Vorlage an den Landrat
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Vorlage an den Landrat |
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| Titel: | Kantonales Laboratorium in Liestal: Umwidmung und Ersatzbeschaffung | |
| vom: | 21. Juni 2005 | |
| Nr.: | 2005-179 | |
| Bemerkungen: | Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts |
5. Einmietung und Ausbauprojekt
5.1 Bauprojekt "futuro" der BGV
Die im Besitz der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung (BGV) befindliche Parzelle Nr. 6101 liegt am Rande der städtebaulichen Entwicklung der Gemeinde Liestal, im Stadtteil "Altmarkt", einer zur Altstadt höher gelegenen "Terrasse" des Frenketals.
Der Eisenbahndamm der SBB-Linie und das Trasse der Waldenburgerbahn nach Osten, die Gräubernstrasse und eine zur Frenke hin steil abfallende Böschung nach Westen, begrenzen und isolieren die Parzelle von der unmittelbaren Umgebung. Zwischen dem Gewerbegebiet an der Frenke und dem Wohnquartier jenseits der Waldenburgerstrasse eingekeilt, jedoch von beiden Stadtteilen durch Verkehrsschneisen und natürliche Zäsuren abgetrennt, konnte das Gelände seine landwirtschaftliche Nutzung bis heute erhalten. Von der Stadt aus kommend bildet die Parzelle somit den Übergang zur noch intakten Felderlandschaft, die Liestal von Bubendorf trennt.
Das Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum "futuro" besteht aus 7 dreigeschossigen Gebäudeteilen, welche über Innenhöfe, die in der Wiese eingeschnitten sind, belichtet werden. Lediglich die zweigeschossigen Eingangspavillons der unterschiedlichen Einheiten, die als überdimensionierte Werbetafeln dienen, sind oberirdisch angeordnet. Mit diesem städtebaulichen Konzept kann die ursprüngliche Offenheit des Geländes bewahrt werden: Landschaftsraum und städtischer Raum überlagern sich an den Stadträndern, gehen ineinander über und schaffen eine neue Form der Urbanität, die aus dem Einklang mit der Umgebung und durch Nachzeichnung der Landschaft entsteht. Die im Kubus eingeschnittenen Atrien (Innenhöfe) sind meist 250 m2 gross und weisen Breiten von ca. 11 m auf. Geschosshohe, verglaste Pfosten-Riegel-Elemente bilden die Fassade gegen die Atrien. Die einzelnen Elemente sind unterschiedlich breit und werden in jedem Geschoss individuell eingeteilt. Die vier verwendeten Achsmasse der Fassadenkonstruktion erlauben eine hohe Flexibilität bei der inneren Raumteilung und schaffen ein abwechslungsreiches Fassadenmuster. Obwohl für die Zu- und Abluft der Räume nicht notwendig, sind Fenster zum Öffnen trotzdem vorgesehen worden. Für das ganze Projekt wird der Minergie-Standard als Ziel vorgegeben.
Die Fremdvermietungen ordnen sich je nach Grösse, auf ein oder zwei Ebenen, um einen oder mehrere verglaste Innenhöfe herum. Durchlässigkeit, Blickbeziehungen innerhalb des Gebäudes werden angestrebt und auch visuelle Bewegungen sollen wahrgenommen werden. Einfache architektonische Gestaltungselemente prägen den Innenraum. Die vorgesehene Stahlbetonkonstruktion wird sichtbar belassen, Stützen und tragende Wände werden nicht verkleidet.
5.2 Raumprogramm
| Raumnutzung | Nettoflächen m 2 | |
| 1. Labor-, Laborhilfsräume | 871 | |
| Labor gross:
- Trinkwasser - Elemente Vorbereitung - Mikrobiologie 1 - Extraktion 1, 2 - Instrumente 1, 2 - Vitamin - Spielwaren |
572 | |
| Labor mittel, klein:
- Mikrobiologie 2, 3 - PCR |
111 | |
| Hilfsräume:
- Lager - Kühlzelle - Proben - Mikroskopie - Autoklav - Werkstatt - Degustation - Chemikalien - Lösungsmittel - Entsorgung - Mahlen - Textil - Verbrennung |
188 | |
| 2. Büro-, Bürohilfsräume | 275 | |
| - Büros - Sekretariat - Sitzung - Kopierraum - Ablage / Archiv |
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| 3. Sozialräume | 125 | |
| - Garderoben - WC/Duschen - Aufenthalt |
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| 4. Technikräume | 265 | |
| - Lüftungs-/Sanitärzentrale - EDV - Abwasserneutralisation - Gammamessung |
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| Total Kantonslaboratorium | 1536 | |
5.3 Bau- und Haustechnikkonzept (Mieterausbau)
Das Baukonzept des Mieterausbaus ist auf hohe Flexibilität bei möglichst einfacher und wirtschaftlicher Ausführung angelegt. Geschossweise, gruppiert um einen grossen Lichthof werden unterschiedliche Nutzungen über zwei Geschosse eingerichtet. In der Ebene -1 sind vorwiegend Labors, der Empfang mit Sekretariat, Garderoben, Aufenthalt/Bibliothek, Nebenräume und die Büros untergebracht. Die Ebene -2 wird fast ausschliesslich mit Labors, Hilfs- und Nebenräume belegt sein. Innen sind alle Räume hell eingerichtet, die Installationen werden in den Räumen sichtbar, getrennt von der Baustruktur geführt, der technische Charakter eines Laborgebäudes wird als Gestaltungsleitlinie vorgegeben.
