibungen Verwaltungsvermögen | 127 | 127 | 109 | 110 | 170 | 110 |
| Selbstfinanzierung | 80 | 236 | 89 | 45 | 23 | -41 |
| Netto Investitionen | 157 | 169 | 113 | 110 | 110 | 110 |
| Finanzierungssaldo | -76 | 67 | -24 | -65 | -87 | -151 |
Der Finanzplan prognostiziert trotz den Entlastungen aus der Generellen Aufgabenüberprüfung für 2007 ein Defizit von 65 Mio. Franken. Es wird mit grossen Anstrengungen verbunden sein, ein Budget 2007 zu erarbeiten, das den Trend sinkender Defizite fortsetzt. Im Jahre 2008 verdüstern sich nach derzeitigem Kenntnisstand die finanziellen Perspektiven weiter. Die Einführung einer kantonalen Defizitbremse wird die Zielsetzung, den Finanzhaushalt ins Gleichgewicht zu bringen, nachhaltig unterstützen.
Ohne Berücksichtigung der ausgeschütteten Goldreserven ist für die Rechnung 2005 zum heutigen Zeitpunkt ein Defizit von ca. 35 Mio. Franken zu erwarten. Dies ist ein leicht besseres Ergebnis als budgetiert (-37.6 Mio. Franken). Unter Einbezug der ausgeschütteten Goldreserven, der Wertberichtigung der Bestände an Investitionsbeiträgen sowie der Bildung von Rückstellungen für die Abschreibung der Autobahnwerkhöfe wird ein positiver Abschluss mit einem Ertragsüberschuss im Bereich von 110 Mio. Franken erwartet.
Fortsetzung >>>
Back to Top