Das Haustechnikkonzept ist auf hohe Funktionalität und Anpassbarkeit ausgelegt. Die Technikzentralen sind im Untergeschoss, d.h. im Bereich der Autoeinstellhalle angeordnet, einzig die Abluftventilatoren sind auf dem Dach platziert. Die beiden Stockwerke des Kantonslabors werden von der Zentrale in der Ebene -3 über vertikale Schächte erschlossen, die Kanal- und Rohrführung in den einzelnen Räumen erfolgt vorwiegend horizontal an der Decke des jeweiligen Geschosses. Diese Verteilleitungen werden offen, sichtbar und geordnet installiert, wodurch eine hohe Flexibilität gewährleistet wird. Die Medienzuführung inkl. Elektroversorgung zu den Arbeitsplätzen erfolgt von der Decke her. Die Kapellen in den Labors sind als Umluftkapellen (Workstation) vorgesehen, so dass geringere Luftwechsel gegenüber heute möglich sind. Über ein integriertes Filtersystem in den Workstation können die Schadstoffe direkt an der Quelle zurückgehalten und entsorgt werden.
Insgesamt wird das Ziel verfolgt, eine möglichst einfache und für zukünftige Nutzungen offene haustechnische Installation vorzusehen. Auf diese Weise wird eine hohe Ökonomie und Funktionalität der Massnahme sichergestellt.
5.4 Ökologie und Energie
Im Sinne des bereits durch das Bauprojekt vorgegebenen Minergiestandards werden auch die Labor- und betriebsspezifischen Anlagen und Einrichtungen so disponiert und dimensioniert, dass sie den Bedingungen des nachhaltigen Bauens und des Minergie-Standards entsprechen.
Lüftungsanlagen:
Anstelle von herkömmlichen Laborkapellen werden sogenannte "Workstations" eingesetzt. Die Abluftmenge (und somit der Energieverbrauch) liegt bei einer Workstation rund 60 % tiefer als bei einer normalen Abluftkapelle (Sicherheitsabzug). Sämtliche Anlagen der Laborlüftung sind bedarfsabhängig geregelt und mit Einrichtungen zur Wärmerückgewinnung ausgerüstet.
Baumaterialien:
Die Vorgaben des Hochbauamtes betr. Ökologie und Einsatz von umweltschonenden Baumaterialien werden berücksichtigt.
Entsorgung:
Die Entsorgung von festem, flüssigem und flüchtigem Abfall erfolgt gemäss aktuellem Konzept, das in der Qualitätssicherung nach EN/ISO 17025 geregelt ist.
Feste Abfälle:
| Hauskehricht | Durch den Hauswart, nach Weisungen des Hochbauamtes, separate Sammelbehälter und Wiederverwertung wenn möglich |
| Mikrobiologie | Abfälle sterilisieren, danach in den Hauskehricht |
| Chemie | Chemikalien-Entsorgung durch Furler AG |
| Gebinde und Flaschenglas retour an Hersteller oder über kommunale Glassammelstelle | |
| Flüssige Abfälle: | |
| Lösungsmittel | Trennen in halogenierte und nicht halogenierte sowie Schwermetallab fälle, Entsorgung durch Furler AG |
| Flüssigkeiten kanalisierbar/nicht kanalisierbar | |
| Zurzeit: Trennung ist Aufgabe der SachbearbeiterInnen | |
| Futuro: Sammelbecken mit pH-Wert Überwachung, wenn nötig Neutralisierungsanlage mit Alarm. | |
| Flüchtige Abfälle: | Zurzeit: mit Kapellenabluft über Dach |
| Futuro: Chemie in Workstation absorbiert durch Aktivkohle | |
5.5 Pläne Einmietung
- Situation [PDF]
- Grundriss Ebene -1 [PDF]
- Grundriss Ebene -2 [PDF]
- Schnitt und Ansicht [PDF]
Fortsetzung >>>
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